Schwules in Münster - April & Mai 2003

 

Salve,

und wieder habe ich ein Problem: ich bin süchtig, und ich bin auf Entzug! Es ist bestimmt siebzehn Jahre her, da schleppte ein Adeliger in das Seminar für Ägyptologie & Koptologie eine Flasche Cherry Cola, und ich, ahnungslos, was mir blühte, nippte daran. Und verfiel der Droge Cherry-Coke!

Zwischenzeitlich stellte sich heraus, dass sich Flaschen mit dem Zeug nicht recht verkaufen wollten, und die Kirsch-Cola wurde nur mehr in Dosen feilgeboten.

Also konsumierte ich Unmengen von Dosen. Was sogar in den Archiven auffiel, die ich während meiner Forschungsarbeiten besuchte. Einzig Frau Grove in Nordkirchen gelang es, mich mit einem Tee von der Sucht abzuhalten. Aber das war nur kurz.

Was all den besorgten Kollegen & Kolleginnen in den Archiven & beim Kreis Coesfeld nicht gelingen wollte, das gelang - Jürgen Trittin.

Seit der das Dosenpfand eingeführt hat, werden kaum Cola-Dosen angeboten und verkauft.

Und weil ich meine Droge Cherry-Coke seit Januar nicht mehr bekomme, wirke ich gelegentlich etwas fahrig.

Warme Grüße
Norbert

 

 

standFest

Mittwoch, 12. März, 18.30 Uhr: wie alle Jahre wieder, so musste auch diesmal Achim Wahle, Geschäftsführer des KCMs, seine lustlosen Schäfchen im Frühjahr antreiben. Vom Winter erschöpft hielt er uns erneut dazu an, unsere Scheu zu überwinden, damit wir uns zusammen setzen und uns präsentieren. Mehr noch: zu dieser Sitzung kam auch der Großmeister der Unterhaltung, Martin Enders. Und wie jedes Jahr ging es auch diesmal um das standFest. Das ist für den 19. Juli vorgesehen. Was viel Arbeit bedeutet, aber auch viel Spaß. Schließlich müssen Gesangsgruppen und Tenöre ausgewählt werden, die bei dem Happening das Volk erfreuen soll. Mitmachen lohnt also.

Aufgaben gab es dann auch gleich für die Teilnehmer: wir brauchen ein schönes Motto fürs Fest. Wem eins einfällt, der soll sich melden; er bekommt diesmal eine lobende Erwähnung im Zauberhut, da die wertvollen Buchpräsente für das Quiz reserviert sind.
NK

 

 

Das Quiz

Das kommt oft vor: ein Hetero wirft schmachtende Blicke in Richtung Frauen. Dieses Schauspiel erlebt man eher selten im Homo-Zentrum am Hafen, aber potzblitz: man erlebt es!

Im Februar fieberte die Homo-Gemeinde zum dritten Mal dem Quiz von, um und mit Martin Enders entgegen, der sein Publikum erst mit harten Fragen malträtierte und dann an jene Personen Präsente verteilte, die gescheite Antworten geben konnten. Dies war auch diesmal nicht ganz einfach, denn wer weiß noch, in welcher TV-Serie Witta Pohl in den goldenen Kohl-Jahren der 80er mit beeindruckenden Sätzen Fernsehgeschichte schrieb? Ja, es waren "Diese Drombuschs".

So verwundert es nicht, dass den ersten Preis das Team "Dagobert" machte, welches geballte Medienkompetenz versammelte.

Wie an dieser Stelle schon öfters bemerkt, waren die Augen fast aller Teilnehmer indes auf den vierten Platz gerichtet, denn erneut öffnete Superstar Martin die Schatztruhe des KCMs und vergab ein antiquarischen Buch als Morgengabe der Veranstalter, LIVAS & KCM. Und nicht zuletzt dieser geile Preis lockt auch Heteros an, vom Spaß am Quiz und seinem kultigen Moderator ganz zu schweigen. So staunte der Redakteur nicht schlecht, als der männliche Hetero H. schmachtende Blicke zum Frauentisch warf, aber seine Schmacht galt eben nicht den Frauen, es galt dem Buch, das er wegen zu guter Leistungen wieder einmal nicht bekommen hat. Was aber der Gipfel war: diese Frauen wussten diesen Preis nicht richtig zu würdigen. Bücher blieben liegen!

Hetero H. war dann zu schüchtern, sich ein Buch zu grabschen; der Redakteur des Zauberhutes, auch durch seine Schüchternheit bekannt, griff jedoch zu und schenkte ein Exemplar dieses wertvollen Buches seiner Ex-Kollegin, der Kreisarchivarin von Coesfeld zu ihrem Geburtstag. Und diese Frau, eine Kennerin alter & wertvoller Dinge, wusste dieses Juwel zu würdigen!
NK

PS: Im April findet das Quiz wegen Ostern nicht statt. Im Mai gibt es dann neue Chancen, Waaaaahnsinnspreise zu ergattern.

 

 

Frühlingsball

Münster, 11. April, 20 Uhr: Feierliche Stimmung im geschmückten KCM: Eingeladen wird zum Frühlingsball zum Abschluss des Anfänger-Tanzkurs. Neben beschwingter Tanzmusik und Walzerklängen erwartet die Gäste ein schmackhaftes Buffet, viel gute Laune und ein feierliches Anbiete. Deswegen die Bitte um festliche Kleidung an diesem Abend!

Der Eintrittspreis beträgt 5 €uro, für Besucher des A-Kurs kostenlos.
AW

 

 

Tanzkurs für Fortgeschrittene

Der Anfänger-Kurs der neuen KCM - Taktvoll-Reihe geht schon so langsam zu Ende, und so ist es Zeit, an eine Fortführung zu denken:

Ab dem 8. Mai startet denn auch die Fortsetzung für Fortgeschrittene: Männer und Frauen, die bereits über Grundkenntnisse des Tanzens verfügen, können sich ab sofort anmelden. Der F-Kurs läuft wieder über acht Wochen und endet im Juli mit einem rauschenden Sommernachtsball. Kosten pro Teilnehmer belaufen sich auf 40 €uro. Anmeldeformulare gibts im KCM (Büro und Thekenraum).
AW

 

 

Damenwahl im KCM

Ausnahmsweise kein Tanzkurs - und trotzdem Damenwahl: wie es geht, zeigt Kordula Völker am 22.05.03 im KCM mit ihrem aktuellen Programm "Damenwahl - Lesbisch für Fortgeschrittene": Mit im Reisegepäck sind Szenen und heiße Themen, wie z.B.: Homoehe, Beziehungskisten, Queerbewegung, CSD oder Lesbenfrühlingstreffen - mit scharfer Zunge und frechen Pointen seziert Völker die homosexuellen Spiel - und Lebensarten vom Herz bis in die Bauchmuskulatur.

Mit dem neuen Programm beschreitet Kordula Völker auch künstlerisch neue Wege. Mit "Damenwahl" präsentiert sie erstmalig eine Mischung aus klassischem Kabarett, Stand-Up-Comedy und... - nein, das wird noch nicht verraten! Das neue Programm bietet provokante Themen, süffisante Seitenhiebe und jede Menge Zündstoff zum Weiterlachen und Nachdenken. Für mögliche persönliche Folgeerscheinungen nach dem Besuch übernimmt die Künstlerin jedoch keine Haftung...

Karten gibt's ab sofort im KCM für 12 €uro (ermäßigt 10 €uro) - an der Theke oder im Büro.

 

 

Enjoy the party - part 6

Nicht nur der Zauberhut wird 6 - nein ! - unsere große Hausparty kann das auch... - im KCM geht's wieder durchs ganze Haus am Samstag, dem 26.04. ab 22:00! Auf drei Etagen und zwei Dancefloors wird gefeiert, was das Zeug hält - vier abwechselnd auflegende Djas/anes geben ihr letztes. Als besonderes Bonbon wieder die beliebte Happy Hour von 22-23 Uhr, in der alle Getränke - außer Longdrinks - wieder für güüüüüünstige 50 Cent zu haben sein werden. Also: nix wie hin und enjoy it, the party......
AW

 

 

Opening Party macht Pause

Vor einem Jahr begannen wir im KCM mit der neuen Opening-party: Jeden dritten Freitag im Monat, nur nicht zu den Terminen der Youngs-Party erklang zum Teil alternativere Musik aus den Boxen. Nun werden wir wegen der Renovierung im KCM, Karfreitag und anderen Überlegungen der Opening-Party etwas Pause gönnen, um evtl. im Herbst wieder mit einem anderen Konzept einzusteigen.
AW

 

 

Kulturfrühstück - das vorerst Letzte

Es werden jetzt 6 Jahre sein, dass ich regelmäßig zu Gast bin beim KCM. Wie viele andere auch werde ich vom Zauberhut ausgezeichnet informiert über vieles, was im KCM läuft. Schon öfters ist man mit der Frage an mich herangetreten, ob ich nicht etwas für den Zauberhut schreiben wolle. Mein letzter Besuch beim Kulturfrühstück ist dafür ein guter Anlass. Dieses Mal wurden wir mehr als ausgezeichnet unterhalten von den "Kittyhawks".

Die "Kittyhawks", das sind Mario Hemken (Blues Harp) und Detlev Michel (Gitarre und Gesang). Sie brachten den Chicago-Blues mit richtigem Timing und Raffinesse ins Rampenlicht. Als Überraschung gab es noch den Blues-Sänger Henk Berntken, offensichtlich ein Naturtalent auf diesem Gebiet.

Das war aber schon wieder das letzte Kulturfrühstück dieser Saison. Im Herbst wird es hoffentlich mit dieser großartigen Initiative weitergehen.
Han Hoijtink

 

 

Gay and Grey im Reisefieber

Gleich drei mehrtägige Reisen möchte ich euch anbieten. Reisen, die nur gut werden können, wenn ihr mir eure Anregungen, Termine dazu gebt, damit ich sorgfältig planen kann.

Vom 19. bis 21. September 2003 findet in Berlin ein bundesweites Gay and Grey Treffen "Berlin in Touch" statt. Unsere Gruppe ist hierbei schon fest mit eingeplant. Bitte überlegt wer mitfahren möchte, denn wir müssten uns dann ja auch baldmöglichst um Quartiere kümmern, die Anfahrt planen. Anmeldebriefe mit Programm gibt es ab sofort bei unseren Mittwochstreffs oder bitte direkt im KCM, bei Wolfgang anfordern. Ich kann euch schon jetzt versichern, es wird eine super Fahrt, so reichhaltig mit viel Fun, Bildung, Gesprächen, Kennenlernen.

Zur Zeit planen Erwin S. und ich eine Thüringenfahrt. Im Herbst wollen wir die Reihe unserer Fun-Fahrten, ihr erinnert euch an den Harz, an die Hollandfahrt, fortsetzen. Auch diese Reise könnte wieder unter dem Motto stehen: "Sehen und Gesehen werden!" Natürlich brauchen wir hier wieder eure Wünsche und Anregungen. Über den Ablauf der Fahrt habe wir uns schon Gedanken gemacht. Auf der Hinfahrt soll es einen großen Stopp in Erfurt geben. Unser Hotel, Gästehaus wird in Weimar sein, Weimar ist auch das Hauptziel dieser Reise. Zwei erfrischende Tage wollen wir dort verbringen. Wir schlagen euch hier ein Stadtprogramm und eine Radwandertour vor. An einem Tag besuchen wir Jena, auch dort ist eine Radrundfahrt vorgesehen. Der Rückweg soll über Eisenach, mit Besuch der Warthburg, führen. Es ist noch offen, ob dies eine 4 oder 5-Tagesfahrt werden soll. Reden wir bei unseren Treffen darüber.

Hat es das schon gegeben, dass ein Schwulenzentrum für seine Freunde eine Fernreise nach Asien plant? Wir machen es! Im Frühjahr 04 kann es nach Indonesien gehen! Ein durch und durch geplante Flugreise mit Reiseführung. Unser lieber Heinz F. hat sich bereit erklärt die Führung dieser Reise zu übernehmen. Heinz beherrscht die indonesische Landessprache, hat er doch Jahre in Indonesien gewirkt und auch an der Universität in Medan in Landessprache gelehrt. Auf diese Reise freue ich mich sehr, ich hoffe doch, dass diese Reise nicht nur mein Wunschtraum ist. Dem lieben Heinz schon jetzt volle Anerkennung für seine Bereitschaft. Ich möchte gerne das Interesse an dieser Reise bei euch erkunden, gebt mir Rückmeldungen wer sich interessiert. Ein Planungsteam freut sich bereits darauf, mit den Reiseplanungen zu beginnen.

Gay and Grey Touren des KCM sind natürlich für jeden interessierten Freund zugänglich.
Wolfgang Knebel

 

 

Zum Tode von Dieter Brox

Der Vorstand des KCM-Schwulenzentrums in Münster nimmt mit großer Betroffenheit vom Tode Dieter Brox Kenntnis. Brox war Mitbegründer des Vereins und leitete ihn von 1985 bis 1988 als Vorsitzender. In dieser Zeit gelang es dem Verein, sich in der Stadt als Schwulenzentrum zu etablieren. Er wurde zur Anlaufstelle für Homosexuelle zunächst beiden Geschlechts und zugleich zur Anlaufstelle für städtische Behörden und andere Institutionen, wenn es um die Belange Schwuler und Lesben ging. Dieter Brox war ein engagierter Kämpfer für die Gleichberechtigung Schwuler und Lesben in den achtziger Jahre in Münster. In dieser Rolle half er mit, Münster ein großes Stück offener und toleranter zu gestalten.
NK

 

 

Fastenzeit

....der muss haben sieben Sachen.... Mehl, Milch, Hefe, Zucker, Eier, Butter, Rosinen, Salz....

und wenn man(n) dann noch weiß wie´s zubereitet wird, dann könnten es leckere Struwen werden.

Viel einfacher ist es allerdings, du kommst zum Struwenessen am Karfeitag

Es ist im KCM, bei Gay and Grey, schon Tradition geworden, Karfreitag treffen wir uns zum Struwenessen!

Über 100 Teilnehmer werden am Karfreitag, 18. 04.,14.00 Uhr, zum Struwenessen erwartet. Wie im letzten Jahr wird das Struwenessen wieder in Ottmarsbocholt im Restaurant Venner Moor sein. Gay and Grey hat die Gasstätte wieder gewählt, weil dort einfach alles stimmt, das Lokal schön ist, das Moor liegt ganz nah, denn ohne den anschließenden Spaziergang durch die Frühlingsnatur des Naturschutzgebietes geht es nicht. Wer kann sagen, was schöner ist? Das gemeinsame Essen im festlichen Ambiente oder der anschließende Spaziergang wo man(n) sich gut mit Gästen unterhalten kann, die im Saal weit entfernt saßen? Erwartet werden Gäste von befreundeten 40-plus Gruppen aus Bielefeld, Dortmund, Hannover.... Münsters Bären sind wieder mit dabei und ganz viele Gäste aus der weiteren Umgebung. Wir freuen uns auf ein Wiedersehen! Erinnert ihr euch wie es im vergangenem Jahr war, als wir nach dem Essen alle durch das Restaurant nach draußen strömten, so manchem Gast fiel der Löffel aus der Hand beim Anblick des nicht abbrechen wollenden Männerstroms. Später beim Spaziergang kamen uns drei Radwanderer entgegen und grüßten uns mit: "Guck mal! Alles Schwestern!"

Sei auch du dabei! Ursprünglich war es eine reine Gay and Grey Veranstaltung, jetzt freuen wir uns von Jahr zu Jahr auch auf immer mehr jüngere Teilnehmer, jeder Mann ist willkommen.

Infos und eine Anfahrtsbeschreibung gibt es direkt bei Wolfgang, Tel.: 0177 555 3532, im KCM oder per mail gay-grey@muenster.de
Wolfgang Knebel

 

PS: Struwen oder auch Püfferchen genannt ist das traditionelle Mittagsgericht für den Karfreitag. Sie bildeten früher mit Milchkaffee das einzige warme und sättigende Mahl an diesem Tag, denn in der Fastenzeit, besonders in der Karwoche und vor allem am Karfreitag, wurde streng gefastet. Alle Leute bereiteten nicht nur Haus und Hof auf das Osterfest vor, sondern auch sich selbst durch Fasten, durch Kreuzweg-Prozessionen und durch Beten. In den überwiegend Katholischen Gemeinden wurde wohl gearbeitet; nur für die Zimmerleute und Schmiede bestand absolutes Arbeitsverbot- ein deutlicher Hinweis auf die Kreuzigung Christi.

Die Struwen bestehen aus Mehl, Milch, Hefe, Zucker, Eier, Salz, Butter und Rosinen. Sie werden in Fett gebacken und mit Zimt-Zucker bestreut. Lecker!!

 

 

Kranzniederlegung

Kranzniederlegung für die homosexuellen (u.a.) Opfer des Nationalsozialismus veranstaltet von "Rosa Geschichten" - Schwul-lesbisches Archiv Münster und VVN/BdA.

Diesmal als Gast: Roman Franz, Vorsitzender des Landesverbandes Nordrhein-Westfalen des Zentralrats der Sinti und Roma in Deutschland.

Donnerstag, 8. Mai, 18.00 Uhr (bis 18.30) am Zwinger / Promenade

 

 

Aufgespießt ... Homosexualität in der Karikatur

Es ist wieder so weit: das KCM kooperiert erneut mit dem Centrum schwuler Geschichte in Köln. Wenn das KCM nach der Renovierung im hellsten Licht erstrahlt, erfreuen uns die Kölner mit einer Ausstellung, in dessen Mittelpunkt, wie könnte es anders sein, wir Homos stehen. Diesmal als Objekt spitzer Federn in der Karikatur.

"Die Ausstellung zeigt, wann und in welchen gesellschaftspolitischen Zusammenhängen Karikaturisten das Thema Homosexualität aufgegriffen haben, welche Zielsetzungen sie damit verfolgten und welches Bild von der Homosexualität, von homosexuell veranlagten Menschen oder homosexuellen Begegnungen bzw. Erfahrungen in diesen Karikaturen vermittelt wird. Gezeigt werden Karikaturen von der Kaiserzeit (Eulenburg-Skandal) bis zur Gegenwart (Homo-Ehe).

Zum Wesen der Karikatur gehören Parteinahme und Kritik - wir werden der Karikatur als Instrument in der politischen Auseinandersetzung also auch dort nachgehen, wo der Vorwurf Homosexualität erhoben wird, obgleich politische Differenzen gemeint sind. Schließlich soll dargestellt werden, wie sich das Bild der Homosexualität in der Karikatur entwickelt und verändert.

Die Recherchen zur Ausstellung machen deutlich, dass das Thema Homosexualität in der Karikatur bisher noch nicht systematisch erforscht und dokumentiert worden ist. Damit leistet das CSG auch auf diesem Gebiet wieder einmal Pionierarbeit, freilich um den Preis, dass die Ausstellung nicht in der Lage sein wird, eine wirklich repräsentative Auswahl an Karikaturen zu präsentieren. Zu zahlreich und zu häufig erscheinen bzw. erschienen Presseerzeugnisse, in denen die Karikatur ihren festen Platz hat. Sie alle auf unser Thema hin auszuwerten, würde Jahre an Arbeit erforderlich machen.

Die gezeigten Karikaturen stammen im wesentlichen aus einigen ausgewählten Publikationen, viele sind Zufallsfunde. Der karikierenden Behandlung einiger Affären (Eulenburg, Röhm, Kießling) sind wir genauer nachgegangen. Aber vor allem die Beschäftigung der Karikatur mit Themen wie homosexueller Alltag oder Lesben konnte nur in Ansätzen untersucht werden. Die künstlerische und gesellschaftliche Einordnung der einzelnen Karikaturen konnte nicht immer umfassend erfolgen. Erfreulich wäre es, wenn die Ausstellung dem einen oder anderen Wissenschaftler / der einen oder anderen Wissenschaftlerin Anregungen für systematische Recherchen und Forschungsvorhaben liefern könnte."

Die Ausstellung startet am 4. Mai während des Sonntagscafes.

 

 

HuK-Termine

So. 07.04.03, ca. 19.00 Uhr (nach dem Gottesdienst in der Trinitatisgemeinde) im Fliednerhaus, Fehrbellinweg 6 (Hintereingang), Münster:
Themenabend der HuK: Welcher biblische Text ist für mich als Lesbe bzw. als Schwuler besonders wichtig geworden? - Gestaltung des Lektionars für den Ökumenischen Kirchentag Die HuK wird Ende Mai auf dem Ökumenischen Kirchentag in Berlin wieder mit einem eigenen Zentrum und einem eigenen Programm präsent sein. Unsere Präsenz und unsere Veranstaltungen können nur einen Teil unseres Lebens widerspiegeln. Wichtige Dinge aus unserem Leben lassen sich mit Worten und Veranstaltungen nicht darstellen. Um auch davon etwas in den Kirchentag einzubringen, sollen Symbole unserer Erfahrung, unserer Hoffnung, unseres Glaubens und unserer Gemeinschaft bei den Gottesdiensten verwandt werden: ein Kreuz, ein Lektionar, Kerzen, ein Altartuch. Das Lektionar wird von den verschiedenen Arbeits- und Regionalgruppen der HuK individuell gestaltet und anschließend zusammengestellt. Als örtliche Regionalgruppe wollen wir uns daran beteiligen und die Gelegenheit nutzen, die biblischen Texte zu reflektieren, die für jeden einzelnen in seinem Selbstverständnis besonders wichtig geworden sind.

30.4.-04.05.2003 Jahrestreffen des Europäischen Forums von lesbischen und schwulen christlichen Gruppen Jugendherberge Slot Assumburg, Heemskerk, Niederlande Thema: Living in Commitments - with God, your lover, your friends, your neighbours ... (Information unter http://www.europeanforum2003.com)

So. 04.05.03, 18.00 Uhr im Fliednerhaus (Ev. Trinitatisgemeinde), Fehrbellinweg 6 (Hintereingang), Münster
Themenabend der HuK: Das Thema stand bei Redaktionsschluss noch nicht fest.

28.05.-01.06.03 Ökumenischer Kirchentag in Berlin. Nähere Informationen unter http://huk.org/termine/oekt/start.htm

 

 

Queer-Gemeinde

Mi. 02.04.2003, 19:30 Uhr, St. Sebastian-Kirche, Hammer Str. 135
Einführung in die Grundlagen des Enneagramms und seiner neun Charaktertypen (Info unter 0251/57468)

So. 13.04.2003, 19:00 Uhr, St. Sebastian-Kirche, Hammer Straße 135
Queer-Gottesdienst; Lesben, Schwule und andere Queers feiern Gottesdienst (Info unter 0251/57468)

So. 27.04.2003, 19:30 Uhr, Trinitatis-Kirche, Straßburger Weg 11
Wortgottesdienst der Queer-Gemeinde (Info unter 0251/7625697)

 

 

Folter mal wieder!

Knapp sechzig Jahre hatten wir in Westdeutschland Ruhe, aber nun rufen Gesetzeshüter nach ordentlichen Mitteln, um Menschen ein bisschen zu foltern.

Weil man dafür aber gute Gründe braucht, muss für so eine Forderung ein besonders widerwärtiges Verbrechen her. Kindesmord ist ein besonders widerwärtiges Verbrechen. Magnus G. steht im Verdacht, ein Kind umgebracht zu haben, und die Polizei, die bei ihren Ermittlungen im Dunkeln tappt, droht mit Folter.

Kein Aufschrei geht durch das Volk, nööh, die Sache wird ordentlich diskutiert. Politiker melden sich zu Wort: Jörg Sch., Innenminister in Brandenburg, und Roland K., Ministerpräsident in Hessen, stimmen zu, und Peter M., saarländischer Ministerpräsident, will für solche Figuren die Kastration einführen.

Ganz toll.

Die Erfahrung indes lehrt, dass man mit solchen Methoden eben nicht bei Kinderschändern stehen bleibt: irgendwann sind widerliche Drogendealer dran, schließlich Staatsfeinde.

Also machen wir gleich den Sprung: der Ex-Ehrenvorsitzende Dr. Helmut K. hat sich bis heute geweigert, Namen edler oder eben unedler Spender zu nennen. Darum mein Vorschlag an die Herren K., M. & Sch: holt die Folterwerkzeuge raus und ran an den Dr. Helmut K!

Ok, das ist jetzt überhaupt nicht lustig und das sollte es auch gar nicht sein. Vor sechzig Jahren waren es Schwule, die als Kinderschänder & Sittenstrolche malträtiert und misshandelt wurden, und noch in der guten Adenauer-Zeit wurden wir eingesperrt. Wieviel Leute halten uns heute noch für Perverse? Und da soll ich Folter befürworten?

Wenn Eltern der ermordeten Kinder nach Folter rufen, finde ich das in ihrer Not verständlich, bei Politikern geht mir jeder Sinn für dergleichen ab.
NK

 

 

Clevere Vertragsgestaltung ohne Partnerschaft (V)

In jüngster Zeit wurde der Autor mehrfach um Rat bei der vorteilhaften Gestaltung von Verträgen in Beziehungskisten gefragt. Für den Zauberhut Grund genug, künftig in lockerer Folge Tipps zur cleveren Vertragsgestaltung für Leute zu geben, die lieber ohne Partnerschaftsurkunde auskommen möchten.

Es gibt nur wenige Fehler, die man kein zweites Mal macht. Bürgschaften gehören dazu. Bürgen können davon ein lautes Lied singen, wenn sie für eine (unbedachte) Unterschrift von anno Tobak zahlen dürfen. In der Praxis sind Bürgschaften fast immer als "selbstschuldnerisch" einzugehen. Erstschuldner (der eine Lover) und Bürge (der andere Lover) stehen dann rechtlich gleich gegenüber dem Gläubiger; dieser holt sich sein Geld samt Zinsen bei Zahlungsunfähigkeit des Erstschuldners ganz legal vom "selbstschuldnerischen" Bürgen zurück. Und gebürgt werden kann unter Freunden für Vieles: Hypothekendarlehen, Konsumentenkredite oder Zwischenfinanzierungen - nur ein Auszug aus dem Katalog der Verheißungen.

Eigentlich kann man es kurz machen: Bürgschaften sind absolut kein (!) Liebesdienst sondern russisches Roulette mit der eigenen Existenz und deshalb unter keinen Umständen einzugehen. Denn hier gilt eine einfache und nicht zu ändernde Regel: Die Liebe (oder das, was dafür gehalten wird) geht, die Schulden bleiben. Ein Leben lang, wenn es ganz dicke kommt. Es gibt wirklich angenehmere Erinnerungen an den Ex-Lover. Abgesehen davon, dass an den Belastungen aus halbgaren finanziellen Geschäften schon Legionen von Liebschaften zerbrachen. Flugzeuge im Bauch sind etwas Temporäres, Schulden dagegen etwas höchst Dauerhaftes.

Doch grau ist auch diese Theorie, in der Praxis sieht es oft anders aus. Wer im Rausch der (getrübten) Sinne partout nicht von einer Bürgschaft für den Liebsten lassen mag, sollte das Bürgen vertraglich auf bestimmte Verwendungszwecke oder auf einen Höchstbetrag begrenzen, der im schlimmsten, aber eben nicht unwahrscheinlichen Fall wenigstens die eigene Existenz sichert. Eine gute Alternative ist auch ein Privatdarlehen von Lover zu Lover mit vernünftigen Rückzahlungsregelungen. Ein solcher Privatdarlehensvertrag erfüllt zunächst die finanziellen Wünsche des Geliebten, um auch nach einer Trennung seine Gültigkeit zu behalten.
Michael Heß

 

 

StarStrip - Der nackte Mann im Film

Dietmar Kreutzer, Ouerverlag Berlin 222, 238 Seiten, 24,90 Euro

"Ich mag nackte Körper, weil die sehr kommerziell sind. Die Leute bleiben immer stehen, wenn eine Fickszene zu sehen ist. Sex ist einfach kommerzieller als alle anderen Sachen." Der mit cineastischen Perlen wie "Sado - Stoß das Tor zur Hölle auf" bekannt gewordene B-Regisseur Joe d'Amato brachte es nicht nur auf 163 Streifen, sondern auch auf den Punkt: Männerfleisch auf der Leinwand gab es in den über 100 Jahren Filmgeschichte wirklich reichlich zu sehen. Es ist das Verdienst von Dietmar Kreuzer, die skandalträchtige Materie einmal mehr geordnet und leserfreundlich aufbereitet zu haben.

Das Nachschlagewerk gliedert sich in übersichtliche vier Teile. Das filmhistorische StarMotion zeigt detailliert den Wandel in Auftreten und Funktion des nackten Mannes vom Stummfilm bis zum heutigen Hollywood-Sandalen-Fiction-Schinken auf. In archivarischen StarMovie werden 50 Filme mit erotischen Nacktszenen ausführlicher vorgestellt und das bibliografische StarLife porträtiert 50 knackige Männerfilmsterne von Horst Buchholz über Antonio Banderas bis zu Yul Brynner (damals noch mit Haaren auf dem Kopf). Wie es sich für ein Filmkompendium gehört, gibt es im fotogenen StarImage jede Menge Männerfleisch zu sehen. Dem Voyeur werden die heißen Fotos der Filmikonen gefallen und als heiße Vorlage fällt einem auch nichts Besseres ein.

Bei soviel Material bleiben Überschneidungen nicht aus, doch das stört bei dem Thema nicht. Die Schwerpunkte liegen beim nordamerikanischen und westeuropäischen Film; mehr Informationen zu asiatischen und osteuropäischen Streifen wären ein Pluspunkt mehr. Dem Gesamteindruck gereicht es allerdings zum Vorteil, dass der (ostdeutsche) Autor den Trend zum verkürzten Blick auf Hollywood nicht mitmacht und sich dadurch interessante Vergleiche einstellen. Genüsslich verweist er zum Beispiel auf die 1975 im legendären "Magazin" veröffentlichte Aufforderung einer fidelen Frauenbrigade nach mehr nackten Männern im DDR-Film (auch der Verfasser erinnert sich gerne), die ins Schwarze traf. Denkt man zum Beispiel an den wunderschönen Streifen Sieben Sommersprossen (DDR 1978), in dem ein 15-jähriger herrlich unbefangen vor der Kamera posierte (Fotos finden sich natürlich im Buch). Etwa zur gleichen Zeit vermarktete Hollywood das Remake eines Uralt-Stoffes. In Die blaue Lagune war zwar viel nacktes Fleisch zu sehen, kaum aber das beste Stück des damals 18-jährigen Hauptdarstellers; die Nacktszenen des DDR-Streifens waren im gepflegt-prüden US-Pendant unvorstellbar. Überhaupt verweist Kreutzer wiederholt in spöttischer Distanz auf das puritanisch-verklemmte Treiben - so war Rambo Stalone in Demolition Man (USA 1993) wahlweise nackt (europäische Version) oder züchtig in Unterhose (US-Version) zu sehen. Und um die Peinlichkeit erkennbar retuschierter Brustwarzen des Batman (USA 1992) zu vermeiden, wurde Spiderman (USA 2001) trotz hautengem Latex ohne erkennbare Geschlechtsmerkmale in den Kampf gegen das Böse geschickt. Was in Gods Own Country als "Selbstkontrolle" der Filmwirtschaft camoufliert, ist nichts anderes als unverblümte Zensur auf dem Nährboden einer verklemmten Doppelmoral.

Das "alte Europa" hatte eben auch in dem Punkt schon immer mehr zu bieten. Seien es die 120 Tage von Sodom (I 1975), Sebastiane (GB 1977), Danton (F 1982), No Skin Of My Ass (GB 1990) oder Idioten (DK 1998). Wer es einige Grade niveauloser mag, der kann ergründen, was es mit dem Schüler-Report (D 1971), den Spetters (NL 1980) oder dem Mord in Zelle 3 (USA 1983) auf sich hat.

Im Wort "Fleißarbeit" schwingt zumeist etwas Abwertendes mit. Für Dietmar Kreutzers umfassenden StarStrip soll das ausdrücklich nicht gelten; es ist ein origineller Blick auf den globalen Film, den man immer wieder gerne zur Hand nimmt, weil er sowohl Augen, Drüsen und Hirn beglückt.
Michael Heß

 

 

Termine für Regenbogen-TV

Regenbogen-TV, das schwule Magazin im Stadtfernsehen tv münster, (Kabelkanal 3);

  • Mittwoch, 17.04. 18.30 Uhr und 19.30 Uhr Regenbogen-TV, im Stadtfernsehen tv münster, Kabelkanal 3
  • Mittwoch, 17.04. 22.00 Uhr Regenbogen-TV Videovorführung im KCM, Am Hawerkamp 31
  • Freitag, 19.04. 18:30 Uhr auf tv münster (Wiederholung vom Mittwoch)
  • Samstag, 20.04. 18.30 Uhr auf tv münster (Wiederholung vom Mittwoch)
  • Sonntag, 21.04. 18.30 Uhr auf tv münster (Wiederholung vom Mittwoch)

 

 

Happy Birthday Filmclub:

Acht Frauen & Chocolat

Weihnachten, das Fest der Familie und der Liebe. Die reizende Suzon (Virginie Ledoyen) kommt über die Feiertage auf den Landsitz Ihrer Eltern nach Frankreich zurück. Alle sind sie da: Die gebrechliche Großmama Mamy (Danielle Darrieux), Suzons Mutter Gaby (Catherine Deneuve), die Grande Dame des Hauses, ebenso wie Suzons jüngere Schwester Catherine (LudMne Sagnier) und natürlich die verschrobene unverheiratete Tante Augustine (Isabelle Huppert). Um das Wohl der Familie sind zwei bezaubernde dienstbare Geister besorgt: die schwarze Köchin Madame Chanel (Firmine Richard) und das junge hübsche Dienstmädchen Luise (Emanuelle Béart). Nur einer fehlt - der Hausherr. Den findet Suzon ermordet in seinem Zimmer. Als schließlich noch das schwarze Schaf der Familie, Gabys Schwägerin Pierrette (Fanny Ardant) auftaucht, fällt der Verdacht zunächst auf sie. Doch auch jede der anderen Frauen hätte ein Motiv...

Vorhang auf für acht, bezaubernde Damen des französischen Kinos - das mag wohl das Motto von Filmemacher Francois Ozon gewesen sein, als er sich an die Regiearbeit zu diesem energiegeladenen und mit viel Esprit gestalteten Filmmusical gemacht hat. Sicher, die Story nach dem Theaterstück von Robert Thomas ist nichts Neues. Doch was tut das zur Sache, wenn sich französische Weltstars wie Catherine Deneuve oder Isabelle Huppert mit einer beachtlichen Portion Selbstironie und ungeheurer Darstellungslust gegenseitig die immer höher fliegenden Bälle für ein cineastisches Damen-Mannschaftsspiel zuwerfen? In diesem Film wird gespielt: mit den Farben, mit der Musik, mit den Gags und vor allem mit den Rollen, die die großen Schauspielerinnen "im wirklichen Kinoleben" darstellen. Das Ergebnis ist eine leichtfüßige, humorvolle und kraftvolle Komödie, die nur bedingt danach fragt, wer eigentlich der Mörder war. Und das ist am Ende eigentlich auch egal, denn so viel geballte Weiblichkeit hätte ohnehin kein Mann auf Dauer ausgehalten. Hauptsache, die Damen und das Publikum hatten ihren Spaß, und darauf kann der Herr des Hauses Gift nehmen!

Mit diesem Film endet dann auch schon unsere kleine cineastische Rundreise durch Frankreich. Beginn ist wie immer um 20:15 Uhr Im KCM. Und da dies der 7. Geburtstag des Filmclubs im KCM ist, gibt es zum Abschluss noch eine Tasse heiße Choclat de Maya nebst dem passenden Late Night Movie "Chocolat", in dem Juliette Binoche, Judi Dench und Jonny Depp sich die humorvolle und sinnliche Ehre geben.

Am Freitag, 11.04.2003 ab 20:15 im KCM

 

Common Ground

Am 9. Mai wird es dann deutlich bodenständiger mit dem Film "Common Ground". In drei Kurzgeschichten gehen DIE amerikanischen Theaterautoren Harvey Fierstein, Paula Vogel und Terrence McNelly der Entstehung von Homophobie und Ihrer Verbindung zum Patriotismus nach. Der gemeinsame Grund erstreckt sich dabei nicht nur auf das Thema sondern auch auf den Ort der Handlung: Homer City Ct. Während Dorothy in den 50er Jahren nach dem Besuch einer schwulen Bar aus der Armee unehrenhaft entlassen wird, weil ihre Vorgesetzte befürchtet, als Lesbe‚ enttarnt zu werden, muss sich der Lehrer Mr. Roberts in den 70er Jahren fragen, ob er den offen schwulen Schüler Toby vor weiteren Anfeindungen schützen oder der neue Direktor werden will. In der dritten Geschichte will Ira, ein Vietnam-Veteran eine Demo gegen die Hochzeit seines schwulen Sohnes Amos organisieren, wohlweislich, dass er damit seinen Sohn verlieren könnte...

Dieser Spiegel, der der amerikanischen Gesellschaft hier vorgehalten wird, würde sicherlich auch in Deutschland so manches unangenehmes Zerrbild unserer Wunschrealität zeigen. Beginn Ist wie immer um 20:15 Uhr und nach dem Film besteht wie immer die Möglichkeit zur Diskussion, Kritik oder/und einem Bier.

Am Freitag, 09.05.2003 ab 20:15 im KCM

 

 

Leserbrief

Die Aussage im Leitartikel des neuesten Zauberhuts war in der Tat zutreffend: ich bin über ihn entsetzt und empört. Über den "Schlächter" von Baghdad kann man denken, was man will, aber eines ist sicher: Nicht er, sondern das irakische Volk wird unter dem Krieg leiden, wie es schon unter dem Wirtschaftsembargo der UNO gelitten hat. Der Verfasser dieses Artikels scheint die Meinung zu vertreten, die Kriegsgegner seien in erster Linie gegen den Krieg, weil sie für Saddam Hussein seien. Dies trifft aber keineswegs zu. Die allermeisten Kriegsgegner sind genau das, Gegner des Krieges. Sie sehen sich zumindest in der jetzigen Situation außerstande, den Krieg zu befürworten, weil sie keinen ernsthaften Grund für den Krieg sehen. Was die Massenvernichtungswaffen des Iraks betrifft, haben die Waffeninspektoren der UNO bis auf weiteres keine gefunden. Wenn der Verfasser des Leitartikels des Zauberhuts irgendwelche Informationen in bezug auf diese Waffen haben sollte (diese müsste er eigentlich haben, weil er schon über ihre künftige Anwendung spekuliert), soll er sich doch mit seinen Informationen an die Waffeninspektoren wenden, anstatt schleierhafte Anmerkungen im Zauberhut zu machen.

Was dann Israel betrifft, soll der Verfasser des genannten Artikels sich an die Palästinenser wenden, um sich zu erkundigen, auf welche Art und Weise die Israelis die Menschenrechte respektieren. Die Israelis sind es, die seit 1967 fremde Gebiete besetzten, nicht Irakis. Die Israelis sind es, die völkerrechtswidrige Siedlungen auf den besetzten Gebieten aufbauen, nicht Irakis. Die Israelis haben die Existenzbedingungen einer ganzen Nation zunichte gemacht. Die Irakis haben vielleicht Massenvernichtungswaffen, die Israelis haben sie mit Sicherheit.

Ich will keineswegs behaupten, Israel sei eine außerordentlich böse Nation, aber eine außerordentlich gute und vorbildhafte ist es auch nicht. Die Deutschen tun selbstverständlich gut daran, wenn sie sich ihrer geschichtlichen Verantwortung bewusst sind, aber offensichtliche Menschenrechtsverletzungen einer anderen Nation gutzuheißen oder gar zu leugnen, wie es im genannten Artikel geschah, ist kein guter Weg, seiner Verantwortung nachzukommen. Dadurch macht man sich eher schuldig.

Dr. Jari Laaksonen, per E-Mail aus Turku in Finnland

 

 

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Meinen Dank an Jari & Han:
Ihr seit meine Helden im März!

 

Die Homo-Ehe ist...
die Titanic der Beziehungskisten.

 

Es gibt Leute,
die können einem ein Loch in den Bauch reden und, ohne Atem zu holen, auch wieder zureden. Jurij Brezan (Stimmt! Der Redakteur)

 

Thomas, meine Herzensbube,
was würde ich ohne Dich machen?

 

Denkt bitte daran...
Ich liebe euch alle, euer Wolfgang

 

Schön, dass Werner wieder da ist.

 

Vielleicht laden die Frauen von LIVAS...
ja mal die Coesfelder Kreisarchivarin zu einem Referat über junge & alte Schätzchen ein?

 

Das Letzte:
Natürlich wirke ich nicht fahrig, liebe Mädels: April, April, ich kann auch ohne Cola leben.

 

Mittwochs im KCM,
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