fast, aber auch nur fast wäre es der schwulen Gemeinde Münsters entgangen. Ein historisches Datum, welches die Westfalenmetropole hervorhebt aus dem Einerlei schwuler Großstädte Deutschlands. Sicher: Köln ist wärmer als Münster, Berlin viel bunter und Hamburg das Tor wozu auch immer, von den Seppeln in München ganz zu schweigen. Alle haben sie eine sicherlich liebens- und lebenswerte schwule Szene, aber eines haben sie nicht: eine stolze Geschichte.
Denn, liebe Leute, als Haus- und Hofhistoriker erinnere ich uns alle gerne daran, dass am 29. April 1972 die erste bundesdeutsche Schwulendemo stattfand. Und sie fand in Münster statt.
Damit dieses geschichtsschwangere Datum nicht untergeht, finden sich in dieser Ausgabe des Zauberhuts einige der Bilder, die ein heller Kopf damals mit flinkem Finger auf dem Auslöser seiner Kamera geschossen hat, Bilder, die heute im schwullesbischen Archiv verwahrt werden. Die Erinnerung an die Helden von einst, von denen doch etliche noch leben, wollen wir hegen und pflegen. Das sind wir nicht nur den Altvorderen schuldig, das sind wir auch uns selbst schuldig. Und wir sind es den Großstädten schuldig, die glauben, schwules Leben würde sich zuallererst und zuallerletzt nur in ihrem engen Horizont abspielen. Tut es nicht. Münster mit seiner durchorganisierten & nicht zu übersehenden schwulen Community und dieser beneidenswerten Historie gibt es auch noch.
Ätsch - und mit warmen Grüßen
Norbert
PS: Bei der Betrachtung der Bilder fielen mir zwei ins Auge: da ist eine Frau mit einer Filmkamera zu sehen. Hoppla, dachte ich, gibt es am Ende sogar einen Super-8-Film von der Demo?

Am 7. April fand nachmittags die jährliche Mitgliederversammlung des KCMs statt.
Für den Vorstand blickte Stephan Karrenbrock auf das vergangene Jahr zurück. Er hob die regen Aktivitäten des Vereins hervor: zwei große Partys, dazu das Happening auf dem Hawerkamp-Gelände, eine umfassende kulturelle Arbeit mit dem Literaturwettbewerb als Höhepunkt, dem Neuaufbau des Rosa Telefons und der Gruppe Schwule Väter", das Kulturfrühstück und und und. Nach einer Einarbeitungsphase möchte der Vorstand das KCM öffnen, damit die schwule Szene nicht unter sich bleibt, sondern den Weg nach draußen findet.
Wolfgang Knebel wies auf den kritischen Punkt des Vereins hin: um die Vereinsfinanzen steht es schlecht. Zwar gelang es im vergangenen Jahr, einen ausgeglichenen Haushalt vorzulegen, doch in diesem Jahr dürfte das schwierig werden. Die Einnahmen des Vereins sind zurückgegangen, denn die fortschreitende Emanzipierung hat ihren Preis: das Angebot an schwulen Veranstaltungen außerhalb des KCMs hat in den letzten Jahren erheblich zugenommen, kommerzielle Anbieter machen dem KCM Konkurrenz. Auch die Gelder der Stadt Münster, die das KCM in den letzten Jahren gefördert hat, werden angesichts leerer Kassen gekürzt. Vom Land ist hingegen wenig zu erwarten; immerhin finanziert das Land die Beratungsarbeit des KCMs. Wolfgangs Jammern blieb nicht unerhört. Dem Vorschlag des Vorstands, die Mitgliedsbeiträge des Vereins leicht anzuheben, gaben die Mitglieder ohne Gegenstimme ihren Segen. Der Monatsbeitrag beträgt fortan 6,50 Euro, für Studenten & Geringverdiener beträgt er 4,00 Euro.
Dafür bekommen die Mitglieder eine Party mehr im Monat. Wie Volker Wittig feststellte, sei das Angebot an Lustbarkeiten freitags in Münster eher dürftig, weshalb man einen Freitag im Monat das KCM öffnen und eine zusätzliche Party veranstalten möchte.

Für das vergangene Jahr wurde der Vorstand auf Ersuchen des anwesenden Rechnungsprüfers Michael Karshüning entlastet. Zu neuen Rechnungsprüfern wurden Roland und erneut Michael K. gewählt. Auch eine Veränderung im Vorstand ist zu vermelden: Andre Groß trat wegen beruflicher Überlastung zurück.
Fazit: das KCM blickt auf ein aufregendes Jahr und eine ruhige Mitgliederversammlung zurück. Und wer mehr erwartet hatte, fand Trost bei Roland. Denn nach der Mitgliederversammlung war das Sonntagscafe, und hier warteten diverse Kuchenstückchen und öffneten nicht nur die Münder, die bei der Versammlung verschlossen geblieben waren.
NK
Immer noch steht es, das alternativ-künstlerische Hawerkamp-Gelände. Von Münsters Öffentlichkeit und Honoratioren zunehmend bejaht, strömen die Massen seit Jahren unverändert hinter die Halle Münsterland. Mit dem Fusion-Club, KCM/LIVAS, der Sputnik-Halle und dem Triptychon gibt es attraktive und etablierte Ziele von überregionaler Ausstrahlung. Zuzüglich der Ateliers, Büro- und Proberäume sowie Werkstätten - die Mischung macht es eben.
Allerdings schadet es nicht, erneut deutlich Flagge pro Hawerkamp zu zeigen. Am 29. Mai ist es wieder soweit und steigt die nächste Soli-Fete. Die Solidarität bezieht sich aufs bloße Kommen und Genießen - der Rest liegt bei jedem selbst. Das Konzept bleibt nämlich unverändert: Gastronomie, Konzert, Performance und Tanz verbinden sich zum Erlebnis der Soli-Fete. Freunde von Live-Gigs pilgern in die Sputnik-Halle, Dancefloors gibt es in Fusion und KCM und die Kunst präsentiert sich erneut im Triptychon. Dazwischen die Gastronomie und Infostände - bei gutem Wetter kann bis ins Morgengrauen des folgenden Feiertages hinein gefeiert werden. Seid bereit zur Himmelfahrt!
Das ganz besondere Schmeckerchen kommt zum Schluss: Im KCM wird Benny wieder seine Mischung aus Dark'n Wave auflegen. Starkbier statt bleifrei; ein echtes Kontrastprogramm zu dem, was sonst im Club läuft. Man muss es einmal erlebt haben, um den großen Rest der Fete auch noch mitzunehmen. Let's celebrate...
Michael Heß
Puer natus est nobis et filius datus est nobis, cuius imperium Super humerum eius, et vaocabitur nomen eius magni consilii Angelus
Im 16. Jahrhundert komponierte der Engländer William Byrd seine berühmte Ostermesse; die sehr anspruchsvolle Komposition ist seit einiger Zeit wieder verstärkt im Repertoire alter Musik zu finden. So wird das Opus am 25. Mai (ein Sonnabend) im niederländischen Oldenzaal durch den auf alte Musik spezialisierten Chor Vox et Oriens unter Leitung von Prof. Jan H. Liesert aufgeführt. Das 1991 gegründete ensemble voor oude muziek (im Repertoire befinden sich u.a. Palestrina und di Lasso) versteht sich als Sachwalter der originalen Inhalte; zeitgeistigen ästhetischen Adaptionen verschließt sich das Ensemble konsequent. Das schafft in den Konzerten eine Atmosphäre, die im reizvollen Kontrast zur sinnentleerten Hast des Alltags steht. Die Niederlande-AG ist zum Konzert herzlich eingeladen; Interessierte können weitere Details von Peter (0251/7130949) oder Michael (0251/524645) erfragen.
Michael Heß.
[I] Es war ein schöner Tag, dieser Karfreitag 2002, am Morgen schien die Sonne, wir beide, mein lieber Mann und ich, genossen das späte Frühstück - welch Glück so eines Feiertages, das Frühstück in aller Ruhe und so spät wie man möchte, einnehmen zu können- wegen des besonderen Tages ohne Wurst auf den Brötchen - schließlich wollen wir nicht in die Hölle kommen, obwohl dort die interessanteren Leute sich aufhalten sollen, wie man so sagt, aber brauchen selige Seelen noch Aufregungen? Am liebsten hätte ich meinem Gefährten die folgenden Verse zitiert, ins Deutsche übersetzt lauten sie: Ich will nirgendwo hingehn am heutigen Tag Ich möcht' einfach mit dir hierbleiben und dich lieben. OH."
Aber ich habe das gelassen und gedacht, da kommen ja noch Tage, heute ist Struwen-Tag und da wollen wir dabei sein.
[II] Da sitze ich ganz zufrieden im Restaurant Venner Moor, mit dem Mann meines Lebens beim Struwen-Essen, inmitten einer großen Schar Männer, die in dem großen Festsaal des Lokals versammelt sind, um an einer Tradition teilzunehmen, die sie sich selbst geschaffen haben vor einigen Jahren, da ruft W. aus einer anderen Ecke mir zu: ob ich denn auch alles registriere oder wie ich mir alle Eindrücke einpräge (wohl weil er sich wunderte, dass ich kein Konzeptpapier mit mir führte und nicht kugelschreiberbewehrt durch den Saal blickte), und lachend fragte er noch listig, ob mir jetzt der Nachmittag verdorben sei. Aber dem war nicht so, denn wenn ich etwas über diesen Karfreitag schreibe, dann nur wenn und weil mir etwas einfällt. Und ein Protokoll, als wäre das eine Sitzung, das brauchen wir wohl nicht. So kann ich nicht aufwarten mit einer Auflistung aller Teilnehmer (die aus allen Richtungen kamen, von Dortmund bis Bielefeld, und von England bis zu den Niederlanden unsere internationale Ausstrahlung dokumentierten). Ich kann auch nur erwähnen, dass Wolfgang zur Begrüßung einige Worte sagte und am Schluss, mitten auf dem Waldweg, einige Worte zum Abschied in die Kamera für das Regenbogen-TV gesprochen hat. Den Beitrag sollte man sich also anschauen.
[III] Was vergessen ist, das ist vorbei und verweht", und ich mache mir keinen Stress, immerhin ist mein Freund ja auch noch da! Da ist etwas, später war da etwas, und alles, was man darüber sagen und schreiben kann, ist doch nichts gegen das Ereignis selbst. Es hat stattgefunden, wir waren dabei und es war schön. Und darüber hinaus hat jeder seine eigenen Geschichten erlebt - zusammen waren wir für einige Stunden und was für den einen wichtig war, hat ein anderer überhaupt nicht mitbekommen. So realisierte sich die Vielfalt in der Einheit: die einen sind zu Fuß gegangen zur Wanderung durchs Moor, die anderen mit dem Wagen hin zum Parkplatz, am Schluss war eine kleinere Gruppe noch zu einem Abschlusstrunk ins Lokal zurückgekehrt. Man hat viele neue Gesichter gesehen, und einige, die man lange vermisst hatte, wiedergesehen. Und gerade die haben uns auch wiedererkannt. Sie hatten uns auf Gran Canaria am Strand gesehen, und jetzt trafen wir wieder zusammen. So verbinden sich Leben und Orte. Diese Begegnung hat mir sehr gefallen. Und das Venner Moor und Maspalomas sind plötzlich ganz nahe beieinander. Welches der schönere Ort ist? Ich glaube, die Antwort erübrigt sich, wenn man an beiden Orten mit dem Geliebten gewesen ist.

Auf ein Wiedersehen, liebe Freunde und ein ganz besonderer Gruß an Rudi aus Ahaus und seinen holländischen Freund.
gregor blazewski
Es sind immer noch zu viele.
Zu viele, die sich nicht raus trauen. Und werden es scheinbar auch weniger, die von ihrer Coming-Out-Angst eingesperrt sind, so ist die Hilfe beim Coming Out für viele noch wichtig oder sogar erforderlich.
Schon viele Jahre bietet das KCM Selbsthilfegruppen an, um schwulen Männern Mut zu machen, ihre Angst zu überwinden und ihre Umwelt mit der Tatsache zu konfrontieren. Dabei werden die Teilnehmer von zwei ehrenamtlichen Begleitern betreut, die mit Rat und Tat zur Seite stehen. Leider hat das Engagement in der CO-Hilfe in den letzten Monaten abgenommen, obwohl es nicht allzu viel erfordert: Etwas Zeit, Erfahrung mit Gruppenarbeit und Lust daran, Menschen zu helfen, die in einer Situation stecken, die man vielleicht selbst kennt.
Wer also Lust hat, CO-Arbeit kennenzulernen und zu leisten, sollte sich unverbindlich bei uns melden unter co-muenster@gmx.de
Wir freuen uns auf euch!
Sven Gettkant
Zum zweiten und vorerst letzten Mal könnt Ihr Euch zum Sonntagscafé einen von drei Kuchen auswählen, den Roland dann für Euch backen wird. Nach der gewünschten Champagnertorte im April stehen nun folgende Kuchen zur Auswahl.
Einfach eine eMail an Sonntagskaffee@gmx.de
Außerdem erstmalig beim Sonntagscafé - BINGO.
Ab 16.30 Uhr spielt Roland mit Euch Bingo.

Roland freut sich wie immer auf Euren Besuch.
Es hat lange keine Ausstellung mehr im KCM gegeben, um so mehr freuen wir uns, einen Künstler aus Hannover ausstellen zu können, der uns erotische Kunst bietet.
Jürgen Rattay, 45, Dipl.-Künstler studierte vom 1979 bis 1985 Freie Kunst, Freie Grafik in Hannover.
Der Künstler lebt offen schwul, man erkennt es auch an seinen Bildern. Er ist aktiv in der Schwulenbewegung Hannover, dort arbeitet er bei der Gruppe 40plus mit, ist Mitglied der Redaktion Mimikri", ist Web-Master bei ganz unterschiedlichen Projekten. Heute malt er seine Körperlandschaften mehr als Hobby, beruflich hat er seinen Platz als Computergrafiker in der Werbung und als freier Webdesinger gefunden.
Es ist interessant, Jürgen ist aktiver Buddhist, dies macht sich in seinen Arbeiten leicht bemerkbar, so malt er in den letzen Jahren minimalisiert, skitzenhaft ein wenig verwandt mit japanischen ZEN Tuschezeichnugen.
Seine Bilder entstehen aus eigener Kreativität oder er bedient sich zur Anregung an Fotovorlagen, schade, ein Modell sucht er seltener....
Die Ausstellung ist noch bis zum 15.05. im KCM Thekenraum zu sehen. Beim Sonntagscafe´am 5. Mai will der Künstler zugegen sein. Die Bilder können gegen eine geringes Salär erworben werden.
Wolfgang Knebel
Wie wäre es mit einem aktiven Gay & Grey Kurzurlaub? Ich möchte Euch hier Vorschläge unterbreiten und bin gespannt auf Eure Resonanz.
Ich bin kein Reisebüro oder Reiseveranstalter, möchte Euch nur gerne dahin führen, wo ich es schön finde, wo ich mich sehr wohl fühle. Ich kenne mich im Harz etwas aus, könnte dort selbst die Führung übernehmen. Ich habe nicht den Anspruch Euch eine fertig durchgeplante Reise anzubieten, nein, Eure Wünsche, Ideen werden hier sehr zum Erfolg beitragen.
Eine Reise würde sich ab 4 Personen-Beteiligung lohnen. Wir würden mit dem Privat-Pkw fahren. Übernachtungskosten sind sehr gering, im Harz wird die Übernachtung nicht über 10 Euro liegen. Eintrittsgelder und Verpflegung könnten da je nach Bedarf gestaltet werden. Dauer der Fahrt, alles offen, müssen wir absprechen.
Die Fahrt könnte so aussehen:
Meine Lieben, ich war Ostern dort, ich möchte sofort wieder dorthin.
Ein zweites Ziel ist für mich interessant, weil ich dort noch nie war. (Erfurt), Weimar, Jena und evtl. noch Leipzig und oder Dresden.
Hier könnte ich selbst kaum nähere Angebote machen, werde mich aber um eine sehr professionelle Betreuung der Reise kümmern.
Beim Karfreitagstreff habe ich Kontakt zu der Dortmunder Gay und Gray Gruppenleitung aufgenommen. Wir möchten gerne gemeinsam eine Tour durchs Revier starten, dort von Industriedenkmal zu Industriedenkmal fahren. Es gibt dort sehr viele, interessante Routen.
Auch hier möchte ich erst genauer planen, wenn ich eine Rückmeldung von Euch erhalten habe.
Fahren wir los!
Wolfgang Knebel
Es ist nun dreißig Jahre her, dass sich eine bunte Gruppe Homos vor dem Schloss zusammenfand, um in Münster für ihre Rechte zu kämpfen. Um an diesen Auftritt zu erinnern, den die braven Bürger Münster staunend, kichernd und kopfschüttelnd ("Unter'm F....r hätte es so was nicht gegeben!") zur Kenntnis nahmen.

Die Bilder wurden vom schwullesbischen Archiv in Münster zur Verfügung gestellt.
Wer mehr zur Demo wissen möchte:
Rosa Geschichten (Hg.): Eine Tunte bist du auf jeden Fall. 20 Jahre Schwulenbewegung in Münster, Münster 1992.
Auch dieses Jahr gibt es in Münster wieder eine Kranzniederlegung der für die homosexuellen (und anderen) Opfer des Nationalsozialismus (8.Mai 1945: Kapitulation und Ende der Diktatur). Wir (Rosa Geschichten / Schwul-lesbisches Archiv Münster) laden alle Gruppen des schwul-lesbischen Lebens in Münster zur Teilnahme an der Veranstaltung ein. Über ein zahlreiches Erscheinen würden wir uns freuen.
Hier noch mal die genauen Angaben:
Kranzniederlegung für die Opfer des Nationalsozialismus
Datum: Mittwoch 8.Mai 2001
Zeit: 18 Uhr
Ort: Münster, Zwinger an der Promenade
Veranstalter: Rosa Geschichten (Schwul-lesbisches Archiv Münster) und VVN/BdA
Stefan Sudmann
Bereits kurze Zeit nach seiner Gründung kann sich der Verein Sozialsponsoring Münster über die ersten beiden Sponsoren freuen: punktdesign.de und die Druckerei Lohmann ließen sich von dem Konzept, sich sozial zu engagieren und zugleich davon zu profitieren, überzeugen. Sie beschlossen, den Verein bei seiner Arbeit tatkräftig zu unterstützen und ihm so Starthilfe zu geben.
punktdesign.de übernimmt die Produktionsabwicklung der benötigten Werbematerialien. Wir finden es gut, über den Verein Sozialsponsoring gleichzeitig mehrere soziale Einrichtungen in Münster fördern und so verschiedenen Gruppen von Bedürftigen etwas Gutes tun zu können, begründet Gernot Ahlers von punktdesign.de ihr Engagement.
Die Druckerei Lohmann erstellt für den Verein alle nötigen Druckerzeugnissen - vom Briefpapier über die Visitenkarten bis hin zu den Prospekten. Mir liegt der soziale Bereich sehr am Herzen, und ich möchte ihn durch solche Aktionen stärken, erklärt Inhaber Rolfpeter Lohmann.
Sozialsponsoring beschreitet neben Spenden oder dem klassischen Sponsoring einen dritten Weg. Während Spender oft nicht groß in der Öffentlichkeit bekannt werden wollen, wirbt der Verein Sozialsponsoring Münster für seine Idee mit dem Slogan Gutes tun und darüber reden! Beim klassischen Sponsoring wird das Interesse auf einen Dritten (Rennfahrer, Sportverein oder Musikfest) gelenkt. Anders beim Sozialsponsoring: Der Verein sieht sich als Mittler. Auf der einen Seite stehen 18 Mitgliedsvereine, von Outlaw über Projekt Lernhilfe bis Cuba oder Pro Familia, deren wichtige Arbeit in Zeiten allgemeiner Finanznot immer schwieriger wird. Auf der anderen Seite befinden sich Firmen und Freiberufler, die bereits soziale Verantwortung übernehmen oder ganz einfach die Möglichkeit nutzen wollen, durch ihr Engagement im sozialen Bereich auf sich aufmerksam zu machen.
Gegen einen bestimmten Jahresbeitrag stellt der Verein den Unternehmen hierfür die Mittel zur Verfügung, etwas durch Aufkleber für Firmengebäude oder -wagen und die Nutzungsrechte am Logo Sozialsponsor in Münster. Den Jahresbeitrag können die Firmen als Werbungskosten verbuchen.
Die Einnahmen von Sozialsponsoring Münster werden satzungsgemäß zu gleichen Teilen unter den 18 Mitgliedsvereinen aufgeteilt. Dadurch soll sichergestellt werden, dass kleinere Vereine, die nicht so sehr im Licht der Öffentlichkeit stehen, nicht benachteiligt werden.
Eine Reihe weiterer Unternehmen aus Münster hat bereits Interesse bezeugt, ebenfalls Sozialsponsor zu werden, berichtet Frau Markerth vom Vorstand des Vereins. Vorständler Klaus Fröse hofft, dass das Logo bald an vielen Stellen in der Stadt Verbrauchern den Weg zu sozial verantwortungsbewussten Firmen weisen wird.
Nähere Informationen zur Arbeit des Vereins erhalten Sie bei:
Sozialsponsoring Münster e.V.,
Hafenweg 6 - 8,
48155 Münster, Tel.: 0251/6868375.
Rückfragen richten Sie bitte an:
Hermann Lampe, Pressesprecher,
Tel.: 0251/42653
Für eine ab September geplante schwul-lesbische Fernseh-Serie sucht der gemeinnützige Verein Kommunikultur e.V. noch Schauspielerinnen und Schauspieler , bzw. solche, die es werden wollen!
Gedreht wird in Berlin, Gage gibt's leider keine, aber eine Menge Spaß und vor allem die Möglichkeit , Erfahrungen im Schauspiel bzw. bei der Kameraarbeit zu sammeln.
Weitere Infos gibt's bei Andreas Weiß Tel : 030/4211356 ,
Alles zu den bisherigen Produktionen des Vereins gibt es unter www.montagskinder.de bzw. www.schwulfernsehen.de
Regenbogen-TV, das schwule Magazin im Stadtfernsehen tv münster, (Kabelkanal 3);
Kai Hamm ist neuer Landesvorsitzender der Lesben und Schwulen in der Union (LSU) in Nordrhein-Westfalen. Die Mitgliederversammlung in Bonn wählte den 27-jährigen Rechtsreferendar aus Köln einstimmig zum Nachfolger von Lars Lüttich, der von seinem Amt zurückgetreten war. Hamm war bisher Stellvertretender Landesvorsitzender. Sein Nachfolger in diesem Amt wurde Carsten Fach aus Bonn; neue Beisitzer im Landesvorstand sind Stefan Kwasniewski aus Düsseldorf und Oliver Nölken aus Bochum.
Inhaltlicher Schwerpunkt der Versammlung war die Positionierung der LSU im Bundestagswahlkampf. Sie will an ihrem Kurs kritischer Solidarität mit den Unionsparteien und ihrem Kanzlerkandidaten festhalten und die Meinungsbildung in der Union zu schwul-lesbischen Themen weiter kritisch und konstruktiv begleiten. Als Christdemokraten wollen wir den Wechsel am 22. September betonte der neue Landesvorsitzende. Das bedeutet aber nicht, dass wir jede Entgleisung von irgendwelchen Hinterbänklern durchgehen lassen.
Weiteres Thema der Versammlung war die Vorbereitung auf den Europride 2002 in Köln. Zu diesem Thema war Daya Holzhauer vom Vorstand des Kölner Lesben und Schwulentages (K.L.u.S.T. e.V.) zu Gast, die die LSU'ler über den Ablauf der europaweit größten schwullesbischen Veranstaltung informierte. Die LSU wird dabei unter anderem mit einem eigenen Wagen an der Abschlussparade teilnehmen und mit einem Info-Stand auf dem Straßenfest vertreten sein.
Oliver Nölken
Wenn er zurückblickte, nach den Jahren einer schmerzhaften Ausbildung in der schwierigen Kunst, Frauen zu verführen, dann begriff Colin, daß sich ähnliche Szenen mit vergleichbarer Lust nicht wiederholen würden, wie wundervoll seine Partnerinnen auch immer wären, denn bei Lucas hatte er die Rolle eines Mädchens gespielt."(Alte Knaben) Nur ein Moment in einem der literarischen Streifzüge durch das schwule Europa. In Zeiten eines penetrierenden amerikanischen Kulturimperialismus wirkt der Untertitel fast anachronistisch, doch auch wie ein Programm. Tatsächlich verbergen sich unter dem Buchdeckel aufregende und anspruchsvolle Streifzüge, die sich in einunddreißig Geschichten von neunundzwanzig Autoren aus sechsundzwanzig europäischen Ländern einteilen lassen.
Äußerlich haben sie nicht viel gemeinsam, die Helden dieses Buches. Der aggressive Macho in Jaroslaw Magutins Sentimentale Kotze 1 & 2, der alternde, desillusionierte Lover in Frans Kellendonks Die Idioten, die beiden, ihre Liebe entdeckenden Schüler in Ádám Nádasdys Englischer Walzer oder der ob seiner Sehnsucht zu einer Transe verwirrte Jüngling in Murathan Mungans Veronica Voss der Sehnsucht. Mehr noch, was überhaupt ist ein Schwuler? Fällt der verheiratete Anwalt aus Patrick Gayles Alte Knaben darunter oder der sich noch im hohen Alter Selbsterkenntnis verweigernde Dichter in László Ladányis Ein spätes Geständnis? Oder der sich zwischen Angst und Sehnsucht verzehrende Träumer in Desmond Hogans Eine seltsame Straße? Wann also ist man(n) auch schwul? Wenn man nur Sex treibt? Oder ist das Soziale - der ganze Lebensentwurf - wichtiger? Und was ist mit denen, die sich nie in sexuelles Männertreiben trauen? Sind die auch schwul?
Die Helden sind Jungens und Männer, die ihre homoerotischen Gefühle in sehr verschiedenen Kulturen und Situationen ausleben müssen: In einem englischen Schulinternat mit dessen sadistisch geprägter Hierarchie, vor einem homophoben russischen Polizeikommisar angesichts der tödlichen Gefahr, als Schwuler eingeknastet zu werden, im Beisein der künftigen Gattin des immer noch Geliebten, in einer islamischen Familie mit ihren festen (Un)wertevorstellungen. Wenn Johann heute, fünfzehn Jahre später, irgendwo in Mittelschweden bei Geschäftsessen sitzt, geschieht es, daß er sich fragt, ob die Mittagsgäste Spitzenunterwäsche unterm Anzug oder einen Cockring aus Metall tragen. Er weiß, dass man nie weiß, welche heimlichen Träume der Mensch mit sich herumträgt. (Berg der Versuchung) Das Glück der Liebe kommt auf sehr seltsamen Pfaden daher und manchmal nur als geile Lust und manchmal gar nicht.
So unwiederholbar jede der Storys ist, fällt beim Lesen ein interessanter Bruch auf. Immer noch ist für viele osteuropäische Autoren das Schwulsein auch eine politische Definition, die das Zusammenfinden erleichtert. Westeuropäische Autoren spielen dagegen mit individuellen Konzepten der Selbstinszenierung und -theatralik. Was für den Einen noch existentielle Züge trägt, ist für den Anderen bereits instrumentalisierte Selbstvermarktung. Im Extrem lesbar in Olaf n. Schwankes (kein Druckfehler!) kriminalgeschichtlich angehauchten weit, so gut. Immer wieder kommt Heiner Müllers Erkenntnis in den Sinn, dass der tragende Grund für wirkliche Kunst aus Blut und Tod besteht. Dass beinahe jeder der Helden seine Probleme hatte und hat, sich mit den überlieferten Geschlechterrollen auseinander zusetzen und diesen eine eigene Definition von Männlichkeit entgegenzusetzen, klammert alle wieder zusammen. Die Selbsterkenntnis, außerhalb der Norm zu stehen, ist der rote Faden des Buches.
Auf noch einen wesentlichen Aspekt - so scheint es dem Rezensenten - sei deshalb in der gebotenen Kürze hingewiesen. Keinem der Akteure steht der Sinn nach einer Heirat und schwule Organisationen sind ihnen ebenso fremd. Alle haben begriffen, dass es um ihr Leben geht und dass zuerst sie selber sich darum zu kümmern haben. Das berufsschwule Funktionärstum - es erscheint nach der Lektüre der einunddreißig Geschichten erst recht als deutsche Befindlichkeit. Die Vielfalt der erzählerischen Momente wirft Fragen auf, deren ehrliche Beantwortung die Vielschichtigkeit des Phänomens Emanzipation sichtbar macht. Schwules Leben ist jedenfalls mehr als das staatlich sanktionierte monogame Zusammenleben zweier Männer.
Schwules Leben lässt sich auch nicht reduzieren auf das Gebaren steriler White Gays aus Gottes eigenem Land und ihren Legenden, von denen die bekannteste Christopher Street heißt. Sodom ist kein Vaterland unterstreicht die kulturelle schwule Vielfalt in Europa, es ist ein literarisches Plädoyer für die eigene Identität, für produktive Differenzen und Ungleichzeitigkeit in einer Gleichung, die keine (mehr) ist und wahrscheinlich niemals eine war.
Also ein wirklich gutes und wichtiges Buch. Und weil es so schön ist, noch dieses: Überhaupt, nimm endlich zur Kenntnis, dass es zwischen zwei Jungen so was wie Liebe nicht gibt. Ständig fängst du damit an. Liebe! Dazu braucht es einen Jungen und ein Mädchen. Gut, bitte, wer von uns ist jetzt das Mädchen? (Englischer Walzer)
Michael Heß
Sodom ist kein Vaterland
Diverse; Querverlag Berlin 2001
336 Seiten
Nachdem er von seiner langjährigen Freundin in flagranti ertappt wurde, muß Axel die gemeinsame Wohnung verlassen und landet schließlich bei dem schwulen Walter...
Was das deutsche Kino so über Schwules denkt...
Am Freitag, 10. Mai ab 20:00 Uhr im KCM
Diese neue, sehr gut gelungenen Dokumentation von Rosa von Praunheim stellt die vier Berliner Tunten Ichgola Androgyn, Tima die Göttliche, Ovo Maltine und BeV StroganoV vor. Dabei erzählt der Film auch über deren HIV-Projekte, die sie in Berlin in den 80ern ins Leben riefen, ihre politischen Aktionen und ihre persönlichen Höhen und Tiefen. Wir zeigen den Film zwei Wochen im Festeinsatz im Cinema, von Do 25.4. bis Mi. 1.5. gegen 19:00 Uhr.
Am Di 7.5. um 20:30 Uhr werden Jan Allain (Gitarre, Gesang) und Clare Lindley (Violine) auf ihrer Apple Size Golden Clitoris Tour 2002 Station in Münster machen. Allain ist wieder auf Deutschland-Tour. Die gebürtige Londonerin spielt und singt Lieder, die verspielt, melancholisch und voller Leben sind. Mit Gitarre, Harmonica, Wortwitz und griffigen Melodien entfaltet sie auf der Bühne ihr glänzendes Talent als erfahrene Songwriterin. Bereits mit zehn Jahren gewann sie mit dem Islington Childrens Song Contest' ihren ersten Wettbewerb, bekam mit zwölf ein Stipendium für Jazz- und Country-Gitarre und studierte später auf der St. Martin's School of Arts. 1982 belegte sie vor Suzanne Vega den ersten Platz der New Yorker Folk City Songwriter's Night'. Seit Jahren tingelt die lesbische Sängerin für ihre stetig wachsende Fangemeinde durch Deutschland. In diesen Tagen kann man die Ausnahmemusikerin wieder erleben. Mit auf der Bühne steht Clare Lindley eine der bekanntesten britischen Violinistinnen. (www.eurogayde/entertainment/5584.html)
131 Jahre nach Inkrafttreten des §175 (am 15. Mai 1871) und etwas über 8 Jahre nach Abschaffung desselbigen in der BRD (am 10. März 1994) zeigen wir die Dokumentation von Rob Epstein ("The Times of Harvey Milk") und Jeffrey Friedman (beide The Celluloid Closet"). Der Film behandelt besonders die Verfolgung von Schwulen (und auch Lesben) in der Nazizeit. Für die, die sich schon Intensiver mit dem § 175 auseinandergesetzt haben, wird der Film kaum Neues bringen. Allerdings - und das muss man den beiden Filmemachern hoch anrechnen - ist es der erste Kinofilm zum Thema überhaupt. Wir zeigen den Film von Do 9. 5. bis Mi 15. 5. gegen ca. 19:00 Uhr.
Änderungen vorbehalten! Bitte immer die aktuelle Kino aktuell' oder unsere Homepage unter www.cinema-muenster.de beachten.
Thomas Behm, Cinema Filmtheater GmbH
Geliebt zu werden ist schön,
nicht geliebt zu werden ist nützlich. Geliebt zu werden bringt Wonne, nicht geliebt werden garantiert Ruhe und ein zufriedenes Leben. (Jiri Marek)
Eine Frage an alle:
Warum hat der Volker B. seinen Jacques nach neun Monaten immer noch nicht geheiratet? Mögliche Antworten bitte auf dieser Seite.
Ja,
ich will dich heiraten. Sylvia
Michael aus Capelle,
ich hätte dich am Karfreitag so gerne zum Abschied geküsst.... ob du mich heute anrufst, bitte. Hätte hier jetzt soooo gerne geschrieben: Dein Wolfgang. (Zur Not küsst Dich der Redakteur, auch ohne Ring!)
Unglaublich aber wahr:
Michael H., Autor zahlreicher Artikel im Zauberhut, mag keine toten Sprachen. Na ja, er spricht Deutsch. Das reicht als tote Sprache.
Unglaublich aber wahr:
Martin E. hat ein Handy.
Lieber Setzer:
ich lasse mir kein X für ein V vormachen. Symbole haben eine bestimmte Bedeutung. Dein Fritz. (Lieber Peter: darauf solltest Du erst im nächsten Heft reagieren.)
Regenbogenliste: Schwule Mailingliste für Inhaltliches: www.beepworld.de/members/regenbogenliste, regenbogenliste@web.de (Bezieht sich auf den Raum Münster/Münstersche Bucht)
Mittwochs im KCM,
Klönen, günstig trinken, Spaß, schwule Bibliothek und vieles mehr...
Zauberhut,
c/o KCM - Schwulenzentrum Münster e.V.,
Postfach 4407, 48025 Münster,
Tel. 0251/665686, Fax. 0251/665661,
E-Mail: zauberhut@muenster.gay-web.de.
Mitarbeiter dieser Ausgabe: Michael Heß, Wolfgang Knebel, Norbert Korfmacher (ViSdP), Peter Kramer (Satz)
Umsetzung für das Internet heinz@muenster.gay-web.de
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