Schwules in Münster - November 2002

 

Salve,

die Wahlen sind geschlagen, die Versprechungen unserer Politiker, dass alles besser wird nach den Wahlen, sind eingetroffen! Am Montag nach Schließung der Wahllokale wurde mir signalisiert, dass ich im November wieder eine neue Stelle bekomme, befristet zwar, aber dieses Elend bin ich als Historiker gewohnt.

Unbefristet ist hingegen meine Stelle als Redakteur des Zauberhuts, auch wenn mich einige am liebsten in diesem Bereich arbeitslos sehen würden. Ich muss also weiter Zeilen füllen, sei es, dass ich fähige Leute mit dem Lasso einfange und sie nötige, für das Blatt zu schreiben, oder indem ich selbst dichte.

Immerhin ist die Tätigkeit des verantwortlichen KCM-Hofpoeten nicht nur mit Arbeit verbunden, sie macht auch Spaß.

Und: als Redakteur genieße ich das Privileg, meinen Sermon noch vor den Worten unseres großen Vorsitzenden verbreiten zu können. Und: es muss nicht unbedingt was Schwules sein, worüber ich schreibe. Ich darf zum Beispiel auf eine Ausstellung hinweisen, zu der ich Euch, liebe Leser und euch, liebe LeserInnen, gerne einlade. Am 14. November wird um 14.30 Uhr (unmögliche Zeit, ich weiß) im Kreishaus I in Coesfeld, Friedrich-Ebert-Str. 7, die Ausstellung „Zwangsarbeit in Rheinland und Westfalen” eröffnet. Ich würde mich freuen, recht viele von Euch im Kreishaus bei der Eröffnung zu sehen. Machen wir das schwarze Kreishaus mit seinen roten Steinen in einer kalten Jahreszeit warm. Das freut den Landrat.

Warme Grüße
Norbert

PS: Und am 22. November machen wir dann die Stadtbücherei in Münster warm. Dreißig Jahre Schwulenbewegung in Münster werden hier gefeiert. Da feiern wir mit!

 

 

Neues aus dem Vorstand

Hallo Ihr Lieben,

mal wieder was vom Vorstand - wir haben hier ja lange nichts mehr von uns hören lassen. Ich hoffe aber doch, dass Ihr gemerkt habt, dass es uns noch gibt.

Was hat sich getan bei uns? Also: erst mal hat sich das Vorstandsteam ein wenig geändert. Wir haben inzwischen Thomas als ordentliches Mitglied nachberufen. Nach dem Ausscheiden von André Groß waren wir ja nur noch zu viert. Für die Arbeit und auch um ein größeres Meinungsspektrum zu erreichen hielten wir es für nötig uns wieder zu verstärken und mit Thomas haben wir einen prima „Griff” getan.

Was gibt es sonst so an Neuigkeiten? Wir haben eine neue Broschüre erstellt, in der sich das KCM vorstellt. Sie wird zur Zeit gesetzt und dann gedruckt. Ich denke, dass sie ab November verfügbar ist. Das gleiche gilt für eine Aufkleberserie für Gay and Grey, Rosa Telefon, Beratung, Party und noch einige Themen. Hier haben wir versucht, Motive und Gestaltung mal ganz anders zu machen. Ich hoffe, dass die Aufkleber auch ab November zu haben sind. Ich glaube, dass beides - Broschüre und Aufkleber - richtig prima geworden sind.

Ansonsten startet Holger Seidel im November mit einer Jugendgruppe, ab Januar gibt es wieder Tanzkurse mit Stefan Möllmann, das Kulturfrühstück hat wieder begonnen, Silvester gibt es im KCM eine Party, das Sonntagscafé wird immer beliebter (wäre aber prima wenn sich noch ein paar mehr Leute sehen ließen, dann wird der Gewinntopf beim Bingo auch größer). Ein paar andere Sachen sind noch in der Schwebe, aber es passiert auf jeden Fall noch einiges. Unser Anliegen in diesem Zusammenhang wie eigentlich immer: es wäre schön, wenn noch viel mehr KCM-Mitglieder oder Freunde und Bekannte von den Angeboten Gebrauch machen würden oder einfach nur zum Klönen und Kaffee oder sonst was trinken Mittwochsabends oder zum Sonntagscafe kommen würden.

Ich wünsche Euch einen schönen Herbst, der hoffentlich so sonnig bleibt wie jetzt, während ich dies hier schreibe. Denkt dran: nicht nur der Frühling eignet sich für Frühlingsgefühle.

Bis denn dann - spätestens auf unserer 5. „Enjoy the Party” am 9. November 2002

Für den Vorstand
Euer Stephan

 

 

Kulturfrühstück - 2. Staffel

Am 29. September war es wieder soweit. Die zweite Rundes des monatlichen Kulturfrühstücks startete dort, wo es im Frühjahr aufgehört hatte: mit Weib & Gesang. Tünde Gajdos & Katja Mengeringhausen brachten dem anwesenden Volk bei der Begleitung von Chizuro Amakawa viele Ständchen. Die Auswahl der Musikstücke war breit gefächert; mir persönlich haben die eher getragenen Stücke nicht so gut gefallen zum Herbstanfang, das Trio ist halt am besten, wenn es für Stimmung sorgt. Und grausam, wie Tünde Gajdos mit ihrer tollen Stimme ist, brachte sie ihr bestes Lied ganz zum Schluss: es war, wie schon im April-Heft des Hutes hervorgehoben, ein Lied über nervende Kinder, welches den meisten und lautesten Applaus bekam.

Fazit: die zweite Staffel des Kulturfrühstücks begann durchaus gelungen.
NK

 

 

Enjoy the party zum fünften!!!

Schon fast traditionell steigt im Herbst wieder eine große Hausparty im KCM: Am Samstag, dem 09.11. geht's ab 22:00 ab! Auf drei Etagen, zwei Dancefloors, einer Cocktailbar wird gefeiert, was das Zeug hält. Als besonderes Bonbon wieder die beliebte Happy Hour, in der alle Getränke außer die Cocktails wieder für spottige 50 Cent zu haben sein werden. Also: nix wie hin und enjoy it, the party...

  • von 22:00 - 23:30: alle Getränke außer Cocks 50 Cent
  • von 21:30 - 23:30: gibt's Punkrock der Gruppe „Soilent Green”
  • von 21:30 - 22:30: zahlt jeder nur den halben Eintritt (also zwei Euro)

Am Samstag, 09.11.2002 ab 22:00 im KCM

 

 

Polizei in KCM

Ja! Am Mittwoch, 20.11.02, 20 Uhr, ist die Polizei, das Kommissariat Vorbeugung, bei uns im KCM zu Gast.

Anlass ist ein recht interessanter Informationsabend. Kriminalhauptkommissare Christine Bünker und Herr Kunstlewe, referieren über

  • Eskalationsverhinderung
  • Zivilcourage
  • Verhaltensprävention

Themen, die für jeden von uns, sehr plötzlich von entscheidener Bedeutung sein können.

In jeder Beziehung kein trockener Vortrag - denn jeder Teilnehmer erhält an der Theke ein Freigetränk!

Es werden Fallbeispiele gezeigt, es wird ausreichend Zeit zu einem anschließenden Erfahrungsaustausch geben. Der Abend ist an einem offenen Thekenabend im Thekenraum, bitte erscheint pünktlich, damit auch für unsere Mittwochsbesucher anschließend ausreichend Zeit zum klönen bleibt.
Wolfgang Knebel

 

 

Sinter Claas voraus!

Es lässt sich nicht mehr abstreiten: Das Jahr neigt sich seinem Ende zu und ganz allmählich tauchen am Horizont unserer Erwartungen einige bekannte Gesellen auf. Sinter Claas heißt einer und in diesem Jahr kommt er erneut nach Münster. Wer sich das Spektakel nicht entgehen lassen möchte, ist dazu herzlich eingeladen. Und zwar am Sonntag, dem 1. Dezember um 15 Uhr im KCM - bei Interesse also vormerken. Hier sei für die Vergesslichen schon einmal an die Wichtelpräsente erinnert, die zu Sinter Claas nun einmal dazu gehören wie die Theke zum KCM. Und mehr Infos gibt es dann im kommenden Zauberhut.
Michael Heß

 

 

Gay ´n Grey war in Zandvoort aan Zee

Die 2. Gay & Grey Reise ging nach Holland. 10 Männer machten sich auf, mieteten in Zandvoort im Grand Dorado Park einen großen Bungalow, und trieben es 5 Tage lang auf die Spitze? Ja, auch diese Reise war einfach Spitze! Sonne am Himmel und im Herzen, Wolken gab es nur am Himmel. 10 Männer in einem Haus, das ist absolut kein Chaos, es war einfach nur schön. Was haben wir Spaß gehabt. Es fing gleich gut mit Ludwigs Geburtstag an. Verwöhnt haben wir Ludwig mit einem Frühstück, in einem geschmücktem Frühstückszimmer, da hätte so manches Kinderherz höher geschlagen. Aber am Abend vorher, da verwöhnte uns Ludwig mit einem zauberhaften 3-Gänge Menü. Gekocht wurde abends immer selbst, jeweils 2 Männer sorgten abwechselnd für das leibliche Wohlergehen; klar, dass da jedes Team das Team des Vortages übertreffen wollte. Es wurde natürlich nicht nur gegessen und getrunken, gerne zähle ich unsere Aktivitäten in Stichworten auf: Strand, Schwimmbad, Sauna, Haarlem, Haus Doorn (Exil vom Wilhelm II), Adonis Bar, Relaxen, Nachtspaziergänge, Spargelfeldrundgänge - was dies ist erklärt besser Ludwig, denn ich war an diesem Rundgang nicht beteiligt.... und ganz groß: Geselligkeit. Im Fotografieren waren wir wieder einmal „Weltmeister” über 140 Fotos müssen nun sortiert und gezeigt werden, Anlass für den nun obligatorischen Reise „Rewivelnachmittag". Es war gewiss nicht unsere letzte Reise!
Wolfgang Knebel

 

 

Ab Januar wird wieder „Taktvoll” getanzt

Fast zwei Jahre währte die Pause - doch nun ist es soweit: Das KCM bietet wieder seine beliebten Tanzkurse für Schwule und Lesben an. Nachdem Martin S. aus beruflichen Gründen die Tanzkurse nicht mehr weiterführen konnte, hat das KCM jetzt mit Stefan Möllmann einen neuen Kursleiter gefunden. Stefan blickt auf eine langjährige Turniererfahrung zurück und freut sich, seine Erfahrungen und Kenntnisse Anfängern, Wiederholern oder einfach nur Interessierten weiterzugeben. Für alle Tanzwütigen heißt das: Es darf wieder geschwoft werden! Starten werden die Kurse zunächst mit einem Anfängerkurs. Der Kurs findet wöchentlich donnerstags an acht Abenden statt. Der Abschluss wird dann im März mit einem Ball gefeiert, zu dem dann alle - und nicht nur die Kursteilnehmer - eingeladen sind. Dieser Termin wird aber noch rechtzeitig bekannt gegeben.

Und hier nun die wichtigsten Daten zum Merken und Notieren:

  • Kurs: Anfänger und Auffrischer
  • Dauer: Acht Abende und ein Abschlussball
  • Teilnehmerzahl: 18 Personen
  • Start: Donnerstag, 23. Januar 2003
  • Uhrzeit: 20:00 bis 22:00 Uhr
  • Kosten pro Person: 40,00 Euro
  • Ort: KCM, Am Hawerkamp 31, 48155 Münster
  • Anmeldungen: - KCM-Büro, schriftlich mittels den ausliegenden Anmeldevordrucken

Ab sofort nimmt Achim Anmeldungen entgegen - auch von Einzelpersonen! Die „Paarung” findet sich dann am ersten Abend. Den Beitrag von 40,00 Euro könnt Ihr bequem per Lastschrift einziehen lassen oder in bar bei Kursbeginn bezahlen. Leider muss die Teilnehmerzahl aufgrund der bekannt begrenzten Örtlichkeiten auf 18 Personen begrenzt werden. Daher kann das KCM die Anmeldungen nur in der Reihenfolge ihres Eintreffens im Büro berücksichtigen. Aber keine Sorge, denn nach Ostern startet der nächste Anfängerkurs (für alle, die dieses Mal nicht zum Zuge, pardon, nicht zum Schritte gekommen sind) - und mit Sicherheit auch ein Kurs für die Fortgeschrittenen. Und nun - auf in das (Tanz-)Getümmel!
Volker Wittig

 

 

Clevere Vertragsgestaltung ohne Partnerschaft (II)

In jüngster Zeit wurde der Autor mehrfach um Rat bei der vorteilhaften Gestaltung von Versicherungsverträgen in normalen Lebensgemeinschaften gefragt. Für den Zauberhut Grund genug, künftig in lockerer Folge Tipps zur cleveren Vertragsgestaltung für Leute zu geben, die lieber ohne Partnerschaftsurkunde auskommen möchten.

Weithin bekannt ist: Eine Haftpflichtversicherung ist der beste Schutz gegen den Ruin. Weit verbreitet ist dagegen der Irrglaube, dass für die Partner einer Lebensgemeinschaft nur eine Haftpflichtversicherung genügt. Das kann nämlich sein, muss es aber nicht! Wegen der außerordentlichen Wichtigkeit dieser Versicherungsart ist eine Prüfung dringend zu empfehlen. Der Knackpunkt liegt nämlich in der Frage begründet, ob die vorhandene Police auch Schäden von „im gleichen Haushalt lebenden Personen” abdeckt. Wenn nicht, werden Schäden, die durch den Lebensgefährten verursacht werden, nicht ersetzt.

Ein alltägliches Beispiel verdeutlicht das Problem: Der Lebensgefährte fährt aus Unachtsamkeit eine Oma um, diese muss ins Krankenhaus und wird dort stationär behandelt. Der für die Oma zuständige SV-Träger leistet zwar zunächst die Behandlungskosten, holt sich diese aber gemäß § 823 BGB ("Schadenersatzpflicht") beim Verursacher wieder. Und der ist durch die Police des Lebensgefährten eben nicht gedeckt, auch wenn beide seit zehn Jahren zusammen leben! So was kann sehr teuer werden.

Dasselbe gilt für Schäden, die untereinander entstehen. Die Lösung des Problems ist einfach: Entweder ist der (ggf. nachträgliche) Einschluss des Liebsten in die eigene Police möglich oder jeder hat seine eigene Haftpflichtversicherung. Aufgrund der niedrigen Preise einer Haftpflichtversicherung und der Flexibilität bei einem eigenen Vertrag im Falle der Trennung ist das ohnehin die bessere Lösung. Außerdem stellt sich das gleiche Problem auch, wenn sich die Teilnehmer einer „Homo-Ehe” scheiden lassen - um die eigene Police kommt man dann nicht mehr herum.
Michael Heß

 

Felix-Rexhausen-JournalistInnen-Preis 2002:

Rosvita Krausz gewinnt den „Felix-Rexhausen-JournalistInnen-Preis” für ihr Hörfunkfeature „Leb wohl mein Herzensschöner - Nachruf auf eine schwule Liebe"

Berlin, 07.09.2002 (blsj). An diesem Wochenende hat der Bund Lesbischer und Schwuler JournalistInnen (BLSJ) e.V. zum fünften Mal den „Felix-Rexhausen-JournalistInnen-Preis” verliehen. Rosvita Krausz wurde für ihr Hörfunkfeature „Leb wohl mein Herzensschöner - Nachruf auf eine schwule Liebe” ausgezeichnet. Das Feature, das am 28.4.2002 im Sender Freies Berlin (SFB) ausgestrahlt wurde, erzählt in 55 Minuten von der Liebe zweier Männer zueinander bis hin zum Tod des einen an den Folgen von Aids. Der Preis wurde in diesem Jahr von Gerd Ruge überreicht.

In der Laudatio der Jury heißt es: „Rosvita Krausz präsentiert ein konzentriertes, intimes Kammerspiel. Sie lässt ihre Interviewpartner Banales und Lebenskluges, Schräges und Pathetisches sagen. Sie lässt dem Zuhörer genügend Freiraum für eigene Reflexionen über die Fähigkeit zu lieben und den Umgang mit dem Sterben. Aber sie schafft es auch, dass wir bis zur letzten Minute gerne zuhören. Nicht nur, weil das Thema berührt, sondern weil das schwule Liebespaar imponiert: Noch unter den widrigsten Umständen leben sie ihr Recht auf Selbstbestimmung.”

Der Preis ist mit 1000 Euro dotiert und wurde am 7. September 2002 anlässlich der sechsten Bundesversammlung des BLSJ im Saal der Berliner Aidshilfe vergeben.

Ein Sonderpreis der Jury ging an die Redakteurinnen Kirsten Andrä und Dr. Katja de Bragança für das Themenheft „Doppelt anders” der Zeitschrift „Das Band” des Bundesverbandes für Körper- und Mehrfachbehinderte.

Der BLSJ vergibt den „Felix-Rexhausen-JournalistInnenpreis” seit 1998 jährlich. Der Preis würdigt ein besonderes publizistisches Engagement bei der Berichterstattung über Lesben und Schwule. Felix Rexhausen, der Namenspatron des Preises, wurde 1932 in Köln geboren und starb 1992 in Hamburg. Er war gemeinsam mit Gerd Ruge und Carola Stern Mitbegründer der deutschen Sektion von amnesty international und arbeitete für den Rundfunk sowie für Zeitungen und Zeitschriften. Rexhausen war noch zu Zeiten des alten Paragrafen 175 ein selbstbewusster Journalist, der die Lebensumstände schwuler Männer eindringlich, aber auch ironisch und selbstkritisch thematisierte.

 

 

Ausstellung

Der Arbeitskreis „Rosa Geschichten - Schwul-lesbisches Archiv Münster” veranstaltet, unterstützt von der Antidiskriminierungsstelle der Stadt Münster, vom 22.11. bis zum 9.12 eine kleine Fotoausstellung mit dem Titel „30 Jahre schwul-lesbische Öffentlichkeit in Münster” anlässlich des 30. Jahrestags ersten deutschen Homosexuellen-Demonstration, die 1972 in Münster stattgefunden hat und ihren Ausgang bei der „Homophilen Studentengruppe” der Westfälischen Wilhelms-Universität genommen hat. Wir stellen hier einige Bilder aus dem Fotobestand unseres Archivs aus, die schwule und/oder lesbische Aktionen in Münster aus den letzten 30 Jahre dokumentieren, angefangen bei der genannten Demonstration bis hin zum Standfest 2002.

Zur Eröffnung findet am Freitag, den 22. November 2002 um 17 Uhr ein kleiner Sektempfang im Foyer der Stadtbücherei mit Vertretern der Stadt statt, bei dem der Chor ,Homophon' für den kulturellen Teil sorgen wird. Bürgermeister Krüger wird ein Grußwort sprechen.
Stefan Sudmann

 

 

Zweijähriges DIN-A-QUEER-Jubiläum in Münster

Zweijähriges DIN-A-QUEER-Jubiläum in Münster

Entnervt durch den Musik-Einheitsbrei auf den Münsteraner Szenepartys fanden wir uns vor zwei Jahren als kleine, autonome Gruppe aus Lesben und Schwulen zusammen. In einer musikalisch besonders tragischen Stunde in einer Szenelokalität reifte der Entschluss, eine Alternative zu den üblichen Szenepartys ins Leben zu rufen, auf der Independent, Rock, Dark & Wave, Elektro und vieles mehr gespielt werden sollte.

Im Vordergrund sollte dabei der Spaßfaktor stehen, ein rein unkommerzielles Vergnügen, um auch den Lesben und Schwulen, die sich sonst von den Szenepartys fernhalten, eine Party mit deren Musik zu bieten. So sieht man bei unseren Events viele Gesichter, die sonst nur selten oder gar nicht zu sehen sind. Mit 2,5 EURO Eintritt werden nur Miete und Werbung bezahlt, falls es doch zu Überschüssen kommt wird der Rest gespendet oder wie zum Jubiläum kein Eintritt genommen.

Bis jetzt haben bereits 8 reguläre Partys und 2 Specials (80er- und 60/70er-Party) stattgefunden, wobei die Gruppe im wesentlichen unverändert blieb. Dennoch sind neue Leute, die mitmachen wollen, gerne gesehen. Ermutigt durch den dauerhaften Erfolg haben wir uns nun entschlossen, nun im 2-Monats-Rythmus zu feiern. Für 2003 stehen folgende Termine fest: 10. Januar, 21. März, 23. Mai, 25. Juli, 26. September, 21. November

Zur Jubiläumsparty am 29.11.2002 im Triptychon in Münster wird der Eintritt frei sein. Hierfür konnten auf der letzten DIN-A-QUEER Musikwünsche in ausliegende Listen eingetragen werden, weitere Wünsche können natürlich gerne per Mail an info@din-a-queer.de geschickt oder ins Forum der Webseite www.din-a-queer.de gestellt werden.
Dirk Hornung

 

 

Veranstaltungshinweis

Aids-Hilfe Münster: Seminar für Neueinsteiger in die ehrenamtliche Arbeit

Die Aids-Hilfe Münster veranstaltet vom 08. bis 10. November ihr nächstes Seminar für Neueinsteiger in die ehrenamtliche Arbeit. Das Seminar beginnt Freitagabend und endet Sonntagabend. Seminarort ist das Haus der Aids-Hilfe, Schaumburgstraße 11. Die Aids-Hilfe bietet interessante Fortbildungen und spannende Mitarbeit in vielfältigen Arbeitsfeldern: Telefonberatung und Krankenbegleitung, Öffentlichkeitsarbeit und Aufklärung in Schulen und in der schwulen Szene. Gesucht werden derzeit vor allem Männer mit Interesse an schwuler Prävention. Auch gute Französischkenntnisse sind in der Beratungsstelle Mangelware (im ursprünglichen, nicht im übertragenen Sinn... ): Für Patienten aus afrikanischen Ländern mit Amtssprache Französisch werden immer öfter „Dolmetscher” benötigt.

Interessenten mögen sich bitte melden unter der Telefonnummer 0251/19411 oder 0251/60960-14.

 

 

5. Queerstreifen - Die lesbisch-schwulen Filmtage

07.11. - 19:00 Uhr: Eröffnung
mit Kordula Völker mit Ausschnitten aus ihrem Musikkabarett "Damenwahl" und einer kleinen Plauderrunde zu 5 Jahren Queerstreifen - Eintritt frei
 

07.11. - 20:30 Uhr: IRON LADIES (SA TREE LEX)
Die wahre Geschichte eines Volleyballteams nur aus Schwulen, die 1996 um den Meistertitel in der thailändischen Männerliga mit einer lesbischen Trainerin kämpften.
thai.OmU - Thailand 2001 - 104 min.
 

07.11. - 22:30 Uhr: KM.0
Sieben Paare begegnen sich um dieselbe Uhrzeit in einer Bar auf der Puerta del Sol, einem Platz in Madrid. Es beginnt ein prickelnder Reigen der Emotionen, u.a. mit einem schwulen Flamenco-Tänzer...
span.OmU - Spanien 2000 - 105 min.
 

08.11. - 17:15 Uhr: WAITING FOR THE MOON
Ein Jahr in der nahezu vierzig Jahre währenden Beziehung zwischen Gertrude Stein und Alice B. Toklas. Es spielt 1936, als Gertrude glaubt, dass sie an einer unheilbaren Krankheit sterben wird ... Der Film erhielt u.a. den Hauptpreis des Sundance-Filmfestivals.
engl.OF - USA 1987 - 88 min.
 

08.11. - 19:00 Uhr: FOOD OF LOVE
Der 18-jährige Klavierschüler Paul darf für den berühmten Pianisten Richard die Noten umblättern. Es gibt ein unverhofftes Wiedersehen, Liebe und Verwirrungen - und viele, viele Notenblätter ...
engl.OF · Spanien 2001 - 112 min.
 

08.11. - 21:30 Uhr: Lesung: "Best of Sex bei Ariadne"
Nach 13 Jahren Ariadne-Krimis, blicken zwei langjährige Ariadne-Redakteurinnen zurück auf das, was sicherlich den Erfolg dieser Krimireihe ausmacht: den lesbischen Sex eben ...
Es lesen Iris Konopik und Hiltrud Bontrup
 

08.11. - 23:00 Uhr: Die lange UFO-Nacht
Drei Filme mit Ulrike Folkerts: UNTER KOLLEGEN, QUEEN LAH T. NEDO und ein Kurzfilm.
 

09.11. - 16:00 Uhr: JUST UNE FEMME und INES UND PAUL - EIN LEBEN ZWISCHEN DEN GESCHLECHTERN
Ein Programm mit zwei Dokumentationen über Geschlechterrollen. JUST UNE FEMME (30 min.) geleitet eine Mann-zu-Frau-Transsexuelle aus dem Iran. INES UND PAUL begleitet eine damals Kölner Lesbe über einen Zeitraum von zwei Jahren über ihre körperlichen und psychischen Veränderungen zum Mann.
farsi.OmeU + dt.OF - gesamt ca. 90 min.
 

09.11. - 18:00 Uhr: FISH AND ELEPHANT
Die Geschichte um eine Elefantenwärterin und eine Boutiquenbesitzerin und deren Mutter. Der erste chinesische Lesbenfilm.
mand.Om(e)U - China 2002 - 96 min.
 

09.11. - 20:00 Uhr: BEFORE NIGHT FALLS
Julian Schnabels zweiter Spielfilm beruht auf die Biografie des kubanischen Schriftsteller Reinaldo Arenas. Dieser machte anfangs bei der Revolution mit, genoss in den 60er Jahren freie Sexualität in Havanna, emigrierte aber in den 80ern nach New York. Mit Johnny Depp als Drag Queen und kerniger Soldat...
engl.OmeU - USA 2000 - 133 min.
 

09.11. - 22:30 Uhr: HEDWIG AND THE ANGRY INCH
Der Gewinner des Teddy 2001 für den besten Spielfilm der Berlinale ist ein reichlich durchgeknalltes Rockmusical. Wird auch als leicht abgewrackter Nachfolger von "The Rocky Horror Picture Show" gehandelt ...
engl.OF - USA 2001 - 95 min.
 

10.11. - 12:00 Uhr: E MINHA CARA
Als schwuler Afroamerikaner Teil einer dominanten weißen wie einer minoritären schwarzen Kultur: Thomas Allen Harris höchst brillanter Essayfilm führt ihn auf den Spuren des atlantischen Sklavenhandels.
engl.OmU - USA/Brasilien 2001 - 56 min.
 

10.11. - 13:30 Uhr: VENUS BOYZ
Eine legendäre Drag-King-Nacht in New York ist Ausgangspunkt einer Odyssee durch Welten jenseits der Geschlechtergrenzen, in denen Frauen zu Männern werden - die einen für eine Nacht, die anderen für ihr ganzes Leben...
engl.OmU - Schweiz 2001 - 104 min.
 

10.11. - 15:30 Uhr: lesbisch-schwules Kurzfilmprogramm aus aller Welt
Ein buntes Programm mit sieben Kurzfilmen im lesbischen oder schwulen Kontext. Mal heiter, mal fremd, mal blutig...
ca. 90 min.
 

10.11. - 17:30 Uhr: REISE NACH KAFIRISTAN
Jeanette Hain und Nina Petri als Annemarie Schwarzenbach und Ella Maillart in einem Road-Movie von Fosco und Donatello Dubini.
dt.OF - D/CH/NL 2001 - 100 min.
 

10.11. - 19:45 Uhr: ICH MÖCHTE KEIN MANN SEIN
Ossi sollen ihre Leidenschaften für Zigaretten, Alkohol und das Pokern ausgetrieben werden. Doch Ossi will sich die Privilegien der Männerwelt sichern...
Stummfilm, D 1918 - 50 min. Am Klavier: Werner Loll.
 

10.11. - 21:00 Uhr: GAUDÍ AFTERNOON
Susan Seidelman ("Susan - Verzweifelt gesucht", "Sex and the City") hat Barbara Wilsons Krimi "Ein Nachmittag mit Gaudi" detailverliebt adaptiert. Außerdem mit Judy Davis, Macia Gay Hearden und Lily Taylor hochkarätig besetzt!
engl.OF - Spanien 2001 - 93 min.
 

Die Queerstreifen werden freundlich unterstützt von:
Antidiskriminierungsstelle der Stadt Münster, Cinema, Claus-Michael Rohne, Die Linse, FachHOCHSchwulen, Frauenkulturverein, Frauenreferat AStA FH Münster, HFF München, HFF Potsdam, JPP Medien GmbH Köln, Lesbenreferat AStA FH Münster, Lesbenreferat AStA Uni Münster, Lesbisch Schwule Filmtage Hamburg, Lesbisch-schwule Filmtage Karlsruhe, LIVAS e.V., NDR Hamburg, Perlen Hannover, queerfilm festival Bremen, QueerFilmFestival Esslingen, Schwulenreferat AStA Uni Münster
Queerstreifen c/o Verein zur Förderung kommunaler Filmarbeit - Die Linse,
Warendorfer Str. 45-47,
48145 Münster
Tel. 0251/30307
Fax. 0251/30308

 

 

Welt-Aids-Tag 2002: Aufklären statt Ausgrenzen!

"Aufklären statt Ausgrenzen!” Unter diesem Motto rufen die Aids-Hilfe Münster und das Gesundheitsamt der Stadt Münster zur Solidarität mit HIV-positiven Menschen auf. „Auch 20 Jahre nach den ersten Medienberichten über das Auftreten von Aids gibt es noch immer große Wissenslücken und Vorbehalte im Umgang mit den Infizierten”, sagt Ralf Bolhaar, Sozialarbeiter der Aids-Hilfe Münster.

Obwohl das Infektionsrisiko mit HIV bei richtigem Schutz sehr gering ist, existieren in großen Teilen der Bevölkerung bis heute irrationale Ängste vor einer Ansteckung. So fällt es nach Aussage der Aids-Hilfe selbst Ärzten noch schwer, HIV-infizierte Menschen genauso wie andere Patienten zu behandeln. Bei einer anonymen Umfrage der Aids-Hilfe Münster unter Zahnärzten im Jahr 2001, lehnte ein Viertel die Behandlung von HIV-positiven Patienten grundsätzlich ab, ein weiteres Viertel war nur mit Einschränkungen zu einer Behandlung bereit.

Aber auch im Liebes- und Beziehungsleben haben Menschen mit HIV vielfältige Probleme. Obwohl es gute Möglichkeiten gibt sich vor einer Ansteckung zu schützen, verlieren manche Menschen ihren Partner, nachdem sie ein positives Testergebnis erhalten. Noch schwieriger ist es für die Betroffenen, einen neuen Partner kennen zu lernen. „Mit dem Stigma 'HIV-infiziert' endet die Beziehung oft bevor sie überhaupt richtig begonnen hat”, berichtet Ulrich Besting, Psychologe der Aids-Hilfe Münster. Selbst im Familien- und Verwandtenkreis komme es bis heute zu überängstlichen Reaktionen oder Anfeindungen.

Oft führt das Stigma „HIV-positiv” auch zu Schwierigkeiten am Arbeitsplatz. Durch häufigere Arztbesuche und Krankenhausaufenthalte geraten Aidskranke in ihrem Betrieb schneller unter Druck und gelten dann als wenig belastbar. Nach einer Kündigung haben die Betreffenden kaum eine Chance eine neue Stelle zu finden. Für nicht wenige Infizierte bedeutet das ein Leben an der Armutsgrenze mit allen negativen Folgen für das soziale Zusammenleben.

"Wenn Menschen zu einer Minderheit gehören, ist die Angst vor einem zusätzlichen Stigma besonders groß”, sagt Hiltrud Noll, Mitarbeiterin der Aids-Beratung im Gesundheitsamt. Das gilt insbesondere auch für die Gruppe der Migranten. „Hier sind Fremdsprachenkenntnisse und interkulturelle Kompetenz auf Seiten der Helfer gefragt, um die notwendige Grundlagen für Aufklärung und Behandlung von Aids zu schaffen”, ergänzt Noll.

Lebendige Aufklärung und offene Gespräche über das Thema Aids sollen auch im Rahmen des Welt-Aids-Tags in Münster eine wichtige Rolle spielen. Mit einer Mischung aus Fachdiskussionen, Theater und Konzertveranstaltungen soll das Thema Aids den Münsteranern rund um den Welt-Aids-Tag nahe gebracht werden.

Bei Nachfragen richten sie sich bitte an die Aids-Hilfe Münster, Ralf Bolhaar, Tel.: 0251/ 60960-0 /-12.

 

Folgende Veranstaltungen sind geplant:

  • Freitag, 22. November:
    Konzert in der Kreuzkirche mit anschließendem Gedenken
    Zur Aufführung kommen u.A. Kompositionen von G. Fauré, F. Mendelssohn, B. Britten. J. Rutter, W. Wilton

    Beteiligte: Klanglust (Vokalensemble Münster mit Alexandra Pook, Sopran, Ina Susanna Hirschfeld, Alt, Tenor N.N., Johannes Michael Blume, Bass) und Res Miranda (Frauenensemble Münster) unter der Leitung von Johannes Michael Blume

  • Samstag, 30 November, ab 10 Uhr:
    Aktionen/Infostände in der Innenstadt und Spendensammlung, mit prominenter Unterstützung

  • Samstag, 30. November, ab 21 Uhr:
    Soli-Party im „Glorian” mit Aktionen der Herzenslustgruppe

  • Montag, 2. Dezember, ab 09 Uhr:
    Eröffnung des Weihnachtsmarkts. Täglich geöffnet von Montags bis Donnerstags von 9 bis 18 Uhr, Freitags 9 bis 12 Uhr
    "Selbstgemachte Marmelade und Liköre, schrille Weihnachtskarten, originelle Handarbeiten und andere Geschenkideen - nicht nur zu Weihnachten"

  • Montag, 2. Dezember, 20 Uhr:
    Podiumsdiskussion in der KSG: Aids - die soziale Katastrophe mit den Teilnehmern:
    - Prof. med. Dr. Joachim Gardemann vom „Kompetenzzentrum humanitäre Hilfe” der Fachhochschule Münster,
    - Ralf Bolhaar, Präventionsfachkraft „Drogen und Aids”, Aids-Hilfe Münster
    - Rolf Goldstein, Koordinator der Arbeitsgruppe „Aids” des Bischöflichen Hilfswerks Misereor
    - Medard Kabanda, Vorstand der Afrika Kooperative e.V.
    - Moderation: Peter Sauer (WDR)

  • Donnerstag, 5. Dezember, um 18 Uhr:
    im Mövenpick: Aktuelle Entwicklung in der Behandlung der HIV-Infektion,
    Referent: Dr. Gering, (Uni-Klinik Dortmund, HIV-Ambulanz)
    nur mit Anmeldung!

 

 

Unglaublich: Regenbogen TV sendet schon 5 Jahre

„Bitte”. Hinter der Studiokamera gibt Norbert ein Zeichen. Das Band im Rekorder läuft. Ein letztes Konzentrieren auf den Text. Dann blicken Daniel und Gregor in die Kameralinse. „Hallo und willkommenen bei Regenbogen-TV”. Sie moderieren heute die aktuelle Ausgabe an. Was die Moderatoren antexten, ist kunterbunt: diesmal Bilder aus einem neuen Club, ein Bericht über das Jubiläum der HuK, Gay & Grey Aktivitäten und ein Gespräch mit Sportlern von androGym.

Später müssen noch die Kurzmeldungen ohne Haspler aufgenommen werden. Die Scheinwerfer haben das kleine Studio aufgeheizt. „Sorry, das Ganze noch mal”, meldet sich Steffen aus der Regie. Doch um zehn muss die Moderation im Kasten sein. Aber Hektik bringt nichts. Gregor überfliegt nochmals den Nachrichtentext. Dann hat es geklappt. Das verbindende Element des Magazins, die Präsentation und Verpackung der Beiträge ist aufgenommen.

Einige Tage später nimmt die Sendung Stück für Stück Gestalt an. Vor- und Abspann, Moderationen, Beiträge, Veranstaltungshinweise und Kurzmeldungen werden nach einem vorher festgelegten Ablauf auf das Sendeband überspielt. Der zeitlich aufwendigste Produktionsschritt liegt dann schon hinter Norbert, Steffen und Gregor: diese drei gestalten aus dem Material eines Drehs Berichte unterschiedlichster Länge. Bis aus vier Stunden Bild- und Tonmaterial von drei Kameraperspektiven ein fertiger 13-minütiger CSD-Bericht wird, nimmt viel Zeit in Anspruch. „Damit es abwechslungsreich wird, kommt da fast alle drei Sekunden ein Schnitt”, versucht Gregor einen Eindruck davon zu geben. Und zuletzt musste dann noch ein die Bilder ergänzender Off-Text geschrieben und gesprochen werden. Das braucht eben seine Zeit. Die 25-minütige Ausgabe ist jetzt zusammengefahren.

„Dann geben wir das Band bei tv münster ab und schicken noch eine Ankündigung an die Regenbogenliste und das gay-web-Team und die Sendung kann über den Bildschirm flimmern”.

Wenn im Oktober die 62. Ausgabe ausgestrahlt wurde, kann das Team auf fünf Jahre Fernsehmachen zurückblicken. Denn mit Gründung des Offenen Kanals ging auch Regenbogen-TV im Oktober 97 auf Sendung.

Einige, wie Hilmar oder Marco, die vor der Kamera agierten, sind nicht mehr dabei. Auch Rainer, der an der Kamera und am Schnitt-PC so manche Stunde ehrenamtlich aktiv war. Stellt sich die Frage, was denn die Motivation ausmacht, sich im recht komplexen Medium „Bürgerfernsehen” einzubringen, das nur über Kabel zu empfangen ist und dem man trotz allen Engagements auch meist Ansicht, dass es nur der kleine Bruder der großen professionellen TV-Sender ist.

Die Themen sind sehr vielfältig und man trifft ganz unterschiedliche Menschen. „Fernsehmachen ist spannend”, meinen Gregor und Steffen: „Seit 5 Jahren treffen wir bei Schwulenmagazin Regenbogen-TV auf die unterschiedlichsten Menschen, deren Anliegen, Ansichten oder Darbietungen wir in Wort und Bild Zuschauern näher bringen möchten. Da ist der Vorsitzende des 'Bärenclubs', der seinen Treff vorstellt ebenso vertreten, wie Georgette Dee, die mit ihrem neuen Programm nach Münster kommt, der Geschäftsführer des Hospizes, der Spendengelder einsammelt ebenso, wie der Junge von der Party, der was zu seinem Umgang mit dem Thema Aids zu erzählen hat”. Kaum zu glauben, wie viele Themen auch bei einem lokalen Schwerpunkt auf der Straße liegen. Highlights wie der CSD kommen dazu. Die Sendung zu füllen, ist fast nie ein Problem.

Damit auch weiterhin monatlich Neues aus dem schwulen Leben Münsters präsentiert werden kann, sucht der kleine Stamm aus drei vier Leuten dringend Verstärkung. „Fernsehmachen ist übrigens in den meisten Bereichen Teamarbeit”, meint Norbert. „Und der Umgang mit Technik und journalistischen Mitteln ist erlernbar, schließlich hatten wir auch keine Ahnung vom Produzieren als wir 97 zum ersten Gruppentreffen eingeladen haben”, fügen Gregor und Steffen hinzu. Dienstags besprechen die Teammitglieder in der Aids-Hilfe beim Redaktionstreffen was in die Oktober Ausgabe kommt. Vielleicht schauen wir uns um, welche Gruppen dieses Jahr auch noch ein Jubiläum feiern können, hört man aus der Runde.

Mal sehen, was sich bis 16. Oktober umsetzten lässt. Um 18:30 Uhr strahlt tv münster dann die aktuelle Ausgabe aus. Am gleichen Abend könnt Ihr das Magazin gegen 22 Uhr auch im KCM sehen.

Weitere Infos unter: muenster.gay-web.de/regenbogen-tv.
Gregor Wind

Interview mit Georgette Dee und Terry Truck
Interview mit Georgette Dee und Terry Truck
Eines der Highlights auch für den Reporter.

Der Zauberhut gratuliert und wünscht uns allen noch viele weitere Jahre mit Regenbogen TV.
Norbert Korfmacher

 

 

Termine für Regenbogen-TV

Regenbogen-TV, das schwule Magazin im Stadtfernsehen tv münster, (Kabelkanal 3);

  • Mittwoch, 20.11. 18.30 Uhr und 19.30 Uhr Regenbogen-TV, im Stadtfernsehen tv münster, Kabelkanal 3
  • Mittwoch, 20.11. 22.00 Uhr Regenbogen-TV Videovorführung im KCM, Am Hawerkamp 31
  • Freitag, 22.11. 18:30 Uhr auf tv münster (Wiederholung vom Mittwoch)
  • Samstag, 21.11. 18.30 Uhr auf tv münster (Wiederholung vom Mittwoch)
  • Sonntag, 22.11. 18.30 Uhr auf tv münster (Wiederholung vom Mittwoch)

 

 

Die HuK im November

Dialog im Schneckentempo - die Umsetzung der Beschlüsse des Diözesanforums zum Umgang mit Homosexuellen

Von Oktober 1996 bis März 1998 fand im Bistum Münster ein Diözesanforum statt. Am Ende stand ein mit großer Mehrheit gefasster Beschluss: „Der Diözesanrat soll einen Ausschuss unterstützend einrichten, der die Fragen zwischen katholischer Kirche und homosexuellen Menschen im Weiteren klärt. Seine Aufgabe ist es, gemeinsam mit bestehenden Organisationen die Lebenssituationen von homosexuellen Menschen wahrzunehmen, Missstände und ihre Ursachen zu benennen, ihr Glaubenszeugnis zu hören, theologisch zu reflektieren, sowie Leitlinien für kirchliches Handeln in Begegnungen mit homosexuellen Menschen zu entwickeln.” Ein Entschluss, der damals einmalig für ein katholisches Bistum in Deutschland war. Bischof Reinhart Lettmann nahm den Beschluss an und gab ihn zur Umsetzung an den Diözesanpastoralrat weiter. Seitdem ist wenig geschehen. Erst kurz bevor die Kommission zur Überwachung der Umsetzung der Beschlüsse des Diözesanforums sich Anfang dieses Jahres auflöste, packte man dieses heiße Eisen. Die Einsetzung eines Arbeitskreises wurde in Aussicht gestellt, eine Liste mit Teilnehmern, die sich zu einer Mitwirkung bereit erklärt haben, erstellt. Dann wurde die Konstituierung des Arbeitskreises aufgrund vermeintlich organisatorischer Gründe wieder verschoben. Zunächst solle die Neuwahl des Diöseanpastoralrats im Sommer abgewartet werden, hieß es. Ob inwieweit das Bistum noch Interesse an dessen Tätigkeit hat, steht im Moment in den Sternen. (...)
Reiner Neises, HuK Münster

Am Sonntag, 03.11.02 18:00 Uhr im Fliednerhaus (Ev. Trinitatisgemeinde), Fehrbellinweg 6, 1. Stock (Hintereingang)

 

 

Filmclub im KCM (proudly presents):

„It`s just sex...(but I like it)”

Am Freitag, 08.11.2002 ab 20:00 im KCM

 

 

 

Kleinanzeigen

 

Wenn was zu bereuen ist, soll man's vor sich selber tun. (Wassili Below)

 

Hoffentlich kann M.H.
bis zum 01.12. ein ordentliches Gedicht aufsagen, damit es vor Sinter Claas nicht wieder so eine Pleite (oder Insolvenz) gibt wie beim letzten Mal. Der Nikolaus

 

Keine Sorge, Ulla:
Wir schaffen das!

 

Glückwunsch an Sylvia:
Du bist eben unersetzlich.

 

Ein besonderer Gruß...
an meinen Schnucki

 

Mittwochs im KCM,
Klönen, günstig trinken, Spaß, schwule Bibliothek und vieles mehr...

 
Kleinanzeigen können im
Zauberhut und bei muenster.gay-web.de
aufgegeben werden.
 

Das Letzte:
30 Jahre Schwulenbewegung, 5 Jahre Regenbogen-TV. Und 15 Jahre Homophon: auch hier gratuliert der Hut den goldigen Kehlchen aus Münster.

 

Impressum

Zauberhut,
c/o KCM - Schwulenzentrum Münster e.V.,
Postfach 4407, 48025 Münster,
Tel. 0251/665686, Fax. 0251/665661,
E-Mail: zauberhut@muenster.gay-web.de.
Mitarbeiter dieser Ausgabe: Ralf Bolhaar, Michael Heß, Dirk Hornung, Norbert Korfmacher (ViSdP), Wolfgang Knebel, Peter Kramer (Satz), Reiner Neises, Stefan Sudmann, Achim Wahle, Gregor Wind, Volker Wittig
Umsetzung für das Internet heinz@muenster.gay-web.de

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Die Redaktion behält sich vor, Leserbriefe gekürzt abzudrucken.
Auflage: 900
Redaktionsschluß für die nächste Ausgabe jeweils am 10. des Monats

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