Schwules in Münster - November 2003

 

Tach auch,

der November scheint wohl in den vergangen Jahren ein guter Monat für geistige Genüsse aller Art gewesen zu sein. Anders kann man sich wohl nicht erklären, warum gerade in diesem Monat neben den Queerstreifen noch zwei Konzerte, eine Kabarettaufführung, eine Lesung mit Videovorführung und eine Vernissage mit 5 schwul-lesbischen KünstlerInnen stattfinden. Für so manchen Party-Begeisterten unter uns ist es jedoch bei weitem nicht so schön, da sich in diesem Jahr die reguläre DIN-A-Queer mit der Youngs-Party zugunsten der Aids-Hilfe den gleichen Tag teilen, der auch noch einen Tag vor der KCM-Party liegt, während seit September die Männer-Party Besuch von der Emergency-Party hat. Nun, das Ballhaus gibt es nicht mehr, das Le Different ereilte schon vor längerem der Abschied, und wenn das so weiter geht, wird auf jeden Fall jemand auf der Strecke bleiben, nämlich wir, die einfach nur eine gute Party erleben wollen. Da bleibt dann nur die Strecke nach Enschede, Bielefeld, Essen oder Bochum. Aber da sind ja auch heute schon viele Münsteraner. Ich bin mal gespannt, was sich da im kommenden Jahr noch ereignen wird. Eines ist jedoch sicher:Was imJanuar oder Februar geschieht, wird es hier nur zu lesen geben, wenn es bis zum 10. Dezember an uns geschickt worden ist.
Euer Michael Karshüning

 

Alles, Nichts, Oder

Die außerordentliche Mitgliederversammlung im KCM
Die Mitgliederversammlung hat am 4. Oktober entschieden: Uwe Schoon, Manuel Wittig, Peter Becker, Thomas Steilling und Olaf Kauffmann-Lange bilden den neuen Vorstand des KCM, Schwulenzentrum Münster e.V. Der Vorstand wurde nach der neuenWahlordnung, die in ergänzter Form von der MV beschlossen wurde, gewählt. Uwe Schoon wurde mit 17 Stimmen bei 24 noch anwesenden Mitgliedern zum neuen Vorstandsvorsitzenden gewählt. Insgesamt kamen 28 der 255 stimmberechtigten Mitglieder zur MV. Damit enden die Unruhen, die sich durch die Rücktritte von Stefan Karrenbrock und Kersten Brückner im Verein eingeschlichen hatten. Alte und viele neue Gesichter im KCM Aber diese Mitgliederversammlung hatte nicht nur die Wahl eines neuen (alten) Vorstandes zum Ziel. Der Vorstand nutzte die Gelegenheit, um mit klaren Worten die Lage des Vereins zu beschreiben. Uwe Schoon nahm im Vorstandsbericht kein Blatt vor den Mund und beschrieb die Situation des Vereines mit "schwierig". Die Stadt werde die Fördermittel um mindestens 5% kürzen, das Land seine Mittel gar um 20 %. Die Parties sehen sich verstärkt kommerzieller Konkurrenz ausgesetzt und die Lohnkosten für das Büro stellen eine erhebliche Belastung dar. Man werde zwar, wie Olaf Kauffmann-Lange in seinem Finanzbericht sagte, das Jahr mit einer roten 0 abschließen können, dies sei aber keine Perspektive. Man müsse neue Wege beschreiten, auch wenn dies in manchen Bereichen schmerzhaft sei. Gerade der Umfang der Bürostelle sei ein solcher Punkt, und man werde wohl nicht umhinkommen, diese auf 20 Stunden pro Woche zu reduzieren, so Uwe Schoon. Der neue Vorstand (v. l. n. r.): ManuelWittig, Peter Becker, Uwe Schoon, Thomas Steilling und Olaf Kauffmann-Lange) Umneue Ideen im Verein zu sammeln und diese mit dem Vorstand zusammen umzusetzen, dafür hat der Vorstand eine Kreativgruppeins Leben gerufen. Diese neueGruppe wird von Martin Enders und Michael Heß geleitet. Michael Heß führte auch souverän und gekonnt als Versammlungsleiter durch die Sitzung. Darüber hinaus hat derVorstand einen rundenTisch ins Leben gerufen, der einmal im Quartalzusammenkommensoll.ErdientalsPlattformzur besseren Kommunikation zwischen dem Vorstand und den Gruppen im KCM. Am Ende der Diskussionen forderte Uwe Schoon alle auf, ihre Zwistigkeiten aus dem Vereinsgeschehen herauszuhalten.
Als Gäste waren neben Richard Halberstadt auch die Macher der DIN-A-Queer-Party anwesend, um deutlich zu machen, dass sie ihr Projekt nicht als Konkurrenz zum KCM sehen. Anlass zu diesem Besuch waren die vielen Forenbeiträge auf deren Homepage zur KCM-Party. Inzwischen hat das KCM selbst ein Forum, das alle nutzen können. Und dass sich DIN-A-Queer und KCM gut verstehen, sieht man auch an dem Party-Mix am 27. 12., an dem die DIN-A-Queer-DJ's im KCM auflegen werden.
mkh

 

Reisebericht

Leben wie Gott in Frankreich oder . . . Die warme Seite der Côte d'Azur
Wenn sich im September hier schon die ersten Herbsttage einstellen und man sich von der Sommergarderobe verabschiedet, wünschen sich viele noch mal ein paar Tage Sonne und Meer. Nun die gängigen Ziele wie Ibiza, Gran Canaria und ähnliche schon erlebt? Hier möchten wir eine andere Art homogener Urlaubswelt vorstellen. Wer kennt Sie nicht aus der Hochglanzillustrierten und dem Fernsehen, die schöne, schillernde Welt an der Côte d'Azur. Aber wie sieht es mit einem normalen Urlaub eigentlich aus, dort wo sich der Jetset trifft und feiert. Wir können es nur empfehlen. Aber erst mal von Anfang an. Nach einigem Hin und Her beim Kofferpacken waren wir dann doch endlich auf der Autobahn Richtung Frankreich unterwegs. Da man ja Zeit hat und auch was erleben will, hatten wir beschlossen über die Schweiz zu fahren und am Genfer See eine Zwischenübernachtung einzuplanen. Ohne Stau und Stress kamen wir nun am Sonntagnachmittag in Montreux am Genfer See an. Im Golfhotel Rene Capt hatten wir vorab reserviert. Durch seine exklusive Lage direkt an der Uferpromenade war ein beeindruckender Blick auf die französischen Alpen mit Schnee garantiert. Bei einem Bummel durch das schicke und traditionsbewusste Montreux entdeckten wir am Ufer die Statue von Freddy Mercury (s. Rück- seite dieses Zauberhutes). Auch verschiedene Bars und Cafés waren mehr als schwulenfreundlich. Das Publikum setzte sich aus einer bunten Mischung von Leuten zusammen und die Stimmung war oftmals recht ausgelassen. Durch bummeln und Kaffeetrinken hätten wir fast den Sonnenuntergang verpasst, aber wie gesagt nur fast. Am Abend stand natürlich ein Besuch im Casino von Montreux auf dem Plan. Bei Black Jack und Roulette in gediegener Atmosphäre einen Drink nehmen und den Alltag hinter sich lassen. So fängt ein Urlaub gut an. Am nächsten Morgen ging es über den großen St.- Bernhard-Paß (2469 m) nach Italien. Durch das ebenfalls landschaftlich schöne Aostatal über die Autobahn bis nach Savona am Golf von Genua. Über die Küstenautobahn weiter bis nach Frankreich. Hier sollte ich vielleicht noch erwähnen, dass Italien und auch Frankreich sich beim Bau ihrer Autobahnen an der Küste wirklich viel Mühe gegeben haben. Mehr als 20 kleinere und auch größere Tunnel erlebt man auf dieser Fahrt. Darüber hinaus sind immer wieder herrliche Ausblicke auf die Küste erlaubt. Selbst die Regelung mit den Mautstellen ist einfach und schnell erledigt. Unser Ziel in Frankreich hieß Juan les Pins. Einst der mondänste Badeort der Côte d'Azur. Eingebettet zwischen Antibes und Cannes erlebt man feine weiße Strände und typisch provenzalische Gastfreundschaft. Hier haben wir uns in der Residenz Open Villa du Parc eingemietet, um ebenfalls wieder direkt am Meer zu sein. Dank Tiefgarage war unser Auto morgens noch nicht so aufgeheizt, denn schon um 10 Uhr waren Temperaturen über 25 Grad erreicht. Das Meer hatte noch 24 Grad und war mehr als angenehm zum Schwimmen. Glasklares Wasser und kaum Algen oder Seetang. Einfach herrlich. Vorab hatten wir uns im Spartakus erkundigt, ob es etwas Schwules in Juan les Pins gibt. Aber die Aussage was recht mager, nur ein Café wurde dort genannt. Das angegebene Lokal haben wir nicht gefunden, aber dafür ein paar andere Bars und Cafés mit mehr als nur überwiegend schwulem Publikum. Somit konnten wir Abends und auch mal tagsüber ohne Probleme ausgehen. Hier an der Côte d'Azur schein es eh keinen zu stören, wenn zwei Männer sich lieben und es auch zeigen.Was für eine Überraschung. Sehenswürdigkeiten gibt es viele in der Umgebung. Hier nur ein paar als Anreiz. St. Paul z. B.: eine alte Stadt mit mehr als 1000 Jahren Geschichte die wie ein Adlerhorst auf einem Berg sitzt. Viele Künstler haben sich dort niedergelassen, und Mark Chagall liegt auf dem Friedhof begraben. Einige seiner Werke kann man im Hôtel-de- Ville sehen. Cannes nicht zu vergessen, eine pulsierende Stadt mit Vergangenheit und Zukunft. Nizza ist ebenfalls in der Nähe, auch hier lohnt sich ein Ausflug. Und wenn man in Nizza ist sollte man ungedingt die Küstenstraße am Cap Ferrat vorbei nach Monaco nehmen. Nach gut 10 Tagen haben wir unsere Koffer gepackt und sind über den Lago Maggiore wieder zurück nach Hause. Aber es wird bestimmt nicht unser letzter Urlaub an der Côte d'Azur gewesen sein, denn die Menschen und das Land sind mehr als gastfreundlich. Zwischen sanften Hügeln und steilen Küsten findet jeder sein persönliches Paradies, und auch im Herbst undWinter kann man hier noch die Sonne geniesen.
ol

 

Ausstellung

Kreative Gemeinde - Mitglieder der MCC Köln stellen im KCM aus
Sieben Künstlerinnen und Künstler präsentieren in einer Gemeinschaftsausstellung eine Auswahl ihrer Werke.
"Kreative Gemeinde" so heißt die Ausstellung, die am 7. 12. 2003 im Kulturcafé des KCMs um 12:00 Uhr eröffnet wird. Alle ausstellenden Künstler(innen) sind in unterschiedlicher Weise mit der Metropolitan Community Church (MCC) Köln verbunden. Dieses geballte Potential kreativer Menschen präsentiert gemeinsam einige Bilder. Manche Arbeiten thematisieren religiöse und/oder schwule und lesbische Motive; andere Werke haben ihren Schwerpunkt auf rein gestalterischer Ebene. Dabei zeigen sich gemäß der verschiedenen Persönlichkeiten vielfältige Formen und Stile. Während Roswitha vor allem Landschaftsfotografi- en (u. a. Wege) und Vera fotografierte Naturimpressionen ausstellen, zeigen Marie-Christine abstrakte Gouachen und Anke großformatige Kreidebilder. Pam's künstlerischer Schwerpunkt sind Bilder in "Schwarz- Weiß". Hans-Paul präsentiert anthroposophisch inspirierte Farbstudien und Heiner surreale Collagen (u. a. mit Sebastiansmotiven) und dreieckige Ölgemälde. Die Spannweite der ausgestelltenWerke reicht vom witzigen Klebebild bis zum lyrischen Landschaftsfoto. Die MCC Köln ist eine christliche Kirche (nicht nur für Schwule und Lesben). Mit dieser Ausstellung möchten die Künstler(innen) nicht nur ihre Bilder dem Münsteraner Publikum präsentieren. Die meisten der ausgestellten Kunstwerke sind zu moderaten Preisen verkäuflich. Der Erlös geht - abzüglich der Unkosten - von den Künstler(innen) als Spende an die MCC und kommt der Gemeindearbeit zugute. Kaufinteressenten wenden sich bitte an Uwe Schoon (Tel. 02551/834796) oder Katharina Winter (Tel. 0221/213363). Eröffnung der Ausstellung: 7. Dezember, um12:00 Uhr Die Ausstellung ist während der Öffnungszeiten des KCM zu besichtigen.
Uwe Schoon

 

Rezension

It's a Kind of Magic
Queen live at Wembley Stadion auf DVD In den 80er Jahren war alles noch ein wenig beschaulicher im Vergleich zu heute. Aber dennoch haben die Mammut- Konzerte von heute mit ihren gigantischen Leinwänden und aufwendigsten Lichtshows ihren Ursprung in der damaligen Zeit. Eines der Konzerte, dass in dieser Hinsicht neue Maßstäbe setzte, war das Live-Konzert von Queen im Wembley-Stadion im Jahre 1986. Und das sollte es auch sein, denn als britische Band im eigenen Land in diesem Stadion spielen zu dürfen, das ist Ansporn und Ritterschlag in einem. Und so haben Freddy Mercury, Brain May und Roger Taylor alles aufgeboten, um die über 100 000 Fans, die die beiden Konzerte gesehen haben, in ihren Bann zu ziehen. Das alles kommt der DVD, die im vergangenen Monat veröffentlicht wurde, zu Gute. Der exzellente Ton kommt wahlweise in Dolby DTS oder Surround, die Farben des Bildmaterials und der gute Schnitt vermitteln ein leichtes Gefühl von Nostalgie bei jeder Menge Energie, die dieses Rock-Konzert wahrlich zu bieten hat. Das Konzert selber ist schon länger auf VHS erhältlich, neu hinzugekommen ist die Bonus DVD "Unseen Magic" mit weiterem Bildmaterial in Form einer Bildergalerie, einem "Making of" zum Konzert, neuen Interviews aus diesem Jahr mit Brain May und Roger Taylor und einer kleinen Hommage an die beiden Türme des Wembley-Stadions, die im Rahmen umfangreicher Umbauten abgerissen wurden. Gerade die Interviews mit den Bandmitgliedern sind exzellent zusammengeschnitten und folgen dem Verlauf des Konzertes. Sie unterstreichen so die damals wohl noch prophetische Äußerung von Freddy Mercury, Queen würde solange zusammen bleiben, bis 13 sie sterben würden. Er starb an den Folgen von Aids am 24. November 1991. Unter den Klängen von "We will rock you" startet die DVD, und genau das hat sie auch zu bieten, nicht mehr, aber definitiv auch nicht weniger.
mkh

 

Neues aus dem KCM

Ein Praktikant stellt sich vor
Seit August hat das KCM einen Praktikanten. Holger Seidel macht im Rahmen seiner Schulausbildung ein einjähriges Praktikum im KCM. Sein Aufgabenbereich umfasst den JugendTreff. Gerne hilft er auch bei allen anderen KCM-Aktivitäten.

 

Flur zum Büro renoviert
Es sind schon eine Menge Veranstaltungen, die das KCM in den letzten Jahren durchgeführt hat. Bisher hingen die dazugehörigen Plakate im kleinen Seminarraum neben dem Büro. Das hat sich mit der Renovierung des Flures zu den Seminarräumen und dem Büro des KCM geändert. Wer also mal einen kleinen Rundblick in die Veranstaltungsgeschichte des Vereins werfen will, kann das dort nun machen. Und dank der neuen Halogenbeleuchtung wirken die Plakate noch besser. Vielen Dank an alle, die dabei mitgeholfen haben.
mkh

 

Wer macht was?!?
Die neue Aufgabenverteilung im Vorstand des KCM Auf der ersten Vorstandssitzung hat der neue Vorstand die Aufgaben teilweise neu verteilt. Uwe Schoon wird sich demnach in Zukunft neben dem Vorsitz um die Kulturarbeit, um den Beratungsbereich und mit Peter Becker um die Öffentlichkeitsarbeit kümmern. Auch fällt die Betreuung des Zauberhutes in sein Aufgabenfeld. Olaf übernimmt die Finanzen und geht mit Manuel in den Kooperationsrat von KCM und LIVAS. Manuel wird sich um die Jugendgruppe und die DJ-Gruppe kümmern sowie Uwe bei der Kulturarbeit unterstützen. Peter nimmt nun als Vorstandsmitglied seinen bisherigen Aufgabenbereich als Pressesprecher war. Des weiteren wird er sich in der Ehrenamtler- und Mitgliederbetreuung verstärkt einbringen. Last but not least wird Thomas auch in Zukunft für die Internetpräsenz des KCM verantwortlich zeichnen sowie Achim in seiner Büroarbeit und Olaf bei den Finanzen unterstützen. Darüber hinaus kann sich natürlich jeder an das Vorstandsmitglied seines Vertrauens wenden.
mkh

 

Geplante Kürzungen in Land und Stadt
Das Land ist pleite, und die Stadt Münster hat schon Kürzungen für's kommende Jahr angekündigt. Manchen sozialen Einrichtungen in Münster droht das Aus, oder sie müssen zum Teil drastisch zurückfahren. Angesichts dieser Tatsachen sieht die Zukunft auch für Bereiche des KCM nicht rosig aus: Ganz aktuell ist unsere vom Land NRW geförderte Beratungsstelle mit Martin Enders von den Kürzungen bedroht. Zur Zeit steht noch nicht fest, ob die wertvolle Beratungsarbeit im KCM überhaupt in dem Umfang weiter geleistet werden kann. Der Paritätische Wohlfahrtsverband, in dem auch das KCM Mitglied ist, überlegt z.Zt. Protestaktionen, um auf die Folgen dieser zum Teil radikalen Einschnitte aufmerksam zu machen. Als Teil der Kampagne ‚NRW bleibt sozial' gibt es eine Postkartenaktion an die Landtagsabgeordneten in Münster, Maria Theresia Kastner und Rüdiger Sagel - jeder kann sich am Protest beteiligen. Die Postkarten liegen auch im KCM aus.
aw

 

Kultur im Herbst

"Liebe und andere Lügen"
Die neue Show von Billig & Elegant
Wer sind eigentlich die Bühnenboys? Wer ist denn nun elegant und wer ist billig? Wer hat Stil?Wer ist eine Bühnenschlampe? Wer sucht den Mann für's Leben und wer nur für eine Nacht? Oder vielleicht doch eine Frau? Wer hat diese oder denjenigen bereits gefunden? Wie alt sind die eigentlich? Wer trägt nachts einen Pyjama und wer schläft nackt? Welches Haarspray benutzt Marcel Glitzer? Fragen über Fragen über Fragen, die nicht nur unter www.billigundelegant.de gestellt werden, sondern auch am 21. November im KCM. Die Lachmuskeln sind gefragt, wenn uns an diesem Freitag solche und noch ganz andere Fragen beantwortet werden. Zusammen mit den Bühenboys Marcel Glitzer und Terry Lovelock präsentieren Just Mike und Alexander M. ihre neue Show "Liebe und andere Lügen" dem Münsteraner Publikum. Einlass: 19:00 Uhr Beginn: 20:00 Uhr Karten gibts für 7 EUR (Mitglieder 5 EUR) im KCM.
mw

 

"Praktisch, blond & formstabil"
Homophon in der Waldorfschule
Wer kennt sie nicht, die unermüdlichen kleinen Helfer im Haushalt, die dafür sorgen, dass die Erdbeeren auch nach zwei Monaten im Kühlschrank noch wie frisch gepflückt aussehen?Wie vielseitig diese Geräte zu verwenden sind, überrascht auch uns selbst immer wieder. Während so manchem Konzert konnten wir in unserer optischen und akustischen Hommage an die formschönen Gefäße aus Polypropylen & Co. auch hartgesottene Skeptiker überzeugen . . . Homophon, der erste schwule Männerchor Münster, wird am FREITAG, den 7. 11. 2003, 20 Uhr auf vielfachen Wunsch das aktuelle Programm "Praktisch, blond & formstabil" in der Waldorfschule in Münster-Gievenbeck wiederholen. Karten (Preis 10e, ermäßigt 8e) können über Email an vorbestellung@homophon.de reserviert werden. Wer sich vorher noch ein Bild machen möchte, dem sei unsere Homepage www.homophon.de ans Herz gelegt . . .
bj

 

Filmclub
"Romantik, Romantik hatte vor langer Zeit ihren Höhepunkt" Alive and Kicking im Filmclub im KCM Tonio ist ein schwuler Ballett- Tänzer und eine Diva vor dem Herrn. Und er ist HIV-positiv. Seine Chefin Luna will ihren größten Erfolg, das Stück "Indian Summer", nach vielen Jahren wieder aufführen, kann sich aber an die Choreografie nicht mehr erinnern. Und Tonio soll die Hauptrolle tanzen, denn Schwule haben Lunas Ballett- Truppe groß gemacht und "Indian Summer" lebt von der "unerwarteten Wärme" seiner Darsteller. Das ist die Stärke, die Faszination dieses Stückes. Jack ist dicklich, trink gerne und viel Wodka und raucht eine Schachtel nach der anderen. Von Beruf ist er Psychotherapeut. Aber er hat keine Couch und hört sich die Nöte derjenigen an, die sich das leisten können. Diese beiden Welten treffen aufeinander und versuchen das schier unmögliche: Eine Beziehung . . . Mit Alive and Kicking zeigt der Filmclub im KCM am 14. November ab 20:15 Uhr eine Channel-4-Produktion, die den anderen Filmen aus diesem Haus wie "queer as folk", "Beautiful Thing" oder "Der Priester" in nichts nachsteht. Die feinen Nuancen der Liebe zwischen Tonio und Jack berühren, die offenen und harten Worte im Streit treffen und provozieren, und die Geschichte nimmt einen deutlich anderen Verlauf, als man es vermuten würde. Nachdem im vergangenen Jahr mit "queer as folk" das erste Mal ein Film im englischen Original ohne Untertitel im Filmclub im KCM mit Erfolg bestanden hat, wird auch dieser Film in der Originalfassung zu sehen sein. Das Englisch der Hauptdarsteller ist aber gut zu verstehen. Thematisch dreht sich dieser Abend um den (schwulen) Jugendwahn und Körperkult in der Szene und in den Köpfen.
mkh

 

"Star-Strip" im KCM
Dietmar Kreutzer stellt am 2. November auf dem Kulturfrühstück sein neuestes Buch "StarStrip - Der nackte Mann im Film" (s. Titelbild dieses Zauberhutes) in einer Lesung mit Videos vor. Dabei ist Münster für ihn kein unbekanntes Pflaster, hat er doch schon 1993 und 1998 seine berühmte Ausstellung "Kauf Mich - Männer in der Werbung" im KCM präsentiert. Eine sehr gelungene Rezension zu dem Buch findet ihr entweder in der April/ Mai-Ausgabe des Zauberhutes oder im Zauberhut Online.
mkh

 

Dies und das

Neues aus dem Schwulenreferat der Uni
Nur noch kommissarisch wird zur Zeit das Schwulenreferat an der Westfälischen Wilhelms-Universität von Patrick John geführt. Damit sich das ändert, lädt das Referat am 27. 10. um 19 Uhr zu einer außerordentlichen Vollversammlung ins AstA Häuschen (links vorm Schloss).
mkh

 

6. Queerstreifen
Sonntag, 2. November
13:30 Uhr: Mein Leben Teil 2. Dokumentation, Deutschland 2003, 90 Min. Regie: Angelika Levi. Regisseurin Angelika Levi folgt dem Lebensweg ihrer Mutter Ursula Becker, einer Überlebenden des Holocausts.
15:30 Uhr: The Gift. Dokumentation, USA 2002, 61 Min. Regie: Louise Hogarth. Diese Dokumentation untersucht die Szene der "Giftgivers" und "Bugchasers" in den USA: schwule Männer, die wissentlich das Risiko eingehen, das Aidsvirus durch ungeschützten Sex weiterzugeben oder sich selbst zu in- fizieren. Der Film wirft kritische Fragen über Sexualmoral und Selbstbestimmung im 21. Jahrhundert auf.
17 Uhr: Lesbische Kurzfilme. Die besten, schrillsten, nachdenklichsten kleinen Meisterwerke des vergangenen Jahres. ca. 90 Min.
19 Uhr: Lesung: lesbisch-schwule Paargeschichten.
21 Uhr: L. I. E. - Long Island Expressway. Spielfilm, USA 2001, 97 Min. Regie: Michael Cuesta. Der Teenager Howie ist nach dem Tod seiner Mutter ganz auf sich gestellt. Bei seinen kriminellen Streifzügen durch die Nachbarschaft trifft er auf den viel älteren Big John, ein geachtetes Mitglied der Gemeinde. Doch Big John, so stellt sich bald heraus, führt ein Doppelleben . .

 

U 28: Ein Konzept geht auf
Am 19. 9. fand im KCM die U28-Party statt. Im Vorfeld sorgte die U28 schon für viel Trubel. In diversen Foren wurde über den Sinn und Zweck dieser Party gestritten. Party ON! Aber trotzdem war die U28 ein voller Erfolg, und die Stimmung war bombig. Ab Mitternacht tobte auf der Tanzfläche der Bär. Ob die U28 wiederholt wird, ist noch ungewiss, aber die Organisatoren sehen der Zukunft optimistisch entgegen.
hs

 

Käthes Kolumne

Abendliche Fernsehlandschaften
Die heißen Tage sind vorbei. Jetzt weht nur noch der eisige Nordwind um die Häuser. Hier und da werden schon bald die letzten Blätter fallen. Zeit, sich wieder auf die Abende daheim zu konzentrieren. Sogar die herumstreunenden Tiger werden wieder heimisch und sehnen sich nach Kamin und Bärenfell. Da die Tage kürzer werden und die Temperaturen ebenfalls sinken, braucht man etwas, das Licht und Wärme spenden kann. Zu diesem Zwecke wurde einst ein Kasten erbaut, welcher uns auf Knopfdruck in andere Welten entführt. Dieser bietet uns die willkommene Abwechslung, die wir benötigen. Sind wir traurig, spendet er uns Trost, sind wir glücklich, lässt er uns lachen. Für jeden Gemütszustand gibt es etwas, das unsere Gefühle intensiviert. Und das an jedem Tag in der Woche. Montags wird uns von inhaftierten Frauen berichtet. Spannend inszeniert erlebt man noch echte Schicksale. Schade finde ich persönlich nur, dass so wenig Männer vorkommen. Zappt man auf einen anderen Kanal, werden gerade Monster gejagt. Am Dienstag kann man(n) dann seinem Lieblingsthema nachgehen und über Sex reden. Oder zumindest dabei zusehen, wie es andere tun. Und wieder sind es Frauen, deren Schicksal uns auf unsere Sofagarnituren und Ledersessel bannen. Die stärkste Frau erwartet uns dann am Mittwoch. Auch sie jagt Dämonen und tötet sie, wenn sie nicht gerade mit ihnen schläft. So zieht sich dann die ganzeWoche hin, ein Highlight jagt das nächste. Doch wird die Fernsehlandschaft nur von Frauen beherrscht? Mitnichten! Freitag abend erleben wir dann einmal etwas erfrischendes, nämlich bewegte Männer. Ein Serienkonzept, welches genau auf uns Konsumenten zugeschnitten ist. Woche für Woche fiebern wir mit den Hauptdarstellern mit, egal ob nun Montag, Mittwoch oder Freitag. Dann kommt das Wochenende. Und nun wird uns erschreckend bewusst, dass den Machern nichts mehr eingefallen ist, um diese Lücke zu füllen. Statt dessen lassen sie die Zuschauer suchen. Und alle suchen fleißig mit, nach der Stimme, Stars, Popstars oder sogar Superstars, da fallen die zum x-ten Mal aufgelegten Reality-Shows gar nicht mehr auf. Erst, wenn wir im Frühjahr dann unsere neu angelegten Rettungsringe begutachten, fällt uns 30 auf, was wir uns da den ganzenWinter über angetan haben. Blieben zum Schluss noch die Spielfilme. Wer noch keinen Videorecorder oder DVD-Player besitzt, darf sich diese sogar mit Pausen gönnen. Pausen, in denen man sich die neuesten Produktinformationen zu eigen machen kann. Mitunter kennt man sie dann zum Schluss des Filmes sogar schon auswendig. Filme an sich gibt es für jeden Geschmack. Da gibt es Komödien, Dramen, Actionfilme, Liebesschnulzen und sogar einige Schmuddelstreifen. Man sollte auf jeden Fall immer eine Packung Kleenex bereithalten, zumindest für die beiden zuletzt genannten Genres. Und wenn nicht dafür, dann, um die Fernsehunterhaltung im Allgemeinen zu beweinen, oder?
Happy zapping wünscht Euch Eure
Käthe van Wüllen

 

Das Erbe der von Schwulenburgs

Verwandtschaft außer Rand und Band!
Jedes Jahr zu Weihnachten und Silvester stellt sich die Frage: Wo möchte ich (lieber) sein? Das Waldschlösschen stellt dazu die Gegenfrage: Wer möchtest du lieber sein? Zum Jahreswechsel gibt es hier die Möglichkeit für alle, das zu tun, wofür in den restlichen Wochen eines Kalenderjahres viel zu wenig Zeit ist. Angestoßen vomWeihnachts-Team wird man in eine besondere Atmosphäre gebracht, um zur Ruhe zu kommen, sich und Neues auszuprobieren, Vertrautheit unter Schwulen zu erleben. Das Waldschlösschen bietet Fluchtburg und Heimstatt zugleich, für schwule Männer, die "auf die Reise" gehen wollen: Wohin verrät ein Sonderprospekt für diese "längste, schönste und größte Versammlung" der schwulen Regenbogen-Familie im deutschsprachigen Raum, der ab sofort anzufordern ist! Reisebeginn ist der 24. 12. 2004 um 16:00 Uhr, Reiseende am 1. 1. 2004 nach einem Abschiedsbrunch. Für weitere Informationen: Ulli Klaum, 05592 / 9277-23
ulli.klaum@waldschloesschen.org
uk

 

 

Impressum

Zauberhut,
c/o KCM - Schwulenzentrum Münster e.V.,
Postfach 4407, 48025 Münster,
Tel. 0251/665686, Fax. 0251/665661,
E-Mail: zauberhut@muenster.gay-web.de.
Mitarbeiter dieser Ausgabe: : Thomas Behm, Benno Jockweg, Michael Karshüning (V. i. S. d. P.), Olaf Kauffmann-Lange, Ulli Klaum, Peter Kramer (Satz), Uwe Schoon, Achim Wahle, ManuelWittig, Käthe van Wüllen.
Namentlich gekennzeichnete Artikel
geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder.
Die Redaktion behält sich vor, Leserbriefe gekürzt abzudrucken.
Auflage: 900
Redaktionsschluß für die nächste Ausgabe jeweils am 10. des Monats. (Nächster Termin: 10. November 2003)

Texte, die veröffentlicht werden sollen, gebt bitte in lesbarer Form als
Dateianhang im txt- oder rtf-Format an den zauberhut@muenster.gay-web.de