(der Juni 2003 folgt weiter unten...)
dieses Heft, liebe Urninge und Freunde gleichgeschlechtlicher Liebe, weicht entschieden von dem ab, was Ihr bisher gewohnt seid. Ich habe mir die Freiheit genommen, zu träumen: Zu träumen von einer Zeit, in der wir uns nicht verstecken müssen im Gebüsch am "Hawerkamp", sondern wo wir offen unsere Liebe in Leidenschaft ausleben können. Und da bin ich Optimist: ich hoffe, daß dies keine hundert Jahre mehr dauern wird, sondern schon in 99 Jahren bunte Luftballons in den Himmel steigen und wir uns frei und unbeschwert so geben können, wie wir halt sind.
Aber natürlich wollte ich auch nicht darauf verzichten, Euch mit den üblichen Informationen zu versorgen, die Ihr gewohnt seid. Zu einem unerquicklichen Vorfall kam es übrigens an der Promenade. Der Schlag der Obrigkeit hat für heftige Empörung gesorgt. Hoffentlich hört es bald auf, daß man uns derart tractieren kann.
Auf einiges muß hier verzichtet werden: unser eigener Freund Adolf Brand kündigt mir einen Enthüllungsbericht über einen Zentrumspolitiker an, allein als verantwortlicher Redacteur weiß ich noch nicht, ob ich mich auf solch denunciatorisches Wesen hier verlegen mag.
Was meint Ihr dazu, liebe Leser?
Warme Grüße
Robert v. Knispel
Ein starker Schlag gegen das volkszersetzende Wesen männlicher Unzucht gelang der localen Policei in der Nacht zum Sonntag. Ausgerechnet am Würdigungsort unserer innig geliebten Annette von Droste-Hülshoff an der Promenade kam es in letzter Zeit verstärkt zu widerwärdigsten Thaten unter den entsetzten Augen honoriger Anwohner. In der Nacht zum vergangenen Sonntag wurde diesem Treiben endlich ein Ende gesetzt. Die kurz nach Mitternacht durchgeführte Razzia führte zur Arrestierung von 37 männlichen Personen unter dem Verdacht, miteinander widernatürliche Unzucht getrieben zu haben. Starke Mannschaften riegelten das Gelände zuvor in der Heerdestraße, Lazarettstraße sowie der Straße Zum Kreuzthor ab.
Neben einer Menge verkommener Subjecte wurden auch einige Männer arresstiert, die als Honoratioren zu bezeichnen in Zukunft nicht mehr möglich sein sollte. Wie der zuständige Oberstaatsanwalt Hanfred Pruhns der Redaction mittheilte, haben die arrestierten Sittenstrolche mit einer Anzeige nach Paragraph 175 des Reichsstrafgesetzbuchs zu rechnen, selbst wenn sie nicht in flagranti bei ihrem widerwärtigen Thun angetroffen wurden.
Mittlerweile liegt der Redaction auch ein per Eilkurier zugestellter Brief der Liga für Sittliches Verhalten in Deutschland (LSVD) vor, in dem das Treiben der Arrestierten scharf verurtheilt wird. Vielmehr könne ein sittlich gesunder Volkskörper nur durch das verantwortungsvolle Handeln im Rahmen der Ehe gedeihen. Verwiesen wurde auch auf die vielen Wortbeiträge des württembergischen Reichstagsabgeordneten Holger Meck (Freisinnige Partei) zum Thema.
(Bemerkung des leitenden Redacteurs: Nehmt Euch in Acht und treibt es nicht in der Oeffentlichkeit! Die Policei ist manchmal w.... - Das Treiben der Policei zeigt nur zu deutlich, daß wir alle Dr. Hirschfeld in seinen Bestreben zur Abschaffung des § 175 thunlichst unterstützen sollten! Darum unterstützt seine Reichstags-Petitionen!!)
Zauberhut: Freiherr von Hertling, zunächst wollen wir von der Redaction Ihnen noch einmal zu Ihrem Wahlsieg vor einem Jahr hier im Wahlcreis Münster gratulieren. Sie haben mit 84% klar gewonnen, noch vor den Nationalliberalen und den Socialdemokraten. Glauben Sie, daß in Münster je ein Vertreter einer anderen Partei eine Chance hat?
Frhr von Hertling: Nein, nicht! Und die gottlosen Socialdemokraten werden selbst in hundert Jahren in Münster keinen Abgeordneten nach Berlin entsenden, selbst dann nicht, wenn sie sich hinter einem Liberalen verstecken oder den Hl. Christophorus gewinnen, der sie durch die Untiefen ihres Neuheidenthums führen soll. Das katholische Münster würde selbst mit Knecht Rupprecht hier gewinnen, nicht!
Zauberhut: Warum unterstützt die Zentrumsfraktion als Vertretung der Katholiken in Deutschland nicht die Petition von Dr. Magnus Hirschfeld zur Abschaffung des § 175 im Reichstag?
Frhr von Hertling: Erstens ist diese Petition von Socialdemokraten mit Vehemenz vorgebracht worden. Sie werden wohl nicht erwarten, daß sich anständige Katholiken mit Vaterlandsverrätern gemein machen. Und zweitens ist das natürlich Unzucht. Wir möchten einen verständigen Umgang mit der Geschlechtlichkeit. Das ist ja eigentlich Sünde, nicht! Die Ehe ist dafür der richtige Ort. Das Geschlechtsleben dient in seiner ganzen Sündhaftigkeit nur der Erzeugung von Kindern, nicht!
Zauberhut: Und wenn sich zwei Männer lieben?
Frhr von Hertling: Verantwortliche Liebe kann es nur zwischen Mann und Frau geben, nicht! Und gegen wollüstige Gedanken hatte der Hl. Franz ein approbates Mittel: Er setzte sich mit dem Allerwertesten in einen Strauch Rosen, nicht! Heh, wo rennen Sie den hin?
Zwei Jahre ist es her, daß der allseits bekannte Joseph Kürschner starb, aber sein Werk hat ihn überdauert. Hermann Hillger legte jetzt die Neuausgabe von Kürschners Parlamtshandbuch vor, das in knappster Form Auskunft gibt über die Mitglieder des Reichstags nach der letzten Wahl im Sommer 1903.
Leider konnte sich auch Hillger nicht dazu aufraffen, die Abgeordneten in alphabetischer Form aufzuführen. Ihre Biographien erscheinen nach Wahlcreisen geordnet. Erfreulich ist der Umstand, daß es erstmals gelungen ist, von allen Reichstagsmitgliedern ein Bild zu bekommen. Manche Koryphäe des Reichstags war da in der Vergangenheit etwas zickig. Erstmals gibt das kleine Büchlein auch die Wahlergebnisse in den Wahlcreisen wieder. Da das Werk wieder in sehr kleiner Form gehalten ist, quälen einen die zahlreichen Abkürzungen. Doch auch daran gewöhnt man sich.
Neben den Biographien als Kernstück finden sich ein allgemeiner Teil über den Reichstag und seine Geschichte, eine Übersicht über das Wahlergebnis, ein Auszug aus der Reichsverfassung, das Wahlgesetz, die Geschäftsordnung des Hohen Hauses und ein Überblick über die Fraktionen.
Es prasseln also zahlreiche Informationen auf den Nutzer ein. Kommt noch der günstige Preis hinzu, der das Werk bestimmt zu einem Bestseller im 20. Jahrhundert machen wird.
Deutscher Reichstag. Biographisch-statistisches Handbuch begründet von Joseph Kürschner. 1903-1908. XI. Legislaturperiode. Herausgegeben von Hermann Hillger, Berlin und Leipzig 1903.
Alles lange Suchen hat ein Ende: der Ort der Varusschlacht, an dem einst der stolze Recke Arminius die tumben Römer aus unserem germanischen Vaterland verjagte, ist gefunden. Der Telgter Professor Fr. v. Mahn konnte den Ort dieser berühmter Schlacht bei seinem Besuch in Münster eindeutig identifizieren! In der Nähe des Hafens, am sogenannten "Hawerkamp", fand Prof. Mahn bei einer Begehung im Gebüsch zahlreiche Indicien auf die Schlacht, die nun eintausendneunhundert Jahre zurückliegt. Sein kühnes Auge erblickte Erdvertiefungen, Reifenspuren und auch alte Geldmünzen. Der "Hawerkamp" ist seit geraumer Zeit Treffpunkt der Urninge beiderlei Geschlechts, so daß v. Mahns umherschweifender Blick in diesen schönen Sommertagen nicht überall auf Wohlbefinden stieß.
Stefan v. Barrenkrock, ein führender Aktivist der hiesigen Urninge, zeigte sich von den Untersuchungen wenig beeindruckt. Er verwies auf den Umstand, daß v. Mahn kein Historiker, sondern Naturwissenschaftler sei. Er forderte den Wissenschaftler auf, sich weniger um die dahingeschlichene Jugend Germaniens zu kümmern als um die heroische Jugend Deutschlands! Aktivist v. Barrenkrock vermutet den Ort der Varusschlacht übrigens in dem kleinen Kaff Twistringen bei Bremen...
Wenngleich nicht erlaubtes Glück
mit reizvoller Schönheit umgeben sein kann,
und das Ausleben der Empfindungen
vielleicht gerade durch diese Einschränkungen
unbegrenzte Höhen zu erreichen vermag,
so liegt doch in dem Erleben
erlaubten Glücks
eine Steigerung und Größe.
Denn, so wie der Tropfen
den Samenkern befähigt,
sich mit der Erde zu vereinigen,
wird hier eine Freiheit gegeben,
die die Möglichkeiten vergrößert,
die noch verborgene Zärtlichkeiten nährt
und somit wachsen läßt.
diese Ausgabe, liebe Schwestern und Freunde gleichgeschlechtlicher Liebe, weicht entschieden von dem ab, was ihr bisher gewohnt seid. Ich habe mir die Freiheit genommen, zu träumen: Zu träumen von einer Zeit, in der wir uns verstecken mussten und wir eben nicht offen unsere Liebe in Leidenschaft ausleben konnten. Das Ganze ist historisch betrachtet für die Betroffenen von damals eher ein Alptraum gewesen, aber bin ich der historischen Wahrheit verpflichtet? Also lasse ich vor 99 Jahren graue Luftballons in den Himmel steigen und unterhalte euch mal anders.
Aber natürlich konnte ich auch nicht darauf verzichten, euch mit den üblichen Informationen zu versorgen, die ihr gewohnt seid. Weshalb ihr hier knappe Infos zur Mitgliederversammlung des KCMs findet und anderes mehr.
Auf einiges muss hier verzichtet werden: Beiträge zum Struwenessen, zur KCM-Renovierung (gelungen!) oder zur Kranzniederlegung am 8. Mai werden im nächsten Heft nachgeliefert. Bis dahin werdet ihr euch sicherlich gedulden können.
Warme Grüße
Norbert
Die Mitgliederversammlung des KCMs am 30. März fand im renovierten Thekenraum der Homovereine am Hawerkamp statt: "Ich find's toll!" erklärte Versammlungsleiter Peter Kramer und lobte die frische Ausstattung.
Die Mitgliederversammlung verlief etwas unruhig. Vorsitzender Stephan Karrenbrock spulte seinen Rechenschaftsbericht in wenigen Minuten herunter, so dass Volker und Wolfgang weitere Ergänzungen lieferten. Volker erinnerte an die Startschwierigkeiten des Vorstands. Zu den Erfolgen zählte er die Umgestaltung und Neuformierung des Rosa Telefons, die neuen Tanzkurse und das Kulturfrühstück. Wolfgang ergänzte, dass die Wirtschaftskrise und das üppige Party-Angebot für Schwule in Münster zwar auch am KCM nicht spurlos vorübergegangen ist, aber die Feten würden durchaus gut besucht. An eine Änderung des Feten-Rhythmuses sei nicht gedacht. Das KCM ist auch in Zukunft auf die Einnahmen durch die Feten angewiesen. Durch Einsparungen und Umschichtungen könne der Verein auch weiterhin seine Aufgaben voll erfüllen, trotz sinkender Einnahmen. Immerhin: die Stadt wird das soziale Engagement des KCMs auch weiterhin unterstützen und die Mitgliederzahl ist konstant geblieben. Der Vorstand wurde dann bei fünf Enthaltungen entlastet.
Bei der Wahl des neuen Vorstands bekam Stephan Karrenbrock mit nur 21 Stimmen als Vorsitzender das schlechteste Ergebnis: Folge seines schwachen Auftritts vor der Versammlung. Zu weiteren Vorstandsmitgliedern wurden Uwe Schoon, Jens Kuhlmey, Manuel Wittig und Kersten Brückner gewählt. Die ausscheidenden Mitglieder wurden mit Dank von der Versammlung verabschiedet.
Für den Herbst kündigte Stephan eine Mitgliederversammlung an, um die Perspektiven des Vereins zu bereden.
NK
Das Wetter war zu gut: die Ausstellungseröffnung "Schwule in der Karikatur" war nur schwach besucht. So konnten nur die wenigen Besucher dem sehr guten Beitrag von Dr. Klaus Sator zum Thema folgen, der auch noch Hinweise zur schwulen Geschichte Münsters in den 20er & 30er Jahren parat hatte.
Die mangelnde Aufmerksamkeit hatte die Ausstellungseröffnung nicht verdient, denn da wurde mit großer Professionalität eine Menge an lustigem Material über uns aus hundert Jahren zusammengetragen.
Zwischenzeitlich haben jedoch etliche Besucher sich an den Bildern erfreuen können.
NK
Die Youngs und das KCM planen gemeinsam eine Fahrt zum CSD in Oldenburg: Am Samstag, 21. Juni geht's los: Treffpunkt um halb zehn (morgens!!!!) am Haus der Aids-Hilfe. Von dort aus geht's zum Bahnhof, wo der Zug Richtung Oldenburg bestiegen wird. Weitere Infos und Anmeldung bei Peter 0171/7488453 bzw. Jens 0251/1496868
AW
Im März haben wir auf einer Party eine Meinungsumfrage durchgeführt. Hier wollen wir Euch nun die Ergebnisse von den 77 befragten Partygästen mitteilen:
| 1. Weißt Du das die Helfer im KCM ehrenamtlich arbeiten? | Nein: 14% | Ja: 86% | 2. Bist Du Mitglied im KCM? | Nein: 78% | Ja: 22 % | 3. Kennst Du die... ... Freitagsparty? ... das Sonntagscafé? ... das Kulturfrühstück? ... sonstige Veranstaltungen? | Nein: 52% Nein: 58% Nein: 68% Nein: 33% | Ja: 48% Ja: 52% Ja: 32% Ja: 67% |
4. Wie findest Du die Musik im KCM? (Skala 1 - 6) | Durchschnitt 2,8. Allerdings ist es DJ-Abhängig. | 5. Sollen auf die Männerpartys nur Männer, oder auch Frauen? | Nur Männer: 24% | Gemischte: 76% | 6. Was haltet Ihr von der Garderobe? | Sehr gut: 91% | Nicht nötig: 9% | 7. Kennst Du die KCM - Homepage? | Nein: 49% | Ja: 51% (Bewertung: 2,6) | 8. Kennst Du den Zauberhut? | Nein: 29% | Ja: 71% | 9. Möchtest Du KCM News & Termine per eMail? | Nein: 63% | Ja: 37% |
Über aus der Umfrage resultierende Erkenntnisse und Änderungen werden wir Euch natürlich auf dem laufenden halten.
Thomas St.
Ihr habt es sicherlich schon mitbekommen - wir haben unseren Thekenraum im April renoviert.
Als man im letzten Jahr meinte, man wolle die Theke neu streichen, wusste ich noch nicht was auf mich zukommen würde mit meiner Äußerung: "Dann lasst uns doch gleich den ganzen Raum eine neue Farbe geben".
Nach langem Planen, Terminverschiebungen und verschiedensten Meinungen ist dieses Resultat dabei heraus gekommen.
Da sich die Frauen liebenswürdigerweise bereit erklärten den Holzboden abzuschleifen und neu zu versiegeln, mussten auch wir so einiges bewegen. Somit musste eigentlich alles aus dem Raum heraus, was nicht fest angeschraubt war. Nun ja, das alte Holzgestell war zwar festgeschraubt, aber irgendwie ist es der Renovierung zum Opfer gefallen - "und das ist auch gut so".
Eine kurze Auflistung über die Arbeiten die gemacht wurden: die Wände, Decke, Heizungen, Fußleisten und die Theke wurden gestrichen. Es wurden Vorbereitungen zur Erweiterung der Partylichtanlage getroffen. Über und in der Theke wurden neue Lampen installiert, und zu guter letzt wurde noch der Stehtisch und das neue DJ-Pult zusammengezimmert.
All diese Arbeiten wären nicht möglich gewesen, wenn ich nicht so zahlreiche Sach- und Geldspenden von Partybesuchern, dem Hawerkamp e.V., Tim, sowie den Baumärkten Bahr und Praktiker erhalten hätte. Außerdem möchte ich mich bei all den fleißigen Helfern im Namen des KCM´s bedanken, als da wären (in alphabetische Reihenfolge): André, Alex, Daniel, Jens, Livas, Manuel, Nils, Olaf, Oliver, Peter, Roland, Stephan K., Stefan S., Thomas G. und Werner. (Hoffe ich habe niemanden vergessen) Wie sagte ein Partygast zu mir: "Nun habt Ihr den ersten Schritt vom Wohnzimmer-Image zum Disco-Image geschafft." Und weiteres soll noch folgen...
Thomas St.
Letztlich war die Mitgliederversammlung des Erhaltet den Hawerkamp e.V. eine Formsache. Am 27. April gab es im KCM-Nachbarclub FUSION nur Erfreuliches zu hören. Von mehrjährigen Mietverträgen für die Anlieger, dem positiven Votum des Münsteraner Verwaltungsrates für den Erhalt der Szene, vom Ratsantrag des Vereins, dem parteiübergreifend zugestimmt wurde. Münsters bunte Kuh hinter der Halle Münsterland ist auf dem Weg zu fetten Weiden. Auch mit Hilfe des Vorhabens "Europäische Kulturhauptstadt", denn die bunte Hawerkamp-Szene wird einen Teil der Bewerbungsunterlagen bilden.
Nach alledem keine Überraschung: Der alte Vorstand ist auch der neue und das im fünften Jahr. Mit dabei wieder Michael Heß als Geldminister und Ratsherr Carsten Peters. Die lebhafte Diskussion nach Entlastung und Neuwahl drehte sich vor allem um das kommende Hawerkamp-Festival am 18. Juni. Mehr dazu in diesem Heft.
NK
Mit dem erfolgreichen Runden Tisch im Januar begann das Jahr für die bunte Hawerkamp-Szene sehr erfreulich (der Zauberhut berichtete). Und schon ist es erneut Zeit für das jährliche Hawerkamp-Festival. Wieder einmal stehen am 18 Juni für einmal Eintritt alle Clubs des Geländes offen. Neben Infoständen diverser Gruppen gibt es Gastronomie und Kunst und mit etwas Glück auch wieder Benny Yu als dunklen Soundfürsten im KCM. Gefeiert werden kann ab 19 Uhr bis in den folgenden Feiertag - allein Lust und Laune setzen ein Ende (siehe auch Anzeige und Terminkalender im Zauberhut).
Michael Heß
Zu den Konstanten im demokratischen Leben Deutschlands gehört seit fast zwölf Jahrzehnten Kürschners Volkshandbuch über die deutsche Volksvertretung. Auch nach der letzten Bundestagswahl wurde dieser Klassiker parlamentarischer Fachliteratur wieder aufgelegt, mit einem leicht veränderten Outfit.
Parlamentshandbücher sind eine zähe Angelegenheit, Unarten und Marotten halten sich dort über Jahrzehnte. Seit seinem ersten Erscheinen 1890 ist der Umschlag weiß-rot gestreift. Es dauerte bis 1961, also über 70 Jahre, bis das Büchlein in einem ordentlichen Taschenbuchformat erschien und Abschied nahm von der kleinen Größe, nur einen Finger hoch, einen Daumen breit. Bis 1976 dauerte es, als die Redakteure die Abgeordneten alphabetisch und nicht nach Wahlkreisen anordneten. In der neuen Ausgabe verabschieden sich die Macher von dem Extra-Kapitel mit nachgerückten Abgeordneten. Und mehr noch: sogar die E-Mail-Adressen der Parlamentsmitglieder werden angegeben; allerdings hat nicht jeder eine solche Adresse... Und auch der Umschlag wurde aufgepeppt: immer noch ist das Buch rot und weiß gestreift, aber den Titel ziert jetzt ein Rahmen.
Und sonst? Inhaltlich ist der Klassiker immer noch lesenswert. Die Abgeordneten nutzen den zur Verfügung stehenden Platz zur Selbstdarstellung. In wenigen Zeilen können sie ihr Leben ausbreiten und Auskunft geben über ihr bisheriges Sein & Tun. Die Zahl der "Kostverächter" ist gering. Die größten Probleme haben (Ex)-Grüne mit dem Opus: Otto Schily etwa prahlte vor einigen Jahren noch öffentlich damit, dem Kürschner keine Informationen gegeben zu haben; nun gibt er einen knappen Lebenslauf. Joschka Fischer ist immer noch unwillig mit biographischen Angaben und hat nichts dazugelernt, obwohl seine "Heldentaten" bekannt sind. Bei Volker Beck ist es umgekehrt: 1994 machte er noch Angaben zu seinem bisherigen Lebenslauf, heute versteckt er sich hinter einer Aufzählung beeindruckender Ämter.
Kürschners Volkshandbuch wird die deutsche Demokratie hoffentlich auch im 21. Jahrhundert begleiten. Zum Nutzen seiner Benutzer.
Kürschners Volkshandbuch Deutscher Bundestag,
15. Wahlperiode, 95. Auflage, Stand: 15. Januar 2003,
Sonderdruck für den Deutschen Bundestag, herausgegeben von Klaus-J. Holzapfel, Redaktion: Andreas Holzapfel, Rheinbreitbach 2003.
NK
In jüngster Zeit wurde der Autor mehrfach um Rat bei der vorteilhaften Gestaltung von Verträgen in Beziehungskisten gefragt. Für den Zauberhut Grund genug, künftig in lockerer Folge Tipps zur cleveren Vertragsgestaltung für Leute zu geben, die lieber ohne Partnerschaftsurkunde auskommen möchten.
Das Ende des Aktienbooms rückte bewährte Anlageformen wieder ins Blickfeld. Zu ihnen gehört das Bausparen, das ungeachtet seines staubigen Images seit einigen Jahren beliebter ist als jemals zuvor. Denn die Vorteile liegen auf der Hand: Attraktive und garantierte Zinsen für die Guthaben, flexible Besparung je nach finanzieller Möglichkeit (Bausparverträge sind nämlich keine Sparpläne mit festen Sparraten), ein Darlehensanspruch wenn gewünscht und eine sehr breite Palette an Verwendungen für die Guthaben bzw. Darlehen. Diese taugen nicht nur als fester Bestandteil einer Immobilienfinanzierung, sondern auch zur Renovierung von Mietwohnungen oder zum Erwerb von Anteilen einer Wohnungsbaugenossenschaft.* Hinzu kommen staatliche Förderungen, die für den geförderten Sparbetrag garantierte Renditen bis knapp 13 Prozent erbringen.
Für Lebenspartner stellt sich die Frage: Was passiert mit dem oftmals hohen Sparguthaben, wenn der Liebste nicht mehr ist? Die Problemlösung lautet "Bezugsberechtigung". Schon im Antrag kann der gewünschte Bezugsberechtigte genannt und später beliebig oft geändert werden. Zum Bezug berechtigt kann jede natürliche Person, also auch der Liebste, sein. Beim Tode des Bausparers bekommt sie das vorhandene Guthaben. Ganz ohne Partnerschaftsurkunde oder Testament. Dieselbe Regelung gilt übrigens auch für die vielfach höheren Summen bei einer Kapitallebensversicherung.
Michael Heß
* Die Verwendungsmöglichkeiten sind je nach Sachlage unterschiedlich und daher genau zu prüfen.
Regie Ulrike Franke, Michael Loeken · D 2001 · ab 12 J. · 72 Min.
Die außergewöhnliche Liebes- und Lebensgeschichte von Kurt Schmidt aus Nordhorn und Wilfried Friedrich aus Burg in der damaligen DDR. Kennen gelernt haben sich die beiden 1976 über ihre Begeisterung für deutsche Schlager. Nach ersten Treffen in der DDR setzt Wilfried Friedrich alles daran, zu seinem Freund "Kuddel", wie er Kurt Schmidt liebevoll nennt, in die Bundesrepublik auswandern zu dürfen. 1980 bekommt er endlich die Genehmigung. Wie es ihnen als Homosexuelle in einer Kleinstadt ergeht, wie sie sich in ihrem Haus in Nordhorn ihr kleines Paradies schaffen, zunächst bei Nino arbeiten und später mit der Arbeitslosigkeit fertig werden, das erzählt die knapp 70 Minuten lange Dokumentation. Der Film berichtet jenseits von Voyeurismus, Bloßstellung und Häme aus der deutschen Provinz.
So 15.06. - Mi 18.06. · ca. 18:45 Uhr
Regie Diego Lerman · Argentinen 2002 · ab 16 J. · 94 Min.
Die junge Verkäuferin Marcia ist vom Land nach Buenos Aires gezogen. Sie ist einsam und äußerst scheu - gefangen in ihrer tristen Alltagsroutine. Eines Tages verfolgen sie Mao und Lenin, zwei junge lesbische Punkfrauen, die sie mit unverfrorener Offenheit aus der Reserve locken: Mao will mit ihr die Nacht verbringen. Halb verführt, halb genötigt, lässt Marcia sich auf ein Gespräch ein. "Liebe, die unerklärbar ist, kann bewiesen werden. Und der Liebesbeweis ist gleich viel wert wie das Gefühl", versichert ihr die launische Mao - und schon ganz eingenommen von der Idee, das unschuldige Mädchen zu verführen. Um eben diese Liebe zu beweisen, laden sie die beiden Frauen zu einem Ausflug an das Meer ein, das Marcia noch nie gesehen hat ...
Do 26.06. - Mi 09.07. · ca. 21:00 Uhr
Do 03.07.- Mi 09.07. läuft HEY HAPPY
Do 10.07.- Mi 23.07. läuft DIE 120 TAGE VON SODOM [ungekürzte dF mit neuen Kopien]
Thomas Behm
So. 08.06.2003, 19:00 Uhr, St. Sebastian-Kirche, Hammer Straße 135
Queer-Gottesdienst; Lesben, Schwule und andere Queers feiern Gottesdienst (Info unter 0251/57468)
So. 22.06.2003, 19:30 Uhr, Trinitatis-Kirche, Straßburger Weg 11
Wortgottesdienst der Queer-Gemeinde (Info unter 0251/7625697)
Regenbogen-TV, das schwule Magazin im Stadtfernsehen tv münster, (Kabelkanal 3);
Am Freitag, 13.06.2003 ab 20:15 im KCM
Ad libitum: Pacta sunt servanda!
Sue, du berührst mich jeden Tag unserer Beziehung mehr und mehr. Genieße Dich, und unsere gemeinsame Zeit. Deine liebe Freundin :-)
Zuviel Vertrauen ist häufig eine Dummheit, zuviel Mißtrauen ist immer eine Dummheit. Johann Nepomuk Nestroy
Roland, wir werden dich vermissen!!!
Ganz lieben Dank für die vielen Sonntagscafés. Wer backt denn jetzt so leckere Kuchen und vor allem: Wer bedient die Bingomaschine?
Martin
Thomas,
Du bist das Juwel in meinem Leben.
Das Letzte:
Wir wollen unser'n alten Kaiser Wilhelm wiederhaben....
Mittwochs im KCM,
Klönen, günstig trinken, Spaß, schwule Bibliothek und vieles mehr...
Zauberhut,
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Mitarbeiter dieser Ausgabe: Achim, Michael Heß, Norbert Korfmacher (ViSdP), Peter Kramer (Satz)
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