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Schwules in Münster - Juli / August 2003
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Hallo Münster, |
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ab heute darf ich Euch an dieser Stelle zum neuen Zauberhut begrüßen und mich gleich vorweg für die viele Arbeit, die Norbert sich in den vergangenen Jahren damit gemacht hat, bei ihm herzlich bedanken.
Dieser Zauberhut ist wieder ein two-month-stand, was nichts anderes bedeutet als das Peter und ich Urlaub machen und der nächste Zauberhut im September erscheinen wird. Redaktionsschluss ist dem entsprechend der 10. August. (Uwe gib das eingesparte Geld bitte nicht alles auf einmal aus, ja?) Wir sind aber nicht außer Lande und starten trotzdem mit der offenen Redaktionssitzung. Diese findet jeweils am ersten Mittwoch im Monat ab 21 Uhr im KCM statt. Unser erstes Mal wird am 02.07. sein. Lob und Kritik sind genau dort an der richtigen Stelle, da wir für den Inhalt des Zauberhutes verantwortlich sind und der Vorstand des KCM als rechtlicher Vertreter des Verlegers (des KCM) keinerlei Weisungsbefugnisse hat.
Dieser Zauberhut ist gewissermaßen meine 0- Nummer. Einiges, wie Käthes Kolumne, konnte ich schon zu dieser Ausgabe realisieren (Dank an dich Käthe, dass du so schnell mit deinem ersten Text zur Stelle warst), anderes wird es erst zur Septemberausgabe geben. Wenn Ihr, liebe Leser, Ideen und Anregungen habt, was euch im Zauberhut fehlt, dann schreibt eine E-Mail oder kommt zur offenen Redaktionssitzung.
Nun wünsche ich euch erst einmal zwei bunte Monate voller Lebenslust
Euer
Michael Karshüning
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Neues vom KCM |
Liebe MitgliederInnen
Ab dem 01.06.03. liegt die redaktionelle Verantwortung für " Der Zauberhut " in den Händen von Michael Karshünig .Der bisherige Redakteur Dr. Norbert Korfmacher scheidet aus. Wir danken Dr. Korfmacher für die lange Zusammenarbeit und wünschen ihm für die Zukunft alles Gute.
Des weiteren mussten wir aus Kostengründen die Teilnahme am CSD in Köln absagen. Grund ist der Einbruch in die Räumlichkeiten des KCM in den frühen Morgenstunden des 18. Mai 03 nach der LIVAS-Party. Die dort durch Vandalismus hervorgerufenen Beschädigungen waren so groß, das sie unsere finanziellen Möglichkeiten sehr stark beschneiden. Unter anderem wurden die Tür und die Boxen so gravierend beschädigt, dass wir sie ersetzen mussten. So frisst der entstandene Schaden die Kosten für den CSD auf. Schade wieder einmal beweisen einzelne Mitglieder unserer Gesellschaft, das sie von der Toleranz gegenüber anders lebenden Menschen noch weit entfernt sind. Es liegen noch eine Menge Steine auf dem zur toleranten Gesellschaft, aber wir arbeiten weiter um unser Ziel zu erreichen. Wer aufgibt hat nicht gelernt zu Siegen. In diesem Sinne.
Uwe Schoon - KCM Vorstand-Finanzen
Bildunterschrift: Sorry Köln, aber wir müssen zu Hause bleiben.
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Rücktritt von Stephan Karrenbrock |
In letzter Minute vor der Drucklegung erreichte uns noch folgende Meldung, die wir euch nicht vorenthalten wollen.
Der Vorstandsvorsitzende des KCM, Stephan Karrenbrock, musste aus beruflichen Gründen von dem Amt des Vorstandsvorsitzenden zurücktreten. Er stand dem Verein seit Mai 2001 vor und wurde noch auf der letzten Mitgliederversammlung für eine zweite Amtszeit wiedergewählt. der Vorsitz wird von Uwe Schoon kommissarisch bis zur nächsten Mitgliederversammlung im kommenden Jahr weitergeführt. Uwe Schoon ist seit 2 Jahren im Vorstand des KCM und zeichnet sich bisher für die Finanzen verantwortlich. Der Vorstand bedankt sich bei Stephan Karrenbrock für die gute Zusammenarbeit und sein Engagement und wünscht ihm für die Zukunft alles Gute.
MKH
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Mitgliedsausweise |
Ab der Männerparty im Juli müssen wir aus versicherungstechnischen Gründen die Mitgliedsausweise an der Kasse kontrollieren. Wer also Mitglied im KCM ist, muss seinen Ausweis mitbringen oder Fördermitglied werden. Einlass mit Ausweis, nicht Mitglieder müssen zahlen und werden dadurch für die Dauer der monatlichen Partys zum Mitglied.
Uwe Schoon - KCM Vorstand-Finanzen
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Des Kaisers neue Kleider |
Des Kaisers neue Kleider
Ihr habt es sicherlich schon mitbekommen - wir haben unseren Thekenraum im April renoviert. Als man im letzten Jahr meinte, man wolle die Theke neu streichen, wusste ich noch nicht was auf mich zukommen würde mit meiner Äußerung: "Dann lasst uns doch gleich den ganzen Raum eine neue Farbe geben". Nach langem Planen, Terminverschiebungen und verschiedensten Meinungen ist dieses Resultat dabei heraus gekommen. Da sich die Frauen liebenswürdigerweise bereit erklärten den Holzboden abzuschleifen und neu zu versiegeln, mussten auch wir so einiges bewegen. Somit musste eigentlich alles aus dem Raum heraus, was nicht fest angeschraubt war. Nun ja, das alte Holzgestell war zwar festgeschraubt, aber irgendwie ist es der Renovierung zum Opfer gefallen - "und das ist auch gut so". Eine kurze Auflistung über die Arbeiten die gemacht wurden: die Wände, Decke, Heizungen, Fußleisten und die Theke wurden gestrichen. Es wurden Vorbereitungen zur Erweiterung der Partylichtanlage getroffen. Über und in der Theke wurden neue Lampen installiert, und zu guter letzt wurde noch der Stehtisch und das neue DJ-Pult zusammengezimmert. All diese Arbeiten wären nicht möglich gewesen, wenn ich nicht so zahlreiche Sach- und Geldspenden von Partybesuchern, dem Hawerkamp e.V., Tim, sowie den Baumärkten Bahr und Praktiker erhalten hätte. Außerdem möchte ich mich bei all den fleißigen Helfern im Namen des KCM´s bedanken, als da wären (in alphabetische Reihenfolge): André, Alex, Daniel, Jens, Livas, Manuel, Nils, Olaf, Oliver, Peter, Roland, Stephan K., Stefan S., Thomas G. und Werner. (Hoffe ich habe niemanden vergessen) Wie sagte ein Partygast zu mir: "Nun habt Ihr den ersten Schritt vom Wohnzimmer-Image zum Disco-Image geschafft." Und weiteres soll noch folgen...
Thomas St.
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Stiftung Siverdes unterstützt Rosa Telefon |
Gute Nachricht fürs KCM: Die Stiftung Siverdes unterstützt einen Antrag des KCM für die Fortbildung des Rosa Telefons. So können die Männer, die jeden Mittwoch und jeden Freitag am Telefon beraten, ihrerseits mit einem geschulten Berater ihre Arbeit reflektieren.
Die Stiftung Siverdes unterstützt bürgerschaftliche Selbsthilfegruppen auf Antrag, sofern die vom Rat der Stadt Münster beschlossenen Förderrichtlinien greifen.
AW
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Hallo Ehrenamtler im KCM, |
es ist mal wieder an der Zeit, euch Dankeschön zu sagen für die wertvolle Arbeit, die ihr fürs KCM verrichtet. Deswegen möchten wir euch zu einem Grillfest einladen, das am 30.08.03 stattfinden soll. Bei dieser Gelegenheit könnt ihr die neuen Vorstandsmitglieder näher kennen lernen - und umgekehrt! Auch darf dann mal getrost über neue Ideen gesponnen, aber auch Probleme angesprochen werden. Wir freuen uns schon!
Für den Vorstand: Jens Kuhlmey
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Das Sonntagscafe, |
fällt im Juli erst einmal wegen des CSD in Köln aus.
Ab August findet es dann aber wieder regelmäßig, jeden ersten Sonntag im Monat, statt. Ich habe das Cafe von Roland übernommen und will es erst einmal so weiterführen wie bisher, mit selbstgebackenem Kuchen und Bingo.
Wer Lust hat in geselliger Runde ein Spiel zu spielen oder nur in Ruhe einen
Kaffee trinken möchte, ist herzlich willkommen.
Jens Kuhlmey
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NEWS |
SCHULZ schließt seine Pforten |
Köln: Wie der Vorstand des Trägervereins Emanzipation e.V. in einem Rundschreiben an alle Redaktionen mitteilte, wird das SCHULZ in Köln schließen und der Trägerverein aufgelöst werden. Damit schließt nach 18 Jahren eines der größten Schwulen- und Lesbenzentren in Europa. Dazu kam es, weil zum einen eine Reihe von Forderungen seitens des SCHULZ nicht befriedigt werden können und zum anderen die SCHULZ Betriebsgesellschaft mbH auf Grund des fehlenden Schallschutzes nicht mehr alle Veranstaltungen durchführen kann. Dennoch will man nicht einfach aufgeben und so lädt der KLUST e.V. nach dem diesjährigen CSD zu einem runden Tisch ein.
MKH
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Schwules Kino im Cinema |
Do 26.06. - Mi 09.07. · ca. 21:00 Uhr
AUS HEITEREM HIMMEL [span.OmU]
Regie Diego Lerman · Argentinien 2002 · ab 16 J. · 94 Min.
Die junge Verkäuferin Marcia ist vom Land nach Buenos Aires gezogen. Sie ist einsam und äußerst scheu - gefangen in ihrer tristen Alltagsroutine. Eines Tages verfolgen sie Mao und Lenin, zwei junge lesbische Punkfrauen, die sie mit unverfrorener Offenheit aus der Reserve locken: Mao will mit ihr die Nacht verbringen. Halb verführt, halb genötigt, lässt Marcia sich auf ein Gespräch ein. "Liebe, die unerklärbar ist, kann bewiesen werden. Und der Liebesbeweis ist gleich viel wert wie das Gefühl", versichert ihr die launische Mao - und schon ganz eingenommen von der Idee, das unschuldige Mädchen zu verführen. Um eben diese Liebe zu beweisen, laden sie die beiden Frauen zu einem Ausflug an das Meer ein, das Marcia noch nie gesehen hat ...
Vorankündigung:
Do 03.07.- Mi 09.07. läuft HEY HAPPY
Do 10.07.- Mi 23.07. läuft DIE 120 TAGE VON SODOM [ungekürzte dF mit neuen Kopien]
MKH
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Damenwahl im KCM |
Das Gastspiel von Kordula Völker |
Mit ihrem Kabarett der Extraklasse `Damenwahl´ - lesbisch für Fortgeschrittene - war Kordula Völker zu Gast im KCM: Und die rund 65 zahlenden Gästinnen brauchten ihr Kommen nicht zu bereuen, denn es gab herrlich scharf gewürzte Betrachtungen für alle lesbische Lebenslagen. Ob Homoehe, Beziehungskisten, CSD, Queerbewegung - Kordula Völker plauderte mit frecher Ironie aus dem lesbischen Nähkästchen.
Gelungen zum Beispiel der gespielte One-woman-Sketch mit Helga, der bayerischen Bäuerin. Sie streitet sich mit zwei Lesben beim Frühlingstreffen, ob sie sich denn wirklich registrieren lassen muss. Die halten natürlich gar nichts davon, doch Helga verteidigt mutig gegenüber den beiden entsetzten ´radikalen´ Lesben: `So ´ne Registrierung ist doch auch was fürs Herz´. Aber eigentlich wäre ihr eine Eintragung auf dem Veterinäramt viel lieber, da sie den Veterinär schon so gut kennt von seinem Besuchen beim hauseigenen Zuchtbullen........Hier treffen zwei Welten aufeinander, und die Zuschauerinnen hatten gut zu lachen.
Ein gelungener Abend - so das Fazit der meisten Gäste. Und Frau Völker ließ es sich auch nicht nehmen, nach Dienstschluss an der Theke im KCM noch ein bisschen weiter aus dem Nähkästchen zu plaudern. Vielleicht gibt's ja irgendwann wieder mal `Damenwahl´.
AW
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Film im KCM |
Das Sommerprogramm des Filmclub |
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Get real - Von Mann zu Mann, |
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Basingstoke, ein Ortsname mit Programm: verkorkte Eltern, dumm daherredende Mitschüler, eine wie geschmiert funktionierende Klatschmaschinerie und schlappe Partys am Samstagabend. Der Wind des Konservativen bläst um die geschleckten Backsteinhäuschen und noch in die letzten Winkel des Daseins von Steven (Ben Silverstone). Der einzige Lichtblick im Leben des schwulen Sechzehnjährigen, des empfindlichen Tagebuchschreibers und nachdenklichen Außenseiters, ist John (Brad Gorton). John, die Sportskanone mit den Augen "wie Brad Pitt", der Schulheld, das Schmachtobjekt sämtlicher Girls. John, der Ausbund von Heterosexualität. Tja, Pech für Steven, oder?
Wenn Beatuifull Thing ein Märchen ist, so ist Get Real die Wirklichkeit mit all ihren Enttäuschungen und Hoffnungen und einer simplen wie wichtigen Botschaft: Get Real oder wie es vor Jahren mal in Münster hieß: Come Out und Lebe!
Zu sehen gibt es Get Real am 11. Juli ab 20 Uhr im KCM.
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4 for the Road |
Nach dem Tod von Christopher treffen sich seine engsten Freunde und sein Bruder Frank, um ihr großzügiges Erbe anzutreten. Aber als Bedingung müssen sie alle erst an einem Benefiz-Fahrrad-Rennen teilnehmen. Während dieser mehrtägigen Reise verändert sich vieles zwischen den vieren. Sie müssen sich unter anderem mit einer HIV-Diagnose, einem Coming-Out gegenüber den Eltern, mit Franks Homophobie und vor allem mit ihren Gefühlen auseinandersetzen. Die Reise durch sunny California wird zum Bild für die innere Entwicklung der Charaktere, die zwar als Stereotypen angelegt sind, aber mit einem Schuss augenzwinkernder Ironie äußerst feinsinnig dargestellt werden. Dieser warme Humor und die treffende Szenenkomik machen den Film ausgesprochen unterhaltsam.
Im Anschluss zeigt der Filmclub als Appetit Happen noch einen Reisebericht über den Sonnenstaat Kalifornien. Das alles ist am 8. August ab 20 Uhr im KCM zu sehen.
Michael Karshüning
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Generation Fernseh-Kult 3. |
Konzept und Realisation: hi-hat Records & Music Consulting, Stefan Teubner & Thorsten Kunert
Schwule sind unterhaltungssüchtig (Lesben auch, wenn ich in "Lexpolosiv" schaue, aber wir verraten es ihnen nicht), sie hängen vor der Glotze, legen sich üppige Video- und CD-Sammlungen an und suchen gelegentlich Musikstücke, die sie als Perlen ihrer Vergangenheit immer noch im Ohr haben.
"Generation Fernseh-Kult" legt nun die dritte CD mit Musikstücken vor, die einst, in der guten alten TV-Zeit von ARD & ZDF unsere Ohren erfreuten. Manches Juwel auf dieser CD wurde schon lange gesucht, anderes findet man zwar auch woanders, aber es klingt auch hier nur toll. Weil es heute im Fernsehen nicht mehr wiederholt wird, konnte niemand die Musik von "Aktenzeichen XY" aus den Anfängen bis 1975 hören. Das ist jetzt anders. Und wenn Martin Enders, hauseigener Kwissmaster im KCM, nach der Paraderolle für Witta Pohl fragte und Antworten bekam, kam Sehnsucht auf nach der Titelmusik der "Drombuschs"; in Zukunft also kann er uns damit erfreuen und nicht mit finnischen Missklängen. Zu den Raritäten dieser Musik-CD zählen eben jene Musikstücke, die man noch im Ohr hat, die man aber nirgends mehr findet, sei es, weil die entsprechende Sendung gar nicht mehr wiederholt wird, oder weil der Abspann heute gnadenlos weggeschnitten wird. Freuen kann sich das Ohr u. a. auf "Männer ohne Nerven", "Die Pyramide", "Väter der Klamotte", "Spaß mit Charlie", "Die Leute von der Shilo Ranch", "Die kleinen Strolche", "Pat und Patachon" oder ganz einfach auf den "Seefahrer Opa Farian" aus "Pippi Langstrumpf".
Schaut man auf die Titelliste, in der die Komponisten aufgeführt werden, fallen die Namen Fred Strittmatter, Peter Thomas & Christian Bruhn auf. Thomas und Bruhn haben die Perlen ihres musikalischen Schaffens bereits auf CDs verewigt, bei Strittmatter, der die Titelmelodien für viele TV-Serien schrieb, wartet man darauf bisher vergebens. Auch hier bietet "Generation Fernseh-Kult 3" Abhilfe.
NK
Verlosung:
Der Zauberhut im Internet und Sony Music verlosen unter allen richtigen Einsendungen 5 CD´s von "Generation Fernseh-Kult 3 ". Schickt einfach die Lösung per E-mail an folgende Adresse: zauberhut@muenster.gay-web.de. Einsendeschluss ist der 10.08. 2003 (Eingang bis 24 Uhr). Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
Die Gewinnfrage lautet: Wie heißt die Titelmusik von "Tom & Jerry"?
Viel Glück!
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Ein Gedenken an das Leben, nicht an den Tod - Rede zum 8. Mai 2003 |
... Gedanken, die auch zum CSD nicht unpassend sind, oder?
MKH
Die Nationalsozialisten hatten schon in den 20er Jahren den Schwulen und Lesben den Kampf angesagt - nach der Machterschleichung begannen sie auch sofort, ihre Ankündigung in die Tat umzusetzen. Nach den ersten Razzien in 'einschlägigen' Etablissements bereits in den ersten Monaten verschärfte sich die Lage zunehmend. Das 'Institut für Sexualwissenschaft', eines der Zentren der deutschen Schwulenbewegung, wurde am 6. Mai ´33 gestürmt, die Bibliothek wurde bei der großen Bücherverbrennung 4 Tage später "dem Feuer übergeben". Noch im selben Jahr kamen die ersten schwulen 'Schutzhäftlinge' als 'Staatsfeinde' und 'Volksschädlinge' ins Lager, für die extra eine neue Kategorie 'homosexuell' mit dem Rosa Winkel eingeführt worden war. Weitere Maßnahmen folgten auf den Fuß: Die Polizei wurde angewiesen, für das 'Sonderdezernat Homosexualität' 'Rosa Listen' zur Erfassung von auffällig gewordenen Schwulen anzulegen. Nach der Einrichtung einer 'Reichszentrale zur Bekämpfung der Homosexualität' wurde schließlich 1935 der §175 verschärft und erweitert, so dass nun auch nur der Ansatz einer sexuellen Handlung zwischen Männern als strafbar galt. Nach Kriegsbeginn drohte Schwulen in Polizei und Armee die sofortige Hinrichtung. Zivilisten kamen nun in zunehmendem Maße in die Konzentrationslager, wo sie ganz unten in der Lagerhierarchie standen. Viele wurden für medizinische Experimente missbraucht, die nicht selten tödlich endeten. Die Zeiten, als Deutschland als ein Zentrum schwuler-lesbischer Kultur und Bewegung in Europa galt, waren endgültig vorbei.
Aber auch nach dem 8. Mai 1945 mussten die überlebenden Lesben und Schwulen feststellen, dass sie wieder nicht mit dazu gehörten, dass für sie die Zeit der Rechtlosigkeit immer noch nicht zu Ende war. Denn auch für die neuen Machthaber galten sie als Kriminelle (teilweise kamen sie direkt vom KZ ins Gefängnis). Die Bundesrepublik Deutschland griff nicht an die Reformansätze der Weimarer Republik an, sondern ließ den §175 in seiner Nazi-Fassung von 1935 stehen. Die Urteile der Nazi-Zeit blieben rechtsgültig - finanzielle Ansprüche zu erheben blieb den verfolgten Schwulen so im Gegensatz zu anderen Opfergruppen versagt. Erst in jüngster Zeit kamen die wenigen überlebenden noch zu ihrem Recht.
Die Schwulen, die im '3. Reich' verfolgt und umgebracht wurden, waren keine heroischen Widerstandskämpfer, und zu Helden wollen wir sie auch gar nicht hochstilisieren. Allein ihre 'unproduktive' Sexualität ließ sie für die Nazis zu einer 'Gefährdung der Volksgesundheit' werden. Ihr 'Verbrechen' war schlicht: Sie liebten Männer. Auch körperlich. Gerade körperlich. Dafür wurden sie verfolgt, misshandelt und ermordet, totgeschlagen und - in vielen Geschichtsbüchern - auch totgeschwiegen. Damit stehen die deutschen Schwulen und Lesben 1933-45 nicht allein in der Geschichte der Menschheit. Doch nicht nur 'Geschichte': Auch die Gegenwart ist nicht so strahlend, wie man denkt - zumindest nicht in den meisten Teilen der Welt. Auch daran wollen wir denken, wenn wir hier (seit über 10 Jahren schon) einen Kranz für alle verfolgten Schwulen und Lesben niederlegen - gestern und heute. Noch immer gibt es Regierungen, Parteien, Ideologen und Teile der Bevölkerung - auch in Deutschland -, die denken, Sexualität nach bestimmten Kategorien bewerten und mündigen Menschen eine bestimmte Sexualität vorschreiben bzw. verbieten zu dürfen. Dass dies ein Ende haben muss, ist eine - leider - immer noch zu erhebende Forderung, die wir hier stellen wollen und auch müssen - eine Forderung auch im Namen der Toten, derer wir hier gedenken, eine Forderung, die mehr ist als bloß betroffenes Schweigen. Sie äußert vielmehr Wut und sollte verbunden sein mit einer Demonstration unserer eigenen Freude am Leben und Lieben. Auch die Toten haben diese Freude empfunden, wofür sie schließlich ins Lager gesteckt wurden. Nicht nur an deren elendes Sterben, sondern auch an deren Freude am Leben und Lieben wollen wir hier gedenken. Deswegen bitten wir die Floristin auch immer, kein einfaches Trauergesteck anzufertigen - die Blumen sollen Leben symbolisieren. Denn vor allem ein solches Gedenken, das sich nicht auf die bloße Kultivierung einer Opferrolle beschränkt, mag sich - so hoffe ich - als unserer Toten würdig erweisen.
Stefan Sudmann, Rosa Geschichten
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Käthes Kolumne |
Schwüler Reisen |
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Nun, da die heiße Sommerzeit kommt, und euch die Reiselust packt, gibt es vorweg noch einige praktische Reisetipps:
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Abflughalle |
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Dein Urlaub beginnt, wenn du die Abflughalle auf dem Weg nach Grannie, Mykonos oder Ibiza betrittst. Denn all die Duty Free Shops haben weit mehr zu bieten als du bisher vielleicht geahnt hast. Darum lohn es sich, auf deren "Hanky- Code" zu achten. Die Sahneschnitte im Krawattenladen lässt sich zweifellos für fesselnde Ideen begeistern während im Elektronikshop die hippe Husche von heute heimlich nach neuen Spielereien für die Nächte zwischen den Tagen sucht. Die Standart Douglas Schwuppe wirst du am besten in der seidigen Duftwelt zwischen Calvin Klein und Armani auf der Suche nach dem One-Night-Stand Schnäppchen finden. Aber wem sag´ ich das...
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Der Strand |
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Jeder schwule Strand hat sein ganz besonderes Ablageschema und es lohnt sich darauf zu achten. Wenn deine Liegenachbarn zu schön anzuschauen sind um wahr zu sein, dann liegst du im Callboyabschnitt. Wundere dich also nicht über ältere Männer die meinen, sie hätten ein Gespräch für dich mit ihrem Handy. Mehr Spaß findest du im Pärchenabschnitt beim diskreten Flirtblick mit einem deiner Nachbarn. Für Unterhaltung ist dann mit Sicherheit gesorgt und du liegst in der ersten Reihe...
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Die Körperhaltung |
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Wenn du kein guter Schwuler gewesen bist und die letzten sechs Monate nicht im Fitnessstudio verbracht hast, ist es nun zu spät für deine six pack Träume. Erschwerend kommt hinzu, dass die aktuelle Bademode keine Hüftfalte verzeihen mag. übe das Baucheinziehen so früh wie möglich (auf dem Hinflug!) und lass um Himmels Willen am Strand nichts fallen!
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Am Nacktbadestrand |
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Es scheint heute wohl die Norm zu sein, alles zu machen, um eine nahtlose Bräune sein Eigen nennen zu dürfen. Gleichwohl sind wir alle gegen den Körperkult und seinen Fanatismus. Wir wissen aber auch, dass unsere Strandnachbarn amüsiert die Punkte für den knackigsten Hintern und die wohlgeformtesten Granitgebirge diesseits und jenseits des Gürteläquators verteilen. Vergiss aber nicht, dass du mit der Sonnenmilch sehr freizügig umgehen solltest, ansonsten trifft dich eine alte Grillweisheit: Das verbrannte Würstchen wird als letztes vom schwulen Grill genommen und vernascht...
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Das Meer |
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Sei nicht so dumm zu glauben, dass das Meer zum schwimmen da sei. Die da so herumplanschenden Jungs nutzen entweder die Gelegenheit für eine stille Erleichterung der Blase oder sorgen anderweitig für weiße Brandungsgischt. Es mag so aussehen, als ob Mann sich angeregt über das Wetter unterhalten würden, unter der Wasseroberfläche tauchen sie derweil nach anderen Schätzen.
Welche Schätze du auch immer finden magst, denk stets daran, dass der Mensch ein Gewohnheitstier ist und du die quietschende Tucke von nebenan in deinem nächsten Urlaub wiedertreffen wirst...
Einen schönen Urlaub wünscht euch eure Käthe van Wüllen
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Jürgen Müller: Ausgrenzung der Homosexuellen aus der "Volksgemeinschaft". |
Die Verfolgung von Homosexuellen in Köln 1933-1945 (Schriften des Dokumentationszentrums der Stadt Köln, 9), Köln 2003.
Der Nationalsozialismus in Deutschland war nicht an arm an Methoden, unliebsame Menschen zu drangsalieren und zu verfolgen. Das Schicksal der Juden kann in Deutschland nicht vergessen oder verdrängt werden, dafür ist die Bilanz des Schreckens zu "eindrucksvoll". Der industriell betriebene Massenmord an den europäischen Juden bleibt einzigartig in einer an Widerwärtigkeiten nicht armen Weltgeschichte.
Ist die Geschichte der Judenverfolgung im "Dritten Reich" seit Jahrzehnten Gegenstand der historischen Forschung, so sind andere Opfergruppen erst spät in den Blickwinkel der Historikerzunft und auch der öffentlichkeit gerückt. Dies gilt auch für die Homosexuellen, besonders eben für homosexuell veranlagte Männer.
Diesen Mangel hat der Kölner Historiker Jürgen Müller in einer beeindruckenden Dissertation behoben. Müller untersucht die Verfolgung der Schwulen im Kölner Raum. Bei seinen Forschungen konnte er nur im geringen Umfang auf Ergebnisse anderer Forscher zurückgreifen. Er ging in die Archive und wurde fündig.
Bei ihren Aktionen gegen die Homosexuellen (in der Regel traf es Schwule) konnten sich die Nazis auf vorhandene Vorurteile und Ressentiments in der deutschen Bevölkerung stützen: das gleiche Muster findet sich auch bei anderen Opfergruppen dieser Zeit. Zunächst war das Verhältnis der Nationalsozialisten zur männlichen Homosexualität alles andere als eindeutig, denn mit Ernst Röhm gab es einen "Kämpfer", der offen schwul lebte. Erst mit seiner Ermordung 1934 wurde aus der latenten Ablehnung offene Verfolgung. Mit einer verschärften Version des Strafrechtsparagraphen § 175 bekamen Polizei und Justiz die Mittel, um Schwule zu schikanieren. Müller liefert Fallbeispiele.
"Ersttäter" kamen vor Gericht mit Strafen von einigen Monaten Haft weg, die je nach empfundener Schwere der Tat auch zur Bewährung ausgesetzt werden konnten. Bei "Wiederholungstätern" verfuhr die Justiz strenger. Hatten erwachsene Männer mit Minderjährigen sexuellen Kontakt, griff der "Jugendschutz". Sogar die Entmannung konnte verhängt werden. War einem Schwulen mit den Mitteln der Justiz nicht beizukommen, konnten die Behörden seine Verschleppung in ein KZ anordnen. In einem Fall kann Müller ein Todesurteil gegen einen schwulen Stricher nachweisen.
Darüber hinaus gab es die überwachung der Schwulen, die aus der Haft entlassen worden waren. Mitten im Krieg befasste sich die deutsche Obrigkeit mit Geboten und Verboten für Homosexuelle. Und wer sich hier nicht kooperativ zeigte, der musste ebenfalls mit seiner Verschleppung in ein KZ rechnen.
Eines allerdings gelang der Obrigkeit nicht: die schwule Szene Köln konnte nicht zerschlagen werden. Da sich neue Szenetreffs fanden, blieb der Polizei nur die Möglichkeit, diese zu dulden und für ihre weiteren Ermittlungen gegen Schwule zu nutzen.
Anders als für die Juden gab es für Homosexuelle in Nazi-Deutschland die Möglichkeit zum überleben. Schwules Leben war aber nur unter Gefahr möglich.
Es ist das große Verdienst von Jürgen Müllers hervorragender Dissertation, diesen Teil des nationalsozialistischen Verfolgungssystems umfassend aufgearbeitet zu haben.
NK
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Impressum |
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Zauberhut,
c/o KCM - Schwulenzentrum Münster e.V.,
Postfach 4407, 48025 Münster,
Tel. 0251/665686, Fax. 0251/665661,
E-Mail: zauberhut@muenster.gay-web.de.
Mitarbeiter dieser Ausgabe: Michael Karshüning (V.i.S.d.P.), Peter Kramer (Satz), Norbert Korfmacher, Jens Kuhlmey, Uwe Schoon, Thomas St., Stefan Sudmann, Achim Wahle, Käthe van Wüllen
Namentlich gekennzeichnete Artikel geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder.
Die Redaktion behält sich vor, Leserbriefe gekürzt abzudrucken.
Auflage: 900
Redaktionsschluß für die nächste Ausgabe jeweils am 10. des Monats. (Nächster Termin: 10. August 2003)
Texte, die veröffentlicht werden sollen, gebt bitte in lesbarer Form als Dateianhang im txt- oder rtf-Format an den zauberhut@muenster.gay-web.de
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