treuen Lesern der Bild gingen am ersten Mai-Montag die Augen bei der Lektüre ihrer Lieblingszeitung auf, und dies lag nicht an der vollbusigen Sandy, die laut Schlagzeile jetzt mal am Stoff spart und ihre - (das erspare ich uns, ich bin katholisch erzogen und habe mir daher mein Schamgefühl wohl bewahrt!), es lag an dem kleinen Artikel direkt neben Sandys Titten. Adenauer bald selig? fragte das Blatt scheinheilig und berief sich auf einen Artikel der italienischen Tageszeitung La Stampa , wonach unser lieber Papst erwägt, unseren verblichenen Gründungskanzler selig sprechen zu wollen.
Angesichts des nahenden Wahlkampfes kann der Zauberhut diesem Plan nur begeistert zustimmen. Allerdings müssen dann auch andere Parteien zu ihrem Recht kommen. Bei der SPD bietet sich Herbert Wehner als schwarzes Schaf an, das sich bekehrte; die gelegentlichen verbalen Ausfälle im Bundestag sind ohnehin schon Legende und runden wie bei Adenauer das Bild nur ab. Oder wir nehmen Willy Brandt. Die Büßerpose in Warschau dürfte ihn trotz vieler Frauengeschichten für den Himmel prädestinieren. Die Grünen können mit St. Petra Kelly aufwarten: immer herzensgut und am Ende vergessen.
Die PDS muss auf ihre Heiligen einstweilen verzichten. Und dies liegt nicht daran, dass die Partei sich in gewisser Weise sehr jung gibt, sondern es liegt daran, dass sie ihre zwischenzeitlich hoch gehandelt Säulenheiligen des Sozialismus entsorgen musste: Marx, Engels, Ulbricht & Pieck wurden von der Geschichte erlegt & widerlegt.
Und das ist auch gut so.
Warme Grüße
Norbert
PS: Könnte man nicht auch schon lebende Personen selig sprechen? Mir fielen da noch einige ein.
Ist das KCM jetzt auch ein Reisebüro? Nein, Gay and Grey bietet eine 4-tägige Besichtigungs- und Funreise in den Harz an. 10 Männer haben sich für diese Fahrt, vom 10. bis 13. Juni, bereits angemeldet. Es ist zwar eine gut vorbereitete und begleitete Reise aber kein Konfektionsstück, morgens beim gemeinsamen Frühstück wird besprochen, wie der Tag ablaufen kann. Übernachtet wird in einer Pension In Wildemann. Auf dem Programm stehen neben Wanderungen, Geselligkeit die Ziele Goslar, Clausthal-Zellerfeld, Osterode, Wernigerode und Quedlinburg. Mitfahren kann jeder. Wir fahren mit Privat-PKW und es sind noch Plätze frei. Die Kosten für Fahrt und 3 Übernachtungen mit Frühstück betragen 85. Anmeldungen, Infos im Büro oder direkt bei Wolfgang.
Die Stimmung war gut, die Party war so richtig im Gange, da ... ja, da ... fiel wieder mal der Strom aus. So geschehen bei der letzten Männerparty im KCM, nachts um 2 Uhr. Unsere findigen Thekenleute improvisierten mit einer Verlängerungsschnur, und schon konnte die Fete nach einer kleinen Unterbrechung weitergehen. Dass dieses - wie schon vor vier Wochen - passierte, ist bedauerlich und tut uns für unsere Gäste leid. Aber: Wir sind am Ball, abzuklären, wo die Ursache für den streikenden Strom liegt. Natürlich kann man die Leitungen im Gebäude am Hawerkamp 31 nicht wirklich als neu bezeichnen, und deshalb ist unserer Meinung nach die Stadt als Vermieterin in der Pflicht, die Leitungen durchzumessen und ggf. nach- oder auszubessern. Wir werden jedenfalls sehen, dass hier schnellstmöglich Abhilfe geschaffen wird. Und nochmals: Sorry an alle, die verärgert nach Hause gegangen sind!
Der Vorstand des KCM
Am 6. Mai luden die Lauten Lesben die Bundestagskandidaten zu einer Gesprächsrunde zum Thema Lebensformen auf dem Prüfstand - Partnerschaft, Ehe, Familie und der Streit um die Anerkennung der Lebensformen in die Kneipe Loge in der Diepenbrockstraße. Eins gleich vorweg: die Veranstaltung war dillethantisch vorbereitet worden, es gab in der Öffentlichkeit so gut wie keine Hinweise auf diese hochkarätige Runde, der Zauberhut wurde erst nach Redaktionsschluss informiert und konnte das Event so nicht in den Terminkalender aufnehmen. Entsprechend jämmerlich war die Beteiligung. Zwar war der Raum in der Loge voll, aber es war nur ein kleiner Raum: neben den Referenten fanden sich etwa 30 Leute ein, einige gehörten zur (un-)freien Presse, andere zum Wahlkampfteam der CDU; was die Zahl der wirklichen Besucher auf etwa 20 reduziert. Und angesichts der schlampigen Öffentlichkeitsarbeit fanden sich keine Vertreter des KCMs ein, aber auch nicht des LSVD (die sich doch sonst keine Gelegenheit entgehen lassen, Jubelgesänge auf die Homo-Ehe loszulassen).
Moderatorin der illustren Runde war Katrin Späte. Sie begrüßte die beiden Bundestagsabgeordneten Ruprecht Polenz (CDU) & Winfried Nachtwei (Bü' 90/Die Grünen) und die Bewerber Christoph Strässer (SPD, Daniel Bahr (FDP) & Frauke Grieger (PDS).

Zunächst definierten die Anwesenden die Begriffe Ehe und Familie, und siehe da: allzu große Unterschiede konnten nicht ausgemacht werden. Der Familienbegriff orientierte sich an der Existenz von Kindern. Während SPD, Grüne und PDS dabei ein Wandel konstatierten, nämlich die Abkehr vom klassischen Familienbild mit verheirateten Eltern und ihren Kindern, hielt Polenz die klassische Ehe als beste Form für die Erziehung von Kindern an, erkannte andere Lebensformen aber ausdrücklich an, da sie längst Realität seien und der Förderung bedürfen. Bei dem Liberalen dauerte es gar nicht lange und er war beim Thema Familie und Beruf und dem lieben Geld: Ehegattensplitting, Freibeträge - der Mann war im liberalen Element.
An der eingetragenen Lebenspartnerschaft für Schwule und Lesben entzündete sich dann die Auseinandersetzung. Polenz warf den Befürworten vor, die Emanzipation der Homos auf Kosten der Kinder austragen zu wollen. Zwar anerkannte er, dass Probleme im täglichen Leben eines Homo-Paars auch gesetzlicher Lösung bedürfen, aber die Homo-Ehe ging ihm zu weit. Immerhin, und das war für mich die eigentlich Sensation des Abends, räumte er ein, dass man nicht einerseits den Schwulen & Lesben eine Rechtsform für ihr Zusammenleben verwehren und sie andererseits bei Armut des einen den anderen durch das Sozialamt zur Kasse bitten könne. Auch die PDS-Vertreterin wetterte kräftig gegen die eingetragene Partnerschaft, die sie als Sondergesetz bezeichnete, das für Homos nur Pflichten und kaum Rechte bringe, und forderte schlankerhand eine Radikalkur für das Grundgesetz, bei der auch gleich der Artikel 6 ihren Vorstellungen unterworfen werden soll. Von Strässer und Nachtwei musste sie sich anhören lassen, dies sei die typische Oppositionshaltung: man könne alles fordern, ohne Verantwortung tragen zu müssen. Und tatsächlich konnte Frauke Grieger die negativen Folgen der Homo-Ehe nicht auf den Punkt bringen: was passiert, wenn das Verfassungsgericht die eingetragene Partnerschaft absegnet und gleichzeitig diesen Abstand zur Hetero-Ehe festschreibt?
Christoph Strässer und Wini Nachtwei ließen es sich nicht nehmen, die Homo-Ehe als Erfolg zu verkaufen, der selbst in den beiden Regierungsparteien schwer durchzusetzen war. Auch beklagten sie die Diskriminierungen dieser Lebensform bei der Eintragung durch die unionsgeführten Bundesländer, in denen dies z.T. noch auf schikanöse Weise geschieht. Beide machten auch klar, dass sie die gesetzlichen Regelungen weiterführen möchten; sie nahmen aber auch die sehr kritische Distanz der Betroffenen zu dieser neuen Lebensform zur Kenntnis, denn wie Nachtwei bemerkte, hätten bisher nur 3000 Paare den Weg zur Eintragung gewagt. Christoph Strässer wollte am Ende der Runde Nachbesserungen nicht ausschließen; mehr noch: die Diskussionen innerhalb der Community will er aufmerksam verfolgen.
NK
Wie seit vielen Jahren, so veranstaltete auch an diesem 8. Mai Stefan Sudmann vom Schwullesbischen Archiv das schwule Gedenken an das Ende des Krieges und den Untergang des Nationalsozialismus, der für die Schwulen leider nicht das Ende von Verfolgung bedeutete.
Zum dritten Mal waren wieder die Antifaschisten von der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes mit dabei, für die erneut Stefan Proske einige einführende Worte sprach. Seine Worte vom 8. Mai 1945 als der Niederlage des deutschen Imperialismus will ich ihm gerne verzeihen, dafür sieht er zu gut aus. Auf die Kooperation mit den Antifaschisten mochte auch dieses Mal nicht verzichtet werden, denn erneut ließen sich nur wenige Schwule & Lesben blicken. Der LSVD & die Youngs, die doch in ihren Wahlprüfsteinen sogar den Bau eines Mahnmals für die schwulen Opfer des Naziterrors fordern, glänzten in diesem Jahr wieder einmal durch Abwesenheit und meldeten also auch politisch Insolvenz an.
Stefan Sudmann streifte in seiner Rede kurz die Geschichte und ging dann auf das schwule Leben in der Gegenwart ein. Er forderte uns auf, unsere Sexualität offen zu leben und von den Politikern keine Gnaden zu erbitten sondern Rechte einzufordern; zugleich erinnerte er daran, dass Schwule u. a. in arabischen Staaten immer noch massiv verfolgt werden. Als Gastredner sprach der aus dem Widerstand kommende Peter Gingold, der sich nicht vorstellen konnte, dass sogenannte Neonazis 57 Jahre nach Kriegsende noch einmal frech und ungeniert ihre dumpfen und menschenverachtenden Parolen in der Öffentlichkeit verbreiten dürfen.

Nach dem obligatorischen Absingen aller Strophen vom Moorsoldaten und dem Ende der Veranstaltung gab es dann doch noch einen Missklang. Ganz ungeniert trat ein Vertreter der DKP an das Mikrophon, einer Partei, die 1989/90 unter Naturschutz gestellt worden ist. Offensichtlich fühlte er sich durch die roten Fahnen magisch angezogen, die einige Gäste des VVN uns zuzumuten meinten, und forderte die Anwesenden dann ganz dreist auf, an einer Demonstration gegen den amerikanischen Präsidenten George Bush teilzunehmen. Mal ganz davon abgesehen, dass es eine Frechheit ist, eine Gedenkveranstaltung für die Opfer eines totalitären Regimes zu einem Protest gegen den Vertreter eines demokratischen Staates zu missbrauchen, ist dieser DKP-Mensch Befürworter eines Regimes, dass nicht nur Schwule verfolgt hat, sondern auch viel Elend und Unglück über die Menschen gebracht hat. Naturschutz rechtfertigt nicht jede Dummheit!
NK
(...) Erst seit etwa drei Jahrzehnten gibt es in Deutschland wieder schwules und lesbisches Engagement, öffentlich und kämpferisch vorgetragen - und Münster spielte dabei eine nicht unwichtige Rolle. Fast auf den Tag genau vor 30 Jahren - am 29. April 1972 - hat in dieser Stadt die erste deutsche Schwulendemo stattgefunden. Von ihrer Art her noch ganz im Geist der 68er.
Heute überwiegt auf dem CSD die Feierkultur - meiner Ansicht auch nach nicht zu Unrecht. Durch Lebens- und Feierlust wollen wir zeigen, wer wir sind und was wir wollen. Mit der Betonung auf wollen. Hüten wir uns davor, die Rechte, die uns zustehen, das Ende der immer noch existierenden Diskriminierung als Bitte vorzutragen, als Bitte um eine Gnade, die uns von oben her zufließen möge. Wir bitten nicht, wir fordern. Wir fordern kein Almosen, sondern erheben klare Ansprüche. Dies gilt für alle: für unsere Familien, Freunde, Kollegen, Kommilitonen, die wir nicht um Toleranz anbetteln wollen, ebenso wie für den Staat und dessen Institutionen und Parteien. Wir fordern Rechte, die uns zustehen, deren Vorenthaltung wir nicht als Nachlässigkeit oder politisches Taktieren angesichts bevorstehender Wahlen, sondern als Diebstahl verstehen. Als Diebstahl des Rechts eines jeden Menschen auf Glück. Wie dieses Glück auszusehen hat, weiß jeder und jede von uns ganz allein am besten. Wir lassen uns hier von keinem Vorschriften machen. Und vor allem lassen wir uns dieses Glück und den Anspruch darauf von niemandem nehmen. Von niemandem. Und nirgendwo. Damit erheben wir unsere Stimme auch für Schwule und Lesben in anderen Ländern, wo ihnen immer noch Gefängnis oder sogar Tod drohen, wie in vielen arabischen Staaten. Und im Hinblick auf unsere eigene Geschichte, in Erinnerung an die Toten, derer wir hier gedenken, die für ihre Suche nach Glück verfolgt wurden, sagen wir an diesem historischen Datum ganz deutlich: Wir lassen uns unseren Anspruch auf unsere eigenes von uns selbst definiertes Glück auch niemals wieder nehmen. Niemals wieder.
Auszug aus der Rede von Stefan Sudmann, Rosa Geschichten, am 8. Mai 2002 am Zwinger
Vor einigen Ausgaben beklagte der Zauberhut, dass die Neuausgabe des Münsteraner Schwulenführers schwules, schwules Münster praxisfern sei; der Autor handelte sich eine berechtigte Rüge ein, weil er die Klappen in Münster nicht aufgeführt hatte.
Die Stadt Münster fackelte nicht lange und erbarmte sich der leidgeprüften Männer. Sie legte eine Broschüre vor unter dem Titel Barrierefreie Toiletten in der Innenstadt , die sich verschämt an unsere behinderten Freunde richtet.
Und tatsächlich haben die Gralshüter der Stadt jeden Hinweis auf andere Freuden in dem kleinen Blatt unterlassen. Aber man muss weder den Schwulen, noch den Behinderten und auch nicht den behinderten Schwulen & den schwulen Behinderten sagen, was man noch alles in der Abgeschiedenheit einer Toilette machen kann. Wie ich aus eigener Erfahrung mit einem Rolli in Dortmund weiß, sind die sich dieser Möglichkeiten durchaus bewusst.
Der Zauberhut kann das Engagement der Stadt Münster nur loben: ja, das ist vorbildlich!
NK
Nun ist er tot, der telegene Soziologieprofessor, der Erfinder des niederländischen Semestertickets, der erfolgreiche Buchautor (u. a. Gegen die Islamisierung unserer Gesellschaft ) und Kolumnist, der aufgehende Stern der niederländischen Rechten. Der Rechten? Erschossen unmittelbar nach einem Radiointerview - was könnte die moderne Funktion der Medien besser unterstreichen? Die zweiteilige Artikelserie in der Gay Krant nutzt ihm jetzt ebensowenig wie der übrige Medienrummel. Ihm, dem selbstbewußten Querdenker, der nicht nur der Political Correctness gegen den Strich bürstete, sondern auch fehlender Zivilcourage. Das seine vordergründig provokativen Ansichten nicht nur der Linken schwer im Magen lagen, machte einen Großteil seines Charismas aus. Vielleicht werden wir in einigen Jahren erkennen, in welchem Maße der Ermordete die existentiellen Fragen der (nahen) Zukunft vorweg nahm. Über die Antworten läßt sich streiten, wenn sie - wie von dem Erschossenen - wenigstens gesucht werden. Wie es auch abläuft, ich muß das tun - ein ethischer Maßstab von jemand, der kein Rassist war und schon gar kein Nazi oder Schwulenfresser. Denn schwul war Pim Fortuyn auch noch. Aber was besagt das schon...
Michael Heß.
Regenbogen-TV, das schwule Magazin im Stadtfernsehen tv münster, (Kabelkanal 3);
Christoph Schwenk ist Kommissar bei der Kripo und ein Bilderbuch-Macho. Um so härter trifft es ihn, als ihn seine Freundin auf die Straße setzt. Um seinen Kummer zu vergessen, beginnt er eine wilde Zechtour und landet am Ende im Bett des schwulen Edgar. So beginnt einer der besten und erfolgreichsten deutschen Komödien der letzten Jahre. Weder flach noch kitschig zeigt Echte Kerle, was aus einem Macho werden kann, wenn er über sich selber stolpert...
Am Freitag, 14. Juni ab 20:00 Uhr im KCM
Die Eitelkeit wählt aus, die wahre Liebe nicht. (Iwan Bunin)
Jawoll, es wird teutsch gesprochen!
Ein dicker Gruß
an Heinz: ich habe als Redakteur des Blattes die Online-Ausgabe sträflich unterschätzt. Martin Compart belehrte mich eines besseren!
Danke (Heinz)
Liebe Grüße an meinen Mann Thomas.
Tja, das war unser Urlaub, ich hoffe er hat Dir gefallen. Ach ja und damit es alle anderen auch mal wieder lesen, Tommy ich liebe Dich!!!!! Werde versuchen mal wieder öfter zu tickern hier.
Das Letzte:
der Vatikan hat dementieren lassen, dass ein Verfahren zur Seligsprechung von Konrad Adenauer eingeleitet worden ist. Schade eigentlich ...
Regenbogenliste: Schwule Mailingliste für Inhaltliches: www.beepworld.de/members/regenbogenliste, regenbogenliste@web.de (Bezieht sich auf den Raum Münster/Münstersche Bucht)
Mittwochs im KCM,
Klönen, günstig trinken, Spaß, schwule Bibliothek und vieles mehr...
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