Schwules in Münster - Dezember 1999

 

Hallo ihr Lieben!

Da ich ja nun mal solo bin (doch, sollten zumindest die Opfer meiner Hormone bemerkt haben), ist an dieser Stelle jetzt nix mit lecker Anekdötchen aus trister, äh trauter Zweisamkeit, sondern... Da haben wir nun also Dezember und wie jedes Jahr werden wieder allerorts diese putzigen roten Schleifchen hervorgekramt (, sind wohl wieder in Mode und sieht ja auch irgendwie weihnachtlich aus).

Tut mir leid, ich weiss, der gute Wille zählt, aber die Meisten haben doch echt null Ahnung („Red Ribbon, hää?“, „Was willst du denn jetzt damit, Welt-Aids-Tag ist doch erst in ´ner Woche?!“). Da geben wir uns ´n bisschen Solidarität zum Fest, fühlen uns gut... und dann? Na ja, solang es uns nicht (be)trifft!

Hallooo, schaut euch mal um, es wird gerade in unseren Kreisen wieder rumgevögelt, als sei Aids kein Thema mehr. Derzeit laufen viele Infos, die darauf schliessen lassen, dass beinahe bewusst die Ansteckung einer HIV-Infektion in Kauf genommen wird aus der trügerischen Sicherheit heraus, „dass es eh etwas gegen Aids gibt, bis es bei mir gefährlich werden könnte“. Woher diese „Kamikaze-Ficker“ ihr Wissen haben, ist mir allerdings schleierhaft (ja ja, BILD bildet).

Zweifelsfrei sind derzeit die Behandlungsmethoden verbessert, ist es jetzt schon möglich, den Krankenverlauf positiv zu verändern – aber ob es so erstrebenswert ist, möglicherweise ein Leben lang Medikamente zu schlucken, deren Nebenwirkungen noch nicht genau bekannt sind, wage ich denn doch zu bezweifeln.

Und nicht zuletzt: Schon vor Jahren wurde von manchen Jungs so gedacht; einige von diesen „Denkern“ sind zwischenzeitlich schon tot, weshalb ich hiermit im Namen der Göttin an alle appelliere, mit diesem „Selbstmord auf Raten“ aufzuhören, den Verstand auch im Geilheitsfalle nicht auszuschalten, dafür aber länger sorgenfrei zu leben. Wie das jetzt in („monogamen“) Partnerschaften aussieht? Ich denke: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. Letztlich riskiert man nicht nur die eigene Gesundheit, sondern auch die der(des) Partner(s). Für sich muss jeder selbst entscheiden, aber kann man beruhigt weiterleben, wenn man sich eingestehen muss, andere durch Leichtsinn in Gefahr gebracht zu haben?
In diesem Sinne viel Spass, Eure Vulgata.

P.S.: Und von wegen „treibt´s nicht zu bunt”. Bei den vielen Farben, die es in der Mode für „Ihn“ mittlerweile gibt, und man kommt ja schnell in das Alter, wo Mann versuchen muss, mit allen Mitteln vom Gesicht abzulenken.

 

 

KCM KOMMUNAL

Interview mit Oberbürgermeister Dr. Berthold Tillmann zum Thema „Arbeitsstelle Antidiskriminierung“

Anfänglich gab es innerhalb der CDU (1996/99) Skepsis was die Einrichtung einer kommunalen Arbeitsstelle Antidiskriminierung angeht. Wie würden Sie die Position der Ratsmehrheit und ihre eigene heute beschreiben?

Zunächst einmal möchte ich zwei Dinge klarstellen. Das eine ist: Ich bin nicht Mitglied der CDU-Ratsfraktion, aber ich fühle mich ihr natürlich in besonderer Weise verbunden. Deswegen möchte ich hier auch antworten.
Wenn die CDU-Fraktion zu Anfang gewisse Skepsis an den Tag gelegt hat, so ist das keine Skepsis gegenüber diese spezifische Antidiskriminierungsstelle, sondern, wir haben eine gewisse Skepsis gegenüber die Einrichtung von verschiedenen Stellen, die eher einen appellativen, aber nicht instrumentiellen Charakter haben. Das heißt also, wir sind skeptisch dabei, wenn die Verwaltung immer mehr zerfasert in Bereiche, die moderieren, konferieren, Runde Tische bilden, diskutieren u.s.w.. Das ist eher ein strukturelles Problem. Das hat aber eigentlich nichts mit einem speziellen Ansatz zu tun.

Münster hat als einzige Stadt in NRW eine derartige Einrichtung (mit geringem Personalaufwand von 2 x einer Viertelstelle)... Ist das nicht ein Aushängeschild für Offenheit und Modernität (wie Online-Hauptstadt, Fahrradstadt, Modellstadt...)

Nun kann man diese Themen schlecht miteinander vergleichen. Ich habe immer eine große Skepsis, wenn es darum geht, symbolische Aktionen zu starten. Eine solche Arbeitsstelle Antidiskriminierung ist entweder notwendig oder nicht notwendig. Als Aushängeschild möchte ich sowas nicht installieren. Ich habe schon den Eindruck, dass Antidiskriminierungsarbeit in einer Großstadt wie Münster höchst sinnvoll ist. Ich habe aber nicht den Eindruck, dass es heißt: Stelle einrichten, Problem gelöst.

Teil des Münsteraner Konzepts ist die Förderung von Projekten und Initiativen mit vergleichsweise bescheidenen 20.000,- DM. Welchen Stellenwert hat diese Förderung in ihren Überlegungen. Wie sind Wie ist die Einstellung der CDU im Land NRW allgemein zu beschreiben?

Ich halte sehr viel davon, dass wir in Münster eine große Vielfalt haben und uns zu dieser Vielfalt auch bekennen. Das Gegenteil von Vielfalt ist Einfalt. Ich möchte das nicht riskieren, dass wir in Münster in eine solche Richtung gehen. Die Vielfältigkeit von Lebensstilen und sozialen Situationen ist in Münster ein Aushängeschild einer funktionierenden Stadt – und das möchte ich mit allen Mitteln erhalten.

Es gibt demnächst einen Bürgerantrag zum Fortbestehen der Arbeitsstelle Antidiskriminierung seitens des Schwul-Lesb. Netzwerkes Münster. Es haben sich gesammelt alle Träger der Schwulenarbeit für den Erhalt der Stelle in ihrer bisherigen Form ausgesprochen. Wie bewerten Sie diesen Wunsch?

Ich würde mich wundern, wenn dieser Wunsch nicht da wäre. Wenn das nicht so wäre, würde ich ganz beunruhigt sein und denken, wir haben da was falsch gemacht. Wenn es so ist, dass die Antidiskriminierungsstelle gut gearbeitet hat, wenn es so ist, dass bestimmte Sprachlosigkeit, die es zuvor gab, abgebaut werden konnten, wenn es so ist, das tatsächlich Projekte auf den Weg gebracht werden konnten, die Vorbehalte gegenüber diesem Bereich abbauten, wenn das alles so ist, dann spricht natürlich alles dafür, die Arbeit fortzuführen, dann spricht auch alles für einen solchen Antrag. Ich glaube, wir müssen zwei Dinge analytisch auseinanderhalten. Das eine ist die Frage, für wie wichtig wir die Arbeit in der Sache halten. Und das andere ist, wie bewertet man die damit verbundene Resourcenforderung. Ich gehöre nicht zu den Leuten, die der Meinung sind, die Arbeit solle stattfinden, sie dürfe aber nichts kosten. Jede Arbeit ist nicht nur ihres Lohnes wert, sondern sie hat auch einen Aufwand und der kostet natürlich. Das heißt: Wer A wie Antidiskriminierung sagt, der muß auch B wie bezahlen sagen. So ist das nun mal. Nichts ist erfolgreicher als der Erfolg. Wenn der Rat all das gelesen hat, was die Verwaltung ihm vorgelegt hat, dann ist der Entscheidungskorridor nicht so furchtbar groß.
Ich lege großen Wert darauf, dass Sie die Arbeit in Ihrer konzeptionellen Grundlage fortführen können. Meine ganz persönliche Meinung hierzu ist: Wenn dies mit diesem geringen Ressourcenaufwand klappt, dann sehe ich keine großartigen Gegenargumente, das nicht fortzuführen. Der Rat muß inhaltlich „Ja“ sagen. Wenn er inhaltlich nicht zustimmt, sondern nur damit er Ruhe hat, dann ist damit nichts gewonnen.

Das sind zwei verschiedene Paar Schuhe. Es geht hier nicht darum Akzeptanz und Toleranz im Rat zu erwirken, es geht darum, die Qualität der Arbeit zu erhalten.

Es geht uns um Absicherung dieser Arbeit. Das Kompliment möchte ich Ihnen machen: Was den betrieblichen Aufwand und Nutzen anbelangt, haben Sie hier eine ausgesprochen bemerkenswerte Arbeit geleistet. Es sind ja nicht fünf Stellen geschaffen worden...

Das zeichnet ja auch das Münster-Modell aus!

Ich wage mal die Prognose: Gehen Sie davon aus, dass gerade die CDU-Regierung in Münster keine dumpfbackige Politik betreiben wird.

Vielen Dank für das Interview, Herr Dr. Tillmann.
Das Interview führte h.l.

 

 

KCM VOR ORT

„Erhaltet den Hawerkamp“

„Was passiert denn nun mit dem Hawerkamp?“ fragen seit Jahren Interessierte. Dass sich in dieser Frage viel bewegt, kann nicht verwundern. Denn es geht um den Verbleib vieler Einrichtungen, darunter das KCM. Mit dem engagierten Kopf der Initiative zum Erhalt des Hawerkamp, Carsten Peters, sprach Michael Heß. Carsten Peters ist Münsteraner, 25 Jahre jung und studiert Deutsch/Geschichte und Englisch im Lehramt. Als Student ist er seit zwei Jahren im AStA aktiv, davon ein Jahr als Vorsitzender. Zu den Kommunalwahlen kandidierte er für die GAL.

Wie kam es zur Gründung der Initiative und wer macht mit?

Zur Gründung kam es auf Inititiative der GAL im Sommer dieses Jahres. Damals stellte die Ratsfraktion einen Antrag, der den seinerzeit gültigen Bebauungsplan zu Gunsten der aktuellen Hawerkamp-Bebauung ändern sollte. Der ursprüngliche Bebauungsplan sah den Abriss der Hallen vor. Heute dabei sind unter anderem der AStA der Uni, die GAL, die PDS, die Betreiber der Hallen (z.B. Fusion-Club und Tryptichon), das Probezentrum Pro Band e.V. und natürlich das KCM sowie zahlreiche Einzelpersonen. Die Initiative steht allen offen.

Welche konkreten Ziele verfolgt die Initiative und was wurde bisher erreicht?

Das ursprüngliche Ziel war die Änderung des Bebauungsplanes. Die Hawerkamp-Bebauung sollte im derzeitigen Zustand erhalten bleiben. Um auf das Problem aufmerksam zu machen, veranstaltete die Initiative a, 4. September eine erste Solifete zur Erhaltung des Hawerkamp.
Damit wurde das Problem öffentlich gemacht und ein finanzieller Grundstock für die weiteren Aktivitäten der Initiative geschaffen. Zudem wird eine Broschüre erstellt, die die Hawerkamp-Szene umfassend vorstellt und auf den kulturellen und gesellschaftlichen Nutzen für die Region hinweist.

Im Oktober erklärte das OVG den aktuellen Bebauungsplan für das Hawerkamp-Gelände für ungültig. Wie geht es nun weiter?

Durch die Entscheidung sind sämtliche Planungen der Stadt hinfällig geworden. Über die Nutzung des Areals muß vollkommen neu verhandelt werden. Damit sind die Chancen gestiegen, die kulturellen Angebote zu erhalten. Die Initiative wir einen Verein gründen, um die bisherigen Aktivitäten weiter zu bündeln und geschlossener auftreten zu können.

Wie hast Du seit dem Sommer die kommunalen Entscheidungsträger erlebt?

Sehr unterschiedlich. Innerhalb der CDU gibt es offenbar vershiedene Positionen. Der Ratskandidat im Bezirk Hafen möchte wie wir den Hawerkamp erhalten. Andere in der CDU sähen lieber eine Nutzung nach dem alten Bebauungsplan. Innerhalb der SPD sieht es ähnlich aus. Die einzigen Parteien, die dazu eine eindeutige Position haben, sind GAL und PDS. Die FDP hat sich dazu öffentlich bisher nicht geäußert. Die Zukunft des Hawerkamp ist völlig offen und wir werden sie gemeinsam gestalten.

Carsten, vielen Dank für das Gespräch.

 

 

1999 VON HINTEN

Das nun vergangene Jahr läßt sich für das KCM mit zwei Worten beschreiben: „Umstrukturierung“ und „Neuanfang“.

Ein einschneidener Tag war der 25. Februar diesen Jahren: aus dem KCM wurde durch Beschluß der Mitgliederversammlung ein Schwulenzentrum. Die Lesben hatten sich mit LiVas eine neue Basis für lesbische Ideen, Konzepten und Arbeitsweisen geschaffen, und im Laufe des Jahres die Gemeinnützigkeit zuerkannt bekommen. Damit endete ein langjähriger Prozeß, der mit dem Scheidungskonzept von 1995 begann. Auch auf dieser Mitgliederversammlung wurde ein neues Vorstandsteam gewählt, daß mit Kooperation und Konsenz die erfolgreiche Arbeit des vorherigen Vorstandes weitergeführt hat.

Des weiteren hat das KCM sich entschlossen, die ABM Stelle von Achim Wahle ab dem kommenden Jahr in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis zu überführen. Als eine Folge davon mußten die gesamten Finanzstrukturen den neuen Verantwortung angepaßt werden. Unter der Federführung von Wolfgang Knebel ist dies in dem vergangenen Jahr erfolgreich geschafft worden. Und last but not least konnte die Projektstelle zur psychoszialen Betreuung von Schwulen und Lesben des Landes NRW mit Martin Enders wieder besetzt werden.

Aber nicht nur auf der Gesamtvereinsebene gibt es Erfolge zu vermelden: Zwei neue Gruppen haben sich dem KCM angeschloßen bzw. haben einen Unterschlupf gefunden. Seit April diesen Jahres hat Münster endlich wieder eine schwul- lesbische Jugendgruppe, die yohos@muenster.de. Jeden Montagabend treffen sich inzwischen über 60 Schwule, Lesben, Bisexuelle und deren Freunde im Cafe Lenzig an der Südstraße. Damit sind die yohos die größte schwul-lesbische Jugendgruppe des Münsterlandes. Wer sich die vielfältigen Aktivitäten der Gruppe ansehen möchte, kommt entweder am Montag abend mal vorbei oder schaut einfach unter: www.yohos.de nach.

Seit Oktober trifft sich die Gruppe TransIdent in den Räumen des KCM (Kontakt über die Miks unter Tel: 511263). Diese Selbsthilfegruppe beschäftigt sich mit Fragen zur Transidentität und umfaßt zur Zeit über 40 Mitglieder.

Und wie wird es im nächsten Jahr weitergehen?
Mit Sicherheit mit dem gleichen Bemühen professionell und ehrenamtlich das fortführen, was begonnen wurde.
Vorstand des KCM

 

 

Weihnachtsfeier im KCM

Die „jüngste“ Gruppe des KCM, die schwul-lesbische Jugendgruppe yohos@muenster.de lädt am Sonntag, dem 19.12.1999 alle Ehrenamtlichen des KCM zur Weihnachtsfeier ein. Ein willkommener Anlaß, all die anderen langjährigen und auch neuen Ehrenamtler kennenzulernen. Außer dem obligatorischen Weihnachtsgebäck soll auch Unterhaltung von Besinnlich bis Heiter geboten werden. So dürfen wir einfach mal gespannt sein, was uns da erwartet. Eine schöne Idee, zu dessen Gelingen hoffentlich alle durch ihre Anwesenheit beitragen.

Am Sonntag, 19.12. ab 15 Uhr im KCM

 

 

MISS GUNST IN DER WALDORFSCHULE

Shalömchen!
Okay, dacht ich mir, wenn schon kein Mann, also zumindest nichts Konstantes, fährst mal in Urlaub: 2 Wochen Israel, hatte sich ja bewährt. Nun gut, mit meinem Spezialtraining bestimmter Muskelgruppen... also mein Liebesleben bestand im wesentlichen aus dem Bodycheck im Flughafen (Israelis sind ja so gründlich, aber er wunderte sich dann doch, warum ich noch mal wiederkam), jedoch musste ich mich wenigstens nicht komplett entkleiden, wie eine gewisse andere deutsche Touristin, die jetzt sicher nicht namentlich genannt werden möchte. Hmm, dabei müsste ich ihr eigentlich danken, hat ja sicher miteinander zu tun, nach ihr wollten sie mich auch nicht... aber das führt ja zu nichts. Aber Kinders, ihr glaubt es nicht, dat sin´ Sachen. Da wander ich also etwas Sekt-intoxiniert durch das Tel Aviver Nachtleben, will mich also sozusagen gerade in das Warenangebot der Frischfleischschlächterei des „Out“s eingliedern und wer kommt mir entgegen? Benno Jockweg, bekannt aus Musik, Tanz und Klatsch und Leiter Münsters famösen schwulen Chores Homophon.

Naja und trotz der Tage, die wir noch teilweise gemeinsam verbrachten (Stille Wasser sind ja bekanntlich tief und ich sag euch, der Marianengraben ist nichts dagegen!), ging ich, selbstlos wie ich bin, natürlich zu der, in der letzten Ausgabe bereits angekündigten Premiere ihres neuen Programms „Geliebte Schwestern“, um euch nun davon berichten zu können. Und da ihr ja sicher alle den Artikel gelesen habt, bräucht´ ich jetzt eigentlich auch gar nicht so viel dazu zu sagen, obwohl... Das Feeling selbst dabei gewesen zu sein, kann eigentlich kein bloßer Artikel ersetzen. Es war Waahnsinn! Okay der 1. Teil war mir größtenteils vom letzten Konzert bereits bekannt (, bin als „Wiederholungstäter“ ja auch selbst Schuld) und ich würd´s mir auch jederzeit wieder ansehn!!! Wenn Miss Terium (Ob Nana wohl schon zu Lebzeiten reinkarniert?) von ihren Trophäen diverser, mehr oder minder erfolgreich belegter Kurse („Homophiles Reifenwechseln“ oder auch „Tantrisches Töpfern für Tunten in der Toskana“) berichtet, sich Miss Gunst über die Vorteile sichtverschleiernder Sehhilfen oder Miss Nienberge-Häger über die Tücken sinnverwirrender Dorftopographie wortreich auslassen, wenn gesichtsschambehaarte Oberschwestern und langmähnige Zivi-Schnitten in Shorts(!) die Bühne bevölkern, während der Oberarzt versucht die Gummipuppe wiederzubeleben, deren Beine die ewig moralisierende Putze ebenso krampfhaft wie erfolglos versucht zusammenzuhalten... und dieses muntere Treiben auch noch von toller Musik begleitet, untermalt und belebt wird: Genial!

Und falls dann doch mal was nicht so ganz klappt, so machen ihre, von mangelnden Starallüren zeugenden Reaktionen die Akteure nur umso liebenswerter. So, mehr jetzt aber nicht, denn „Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben.“, aber wer gar nicht kommt bestraft sich selbst!!! Deshalb schaut´s euch einfach selbst an: 14./15.1.2000 im TPZ im ehm. Borchert-Theater.

Bis die Tage, Euer Ecko

 

 

ALLEIN DIE LIEBE ZÄHLT

Alljährlich um den 1. Dezember veranstaltet die AIDS-Hilfe Münster eine Reihe von Events und Aktionen, um im Rahmen des Welt-AIDS Tages auf diese Epidemie aufmerksam zu machen. Doch von Jahr zu Jahr scheint das Interesse abzunehmen, denn: mit 20 bis 30 Tabletten pro Tag, rückt der Tod um das eine oder andere Jahr in die Ferne und damit aus dem Blickfeld vieler. Nur wenigen ist bewußt, daß noch bis zum Jahresende 4 Millionen Menschen sterben werden.

Und so rufen auch dieses Jahr wieder die AIDS- Hilfe Münster und das Gesundtheitsamt zur Solidarität und Unterstütztung gegen die Ausgrenzung aus Gleichgültigkeit auf. Schirmherr ist schon fast traditionell wieder der OberbürgermeisterIn, Dr. Berthold Tillmann.

Gleichzeitig möchte man auch neue Wege beschreiten, um Berührungspunkte zu schaffen. Nach dem Vorbild der Aktion „Anders Miteinander“ aus der schwulen Toleranzarbeit findet am Donnerstag, dem 2. 12. ab 20 Uhr ein vorweihnachtliches Konzert mit Roger Meads (Trompete), Annemete Hein (Gesang) und Christian Wessels (Orgel) in der Lambertikirche! statt. „Mit diesem Konzert möchten wir auch das eher konservative Konzertpublikum in Münster ansprechen“, benennt Ralf Bolhaar das Ziel dieser Veranstaltung.

Ebenfalls zum Welt-AIDS Tag 99 kommt am 1.12. um 20 Uhr die Koryphäe der Hospitzbewegung Dr. Daniela Tausch-Flammer in die Aula des Gymnasium Paulinum. Das Haus der Familie, die Hospizbewegung und Lebenshaus haben die Psychlogin zu einem Vortrag über den Umgang mit Tod und Sterben nach Münster eingeladen. Was sonst noch in Münster zum Welt- AIDS- Tag 99 geschieht, könnt Ihr dem Terminkalender entnehmen, oder unter 0251/60960 erfahren.

Ansonsten gilt wie vor 17 Jahren: Flagge zeigen: Red Ribbon tragen um damit zu zeigen, daß auch im nächsten Jahrtausend ein Platz mitten unter uns für HIV- positive Menschen ist.
Michael Karshüning

 

HuK-Themenabend:

Exorzismus

Der Vatikan hat nach 385 Jahren das römische Ritual zur Teufelsaustreibung aus dem Jahr 1614 überarbeitet und den Exorzisten strenge Auflagen gemacht. Im Januar 1999 stellte Kardinal Jorge Arturo Medina Estevez das 90seitige Handbuch „De exorcismis“ vor, das in zehnjähriger Arbeit enstanden ist. Wir möchten das zum Anlaß nehmen, uns mit dem Thema des Exorzismus durch katholische Priester seriös auseinandersetzen, um das dahinter stehende Konzept zu erfassen und deren Sinn zu diskutieren.

Dienstag, 07. Dezember ´99, 20:00 Uhr, KSHG, Frauenstraß 3-7, Raum 21 (HuK)

 

Wünsch Dir was

Olaf Eigenbrodt

Die Dezemberlesung von Olaf Eigenbrodt diesmal schon im SonntagsCafé. Tja, da ich das Programm der Wunschlesung selber noch nicht kenne, kann ich eigentlich nicht viel dazu schreiben. Es wird also „Was Ihr wollt“ oder „Wie es Euch gefällt“, aber nicht von Shakespeare. Da die Lesung diesmal im SonntagsCafé am 5.12. stattfindet hoffe ich natürlich auf ‘Laufkundschaft´ und viel Glühwein (Gibt´s den eigentlich im KCM?) Leider ruinieren Kekse ja bekanntlich die Stimme (es klingt dann ein bisschen krümmelig).

Ich könnte jetzt noch ein wenig über das Wetter reden, oder darüber, dass einige Lesewünsche mich schon erreicht haben, ich aber noch nichts verrate, aber das würde ja wertvollen Zauberhutplatz verschwenden (Anm. der Lay.: Es ist alles nur eine Frage des Formates!) Rechtzeitig zur Lesung wird aber mein Millenium-Programm (ich hab das Wort doch noch eingebaut) erscheinen, das dann als Flyer überall rumliegt.

Dem Leser an sich wünsche ich charmante Weihnachten und dass all seine apokalyptischen Wünsche in Erfüllung gehen (Wehe, der Redakteur kürzt das hier) (Anm. der Red.: Würde ich doch nicht wagen, Olaf!!!) Ich freue mich jedenfalls auf einen zauberhaften Nachmittag mit vielen überraschenden Texten.

 

 

Filmclub im KCM:

Bound - Gefesselt (USA 1996)

Zum ersten Mal begegnen sie sich im Aufzug eines Chicagoer Appartementhauses: Violet, die laszive Geliebte eines Mafiakillers, und Corky, die Hausmeisterin. Zwischen den beiden funkt es auf Anhieb. Sie beschließen, gemeinsam abzuhauen und nutzen die einmalige Chance, 2 Millionen Dollar von der Mafia zu klauen. Doch sie haben ihre Rechnung ohne ihren kaltblütigen Gegenspieler gemacht...

Freitag, 17.12.99 um 20:00 Uhr im KCM

 

Impressum

Zauberhut,
c/o KCM, Bereich Männer,
Postfach 4407, 48025 Münster,
Fax 0251/9284201,
E-Mail: zauberhut@muenster.gay-web.de.
Umsetzung für das Internet heinz@muenster.gay-web.de

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Redaktionsschluß am 15. des Monats.