Schwules in Münster - April 2002

 

Salve,

Salve,

in diesen Tagen griff unser aller Guido Westerwelle ein Thema auf, welches keines mehr ist: der Vorsitzende der selbst ernannten Reformpartei FDP spießte die Rechtschreibreform auf und forderte ihre Abschaffung.

Der Zauberhut verfährt großzügig mit der Rechtschreibreform. Wer in der alten Form schreiben will, der darf das. Und wer die neue „Schreibe” praktizieren will, der darf das auch. Man darf sogar beide Regelwerke kombinieren und das Beste und schönste daraus machen. Schließlich ist der Zauberhut nicht der Duden oder gar ein Nachschlagewerk für Grammatik und sprachliche Feinheiten.

Denn das hat die Rechtschreibreform gezeigt: die Fehler von heute sind die Regeln von morgen. Nur sind jetzt durch die Reform so viele Leute unsicher geworden, dass viele halt so schreiben, wie sie es für richtig halten. Das Volk erobert sich ein Stück Freiheit.

Das sollte Herr Westerwelle, Vorsitzende der schwulsten Partei in Deutschland, loben und preisen. Schließlich prahlt er immer damit, dass seine Partei die Freiheitspartei in Deutschland ist.

Ja ja.

Warme Grüße
Norbert

PS: Damit keine Missverständnisse aufkommen: selbstverständlich wird bei uns jeder Text auf Fehler durchgesehen. Und ein zurück zur Rechtschreibe vor 1901 ist auch nicht erwünscht. Das thut nicht gut...

 

 

Einladung zur Mitgliederversammlung

Liebe Mitglieder,

hiermit laden wir Euch herzlich zur jährlichen ordentlichen
Mitgliederversammlung am Sonntag, 7. April, 15 Uhr im KCM ein.

Tagesordnung:

  1. Begrüßung und Formalien
  2. Bericht des Vorstandes
  3. Finanzbericht
  4. Bericht der Kassenprüfer
  5. Entlastung des Vorstandes
  6. Wahl der Kassenprüfer
  7. Anpassung der Mitgliedsbeiträge im Zuge der EURO-Einführung
  8. Verschiedenes
Für den Vorstand
Stephan Karrenbrock

 

 

Kulturfrühstück das Letzte

Der 3. März brachte das vorläufig letzte Kulturfrühstück.

Und dieses Kulturfrühstück hatte es in sich. Der Thekenraum des KCMs war brechend voll. Die Chansons von Tünde Gajdos & Katja Mengeringhausen bei der Begleitung von Chizuro Amakawa am Piano zogen viel Volk, und sicherlich hatte sich auch herumgesprochen, dass man beim Kulturfrühstück gut & geschmackvoll essen kann. Und schließlich findet danach das Sonntags-Café mit Roland statt, was auch nicht zu verachten ist.

Das vorläufig letzte Kulturfrühstück war also zweifellos der Höhepunkt. Die zwei Sangesschwestern gaben mehr als Kostproben ihres entstehenden Programms. Besonders Tünde Gajdos beeindruckte mit einer unglaublichen Stimme. Und sie riss das Publikum zu wahren Beifallsstürmen hin, als sie ein Lied aus einer vergessenen Oper über Hänsel und Gretel zum Besten gab, worin das Elend mit nervigen Kindern auf den Punkt gebracht wurde.

An dieser Stelle wird der neugierige Leser sich fragen, ob das denn gut gehen kann: vorne tirilieren Sängerinnen, während das Publikum schmatzt und schlürft. Ja, das ging sehr gut. Denn das Trio spielte ca. 15 Minuten, gab den Hungrigen und Kulturbeflissenen anschließend eine Viertelstunde Gelegenheit, Bäuche zu füllen, und dann ging es wieder weiter.

Für alle die, die Lust auf mehr haben, gibt es Trost: im September geht es weiter mit der schwullesbischen Kultur am frühen - nun ja: am späteren Morgenmahl.
NK

PS: Einen weiteren Trost spendet uns LIVAS: am 28. April findet im Thekenraum eine Tupperparty statt. Mädels, manchmal seid ihr Klasse!

 

 

Einen Stein geworfen...

Einen Stein in einen Fluß werfen bedeutet, Wellen zu schlagen. Aber auch, das Gewässer selber zu verändern. Wer einen Stein in einen Fluß wirft, rüttelt ein wenig an der scheinbaren Ohnmacht des Seins.

Der niederländische Lehrer Eddie Holthuis war so ein rüttelnder Mensch, den wir nicht vergessen wollen. So wenig wie das Bild, daß der ehrenamtliche Reporter von „Radio Oost” mit seinem Aufnahmegerät und Mikrofon gab. Vor drei Jahren erreichte uns die Nachricht von Eddies plötzlichem Tod. Wie im vergangenen Jahr fuhren Mitstreiter der Niederlande-AG anläßlich seines Todestages die mehr als 100 Kilometer bis ins gelderländische Aalten. Das gepflegte Grab zeigte uns die unveränderte Anteilnahme von Freunden und Verwandten; unser Blumengruß setzte ein Zeichen mehr. Denn man stirbt erst dann endgültig, wenn die Erinnerung verschwindet.

Eddie warf zu Lebzeiten seinen Stein - die Wellen sind immer noch sichtbar.
Michael Heß für die Niederlande-AG

 

 

Neue Party, neues Glück?

Wer bisher bei den Partys des KCMs noch keinen Traumprinzen gefunden hat, bekommt eine neue Chance: Am 19. April findet erstmals an einem Freitag eine KCM-Party statt. Es geht los um 22 Uhr. Das gibt Gelegenheit, gleich rein ins Wochenende zu tanzen.

Und vielleicht klappt´s dann ja auch mit dem Traumprinzen.

 

 

Struwenessen

Auch in diesem Jahr wird das traditionelle Karfreitags-Struwenessen stattfinden. Wer noch nicht weiß, was ihn da Leckeres erwartet, der soll auf jeden Fall kommen. Und wer weiß, was es Gutes gibt, kommt ja sowieso.

Es findet im Venner Moor statt!

Bereits vor zwei Jahren waren wir dort, mir hat es dort sehr gut gefallen, das Lokal ist schön, die Leute nett und der Spaziergang im (nun trockenem) Moor war einfach ein schönes Erlebnis.

Das Venner Moor liegt nahe der Autobahn 1 Abfahrt Ascheberg, bei Ottmarsbocholt.

Das Lokal ist leicht zu finden wenn Ihr die A1 bis Münster-Süd fahrt. Dann Richtung Stadtmitte. Ihr erreicht den Stadtrand an einer großen Ampelkreuzung, geradeaus. An der nächsten großen Ampelkreuzung rechts, es gibt dort einen leicht zu übersehenden (!) Vorwegweiser zum Clemens-Hospital 2 x rechts. Geradeaus ginge es in die Stadt und Richtung Gronau, also da rechts und sofort wieder rechts in den „Kappenberger Damm”.

Habt Ihr den Kappenberger Damm erreicht, habt Ihr das Lokal schon fast gefunden. Immer der Straße nach. Wenn Ihr viele Transparente seht: „Wir haben Angst um unsere Kinder”, dann gilt es dies nicht wegen dem Aufmarsch einer großen schwulen Gemeinschaft am Karfreitag, dort protestiert eine Bürgerbewegung... Ihr seid also richtig, weiter geradeaus.

Wenn Ihr aufmerksam fahrt merkt Ihr nach einer Zeit, dass links neben der Straße der Dortmund-Ems-Kanal ist. In einer Linkskurve müsst ihr über die Kanalbrücke! Dann sind es noch 1300m, Ihr seht zuerst eine kleine Kirche links, genau gegenüber ist die Gaststätte Venner Moor. Fahrtstrecke ab Ampel Autobahnzubringer-Ende etwa 10 km. Gute Fahrt!

Näheres auch unter: www.venner-moor.de

Zugfahrer melden sich bitte bei mir, sie werden vom Bahnhof abgeholt, kein Problem!
Wolfgang Knebel

Am 29. März 2002, um 15 Uhr

 

 

Beyond the mainstream (II)

Im April wird er wieder leuchten: Münsters warmbunter Regenbogenstern. Verantwortlich dafür sind Din A Queer. Der Zauberhut setzt die Vorstellung aus dem vorherigen Heft fort.

Auffällig ist die personelle Stabilität der Gruppe. Man trifft sich regelmäßig im Café Prütt, diskutiert und organisiert, zieht personelle Strippen und hat allgemein viel Freude aneinander. Haben doch seit anderthalb Jahren nur drei Mitmacher das Team verlassen und das aus respektablen Gründen. Bei den Parties kann auf einen festen Unterstützerkreis zugegriffen werden, was das Handling sehr erleichtert. Nach nun mehr sechs Feten in Münster hat sich das organisatorische Konzept so gut bewährt, daß man auch schon mal bei den Oberhausener Bang!-Parties auflegt, die wiederum verdächtig an das Kopfschuss-Format im Triptychon erinnern. Nachdrücklich sei nochmals das „sich an niemanden anbinden zu wollen” ins Gedächtnis gerufen - solange woanders unter Rockigem Bon Jovi verstanden wird, brauchen die Queers nichts und niemanden zu fürchten.

Bleibt noch „das Linke” zu erwähnen. Alternativ und nichtkommerziell, der Hang zum Schwarz, der ominöse fünfgezackte Stern und dann diese Musik, die so oft vom Negieren handelt und von Dingen, an die der brave Familienvater höchstens im (feuchten) Traum denkt. Solche Leute, die können nur „links” sein. Sind sie auch, aber zum Parteisoldaten fühlt sich keiner der Queers berufen. Wer sich Rage Against The Machine anhört, der beharrt auch sonst auf dem Luxus einer eigenen Meinung. Mit dem „links”, das ist in Ordnung, dazu steht man. Helmut K. oder Gerhard Sch. zählen ganz sicher nicht zu den Säulenheiligen der Gruppe und im Übrigen zieht die ihr Ding durch und es ist gut so. Für Din A Queer gibt es ein sehr schönes Leben jenseits des parteipolitischen Koordinatensystems und der Alltag muß ebenso gemeistert werden.

Zum erfolgreichen Konzept gehört das Lernen im Tun. Wie jedes gängige Partyformat, fiel auch die Alternativfete nicht vom Himmel und tat nach dem ersten Kennenlernen durch Münsters Partygänger etwas schwächeln. Brecht nannte es die Mühen der Ebene, der kluge Mann kennt es als eine Art soziales Naturgesetz: Das Gute setzt sich nur sehr selten im Selbstlauf durch. Besagtes Gesetz machte um die Queers keinen Bogen und erwies sich als die Sollbruchstelle, die die Spreu vom Weizen scheidet. In dieser Situation entschieden sich Imke, Nicole, Dirk, Peter und Co. glücklicherweise für die Einsamkeit des Langstreckenläufers. Die wenigen Besucher entpuppten sich auf Nachfrage als zufällig Informierte, wo von einem echten Werbekonzept keine Rede sein konnte. „Tue Gutes und sprich darüber” - der alte Marketinghut wurde zum x-sten Male und diesmal in der warm-alternativen Szene entdeckt. Ergo flossen ein paar Taler mehr in die Werbung, eine Homepage ward erarbeitet und Münsters Laternenmasten und Verteilerkästen als geeignete Werbefläche entdeckt. Nun ja, papageienbunt ist die Stadt deshalb nicht geworden. Aber der eine oder andere Farbtupfer in sonst trister Umgebung, der steuerte zum guten Inhalt noch die gediegenen Form bei. Und das Gute darf seitdem wieder hoffen.

Kehren wir abschließend zurück zu den peitschenden Beats, den druckvollen Loops und den wabernden Nebelmaschinen. Kommt das Konzept in Münsters vielfältig-kritischer Kulturszene wirklich an? Die Antwort läßt sich nicht nur in den gut besuchten Veranstaltungen finden. Oder in den seit Kurzem zu beobachtenden selbstgemalten Regenbogensternen an den Autos heißer Din A Queer-Fans (die Beobachtung ist verbürgt!). Sondern auch bei Münsters selbsternannter schwuler Jugendgruppe. Oder besser nicht, denn die Youngs brachten bisher nicht einmal einen Link zur Website der Szeneanarchisten zustande. Klar, wer holt sich schon die erfolgreiche Konkurrenz ins Haus? Die Queers (allemal auch eine Jugendgruppe!) aber können damit locker umgehen. Szeneinterne Unterstützung erfahren sie heute vor allem von LIVAS, deren Plakatierung und Rundbriefe einen wesentlichen Teil des Werbekonzeptes bilden. Was sicher kein Zufall ist, der musikalische Geschmack von Lesben hat sich längst als mainstreamferner Standard durchgesetzt. Zum Begegnungszentrum wird dagegen ein freundliches Nichtverhältnis gepflegt. Bis auf die Musik natürlich, ist das KCM für Alternative aber „sonst ganz nett”. Immerhin, denn das läßt erstens Steigerungspotentiale erkennen und befördert zweitens nicht noch mehr Kleingeistiges in den an Animositäten gewöhnten Mikrokosmos der Schwuletten. Mann wird sehen und frau ganz sicher auch. Und als Resümee bleibt, was der große Van Morrison in seinen Hymnen an das Schweigen sang: It can make you crazy / yeah it can drive you insane / Tell me, why must I always explain.

Nächste Partys: 26.04. / 28.06. / 27.09. / 29.11.

(jeweils im Triptychon, Am Hawerkamp 33)

Kontakt: 0177/32 12 937 (Michael)

Internet: www.din-a-queer.de

 

 

„Wohl dem, der hier nur eine Nummer ist ...”

Eine eigene Gedenkstunde für die Haftgruppe Homosexuelle geht in diesem Jahr der traditionellen Gedenkveranstaltung zur Befreiung des KZ Sachsenhausen am 21. April voran. Mit dem Titel „Wohl dem, der hier nur eine Nummer ist ... erinnern die Initiative „Der homosexuellen NS-Opfer gedenken” und der Lesben- und Schwulenverband LSVD an die Situation der homosexuellen Häftlinge im Bereich der „Isolierung”, einem noch einmal separat umzäunten Areal des einstigen Konzentrationslagers; an dieser Stelle waren die Häftlinge der Strafkompanien von 1938 an inhaftiert. Statt einer Rede wird der Chor RosaCavaliere mit einer Kombination aus Gesang, Dokumenttexten und rezitierten Zeitzeugen-Aussagen die Gedenkstunde gestalten. Eberhard Zastrau, Mitglied im Beirat der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten, konzipierte die Veranstaltung, wählte die Texte aus; der Chor bestimmte Musikauswahl und künstlerische Umsetzung.

Nach einer Kranzniederlegung an der Gedenktafel für die homosexuellen Opfer des KZ Sachsenhausen im Zellenbauhof findet die Gedenkstunde an der Stelle statt, wo einst der „Block 11” eine zur Isolierung gehörende Baracke stand.

Bewusst verzichten die Veranstalter auf eine offizielle Rede: Die wenigen Rosa-Winkel-Häftlinge, die das KZ Sachsenhausen überlebt haben und dazu bereit gewesen wären, über ihre Situation zu berichten, sind inzwischen alle verstorben.

Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen beginnen damit, ein neues Konzept für die Gedenktage zu realisieren. Erstmals in diesem Jahr werden verschiedene Nationen und Verfolgtenverbände eigene Gedenkstunden begehen, die dann in die gemeinsame Veranstaltung an der „Station Z” überleiten. So werden auch Gedenkstunden der Sinti und Roma, der Jüdischen Gemeinde, der Zeugen Jehovas und von zwölf Nationen stattfinden.

Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen, 16515 Oranienburg, Straße der Nationen 22

Veranstaltungen am 21. April 2002:

  • 13:45 Uhr Kranzniederlegung an der Gedenktafel für die homosexuellen Opfer
  • 14:00 Uhr Gedenkstunde an der Stelle des ehemaligen Blocks 11
  • 15:00 Uhr Zentrale Gedenkveranstaltung an der „Station Z”

 

 

Pressemitteilung LSVD, Klaus Jetz

EASYOUT - Coming-Out-Portal für junge Lesben und Schwule gestartet

Come Out - Die Welt wartet auf DICH - Die Welt kann ganz schön hart sein für einen Teenager. Du befindest Dich in einer der verwirrendsten Phasen Deines Lebens.

Zum einen verändert sich Dein Körper mehr als zu irgendeinem anderen Zeitpunkt und zum anderen haben die Hormone, die für diese Veränderungen verantwortlich sind, auch einen großen Einfluss auf deine Gefühle und Stimmungen. Heute noch gut gelaunt, fühlst Du dich - ohne erkennbaren Grund - am nächsten Tagen schon wieder beschissen.

Es ändern sich die Regeln. Man erwartet von Dir, Dich mehr und mehr wie ein Erwachsener zu verhalten. Dir wird zusätzliche Verantwortung übertragen, Du musst Dir vielleicht mit einem Nebenjob selber Geld hinzuverdienen und trotzdem darfst noch nicht alles, was Erwachsene dürfen, beispielsweise abends nach Hause kommen, wann Du möchtest. Und ganz plötzlich, ohne dass du dir je zuvor darüber Gedanken gemacht hast, wird die erste Liebe, Partnerschaft und der erste Sex zu einem sehr einnehmenden und Dich beeinflussenden Thema.

Wenn Du ein schwuler, lesbischer oder bisexueller Jugendlicher bist - oder Du es nicht genau weißt oder Dir nicht ganz sicher bist - dann ist noch verwirrender, weil Dich auf diese Vorstellung höchstwahrscheinlich niemand vorbereitet hat.

Vielleicht haben Dich Deine Eltern und Verwandten als Du jünger warst damit aufgezogen, wenn Du Dich als Junge gut mit einem Mädchen oder als Mädchen gut mit einem Jungen verstanden hast. Möglicherweise haben sie Andeutungen gemacht übers Verliebsein, übers Heiraten und so weiter, aber keiner wird auch nur die Möglichkeit in Betracht gezogen haben, dass Du Dich in eine Person des gleichen Geschlechts verlieben werden würdest. Im Fernsehen, in Filmen und in Zeitschriften wird fast ausschließlich das klassische „Junge trifft Mädchen” gezeigt. In der Musik, die Du hörst, geht es darum, sich in jemanden des anderen Geschlechts zu verlieben. In der Jungenclique wird wahrscheinlich verdammt viel über Mädchen geredet und bei den Mädchen wiederum viel über Jungs.

All das macht es ganz schön schwierig wenn Du schwul oder lesbisch bist, denn mit Dir hat das nur sehr wenig zu tun. Obwohl es im Internet jede gewünschte Information gibt und in der „Szene” reihenweise Broschüren, Zeitschriften und Veranstaltungskalender mit verschiedensten Informationen und Angeboten unzähliger Gruppen, Initiativen und kommerziellen Anbieter ausliegen, ist es nicht einfach die richtigen Antworten für sich zu finden. EasyOut möchte es Dir erleichtern einen Überblick über besonders empfehlenswerte Angebote zu verschaffen. Sowohl Dir selbst, wie auch Deinen Eltern, Geschwistern, Freunden und Lehrern sollen Tipps geben und Fragen zum Coming-Out beantwortet werden ohne Dich zu irgend etwas zu drängen bevor der richtige Zeitpunkt für Dich da ist.

Unter www.easyout.de versucht ab sofort ein neues Portal diesen Ansprüchen gerecht werden. Zusammen mit der Landesarbeitsgemeinschaft Lesben in NRW, dem Schwulen Netzwerk NRW e.V. und zahlreichem LesBiSchwulen Jugendgruppen wurden auf zwei Konzeptionstreffen im Sommer und Herbst 2001 die Vorgaben für diese Website und die qualitativen Richtlinien für die Auswahl der Verweise erarbeitet und vom Jugendnetzwerk Lambda NRW umgesetzt.

Die Adresse www.easyout.de wird in Zukunft der Tipp für junge Lesben und Schwule sein, egal ob vor dem Coming-Out oder danach. Das Angebot wird im Laufe des Jahre ständig erweitert werden (z.B. 0800-InfoHotline, Aktionen und Veranstaltungen).

 

 

Pressemitteilung LSU

LSU: „Kritische Solidarität” im Wahlkampf

Diese PM belegt endgültig: Der Zauberhut ist nich' linxlastich!

Kai Hamm ist neuer Landesvorsitzender der Lesben und Schwulen in der Union (LSU) in Nordrhein-Westfalen. Die Landesmitgliederversammlung in Bonn wählte den 27-jährigen Rechtsreferendar aus Köln einstimmig zum Nachfolger von Lars Lüttich, der von seinem Amt zurückgetreten war. Hamm war bisher Stellvertretender Landesvorsitzender der LSU NRW. Zum seinem Nachfolger in diesem Amt wählten die LSU-Mitglieder Carsten Fach aus Bonn; neue Beisitzer im Landesvorstand sind Stefan Kwasniewski aus Düsseldorf und Oliver Nölken aus Bochum.

Inhaltlicher Schwerpunkt der Landesmitgliederversammlung war die Positionierung der LSU im Bundestagswahlkampf. Die LSU NRW will an ihrem Kurs kritischer Solidarität mit den Unionsparteien und ihrem Kanzlerkandidaten festhalten und die Meinungsbildung in der Union zu schwul-lesbischen Themen weiter kritisch und konstruktiv begleiten. „Als Christdemokraten wollen wir den Wechsel am 22. September”, betonte der neue Landesvorsitzende Kai Hamm. „Das bedeutet aber nicht, dass wir jede Entgleisung von irgendwelchen Hinterbänklern durchgehen lassen.”

Weiteres Thema der Versammlung war die Vorbereitung auf den Europride 2002 in Köln. Zu diesem Thema war Daya Holzhauer vom Vorstand des Kölner Lesben- und Schwulentages (K.L.u.S.T. e.V.) zu Gast, die die LSU'ler über den Ablauf der europaweit größten schwul-lesbischen Veranstaltung informierte. Die LSU wird dabei unter anderem mit einem eigenen Wagen an der Abschlussparade teilnehmen und mit einem Info-Stand auf dem Straßenfest vertreten sein.

OLIVER NÖLKEN

 

 

Termine für Regenbogen-TV

Regenbogen-TV, das schwule Magazin im Stadtfernsehen tv münster, (Kabelkanal 3);

  • Mittwoch, 17.04. 18.30 Uhr und 19.30 Uhr Regenbogen-TV, im Stadtfernsehen tv münster, Kabelkanal 3
  • Mittwoch, 17.04. 22.00 Uhr Regenbogen-TV Videovorführung im KCM, Am Hawerkamp 31
  • Freitag, 19.04. 18:30 Uhr auf tv münster (Wiederholung vom Mittwoch)
  • Samstag, 20.04. 18.30 Uhr auf tv münster (Wiederholung vom Mittwoch)
  • Sonntag, 21.04. 18.30 Uhr auf tv münster (Wiederholung vom Mittwoch)

 

 

Simon Rhys Beck, be-coming

Falk Arthur ist ein Autor mit Kontakten zur Highsociety und zur Unterwelt, der in seiner Freizeit als Meister für seine willigen Sklaven tätig ist.

Cieran Webb, ein junger Mann aus bestem Hause, leidet an den Nachwirkungen eines Flugzeugabsturzes, bei dem seine Eltern ums Leben kamen - nicht nur körperlich (er hat Bewegungsschwierigkeiten und ist impotent), sondern auch seelisch konnte er das Trauma nicht überwinden. Um dem behüteten Zuhause seiner großen Schwester zu entfliehen, macht Cieran im Hause des erheblich älteren (und erfahreneren) Autors einen längeren Urlaub, der jedoch von Anfang an anders verläuft als er sich das vorgestellt hat. Falk scheint die Bedürfnisse seines Besuchers zu erkennen, und zwischen den beiden entwickelt sich eine komplizierte S/M-Liebes-Beziehung.

Diese Beziehungsgeschichte - in der auch an explizit erotischen Szenen nicht gespart wird - entwickelt sich zu einem Thriller, als Phil ins Spiel kommt. Dieser ist nicht nur ein alter Freund von Falk (sein früherer Meister), sondern auch der Chef einer weitverzweigten Verbrecherorganisation, der es sich mit Regierungskreisen so verdorben hat, dass man einen bezahlten Killer (einer von Falks Sklaven) auf ihn ansetzt.

Eine rasante Mischung aus Liebe, Erotik und Spannung, deren sprachliche Unzulänglichkeiten durch die interessante Story wettgemacht werden. Ich habe das Buch jedenfalls flüssig und mit einigem Genuss gelesen.
Peter Kramer

Simon Rhys Beck,
be-coming
Lengerich: dead soft verlag 2001
ISBN 3-934442-10-2

 

 

Filmclub im KCM (proudly presents):

„Der Schuh des Manitu 1”

Was das deutsche Kino so über Schwules denkt...

Am Freitag, 12. April ab 20:00 Uhr im KCM

 

 

Kleinanzeigen

 

Ich grüße
...den süßen Typen mit den leucht-roten Haaren vom Mittwoch, den 6. März. Peter

 

Den Machern
...des Kulturfrühstücks einen Dank. Es war toll und das Essen hat auch geschmeckt.

 

Etwas fehlt
...in diesem Heft. Aber was oder wer?

 

Peter hat es schwer.
Besonders mit mir.

 

Wenn du gerne tanzt und lachst,
...aber auch Gespräche mit Tiefgang führen kannst, wenn für dich schwules Leben nicht erst nach Mitternacht beginnt, sondern auch gemeinsame Aktivitäten (Spaziergänge, Kino, kuschelige Stunden zu zweit und was sonst noch so gefällt) bei Tages- oder Kerzenlicht möglich sind, wenn du also mit beiden Beinen im Leben stehst, dann solltest du mich (35 Jahre, 1,85 m, schlank, symp. Erscheinung, einfühlsam) näher kennen lernen. Vielleicht machst du eine nette Bekanntschaft, vielleicht bahnt sich auch ein neuer Lebensabschnitt an. Chiffre: Frühling

(Porto für die Weiterleitung nicht vergessen)

 

Mittwochs im KCM,
Klönen, günstig trinken, Spaß, schwule Bibliothek und vieles mehr...

 
Kleinanzeigen können im
Zauberhut und bei muenster.gay-web.de
aufgegeben werden.

 

Impressum

Zauberhut,
c/o KCM - Schwulenzentrum Münster e.V.,
Postfach 4407, 48025 Münster,
Tel. 0251/665686, Fax. 0251/665661,
E-Mail: zauberhut@muenster.gay-web.de.
Mitarbeiter dieser Ausgabe: EasyOut, Michael Heß, Klaus Jetz, Wolfgang Knebel, Norbert Korfmacher (ViSdP), Peter Kramer (Satz), Oliver Nölken
Umsetzung für das Internet heinz@muenster.gay-web.de

Namentlich gekennzeichnete Artikel
geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder.
Die Redaktion behält sich vor, Leserbriefe gekürzt abzudrucken.
Auflage: 900
Redaktionsschluß für die nächste Ausgabe jeweils am 10. des Monats

Texte, die veröffentlicht werden sollen, gebt bitte in lesbarer Form als
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