wenn ich aus dem Fenster schaue, keimt bei mir Hoffnung. Der Winter geht zur Neige, und auch wenn es da draußen noch erbärmlich kalt ist und auf dem Aasee noch eine dünne Eisschicht liegt, der Frühling naht. Schon habe ich am vergangenen Sonntag die ersten Jogger in leichter Bekleidung ihrem Laster frönen sehen. Ja Jungs, hübsch.
Nun werden sich einige empören, dass ich über das Wetter schreibe, wo andere für den Frieden kämpfen. Der Irak-Krieg droht.
Ich befürchte, dass meine Meinung mit der der Mehrheit nicht konform ist (nix Neues für mich). Meine Sorge gilt bei der bevorstehenden Entwaffnung des Iraks nicht dem Schlächter von Bagdad und seinem Clan. Meine Sorge gilt dem einzigen demokratischen Staatswesen in dieser Region, in der Menschenrechte tatsächlich zählen, Schwule nicht von Staats wegen verfolgt werden und man eine Regierung per Stimmzettel loswerden kann. Ein Diktator, der zum eigenen Machterhalt Giftgas gegen die eigenen Untertanen einsetzt, der wird nicht zögern, angeblich gar nicht vorhandene Giftbomben auf Israel abzuwerfen. Der Bursche hat aus der deutschen Geschichte gelernt: man nützt einen Krieg, um das "Judenproblem" zu lösen.
Deshalb wünsche ich uns & unseren Freunden einen schönen & warmen Sommer.
Warme Grüße
Norbert
Spät, aber nicht zu spät, lud der KCM-Vorstand in diesem Jahr zum Neujahrsempfang und knüpfte dabei an eine alte, aber leider vergessene Tradition im Verein an. Da der Empfang für einen Neujahrsempfang eigentlich ein bisschen spät daherkam, schlug Bürgermeisterin Karin Reismann vor, die Sache doch in Frühjahrsempfang umzubenennen. Eine gute Idee, und wer würde einer so beschlagenen und pfiffigen Frau schon widersprechen? Der "Zauberhut" ganz bestimmt nicht.
Stephan Karrenbrock hob in seinem Gruß an die Anwesenden die Arbeit des KCMs hervor, die sich auf viele Bereiche erstreckt. Neben der Aufklärungsarbeit, die immer noch und immer wieder gerne auch gezielt ehrenamtlich gemacht wird, verwies er besonders auf die kulturelle Arbeit im Verein. Ob es nun Lesungen, Musik, Filme & das kultige Quiz um Superstar Martin Enders sind: das KCM ist dabei.
Und um seine Worte zu unterstreichen, griff anschließend ein Musiker in die Saiten einer Gitarre. Man ging zum gemütlichen Teil über, wofür Häppchen und gute Stimmung sorgten. Das gab dem anwesenden Redakteur die Gelegenheit, sich umzutun: gesichtet an Prominenz wurden neben der Bürgermeisterin noch Carsten Peters, Richard Halberstadt & Marc Dieckel; von den zahlreichen prominenten Mitgliedern aus der Homo-Szene soll hier taktvoll geschwiegen werden.
NK
Schon die Fragen faszinieren: Welche Nationalflagge ist als einzige sechsfarbig? Oder: Welche Sportart betrieb die junge Tanja Schildknecht?* Wertvolles und praxisnahes Wissen kann gezeigt werden und so erlagen dem Faszinosum KCM & LIVAS-Kwiss-Time am 20. Januar einmal mehr 40 belesene Mädel und Burschen aller Neigungen und Altersstufen. Mancher heutige Klassiker begann mit weniger Resonanz und schon heute gilt der Wettbewerb als eindeutiger Marktführer im Bereich schwul-lesbischer Kwisse im Münsterland.
Mit gewohntem Charme und Souveränität führte Meister Martin durch die kniffligen 14 Fragerunden zum Film, zur Geschichte, zum Comic und was auch immer. Assistiert von den Damen Adriane, Barbara und Judith, so sicher wie schnell in Auswertung und Gastronomie. Am Ende trug das Team "Alles nur nicht Vierte" mit 44 Punkten (15 p. K.) den Siegeslorbeer formal von dannen, doch soviel namentliche Chuzpe fiel prompt der Bestrafung anheim. Viel begehrter war nämlich auch diesmal der 4. Preis - ein rares Buchpräsent, welches eine dionysisch rauschhafte Liebesgeschichte aus den 70er Jahren in bewegenden Bildern festhält. Die Freude darüber war dem mit 36 Punkten viertplazierten Team "Potzblitz" (9 Punkte p. K.) wirklich anzusehen, ja es schien so, als ob manches Team gezielt auf den 4. Platz hinarbeitete. Groß war deshalb vor allem die Enttäuschung bei den dritt- und fünftplazierten Teams, denn so dicht daneben ist eben auch daneben. Es kann nur einen Viertplazierten geben. Doch am Ende herrschten wieder Freude und Eintracht unter den Wissensfreunden.
Eine Anregung sei gestattet. Masse oder Klasse - das ist auch hier die Frage. Neben Preisen für die absolut erreichte Punktzahl sollte es deshalb auch einen Preis für die beste Pro-Kopf-Punktewertung geben. Beispielhaftes leisten in dem Punkt die reifen Herren des bewusst klein gehaltenen Teams "Dagobert", die sich durch ihre außergewöhnlich hohen Punktzahlen pro Kopf (31 Punkte p. K.) einmal mehr der Qualität verpflichtet zeigten.
Am 17. März laden Meister Martin und seine Damen erneut zur KCM-Kwiss-Time ein.
Michael Heß
* Die Auflösungen gibt es im nächsten Zauberhut
...vor der Sommerpause. Und diesmal mit den Kittyhawks - Mario Hemken & Detlev Michels.
"THE KITTYHAWKS - Es rockt , wenn die beiden Vollblutmusiker zur Gitarre und Blues-Harp greifen und den dreckigen, gemeinen Chicago-Blues spielen, der sich gewaschen hat. Man hört augenwinkelhängende Bluesballaden, groovigen Swamp-Blues und jazzigen Swing. Dazu "Meister Michels" angehaucht kratziger Gesang, der aus den tiefen des Mississippi-Delta zu kommen scheint. Wer die beiden verpasst, hat was verpasst."
Schon seit geraumer Zeit hat sich im KCM eine neue Gruppe etabliert. Die Gruppe trifft sich freitags um 18 Uhr im KCM. Sie ist nun unter http://www.jugendtreff-muenster.de auch im Internet zu finden und bietet dort lesenswerten Stoff über das Coming Out. Einfach mal hinklicken und lesen.
NK
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An alle neuen Mitglieder des Vereins, aber auch alle ´nur´-Interessierte richtet sich das `Neuentreffen´ , zu dem das KCM für Mittwoch, den 5. März einlädt: Volker und Wolfgang gestalten diesen Kennenlern-Abend mit Infos rund um den Verein und Antworten auf alle Fragen: Treffpunkt ist um 19 Uhr der Gruppenraum im KCM - anschließend kann, wer will, dann gleich zum Offenen Abend bleiben....
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Manchmal kann auch der Redakteur des "Zauberhuts" nicht aus seiner Haut. Und dann kommt sein Dasein als Historiker zum Vorschein. Wenn man die Möglichkeit hat, einem führenden Sozialdemokraten der Stadt Münster Fragen zu stellen, dann beschränkt man sich auf vier Fragen: Johann Jacoby beschränkte sich 1841 auch auf vier Fragen. Die vier Antworten gab dem Zauberhut Wolfgang Heuer. Der vierzigjährige Heuer ist Fraktionsvorsitzender der SPD im Münsteraner Stadtrat, also Führer der Opposition.
"Zauberhut": Am ersten Adventswochenende bist Du mit anderen Politgrößen für die Aids-Hilfe sammeln gegangen. War das die gerechte Strafe für die Kürzungen im Sozialbereich durch die Politik?
Wolfgang Heuer: Die mehr oder weniger "gerechte Strafe" für falsche Politik kann man an Wahlsonntagen ab 18.00 Uhr im Fernsehen bewundern - leider trifft es nicht immer die richtigen... Die Sammelaktion für die Aids-Hilfe hat demgegenüber richtig Spaß gemacht und sollte neben dem materiellen Anliegen auch Solidarität mit den Aids-Kranken zum Ausdruck bringen.
"Zauberhut": Das Gelände am Hawerkamp sollte komplett saniert, also platt gemacht werden. Dort hat sich eine bunte Szene etabliert. Die Pläne sind erst mal auf Eis gelegt. Welche Ideen hat die SPD für das Gelände und die alternative Szene?
Wolfgang Heuer: Die SPD tritt dafür ein, in direkter Nachbarschaft zum Hawerkampgelände im Bereich des heutigen Betonwerks Caspar Hessel (Stadthafen II) eine sogenannte "MünsterArena", also ein multifunktional nutzbares Stadion zu errichten. In unserem entsprechenden Ratsantrag wurde ausdrücklich hervorgehoben, dass dadurch der Kernbereich der jetzigen Hawerkamp-Szene nicht gefährdet werden darf. Daraus wird deutlich: Die SPD anerkennt das dortige Angebot und wir sehen sogar Chancen, über den Stadionbau am Stadthafen II diesen Bereich insgesamt zu einer attraktiven großstadtgemäßen Veranstaltungs- und Kulturmeile auszubauen. Gespräche in dieser Richtung sind bereits zwischen dem Verein "Erhaltet den Hawerkamp" und der "Aktion Pro Stadion" gelaufen.
"Zauberhut": Immer mehr Menschen verabschieden sich von der hergebrachten Form trauten Zusammenlebens, der Ehe. Welche Ideen hat die SPD zur Förderung alternativer Lebensformen?
Wolfgang Heuer: Die SPD hat zusammen mit den Grünen ein Gesetz zur rechtlichen Absicherung eingetragener Lebenspartnerschaften für gleichgeschlechtliche Paare in den Bundestag eingebracht. Die eingetragene Partnerschaft ist ein historisches Ereignis für die deutsche Gesellschaft und sie markiert einen Wendepunkt im Verhältnis des Staates zur homosexuellen Minderheit - und das ist gut so! Ministerpräsident Stoiber hat gegen das Lebenspartnerschaftsgesetz vor dem Bundesverfassungsgericht geklagt - sein politisches Lager hält die notwendige steuer- und erbschaftssteuerrechtliche Anerkennung homosexueller Paare vermutlich für Teufelsanbetung. Und so mag es auch kaum überraschen, dass sich die SPD im Jahre 1994 nicht mit dem Anliegen durchsetzen konnte, ein Diskriminierungsverbot aufgrund sexueller Identität ins Grundgesetz aufzunehmen.
"Zauberhut": Und nun noch etwas zur O-Frage von Dir! Zur Oberbürgermeisterkandidatur eines Sozialdemokraten in Münster 2004....
Wolfgang Heuer: Tja, die von Dir sogenannte "O-Frage" interessiert ganze Heerscharen münsterischer Journalisten brennend - verständlicherweise. Aber auch an dieser Stelle kann ich nur sagen: Wir haben einen internen Fahrplan und an dessen Schluss wird in diesem Frühjahr die Präsentation unseres OB-Kandidaten (-Kandidatin) stehen. Mehr wirst Du mir hierzu nicht entlocken.
Im Weltraum ist immer was los, manchmal mehr, manchmal weniger.
Nachdem er 15 Jahre lang durch die Enterprise als ewige Nummer 2 geschlunzt ist, bekommt William T. Riker endlich ein eigenes Kommando: über ein eigenes Schiff und eine eigene Frau. Die kirchliche Hochzeit' des Mannes muss aber verschoben werden, denn die Enterprise wird kurzfristig zu den Romulanern beordert, um Friedensverhandlungen mit alten Feinden aufzunehmen. Auf dem Weg dahin findet Data, der Androide des Schiffs, einen Vorläufer seiner selbst, B 4 genannt. Und Jean Luc Picard begegnet auf Romulus seinem Klon, den die Romulaner einst züchteten, um der Föderation eins auszuwischen. Der Klon von Picard, selbst Mensch und Opfer der Romulaner, hasst merkwürdigerweise die Menschheit und will diese ausrotten. Das kann Picard nicht zulassen und es folgt eine furiose Weltraumschlacht.
Was soll's? "Star Trek X" ist misslungen. Die Handlungen ist geklont, sie erinnerte mich streckenweise an "Star Trek II", als Kirks alter Widersacher Khan der Enterprise zusetzte; am Ende opferte sich Spock, um seine Freunde zu retten. Im geklonten Film ist es Data, der sich opfert. Eigentlich hatte ich nach Captain Kirks Tod geglaubt, man würde auf billige Todesarten bei "Star Trek" verzichten, aber Data bekam nicht mal einen gescheiten letzten Satz.
Hoffen wir Trekker also auf "Star Trek XI", und möge dieser Streifen im Untertitel nicht "Auf der Suche nach Data" heißen.
NK
Das war eine schöne Pleite: Stefan Sudmann hatte alle Beteiligten zur jährlichen Sitzung des Schwullesbischen Archivs ins KCM gebeten, alle relevanten Gruppen hatten sich auf einen Termin geeinigt, aber es erschienen zum genannten Termin nur die drei üblichen Verdächtigen: Stefan Sudmann, Peter Kramer und als Vertreter der unfreien Presse Norbert Korfmacher. Das war nicht übel, denn das gab den drei anwesenden Historikern Gelegenheit, zu fachsimpeln. Nur: das war nicht Sinn & Zweck der Übung. Denn Stefan hätte viel zu berichten gehabt von der Arbeit des Archivs. Der Kontakt zum Westfälischen Archivamt konnte erfolgreich hergestellt werden, eine Ausstellung zur Homo-Geschichte bereicherte die Stadt Münster. Auch wären Neuwahlen für die Gremien nötig gewesen, doch das musste unterbleiben: zu wenig stimmberechtigte Vertreter waren da.
Nun wird ein neuer Termin mitgeteilt, der so gelegt wird, dass alle die Gelegenheit haben, zu kommen.
NK
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In den letzten Jahren sind im deutschen Sprachraum in mehreren Städten Queergottesdienstgruppen und -initiativen entstanden. Schwule Christen und lesbische Christinnen, die sich im Raum der evangelischen und katholischen Großkirchen verorten, leben und feiern in diesen Queerbezügen ihren Glauben.
Im Januar 2002 hatte das Frankfurter "Projekt: schwul und katholisch in der Gemeinde Maria Hilf" in Frankfurt am Main erstmals zu einem Treffen dieser Initiativen eingeladen. Ziel war es, den Gruppen ein gegenseitiges Kennen lernen zu ermöglichen und Perspektiven der Vernetzung zu entwickeln.
Ein gutes Jahr später lud nun die ökumenische Initiative "Queergemeinde Münster" zu einem Folgetreffen am 11./12. Januar 2003 ein. Die Gemeinden-Tage standen unter dem Leitgedanken "Ihr aber seid ein auserwähltes Volk (1 Petr 2,9)". Über 30 Gäste aus Frankfurt, Stuttgart, Nürnberg, München, Hannover, Berlin und Basel folgten der Einladung. Räumlich fanden die Veranstaltungen in den Kirchengemeinden statt, in denen die Münsteraner Initiative zu Gast ist: in der evangelischen Trinitatis und der katholischen St. Sebastian Gemeinde sowie in einer weiteren Nachbargemeinde.
In einer liturgischen Feier zur Eröffnung der Begegnungstage hob Georg Terhart in seiner Predigt hervor, dass immer mehr Queers in den Projekten und Gemeinden religiöse Heimat und Geborgenheit finden. Es gebe aber keinen Anlass, sich mit dem Erreichten zufrieden zu geben, solange Menschen aufgrund ihrer queeren Lebensweise der Weg zu religiöser Gemeinschaft versperrt ist.
In den anschließenden Workshops ging es um den Austausch von Erfahrungen: um Modelle des Miteinanders von katholischen und evangelischen Queers, um das Selbstverständnis als Gottesdienstprojekt oder als Queergemeinde, um Wege für einen konstruktiven Dialog mit den Amtskirchen oder auch um die Gottesbilder von Queers. Bewegter ging es in einem Workshop "Meditativer Tanz" oder in einem Chorprojekt zu. Ein konkretes Ergebnis der Tagung ist der Entschluss, beim Ökumenischen Kirchentag Ende Mai in Berlin gemeinsam Präsenz zu zeigen.
"Der Austausch von Erfahrungen schärft den Blick für kirchliche Strukturen und für Möglichkeiten, damit erfolgreich umzugehen", äußerte ein Teilnehmer zum Abschluss der Gemeinden-Tage. In dieser Perspektive lädt die Stuttgarter Gottesdienstinitiative für 2004 zum nächsten überregionalen Treffen ein.
Peter van Elst
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Ein Bischof, so habe ich in meiner stolzen Kindheit & Jugend gelernt, ist ein frommer Mann von großer Heiligkeit, der als Hirte darauf achtet, dass seine Schäfchen in Treue fest zum Heiland und seinen unabänderlichen Geboten stehen, die noch frommere Schreiberlinge im Neuen Testament der Bibel niedergelegt haben.
In Münster spreizt sich Reinhard Lettmann auf dem hohen Stuhl, den einst der vor 1194 Jahren in Billerbeck dahingegangene Liudger als Bischofssitz begründete. Bei seiner harten Arbeit war dem Bischof die Unzucht der Schwulen & Lesben ein Dorn im Auge, über die er tunlichst schweigend hinwegging. Man konnte die Bande schlecht fassen, waren sie doch nicht stigmatisiert wie einst der Hl. Franz. Das änderte sich ein wenig, als die "eingetragene Lebenspartnerschaft" eingeführt wurde. Nun wurden die Homos greifbar!
Hier muss zur "Homo-Ehe" nichts mehr gesagt werden: die vom LSVD und den Grünen angekündigte Öffnung der Ehe war aus politischen Gründen nicht möglich, im letzten Sommer hat auch das Bundesverfassungsgericht dies unterbunden. Von gleichen Rechten kann überhaupt nicht die Rede sein. Immerhin bekamen die Homos in Deutschland nun die Möglichkeit, dem Staat ihre Veranlagung voller Stolz mitzuteilen und sich "verpartnern" zu lassen.
Dies war den Erleuchteten der allein Selig machenden katholischen Kirche immer noch zuviel. Ihre Heroen beschlossen im letzten Sommer, jenen Mitarbeitern kirchlicher Einrichtungen zu kündigen, die den Weg der "Homo-Ehe" beschreiten. Der hiesige Hirte Lettmann schloss sich dem an. Auch wenn ich kein Freund der "Homo-Ehe" bin: das ist unverschämt!
Das rief nun den LSVD auf den Plan, jene Organisation also, der wir Schwulen & Lesben die gesetzliche Klassifizierung und Diskriminierung im Kern zu verdanken haben. Ende letzten Jahres erreichte den "Zauberhut" unvermittelt ein Aufruf zu einer Demonstration am 19. Januar, dem Familientag der katholischen Kirche. Das Organisationstalent des LSVD sorgte dafür, dass eine Berücksichtigung der Demo im Terminkalender des Blattes unterbleiben musste: der "Zauberhut" war längst im Druck. Kurzfristig fand die Demo mitten im Winter statt. Der Heiland im Himmel hatte zwei Einsehen: es schneite und fror erst eine Woche später. So fanden sich mindestens fünfzig Personen vor dem Dom ein, darunter Frau Schwering von der Antidiskriminierungsstelle und Richard Halberstadt aus dem Stadtrat. Zum Organisationsgenie des LSVD gehört natürlich auch, dass die Unterstützung der Gewerkschaften (die gerade im Bereich des Arbeitsrechts sinnvoll gewesen wäre) und der politischen Parteien nicht sichtbar war; vermutlich waren sie nicht eingeladen worden. Dafür sprangen die kirchlichen Schwulengruppen auf den Zug des LSVD. Immerhin hatte ich den Eindruck, dass es den Beteiligten recht großen Spaß machte, sich vor den Dom zu postieren und zwei Stunden lang auf die Rechte der Schwulen & Lesben hinzuweisen. Eine freudige Stimmung kam auf, die weder das kalte Wetter noch das Organisationsgeschick des LSVD mindern konnten.
Und unser Bischof? Nun, ich zweifele keinen Augenblick, dass er ein frommer Mann ist, aber mit der Heiligkeit hapert es in meinen Augen erheblich, weil der Mann anscheinend sein persönliches Wohl über die unveränderlichen Gebote der Bibel stellt. Denn in der Apostelgeschichte des Neuen Testaments ist festgelegt, wie ein Bischof zu bestellen ist. Man höre auf: er ist durch die Wahl seiner Gemeinde auf den Stuhl zu hieven. Herr Lettmann jedenfalls ist nicht durch die Wahl seiner Gemeinde auf den Bischofsstuhl gekommen.
Nach Kirchenrecht & Kirchentradition verfällt, wenn ich mich recht entsinne, dem Kirchenbann, dem Ausschluss von der Güte Gottes im Jenseits, wer sich das Bischofsamt anmaßt. Der "Zauberhut" als Münsters großes, buntes Schwulenmagazin ist in tiefer Sorge um Herrn Lettmanns Seelenheil!
NK
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Unglaublich, aber wahr: im Monat März feiert der "Zauberhut" sein sechsjähriges Bestehen.
Dabei war der Start des Blattes alles andere als glücklich. Am Anfang stand das Ende der "Zauberflöte". Matthias Kuske und Tim Vogler hatten dieses Heft lange Zeit mit großem Erfolg gemacht. Als die "Zauberflöte" uns den Marsch nicht mehr blasen wollte, stand das Heft inhaltlich wie formal auf (s)einem Höhepunkt. Der Januar 1997 brachte dem schwulen Volk das letzte Heft.
Improvisation war gefragt, denn das schwule Volk sollte, wollte & musste über die Termine für das schwule Volk unterrichtet werden. In dieser Situation erschien im März 1997 ein dünnes Faltblatt, eben "Der Zauberhut - Schwules in Münster". Sein erster Redakteur hieß für drei Ausgaben Michael Karshüning, bis heute wahrlich kein Unbekannter im KCM. Und eigentlich war in dem dünnen Blatt schon damals alles, was auch heute noch im "Zauberhut" zu finden ist: Termine & aktuelle Berichte.
Mit der Juni-Ausgabe '97 änderte sich das Format. Der "Hut" bekam die heute so sattsam bekannte Länge, die sich hervorragend eignet, um günstig in einem superneutralem Umschlag verschickt zu werden. Trotz aller Fortschritte: gewisse Dinge haben eine unliebsame Tradition, und dazu zählen unausrottbarte Vorurteile gegen uns "warme Brüder", weshalb der Umschlag zum Pflichtprogramm beim Versand gehört.
Hermann Terborg löste Michael als Redakteur ab. Das Hütchen der Szene bekam einen professionellen Anstrich, die Nähe zur "Zauberflöte" wuchs. Im Mittelpunkt des Heftes standen weiterhin die Termine. Anders als heute zogen sie sich über mehrere Seiten, garniert mit kurzen Berichten zum angekündigten Ereignis. Rückblicke auf geschehene Ereignisse rundeten die Vorblicke auf das Kommende ab.
Politik oder vereinsinterner Zank blieben im "Zauberhut" nicht unerwähnt. Unvergessen Magnus R., der zuerst die Öffentlichkeit mit der Forderung nach einer "Magnus-Hirschfeld-Straße" erfreute (Juni 1997), dann den Verein mit Reden von einer "schwulen Elite" & "Veternwirtschaft" beglückte (Juli 1997), um schließlich ausgeschlossen zu werden. Im Herbst spottete Hermann über den Hamburger Bürgermeister Voscherau, der spät, zu spät, sein pochendes Herzchen für die Schwulen entdeckte (September 1997). Immer ein großes Problem war die Kohle, das liebe Geld: "Weniger Geld für Homos in NRW?" fragte der "Zauberhut" im November 1997. Auch von "Evangelikalen Schwulen & Lesben" wusste man zu berichten (Januar 1998). Bilder vom Neujahrsempfang finden sich in der Februar-Ausgabe 1998; schon damals glänzte Michael Heß auf den Bildern. Die Bundestagswahl 1998 fand auch im "Zauberhut" statt: Hermann interviewte die Bundestagskandidaten, beginnend mit MdB Catenhusen (ab März 1998); sogar für Wuchtschnitte & Kandidat Stefan Proske war Platz, wenn auch nicht im Bundestag, so doch im August-Heft '98. Die Landesregierung stand im Zentrum einer harschen Kritik durch den KCM-Vorstand im Juli 1999: es war Wahlzeit und die nutzte Berthold Tillmann, um sich auch im KCM als zukünftiger OB vorzustellen (August 1999).
Noch wichtiger aber sind für das Heft die Berichte aus den Gruppen und über die Gruppen in und um den Verein - und natürlich Informationen über die Arbeit des Vereins. Beim Durchblättern der alten Bestände fragte ich mich, wie oft Fritz Krüger eigentlich schon schwungvolle Reden für die Schwulen gehalten hat (Juli 1997)? "Wie Twix mal Raider hieß, hörten die Youngs bisher auf LesbischSchwuleJugendAktiv!', kurz LSJA!." stellte Hermann im Sommer 1997 fest; Timo Kerßenfischer & Markus Lampe berichteten von den Gründen die zur Umbenennung der im & vom KCM gegründeten Gruppe geführt hatten (August 1997): Schnee von gestern.
Immer wieder im Mittelpunkt der Berichterstattung stand das "standFest" (ab Oktober 1997 jährlich). Filmclub, Tanzgruppen, Coming-Out-Team, Rosa Telefon, Bibliothek und und und: sie alle fanden sich von Anfang an im "Zauberhut" wieder. Und mehr noch: Hermann stellte die Menschen im und hinter'm Verein vor, so seinen Vorgänger, Alt-Redakteur Michael Karshüning (Oktober 1997) oder auch mal Wolfgang Knebel, damals noch mit Bart (November 1997). Da blieb eine Geburtstagstorte für Gay and Gray dann auch im Hut nicht unerwähnt (Dezember 1997). Von Kultur wusste Hermann im Januar 1998 zu berichten: Freddy von Ameln las Gedichte, der unvergessene Axel Grünert zupfte auf seiner Harfe himmlische Melodien. Immer wieder Kultur - "Das KCM als Bühne & Atelier" hieß es im Juni 1998: eine gute Idee von Berno Hellmann & Mario Hemken. Einen Monat später gab es Bilder von einer "Pyjama-Party" im KCM.
Auch die Veränderungen im Verein wurden "Zauberhut" aufgegriffen: der Abgang der Frauen war Thema im Dezember 1998. Heute tummeln sie sich in LIVAS, und nur eine schummelte sich auch später (2001, zuletzt Februar 2003) immer wieder zur hellen Freude ihrer unpopulären LeidensgenossInnen in den "Zauberhut". Hans-Joachim Herrmann, Mario Wirz & Michael Sollorz boten "Kultur der Spitzenklasse im KCM" (Januar 1999). Berichten konnte Hermann über eine neue Jugendgruppe im KCM, die yohos (April 1999), ein gescheiterter Versuch.
Außerhalb des KCMs fanden sich auch Gruppen & Einrichtungen, die ihren Hut im "Zauberhut" hochhielten: so berichtete das Blatt im Februar '99 vom Lebenshaus in Handorf. Da konnten Bilder vom "Husch-Ball" nicht fehlen (März 1999). Vieles fehlt hier und musste unterschlagen werden: zu wenig Platz!
Der Herbst 1999 brachte dann den Stabwechsel: Hermann Terborg ging, Ecko Schreiber & Hilmar Bastian folgten. Die Konstellation erwies sich als unglücklich: Ecko fiel der Part des Redakteurs zu, Hilmar war verantwortlich für das Layout, doch eine klare Abgrenzung der Zuständigkeit schien problematisch. Als Ecko aus gesundheitlichen Gründen ausfiel, platzte der Januar-Hut im neuen Jahr 2000. Für die folgenden zwei Ausgaben machte NK (moi!) das Layout des Hutes, während Ecko weiterhin den Griffel spitzte und dies noch bis zur Juli-Ausgabe tat. Im August 2000 übernahm dann NK den Redakteursposten, hatte allerdings schon im Juni-Heft mit einem legendären Titelbild unerreichte Maßstäbe gesetzt - und K-Gruppen & "Friedens"-Bewegung durch einen netten Artikel über den Missbrauch des Gedenkens an "unsere Toten" am 8. Mai herzlich vergrätzt.
Der "Zauberhut" blieb für die Gruppen im KCM ein Ansprechpartner, er blieb offen für Anregungen und Artikel von außen. Das Layout war seit April 2000 in die Zuständigkeit von Bernd Fehr gefallen, der dies bis zum Oktober-Heft 2001 trotz enormer Arbeitsbelastung in seinem Beruf durchzog. Der "Zauberhut" wurde graphisch flotter & frecher, aber die Neuerung stieß zur Überraschung der Redaktion auf ein konservatives Publikum. Manch kluger Gedanke wurde zwar ausgesprochen, aber nie verwirklicht. Nicht zuletzt das unglückliche, aber portosparende Längsformat des Blattes wurde (und wird) von den Machern bis heute mit Bedauern gesehen: es zeigt zugleich die Grenzen der Herrlichkeit auf, denn an Änderung ist hier nicht zu denken.
Der Wechsel von Bernd Fehr zu Peter Kramer verunglückte: die November-Ausgabe 2001 konnte nicht rechtzeitig in den Druck gehen, der Vorstand griff ein und cancelte Peters optische Premiere. Doch seitdem laufen die Druckmaschinen. Der "Zauberhut" ist unter Peter zur klassischen Linie zurückgekehrt, was das Layout betrifft. Inhaltlich hat sich der "Zauberhut" weiterentwickelt: die Termine finden sich zwar noch in der Mitte des Heftes, stehen aber nicht mehr im Mittelpunkt, obwohl sie nach wie vor der wichtigste Grund sind, das Heft monatlich rauszubringen.
Was mag die Zukunft bringen? Im Zeitalter des Internets stellt sich die Frage. Natürlich finden sich Termine & Artikel auch im Internet auf den Seiten des KCMs. Dabei wird die Online-Ausgabe des Hutes professionell von Heinz betreut. Und Heinz sei Dank wird auf den im Netz üblichen Schnickschnack ("Java-Application loaded - please wait") verzichtet. Wobei die Online-Ausgabe durchaus nicht identisch ist mit der Printversion. Das Internetdasein wird in Zukunft wachsen: der monatliche Arbeitsaufwand für das Blatt ist nicht zu unterschätzen und kann von den Machern in diesem Jahr so nicht durchgehalten werden; dazu kommen die Kosten, denn die gedruckte Ausgabe ist nicht ganz billig. Der Leser wird's in diesem Jahr merken.... Zur gedruckten Version gibt es nach meiner Meinung auch in Zukunft keine Alternative: auch wenn viele Jungs und Schwestern über einen Internetanschluss verfügen, die gesetzteren Herrschaften über 40 (zu denen auch NK gehört), sind durchaus nicht alle vernetzt.
So aber hält der geneigte Leser (und wie ich weiß, auch manche heimliche Leserin) einen "Zauberhut" in den Händen, kann blättern, kann staunen und sich auch gelegentlich über die maaaaaaßlose Arroganz des Redakteurs ärgern.
Ein Zauberhut? Das bleibt Schwules in Münster. Nicht mehr, aber hoffentlich nie weniger.
NK
PS: Mach mal einer n' Fenster auf: auf zuviel Weihrauch reagier' nicht nur ich allergisch...
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Die nächste Nummer im April wird eine Doppelnummer für die Monate April & Mai. Im Mai wird Münsters großes buntes Schwulenmagazin nicht erscheinen. Ich bitte alle Gruppen, Interessierten & Uninteressierten dies für Ihre Terminplanung zu berücksichtigen und Termine für den Mai schon bis zum 10. März zu melden.
Regenbogen-TV, das schwule Magazin im Stadtfernsehen tv münster, (Kabelkanal 3);
Am Freitag, 14.03.2002 ab 20:15 im KCM
Alte Fehler zu korrigieren ist manchmal kostspieliger, als neue zu machen.
Wieslaw Brudzinski
Warum hat Thomas Gottschalk eigentlich noch nicht den Redakteur des Zauberhuts geküsst?
Die Queer kam und ging - Der Zauberhut bleibt.
Vierzig Jahr, blondes Haar: Ulla wird vierzig, Norbert gratuliert.
Thomas, mein Herzbube, ich liebe dich.
Was macht eigentlich Axel Grünert?
Aus Anlass seines sechsjährigen Bestehens bedanken sich die Macher des "Zauberhut" bei ihren Vorgängern, bei den Werbekunden und ein wenig auch beim Vorstand, der unsere Launen ertragen muss, dessen Launen wir aber auch ertragen müssen.
Und das Letzte: jeder neugierige Leser wird sich fragen, weshalb der "Zauberhut" sein sechsjähriges feiert... Ganz einfach, Mädels: das fünfjährige Jubiläum haben wir glatt verpennt.
Mittwochs im KCM,
Klönen, günstig trinken, Spaß, schwule Bibliothek und vieles mehr...
Zauberhut,
c/o KCM - Schwulenzentrum Münster e.V.,
Postfach 4407, 48025 Münster,
Tel. 0251/665686, Fax. 0251/665661,
E-Mail: zauberhut@muenster.gay-web.de.
Mitarbeiter dieser Ausgabe: Michael Heß, Norbert Korfmacher (ViSdP), Peter Kramer (Satz), Peter van Elst
Umsetzung für das Internet heinz@muenster.gay-web.de
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Die Redaktion behält sich vor, Leserbriefe gekürzt abzudrucken.
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