Schwules in Münster - Oktober 2003

 

Tach auch,

erst einmal vielen Dank an alle, die sich die Mühe gemacht und mir ein Feedback zu den letzten beiden Zauberhüten gegeben haben. Viele der Anregungen und Ideen werden Peter und ich weiterhin einfließen lassen. Der Oktober verspricht, sehr ereignisreich zu werden, denn im KCM steht gleich am 4. eine außerordentliche Mitgliederversammlung an.Was dort alles passieren wird, findet ihr in unserem großen Interview mit Uwe Schoon. Einen Tag später startet das Kulturfrühstück in seine dritte Saison. Und auch sonst wird das Angebot an Veranstaltungen aller Art mit dem Beginn des neuen Semesters ansteigen. Nicht zu vergessen die große Party über 3 Etagen im KCM, bei der nur noch eines gilt: Enjoy the Party! Seinen Abschluss findet der Monat mit der einen oder anderen Halloween-Party am 31. 10. Viel Vergnügen, nicht nur beim Lesen dieser Ausgabe, wünscht euch
Euer Michael Karshüning

 

Titelthema

Positionen und Perspektiven
Interview mit Uwe Schoon, Mitglied des Vorstandes des KCM

ZH: Nach dem überraschenden Rücktritt von Stefan Karrenbrock im Mai hast du die kommissarische Leitung im KCM übernommen.Wie steht es um den Verein?

US: Der Rücktritt war in der Tat sehr überraschend und hat für einigen zusätzlichen Wirbel gesorgt. Aber nichtsdestotrotz haben wir auch die schwierigen Themen nicht ruhen lassen. Das betrifft vor allem die finanzielle Lage des Vereines. Alle wissen, dass die öffentlichen Kassen leer sind und dass gespart wird, wo es nur geht. So muss sich auch das KCM darauf einstellen, dass die Stadt ihre Förderung um mindestens 5% kürzen wird. Das hört sich nach nicht viel an, wenn man aber bedenkt, dass die Hälfte der städtischen Förderung in Form von Mietzahlungen an den Vermieter "Stadt Münster" direkt wieder zurückfließen, bleiben unter dem Strich keine 9000e an Förderung mehr übrig. Dafür erhält die Stadt durch uns sexualpädagogische Unterstützung für ihre Schulen, Beratung und Hilfestellungen für ihre Einwohner (jung wie alt), kulturelle Veranstaltungen und die Förderung ehrenamtlichen Engagements. Kurzum gesagt, das KCM macht durch seine Angebote das tolerante Leben in Münster deutlich lebenswerter. Und das alles geschieht auf ehrenamtlicher Basis. Über 70 Ehrenamtler aus allen Teilen der Bevölkerung machen das alles möglich. Welches der anderen Zentren, die die Stadt Münster unterstützt, hat das alles zum Spottpreis von Netto 9000e zu bieten? Sicherlich, das KCM braucht Münster, aber Münster bracht auch das KCM. Seien wir doch mal ehrlich: Ohne das KCM mit seinen vielfältigen Angeboten ist das Leben für schwule Akademiker, Unternehmer und Arbeitnehmer so interessant, dass diese nach Möglichkeit nach Köln, Berlin oder ins Ruhrgebiet ziehen und dort ihr Geld für Konsum ausgeben, ihre Steuern zahlen und investieren. Auch wenn es gerade konservativen Menschen schwer fällt es zu akzeptieren: Schwulenfreundlichkeit und das Vorhandensein einer breiten schwulen Szene sind anerkannte weiche Standortvorteile. Aber man darf nicht nur die Hand aufhalten, sondern muss auch selber sehen, dass man mit seinen begrenzten Mitteln haushaltet. Mit Olaf Kauffmann-Lange haben wir einen neuen Finanzreferenten kooptiert, der als selbständiger Unternehmer seinWissen und seine Erfahrungen einbringt, damit wir unsere Finanzen den neuen Herausforderungen anpassen können. Dies ist in den letzten Wochen und Monaten geschehen und wird sich noch bis zum Ende des Jahres hinziehen. Darüberhinaus gab es in einer Reihe von Gruppen im und des KCM einen Generationswechsel, den wir sehr gut überstanden haben. Das Rosa Telefon, die Coming Out Gruppen, die Tanzkurse, das Aufklärungsprojekt "andersrum aufgeklärt" und auch der Zauberhut werden heute von anderen Ehrenamtlern betreut, als noch vor einem Jahr. Das ist aber ganz normal für eine Studentenstadt. Wandel und Kontinuität, zwei Eckpfeiler, die mit Sicherheit das KCM in diesem Jahr geprägt haben. Uwe Schoon

ZH: Am 4. Oktober lädt das KCM zu einer außerordentlichen Mitgliederversammlung. Warum?

US: Nun, es hat noch weitere Veränderungen im Vorstand gegeben: Mit Kersten Brückner ist ein weiteres Vorstandsmitglied zurückgetreten und auch Jens Kuhlmey musste aus gesundheitlichen Gründen sein Amt ruhen lassen. Dafür ist Olaf Kauffmann-Lange in den Vorstand aufgenommen worden und mit Thomas Steilling und Peter Becker sind zwei neue Beiräte zum Vorstand gestoßen. Dazu kommen die ganzen Veränderungen und Unsicherheiten, von denen ich eben sprach.Will man ein so großes Zentrum wie das KCM mit seinen über 300 Mitgliedern führen, dann muss man eine solide Legitimation durch seine Mitglieder haben. Man muss sich erklären, sagen was war, was ist und was wir in Zukunft für das KCM (und damit auch für Münster) im Namen dieser Mitglieder machen wollen. Dazu dient diese MV. Und deshalb soll auch zur MV der überfällige Jahresbericht des KCM erscheinen. Eine aktuelle Broschüre über das KCM, seine vielfältigen Aktivitäten und seine Ziele haben wir ja schon veröffentlicht. Ein großes Danke an alle, die daran mitgewirkt haben. ZH: Konkret: Welche Tagesordnungspunkte sind geplant? US: Neben den üblichen Formalien (Begrüßung, Wahl des Versammlungsleiters etc.) wird es einen ausführlichen Bericht des Vorstandes geben, einen Finanzbericht, den Bericht der Kassenprüfer, einen Antrag zur Änderung der Satzung (Stichwort Wahlordnung) sowie die komplette Neuwahl des Vorstandes. Die genaue Tagesordnung wird fristgemäß in der kommendenWoche verschickt werden. (Anm. d. Red.: Das Interview fand am 10. 9. statt.) Mit der Satzungsänderung nehmen wir die Anregungen der letzten MV auf, den derzeitigenWahlmodus, der ja Teamwahlen bevorzugt, dafür aber sehr kompliziert ist, abzuändern. Bisher werden der Vorstandsvorsitzende, danach die Anzahl der zu wählenden Beisitzer (2 oder 4 um ein Patt im Vorstand zu verhindern) und dann die Beisitzer en bloc oder einzeln gewählt. Das hat sich als ein wenig umständlich erwiesen. Wir vom Vorstand schlagen vor, dass erst alle Vorstandsmitglieder gewählt werden, wobei Teamkandidaturen weiterhin gewünscht und gewollt sind. Danach sollen sich die frisch Gewählten in einer kurzen Pause einigen, wer die Leitung des Vorstandes übernimmt, und dieser soll sich dann durch die MV als Vorstandsvorsitzender bestätigen lassen. Erst mit diesem letzten Schritt wird der alte Vorstand aus seiner Verantwortung durch den neuen Vorstand entlassen. Somit ist gewährleistet, dass der Verein immer einen rechtmäßigen Vorstand hat. Wir sind gespannt darauf, was unsere Mitglieder von diesem Vorschlag halten und welche Vorschläge aus deren Mitte kommen.

ZH: Bei einer kompletten Neuwahl muss der bisherige Vorstand geschlossen zurücktreten. Wer wird denn vom bisherigen Vorstand wieder kandidieren?

US: Der derzeitige Vorstand wird wieder kandidieren. Das sind ManuellWittig, Olaf Kauffmann-Lange und ich. Bei einer Wiederwahl werden Thomas Steilling und Peter Becker uns weiterhin als beiräte unterstützen. Damit haben wir genug Schultern für die Lasten, die auf uns zukommen. Und vor allem haben die letzten Monate uns fünfen eines gezeigt: Wir können nicht nur zusammenarbeiten, wir machen das sogar sehr gerne! Deshalb werden wir wie die Vorstände von Jörg und Michael als Team kandidieren. Die Vergangenheit hat einfach gezeigt, dass ein Team wesentlich ruhiger und effektiver zusammenarbeiten kann, als fünf Einzelkämpfer ohne Vereinserfahrung. Und gerade diese haben wir ja auch. Peter Becker ist alleine schon über 10 Jahre im KCM aktiv während Thomas und ich dem letzten Vorstand bereits angehörten.

ZH: Kontinuität schafft Vertrauen, das ist sicherlich richtig. Um so wichtiger ist bei allen Veränderungen sicherlich auch ein festes Rückgrat. Als solches hat das KCMBüro mit AchimWahle eine verlässliche Person an dieser Stelle. Wie sieht die Zukunft dieser Bürostelle aus? Die Gerüchteküche hat da in den letzten Wochen doch sehr gebrodelt . . .

US: Das KCM-Büro war immer die erste Anlaufstelle, wenn es um das KCM geht. Diese zentrale Schnittstelle, die die Ehrenamtler um die Aufgaben entlastet, die sie selber nicht schaffen oder für die sich einfach keine Ehrenamtler finden, wird erhalten bleiben. Nur kommen wir nicht umhin, diese Stelle unseren finanziellen Möglichkeiten anzupassen. Das bedeutet zu allererst mehr Arbeit für den Vorstand, da er Aufgaben wie Protokolle schreiben und dergleichen mehr, wieder selber machen muss. Derzeit verhandeln wir mit Achim über die Einzelheiten. Überhaupt ist es schon eine große Leistung, dass ein Verein, der sich gerade Mal zu 25% durch öffentliche Fördergelder finanziert, eine ABM-Stelle in ein festes Arbeitsverhältnis überführen kann. Mehr Sorgen bereitet uns da das Land NRWmit der festen halben Stele zur psychosozialen Beratung von Schwulen und deren Angehörigen, die Martin Enders seit Jahren wahrnimmt. Noch zu Beginn des Jahres hat die Landesregierung dieses Pilotprojekt auf Grund des großen Bedarfes in feste Stellen umgewandelt. Ende November wird der Landtag darüber entscheiden, ob nicht alle Stellen im Land zum 31. 12. gekündigt werden.

ZH: StichwortWirtschaftlicher Geschäftsbetrieb.Wie hat sich dieser seit der Renovierung entwickelt?

US: Leider sind die Einnahmen auf den Parties rückläu- fig, was vor allem an der starken kommerziellen Konkurrenz liegt. Bis zu 6 Parties alleine in Münster werben um die Gunst des Publikums. Und mit der Emergency Party hat die Männer-Party im KCM nun erstmals eine direkte Konkurrenz erhalten.Wir haben nicht die Möglichkeiten des Dockland, stehen aber natürlich im Gespräch mit den Veranstaltern und hoffen, in den nächsten Monaten eine Lösung finden zu können, die allen gerecht wird.

ZH: Der § 175 StGb ist abgeschafft, die Eingetragene Lebenspartnerschaft durchgesetzt; welche Perspektiven hat eigentlich noch ein "Schwulenzentrum"?

US: Das ist eine gute Frage. Zuerst ist das KCM eine große Familie, die vielen Gruppen und Einzelpersonen eine Heimat bietet. Hier kann man sich treffen, klönen, in über 1000 Titeln Literatur stöbern und Freunde fürs Leben finden. Und dafür muss ich keinen Eintritt bezahlen, der Kaffee kostet keine 4e pro Tasse und vor allem, ich kann Erfahrungen mit anderen austauschen. Das KCM ist weiterhin ein Begegnungszentrum, wo ich mich, andere und auf gleicher Augenhöhe heterosexuelle Menschen schwule Lebenswelten erfahren können. Und gerade der letzte Punkt ist weiterhin extrem wichtig. Die meisten Münsteraner haben sicherlich keine Probleme mit Schwulen oder Lesben, solange sie nicht Arbeitskollege, Bekannter, Nachbar oder Kamerad im Fußballstadion sind. Aber wenn Schwule durch ihre bloße Existenz in der Lebenswelt des Einzelnen greifbar und erfahrbar werden, dann tauchen weiterhin die dumpfen Ängste auf. Rechtlich ist die Situation in Deutschland deutlich besser geworden, keine Frage. Von echter Toleranz und Akzeptanz sind wir aber noch weit entfernt. Das ist aber von den Entscheidungsträgern erkannt worden und wir hoffen, dass das im Trubel von CSD und Standesamt nicht wieder vergessen wird. Das KCM ist auch dafür eine wichtige Plattform und Partner!

ZH:Was plant ihr für die Zukunft? Auf welche Angebote kann man sich jetzt schon freuen?

US: Es wird im Herbst gut warm werden, soviel kann ich schon versprechen. Wir werden mit einAUSBlick II eine neue Ausstellung im KCM zeigen, die wie die erste Ausstellung dieser Art 1998 Eindrücke und Ausdrücke schwulen Lebens durch den Spiegel der Kunst präsentieren. Im Rahmen des Kulturfrühstücks wird Dietmar Kreutzer sein neuestes Buch "StarStrip - Der nackte Mann im Film" vorstellen. Der Autor ist in Münster kein Unbekannter, hat das KCM doch 1993 und 1998 seine umfangreiche und auch als Buch erschiene Ausstellung "Kauf Mich - Männer in der Werbung" präsentiert. Das Kulturfrühstück startet im Oktober zu seinem dritten Jahr. An jeweils dem 1. Sonntag im Monat gibt es Brötchen, Kaffee, Lachs und Sekt garniert mit feinster Kultur im KCM. Veranstaltet wird das alles in der bewährten Kooperation mit LIVAS. Weitere Kulturveranstaltungen planen wir zur Zeit. Also einfach die Augen offen halten und den Zauberhut lesen. Das Highlight des kommenden Jahres wird mit Sicherheit unser 10. standFest, welches im Juli stattfinden soll. Aber anstelle von einem Tag wollen wir eine ganze Woche lang Programm machen. Die Planungen sind bereits angelaufen und helfende Hände sowie Ideen sind natürlich immer heiß begehrt.

ZH: Vielen Dank für das Interview.
Das Interview führte
MKH

 

. . . was sonst noch geschah

 

Holland in Not

Amsterdam. Obwohl die Niederlande als eines der schwulenfreundlichsten Länder derWelt gelten, hat man zunehmend Probleme mit Schwulenfeindlichkeit. Vor allem an streng katholischen und muslimischen Schulen nimmt die Gewalt gegen Schwule und Lesben deutlich zu. Grund genug für die niederländische Regierung, um mit einem offensiven Sofortprogramm an allen öffentlichen und privaten Schulen im Lande, schwulen und lesbischen SchülerInnen und LehrerInnen den Rücken zu stärken. Zudem wurde im September eine Broschüre zum Umgang mit antischwuler Gewalt und Diskriminierung herausgebracht.
MKH

 

 

Am anderen Ende der Welt

Kuala Lumpur. Malaysias Premier Dr. Mohamed Mahathir hat in einer Rede an die Nation das westliche Wohlwollen für homosexuelle Menschen scharf angegriffen. konkret sagte er: "Westliche Filme idealisieren Sex, Gewalt, Mord und Krieg. Jetzt erlaubt der Westen auch noch homosexuelle Praktiken und sogar religiöse Führer, die ein offen schwules Leben führen. Uns wird, besonders von Seiten der Presse, wo viele Homosexuelle arbeiten, vorgeworfen, dass wir gegen diese Praktiken gerichtlich vorgehen." Dr. Mahathir tat sich in den 90er Jahren bereits mit markigenWorten hervor, als er die universelle Gültigkeit der Menschenrechte angriff und ihnen genuine "Asiatische Werte" entgegenstellte, um so seine pseudo-demokratisch legitimierte Herrschaft mitsamt ihren Menschenrechtsverletzungen, Einschränkungen der Pressefreiheit und drakonischen Strafen zu rechtfertigen. Auf Homosexualität steht in Malaysia eine 20- jährige Haftstrafe. Auch sonst möchte Dr. Mahathir keine Schwulen und Lesben im Lande haben. Er scheint aber nichts dagegen zu haben, wenn Schwule und Lesben weltweit Produkte kaufen, die für westliche Konzerne in Malaysia produziert werden. Da ist er dann der pragmatische Staatschef, der sich um den wirtschaftlichen Aufschwung seines kleinen Tigers sorgt.
MKH

 

 

Le(s)ben und Schule

Eugene, Oregon. Weil ein 4-jähriges Mädchen zwei Mütter hat, verweigert ihr die O'Hara School in Eugene die Einschulung. Die katholische Schule beruft sich dabei auf die Lehrmeinung des Vatikans und befürchtet, dass ein Mädchen, dass zwei Mütter habe, ihre Mitschülerinnen "verwirre". Eine weitere Stellungnahme verweigerte die Schule.

 

 

. . . und das ist gut so

Ontario. Die Regierung Kanadas will im kommenden Jahr die Homo-Ehe einführen. Und damit das der heterosexuellen Bevölkerung schmeckt, startet noch in diesem Jahr eine landesweite Werbekampagne. Mit Anzeigen, Plakaten und Werbespots im Umfange der letzten landesweiten Wahlen will der Justizminister Martin Cauchon "der Hetero-Bevölkerung klar machen, dass sie durch die Gleichstellung nichts verliere, und das Gesetz nicht in die Glaubensgrundsätze der religiösen Gruppen eingreife, da es lediglich zivilrechtliche Bedeutung habe".

 

Schön war's ja doch . . .

Ehremamtler-Treffen am 30. 8. 03 Grillen in der Kleingartenanlage Hiltrup-West so hatte es geheißen, aber leider steht der Wetterherr wohl nicht so auf Grillen. Somit haben wir das Grillen vom Garten kurzerhand in die gemütlichen Räume der Jugendgruppe verlegt. Zwar zugegeben ungewohnt aber sehr gemütlich. Schon am Morgen hatte der Vorstand, der zu diesem Treffen geladen hatte, um sich bei den Ehrenamtlern für deren Tätigkeiten im laufenden Jahr zu bedanken, die Vorbereitungen getroffen, um alles für den schönen Abend in die richtigen Bahnen zu lenken. Natürlich konnte in diesen Räumen derWunsch mancher nicht erfüllt werden am Abend den Sonnenuntergang auf dem Rasen im Garten zu genießen oder einfach nur die schöne Gartenluft zu erhaschen, dennoch war es ein gelungener Abend. Schade nur, dass, obwohl es am "Schwarzen Brett" ausgehangen hat und trotz Vorankündigung auch im Zauberhut, einige nicht teilgenommen haben. So konnte der Vorstand sich am Abend nur bei 18 Helfern für die Arbeit bedanken. Uwe Schoon verwies noch einmal darauf, dass der Verein ohne Ehrenamtler einfach nicht aufrechtzuerhalten sei und er sich recht herzlich bedanken wolle für die Leistung, welche erbracht wurde. Wünschenswert wäre nur nun auch von mir persönlich, dass wenn schon der Vorstand bereit ist, sich bei einem solchen Treffen zu bedanken, denn auch der weiß, dass es nicht selbstverständlich als solches anzusehen ist, dass man anstatt auf einer Party oder ins Kino zu gehen, sich die Nacht im KCM hinter der Theke oder an der Kasse um die Ohren schlägt, manchmal auch am Abend am Rosa Telefon, Tanzkreis, Beratung und noch vieles mehr . . . , dass dann auch die Ehrenamtler dieses Angebot annehmen und eventuelle beim nächsten Mal doch ein wenig zahlreicher erscheinen. Peter Becker

 

Rezensionen

Larry Ebmeier: Spätsommer dtv, ISBN 3-423-20397-8 "Es gibt hier einen Geistlichen, der zufälligerweise auch Therapeut ist. Einmal erklärte er mir mal, Sex sei so etwas wie das Tüpfelchen auf dem i. Um das herauszufinden, musste ich fünfzig Dollar bezahlen." Corey, Ich-Erzähler dieser Geschichte, ist als kleiner Junge eher pummelig und nicht besonders beliebt in seiner Klasse. Deshalb beschließt er, als der neue Mitschüler Scott in seine 2. Klasse kommt, dass dieser sein Freund werden soll. Und tatsächlich gelingt dieses Unterfangen und es entwickelt sich eine wunderbare Kinder-/Jugendfreundschaft. Diese endet jedoch jäh, als Scotts Vater beschließt sein bisheriges Farmerdasein aufzugeben und als Fabrikarbeiter in Chicago zu arbeiten. Danach hatten sie sich aus den Augen verloren. Viele Jahre Jahre später treffen sie sich in Chicago wieder, wohin es auch Corey verschlagen hat, der dort in der Fernleihe der Bibliothek arbeitet. Der Zufall will es, dass Corey einen alten Rover gekauft hat, der eine ganze Reihe von Tücken hat. In der einzigen Garage, die in der Lage zu sein scheint, dieses Auto zu reparieren, trifft er Scott wieder. Sie treffen sich zu einem Abendessen, zu dem Scott selbstverständlich seine Freundin mitbringt und damit Coreys Tagträume von Scott wieder mehr als unerfüllbar erscheinen läßt. Aber im Leben kommt es eben - zum Glück - anders, als man denkt . . . "Spätsommer" ist eine brillant erzählte, tragische Liebesgeschichte, die gespickt ist mit der unfreiwilligen Komik der Ich-Person und fein abgeschmeckt ist mit einer guten Prise Hoffnung, die gerade in der Tragik ihre Höhepunkte erlebt. Für alle diejenigen, die eine tiefgehende schwule Liebesgeschichte lesen wollen, in der Sex nur eine Nebenrolle spielt, ist dieses Buch eine echte Empfehlung.

 

Dies und das

KCM on Tour nach Zandvoort aan Zee

KCM on Tour fährt vom 3. bis 7. November 03 nach Amsterdam, eine geführte Spaß- und Bildungsreise! Übernachtungen im Bungalow in Zandvoort aan Zee. Übernachtungskosten gesamt nur 55e pro Person, Anmeldungen sind noch möglich.

 

"Liebe & andere Lügen" im KCM

Die neueste Show des schwulen Düsseldorfer Kleinkunst- Kabaretts "Billig & Elegant". Am Freitag, 21. 11. versuchen sich Just-Mike und Alexander M. erstmals an dem Humor des Münsteraner Publikums. Mit dabei - wie immer - die Bühnenboys Marcel Glitter und Terry Lovelock. Nach einer erfolgreichen Tour in den Metropolen des Ruhrgebiets und des Rheinlandes gönnten sich die vier Düsseldorfer eine künstlerische Sommerpause, in welcher die neue Show und CD entstand. Freuen wir uns auf einen unterhaltsamen facettenreichen Abend mit bissigen Kommentaren, stimmungsreicher Musik und mit Billig & Elegant. Karten gibt's ab Oktober im KCM. Manuel Wittig

 

Die 6. Queerstreifen -- 30. Oktober bis 2. November 2003

Wer will noch den Terminator sehen, wenn Ulrike Folkerts im sexy Outfit auf Monsterjagd geht? Die "Queerstreifen", Münsters lesbisch-schwule Filmtage, richten vom 30. Oktober bis zum 2. November wieder den Spot auf eineWelt voller Glamour, Drama, Schmerz undWitz. Zum sechsten Mal findet die Filmschau im Cinema an der Warendorfer Straße 45 statt, Münsters preisgekröntem Programmkino. Kartenbestellungen werden im Cinema unter der Telefonnummer (02 51) 3 03 00 entgegengenommen. Das komplette Programm und weitere Infos gibt es demnächst im Internet: www.queerstreifen.de. Thomas Behm

 



Im Reich der Mitte - KCM on Tour nach Peking

Meine lieben Männer! Selten habe ich Mails geschrieben und eine solch große Resonanz bekommen. Peking reizt zu diesem Preis wohl sehr. Aber es soll nicht nur der Preis sein, nein, es ist auch unsere schwule Gemeinschaft, die diese Reise so interessant macht. Deshalb wird aus der ursprünglichen Gay-&-Grey-Fahrt nun ‚KCM on Tour'! Wir werden auch die schwule Kultur in Peking kennenlernen, auch dafür haben wir unseren eigenen Reiseleiter, Guohong, der 20 Jahre lang in Peking gelebt hat. Er spricht gut Deutsch, ist offen und ein sehr angenehmer Mensch. Als Termine möchte ich vorschlagen (es stehen jedoch noch viele andere Termine zur Verfügung): 8. 1. bis 14. 1. 2004 oder 3. 2. bis 9. 2. 2004 Der Reisepreis für diese Termine beträgt 499,00e. Eine Verlängerung mit Flug nach Schanghai ist möglich für 219,00e. Näheres im Prospekt-Link. Hier ist es sicher nicht zwingend, dass alle Mitreisenden den Shanghai-Trip mitbuchen. Es gibt "Ausflugspakete" für Peking (198,00e) und Schanghai (119,00e). Beide müssen nicht zwingend mitgebucht werden, wir haben ja unseren eigenen Führer. Nochmals zu unserem Reiseleiter Guohong. Er ist Student in Deutschland, finanziert sein Studium selber. Wir müssen seinen Reisepreis und die Gebühren, das Frühstück auf alle gleichmäßig umlegen, ebenso ist es mit dem Aufpreis für die Schanghaibesucher. Schon bei 10 21 Mitreisenden kein großer Betrag. Aber ganz großer Nutzen!!! Wer kann mitfahren? "Männlich und schwul" ist da meine Antwort, du musst keinesfalls Mitglied der Gruppe Gay & Grey Münster sein, jeder Gast ist uns willkommen. Was ist nun zu tun, ich möchte nicht wieder Unbeteiligte mit meinen Mails anschreiben, also schicke mir eine Mail, wenn du weitere Infos brauchst, wenn du mitfliegen möchtest. Wir müssen uns schnellstmöglich anmelden, damit wir als Gruppe einen Platz bekommen. Ich werde euch dann um Zahlung des Flugpreises bitten und uns gemeinsam anmelden. Du brauchst einen, noch mindestens bis zum 31. 7. 2004 gültigen Reisepass. Unser Gruppenmitglied Erwin S. war selbst schon dreimal in Peking und Schanghai, er wird uns bei den Reisevorbereitungen beratend unterstützen. Rainer V. hat einen selbstgedrehten Pekingfilm, er wird ihn uns gerne vorführen. Guohong wird uns vor der Reise sein Führungskonzept vorstellen. Was habe ich vergessen?? Ich habe das Reiseprospekt selbst vorliegen, ich kann es euch kopieren falls die online Version nicht empfangen werden kann, ich verschicke dann gerne eine Kopie per Post.Wer einen PC hat, hat es leicht, er kann dann jetzt einmal anklicken: http://www.karstadt.de/webapp/commerce/portal/ 31639.jsp?cache=52_default Hier ist die Reise übersichtlich und in Farbe beschrieben. Erfüllt euch einen Traum! Ich höre von euch?! Und auch wer nicht mitfliegt kann gewiss sein: Ich liebe Euch alle, Euer Wolfgang

 

Käthes Kolumne

Und dann war da noch . . .
das schwul-lesbischen Straßenfest in Dortmund, auf dem man(n) viele bekannte Münsteraner Gesichter getroffen hat. Stimmt es, dass . . . . . . unser Sozialreferent Martin E. wirklich nach dem Showprogramm mit Gräfin Tamara im Bett gewesen ist? . . . unser früheres Vorstandsmitglied André G. wirklich keine Haare auf der Brust hat? . . . unser früherer Vorstandsvorsitzende Stephan K. eine Liaison mit Gräfin Tamara hatte? . . . im Hemd unseres früheren Vorstandsmitgliedes Volker W. wirklich kein Loch eingebrannt war? . . . und werden wir seine Showeinlage vielleicht auf dem nächsten Kulturfrühstück erneut bewundern dürfen? In diesem Sinne Fragen über Fragen, aber eines stimmt: Wir hatten unseren Spaß. Eure Käthe

 

Grüße

Hallo Roland, schön dass Du das Sonntags-Café wieder machst, aber dennoch auch 'nen lieben Gruß an Jens der es zwischendurch auch gut gemacht hat.
Peter & Thomas

Die Schnuckel von den Grüßen:
Unser Peter . . . HUHHUHU Kinder, lange nischt mehr gehört vonner Mutti, also nun hier an alle nochmal Mutti und Vati haben Euch nicht vergessen
Tom & Peter

Den Freunden einen lieben Gruß, denn ohne Freunde wäre das Leben leer.
Thomas

Hallo Schnullerbacke, schade dass Du soviel arbeiten musst, sehen uns ja kaum, dabei bin ich doch schon am Hochzeitskerzen basteln .-)) jek élsker dik
Peter

. . . und seine Maus
Hallo Peter mein Schatz, ich hoffe, wir werden einen tollen Urlaub haben.
In Liebe Thomas

Martin, danke das es Dich gibt.
Olaf

Für Thomas und Peter. Freunde erkennt man im Herzen.
Liebe Grüße O+M

 

 

Impressum

Zauberhut,
c/o KCM - Schwulenzentrum Münster e.V.,
Postfach 4407, 48025 Münster,
Tel. 0251/665686, Fax. 0251/665661,
E-Mail: zauberhut@muenster.gay-web.de.
Mitarbeiter dieser Ausgabe: : Peter Becker, Thomas Behm, Michael Karshüning (V. i. S. d. P.), Wolfgang Knebel, Peter Kramer (Satz), Winnfried Theis, Achim Wahle, Manuell Wittig, Käthe van Wüllen.
Namentlich gekennzeichnete Artikel
geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder.
Die Redaktion behält sich vor, Leserbriefe gekürzt abzudrucken.
Auflage: 900
Redaktionsschluß für die nächste Ausgabe jeweils am 10. des Monats. (Nächster Termin: 10. Oktober 2003)

Texte, die veröffentlicht werden sollen, gebt bitte in lesbarer Form als
Dateianhang im txt- oder rtf-Format an den zauberhut@muenster.gay-web.de