war nix im neuen Jahr mit dem Euro-Trubel. Irgend ein blöder Professor hatte mir das blanke Chaos versprochen, den Zusammenbruch der bürgerlichen Gesellschaft: das Ende der Zivilisation bei der Umstellung von der heiligen DM auf den noch unheiligen Euro.
Das Elend blieb aus. Die Banken und der Handel hatten alles im Griff und Ihr, liebe Leser, kommt dadurch um das Vergnügen, hier ein paar bösartige Zeilen über den Pfusch bei der Währungsumstellung zu lesen. Ist nicht. Ich bin bitter enttäuscht!
Ich bin also Neujahr mittags zu meiner Bank an den Automaten gepilgert. Die erwarteten Volksmassen waren nicht zu sehen, nur ein hübscher Bengel entzückte meine kleinen Schweinsäugelein. Er grinste mich frech an. Und dann habe ich mir meine Kohle gezogen.
Das war´s auch schon!
Für die Nachwelt, die eine so wichtige & bedeutende Schwuchtel wie mich in hundert Jahren sicher fragen wird, was ich mit meinem ersten Euro gemacht habe, will ich dies hier festhalten. Die Moral fängt ja beim Fressen an, also bin ich zu McDonalds gegangen und habe mir zwei Cheeseburger und n´ Kakao geholt. McDonalds ist einfach - aber nein, wenn McDonalds das hier lesen will, sollen sie eine Anzeige schalten.
Warme Grüße
Norbert
zwei Zauberhüte habt Ihr nichts von uns gehört. Vermisst? Ich glaub nicht!
Aber jetzt erst mal das wichtigste: Euch Allen - etwas verspätet aber wirklich gewünscht- ein gutes, schönes, erfolgreiches, gesundes und erfülltes Jahr 2002.
Angekündigt hatten wir Vieles - passiert ist noch nicht so ganz viel - reagiert hat niemand!!!
Angefangen haben wir mit dem Kulturfrühstück - beim ersten Mal mit einer Lesung von Olaf. Es hat viel Spaß gemacht - er hat mit seinen Texten und seiner Art die Leute die da waren wirklich begeistert. Ein schöner Morgen.
Andere Dinge in diesem Rahmen sollen dieses Jahr folgen. Erst mal sind drei beschlossen. Ob das letztendlich mehr werden liegt einzig daran, ob die Leute die solche und andere Dinge planen und organisieren sich dabei wohl fühlen - und das tun sie nur dann, wenn auch Resonanz da ist.
Das Kulturfrühstück wird zunächst mal an drei Sonntagen statt finden.
Es macht den Vorstand unsicher - wenn so gar nichts passiert - selbst Meckern wäre schön.
Ich und wir hoffen das in dieser Richtung etwas passiert - wir dachten das KCM sei ein Verein. Vielleicht sollte der ein oder andere mal darüber nachdenken was das heißt - jeder andere Verein würde das was hier bei uns passiert oder besser nicht passiert nicht überleben.
Gut bis hier
Aussichten also für das Jahr 2002
Finanziell dürften wir es schaffen wenn nicht irgend etwas eintritt mit dem wir nicht gerechnet haben - und wenn die Partys (immerhin mit unsere Haupteinnahmequelle) nicht noch mehr absacken als zur Zeit.
Geplant und angedacht sind die großen Dinge. Also unser Standfest, Teilnahme am CSD, die großen Partys und die Sachen die schon zu lesen waren - Kulturfrühstück, Podiumsdiskussion, Jugendreferat (Martin sei Dank) und unter dem Oberbegriff KCM Coming out Coming in das Haus und uns zu öffnen für andere Gruppen oder Vereine.
Alles Dinge, die uns im Moment sehr schwer fallen. Ich weiß noch im ersten Beitrag von mir hab ich geschrieben wir müssten lernen das Vorstandsarbeit nicht nur Gestalten sondern vor allem viel Verwalten heißt. Im Moment überwiegt das Zweite.
Wir möchten Euch wirklich bitten - so denn Interesse am Verein KCM besteht: Bring Euch ein. Meckert, kritisiert, sagt und macht was. Wer Interesse hat meld sich doch einfach bei einem von uns. Möglichkeiten sich einzubringen gibt es genug.
Vielleicht hier schon mal eins: Wir würden gern eine zweite Runde neben dem Vorstand haben. Leute die Ideen entwickeln, Visionen für den Verein haben, etwas tun möchten oder vielleicht auch nur ein bisschen rum spinnen - so eine Art Brainstorming. Das aber schon verbindlich . So das es nicht da bleibt sondern auf jeden Fall Rückmeldung gibt in wie weit man dort entstehende Ideen umsetzen oder realisieren kann.
Wir möchten gern weiter machen - lieber aber noch mit ein bisschen mehr Resonanz und/oder Mitarbeit.
War jetzt vielleicht ein bisschen viel - aber uns wirklich ein Anliegen an Euch. Hoffe wir sehen uns.
Für den Vorstand
Stephan Karrenbrock
Ein Urteil besagt, dass Schwule gerne im Bett liegen und aus eben diesem nur schwer herauskommen. Ein Vorurteil! Das sagten sich einige kühne Köpfe im KCM & LIVAS und stellten ein Kulturfrühstück auf die Beine.
Premiere war der 6. Januar und statt der heiligen drei Könige standen drei fleißige Helfer hinter der Theke, die mit viel Liebe und Mühe alles aufgebaut und kunstvoll arrangiert hatten. Um 10.30 Uhr schlurfte dann der erste Müdmann in den Thekenraum. Es war eben jene Person, die die Verantwortung für einen Fehler trug: der Zauberhut hatte gemeldet, das Frühstück würde acht Mark kosten, es kostete aber nur acht Euro. Und, wie Eksa & Volker dem Redakteur mittlerweile strahlend verkünden konnten, ab Februar kostet es nur noch sechs Euro.
Nach und nach kamen die Hungrigen & Neugierigen. Denn die heiligen drei Helfer hatten einen vierten Musketier angeheuert, Olaf Eigenbrodt. Der wurde mit seinen Lesungen schon seit geraumer Zeit im KCM vermisst, nun ist er wieder da. Und tatsächlich: Bücher, Schal, Sektglas. Olaf kam und las. Er las über den Morgen im Allgemeinen und den Morgen bei bestimmten Personen im Besonderen.
Dabei hatte Olaf etwas Hübsches im Schlepptau, ein rotes Hemd mit wuseligen Haaren. Weshalb die zwei ältesten Anwesenden, die Herren K. & K. kaum der Lesung folgen konnten.
Immerhin muss an dieser Stelle festgehalten werden, dass (bis 12 Uhr) nur männliche Gäste anwesend waren. Darum das neueste Urteil: Lesben liegen gerne im Bett und kommen aus eben diesem nur schwer, sehr schwer heraus.
NK
Die nächsten Termine:
Geografisch liegt Aalten ein ziemliches Stück entfernt, inhaltlich liegt es den Mitgliedern der Niederlande-AG sehr nahe. Nach dem Gedenken an Eddie Holthuis im vergangenen Jahr (siehe Zauberhut 2/2001) erinnert sich die Niederlande-AG auch in diesem Jahr des journalistischen Freundes, der die Arbeit der AG in den ersten Jahren so engagiert begleitete. Gedacht ist eine Tagesfahrt über Enschede nach Aalten samt Kranzniederlegung an Eddies Grab und anschließendem Kaffeetrinken mit niederländischen Freunden. Der genaue Termin im Februar steht noch nicht fest; weitere Informationen deshalb unter MS 713 09 49 (Peter) oder MS 52 46 45 (Michael)
Michael Heß
Stark zunehmende Nachfragen machen es nötig, dass die Schwulen Väter wieder aktiv werden.
Gleich drei Ehrenamltler und Martin Enders, freuen sich, wenn sie hier wieder helfen und vermitteln können.
Die Gruppe trifft sich wieder regelmäßig an jedem letzten Donnerstag im Monat, (siehe auch bei Ständige Termine). Noch interessant hierzu ist, dass sich Ehefrauen von schwulen Männern erstmals zu einer Gesprächsrunde im KCM treffen werden. Infos gibt bei Bedarf das Rosa Telefon oder Wolfgang.
Wir teilen dies jetzt schon mit, damit die Gruppen entsprechend planen können. Eine Einladung mit den erforderlichen Angaben geht Euch selbstverständlich rechtzeitig zu.
Gerechnet wird mit über 50 Teilnehmern, es wäre nett, wenn es sehr frühzeitig eine geschätzte Zahl von Teilnehmern von Euch gibt, damit entsprechende Räumlichkeiten ausfindig gemacht werden können.
Bis jetzt ist das Struwenessen im Vennermoor geplant, über Anregungen von Gästen und Besuchern freuen sich die Organisatoren. Kann ja dann nur noch besser werden.
Heiteres und Besinnliches bekamen die Besucher der Lesung im Dezember zu hören.
Unser gregor blazewski, aus der Gruppe Gay and Grey, las veröffentliche und nicht veröffentliche Texte aus eigener Feder vor. Für die zahlreichen Besucher war es ein Ohrenschmaus, gregor du hättest noch stundenlang weiterlesen können! Mehrfach habe ich bei Lesungen die Theke betreut, ich kann sagen, dass sich die Qualität einer Lesung recht häufig im Rotweinkonsum niederschlägt, ein neuer Qualitätsmaßstab?
Die Besucher, die Männer von Gay and Grey, das KCM danken Dir, gregor, für den gelungenen, stilvollen Abend!
Wolfgang
Das ehemalige Jugendreferat des KCM, das nun unter dem Namen andersrum aufgeklärt in Kooperation mit LIVAS (Lesben im Verein am schönsten) firmiert, hatte am 9. Januar seinen ersten Einsatz in einer 10. Klasse des Gymnasium Martinum in Emsdetten. Die Aufgabe von andersrum aufgeklärt ist es, Jugendlichen und jungen Erwachsenen Informationen zu lesbischen und schwulen Lebensformen zu vermitteln, Denkanstöße zu geben, Fragen zu klären und Vorurteile zu entkräften. Unterstützt wird das Projekt u. a. von der Arbeitsstelle Antidiskriminierung der Stadt Münster und von SchLAu (Schwul Lesbische Aufklärung) NRW
Das Jugendreferat des KCM, das bis Ende 2000 von Martin S. geleitet wurde, pausierte im letzten Jahr, da Martin aus beruflichen Gründen leider keine Zeit mehr hatte, weitere Schuleinsätze zu übernehmen. andersrum aufgeklärt kann nun von Schulklassen, Jugendzentren und anderen Jugendorganisationen angefragt werden. Informationen hierzu sind über das KCM-Büro unter der Telefonnummer 0251/665686 erhältlich.
Am Montag, dem 25. Februar, findet um 20:00 Uhr im KCM ein Infoabend für Interessenten einer neue RosaTelefon-Gruppe statt. An diesem Abend wird die Konzeption der neuen Gruppe besprochen, sowie der Ablauf für die Schulung der neuen Gruppe vorgestellt und entsprechende Termine festgelegt. Alle Interessenten (auch ohne Vorkenntnisse) sind herzlich eingeladen.
Immer und immer wieder wird man im neuen Jahr gefragt, wie man denn nun die Feiertage verbracht hat, was es für Geschenke gab, ob man gut ins neue Jahr gerutscht ist, und was man vom Euro hält.
Interessiert das eigentlich wirklich jemanden, oder ist es nur pure Höfflichkeit?
Gestern zum Beispiel auf Arbeit, also einer der Orte wo ich mein Geld so erarbeite. Ach, schön, Sie wieder zu sehen. Haben sie die Feiertage gut überstanden? Ja? Das freut mich! Was halten Sie denn vom Euro? Also ich [ ]. Freut mich, Sie mal wieder gesehen zu haben. Frohes neues Jahr noch.
So, oder so ähnlich geht das schon die ganze Zeit. Und was antwortet man auf solche Fragen? Ja, Weihnachten war nett, , und Silvester auch, das übliche halt. Und gegen den Euro kann man ja jetzt sowieso nichts mehr machen Ja, hat mich auch gefreut Sie gesehen zu haben. Sowas tut man sich nun jeden Tag an. Wer will sich denn schon freiwillig mit den Problemen anderer belasten? Wer will den schon sein Privatleben flüchtig Bekannten offenbaren? Doch wohl keiner, oder? Aber was würden die Leute wohl sagen oder tun wenn man nun die Fragen richtig und vollständig beantwortet?
Einen schönen guten Tag Herr Herr-von-und-zu, haben Sie die Feiertage gut überstanden?
Naja, es ging Frau Soundso. Wissen Sie meine Omma ist kurz vor Weihnachten ins Krankenhaus gekommen, ein Schlaganfall, aber jetzt lebt sie wieder. Die ganzen Schläuche und Maschinen sind zwar etwas störend, aber mit der Zeit gewöhnt man sich daran; vor allem, wenn man jeden Tag von 14 Uhr bis 16 Uhr im Krankenhaus ist. Ansonsten war Weihnachten auch ganz nett. Wie jedes Jahr ist am ersten Feiertag die ganze Verwandtschaft angerückt, hat ein paar billige Geschenke dagelassen, und hat sich im Gegenzug dafür voll gefressen und sich bis zur Besinnungslosigkeit besoffen. Einer der Onkels musste zwar ganz kräftig reihern, aber der Gestank ist aus der Wohnung ja schon raus, und den Fleck sieht mach auch nicht. Ach, habe ich schon erwähnt, dass ich mir einen neuen Teppich gekauft habe? Silvester? Ja, das war auch ganz nett. Das habe ich mit meinem Lover verbracht. Was, Sie wussten nicht das ich schwul bin? Ich dachte, dass ging schon durchs ganze Haus! Nein, meine große Liebe ist das nicht, jene Person ist nicht schwul. Aber ein wenig Spaß braucht ja der Mensch. Silvester wurde dann doch noch ein sehr erhebendes und spritziges Erlebnis. Die Freude wurde dann aber gleich zwei Tage später getrübt als sein HIV- Test positiv ausfiel. Zum Glück bin ich ja nicht positiv, wir haben es ja immer mit Kondomen getrieben. Aber um jetzt gleich mal auf den Euro zu kommen: obwohl die Kondome auch teurer geworden sind, werde ich sie mir weiterhin kaufen, man weiß ja schließlich nie. Und wie waren Ihre Fiertage so?
Eventuell könnte es jetzt von Vorteil sein, einen Erste-Hilfe-Kurs erfolgreich besucht zu haben. Die gute Dame würde mit Sicherheit unter Luftnot leiden. Nein, nicht dass sie schockiert wäre. Es ist nur die ungetrübte Freude, das alles an die Kolleginnen weiter tratschen zu können. Aber jeder hat halt so seine Fehler. Der eine ist schwul, die andere ist eine Tratschbase, und wieder andere sagen immer ja, wenn man sie fragt, ob es ihnen gut geht. Aber das ist ja kein Fehler, man lügt ja nicht, es ist nur nur , wie soll man es ausdrücken höflich.
Was ich noch fragen wollte: Wie war denn Weihnachten, einen guten Rutsch gehabt, schon alles in Euro umgetauscht? Im Übrigen Frohes neues Jahr.
Andreas Sachse
Zwölf Monate ist es nun her, dass die Rosa Geschichten - das schwul-lesbische Archiv in Münster - eine neue Organisationsform erhalten haben: Ein aus Vertretern der Gruppen des schwulen und lesbischen Lebens der Stadt gebildetes Kuratorium unterstützt nun die Arbeit des Archivs (der Zauberhut berichtete). Neben den großen Organisationen wie KCM, LIVAS, Aids-Hilfe oder LSVD Münster sind auch kleinere Zirkel wie das Lesbentelefon oder Regenbogen-TV beteiligt.
Mit dieser neuen äußeren Form verbunden war der Umzug des Archivs (also der Transport der nicht wenigen Ordner und weiterer Dokumente) in die Räumlichkeiten des KCM am Hawerkamp. Dies ermöglichte endlich eine ordentliche Erschließung des Bestands, die das beengte cinema-Büro nicht zugelassen hat. So konnte die Archivierung der schriftlichen Quellen zügig abgeschlossen werden. Hinzu kamen weitere Materialien: So vermachte Bernd-Ulrich Hergemöller dem Archiv drei Ordner aus seinem Privatbesitz (v.a. zu den 90er Jahren), während das Schwulenreferat der Uni uns seine nicht mehr benötigten Unterlagen aus den Achtzigern überließ. Es wäre schön, wenn sich noch weitere Gruppen mit dem Archiv in Verbindung setzen würden, damit sie nicht mehr benötigtes Material in kompetente Hände abgeben können (sudmann@uni-muenster.de).
Zur Arbeit der Rosa Geschichten gehört auch die Kranzniederlegung im Zwinger zum Gedenken an die homosexuellen Opfer des Nationalsozialismus. Wie schon im Jahr zuvor wurde diese 2001 mit der VVN/BdA abgehalten - dieses Mal mit positiverer Resonanz als beim ersten Versuch, so dass die Kooperation fortgeführt werden kann.
Zuletzt sei noch darauf verwiesen, dass die Rosa Geschichten nun im Internet auf der Seite der Archive in Nordrhein-Westfalen (http://www.archive.nrw.de) zu finden sind . Dies hat dazu geführt hat, dass wir jetzt von Werbung nicht verschont bleiben. Allerdings handelt es sich dabei um eine ganz fachspezifische wie z.B. die von einer niederländischen Firma, welche spezialisiert ist auf Gammabestrahlung für die Entkeimung von Bakterien in Archiven.
Stefan Sudmann
Spätestens mit dem für die Stadt vernichtenden Urteil des OVG zur Bebauungsplanung am Hawerkamp rückte das Gelände in den Blickpunkt der Öffentlichkeit. Im Erhaltet den Hawerkamp e.V. (EdH) engagieren sich seitdem Anlieger, Bürger, Künstler und Parteien für den Erhalt der einmalig bunten Szene hinter der Halle Münsterland. Mit zunehmenden Erfolg, wie die Aussagen des Vereinsvorsitzenden Carsten Peters zeigen (vgl. auch die Beiträge im Zauberhut 12/99 und 12/00). Die Fragen stellte der Zauberhut in großer Neugier:
1. Wie ist die gegenwärtige Situation am Hawerkamp?
Immer noch gibt es für das Gelände keinen neuen Bebauungsplan. Nach wie vor herrscht also Planungslosigkeit. Auch auf unseren Druck hin, hat die CDU - Ratsfraktion allerdings Abstand genommen, den Send auf das Hawerkamp-Gelände zu verlagern und eine ernsthafte Prüfung für den Verbleib des Sends am derzeitigen Standort (Hindenburgplatz) angekündigt. Die Verträge mit den Club-Betreibern und dem KCM werden bei Erscheinen des Zauberhut verlängert worden sein. Akuter ist da die Lage beim Musikzentrum am Hawerkamp 24. Der gültige Mietvertrag läuft noch bis Ende 2002. Wir machen uns für einen Verbleib am Hawerkamp und eine Angliederung an das bauliche Umfeld der Halle Münsterland stark, weil es die planerisch und ökonomisch sinnvollste Lösung ist.
2. Wo liegen die größten Probleme und was macht Hoffung für den Erhalt des Geländes?
Das größte Problem ist nach wie vor das in den Köpfen vieler Verantwortlicher vorherrschende Bild vom Provisorium Hawerkamp. Nach fast 12 Jahren lässt sich dieses Bild aber nicht mehr aufrecht erhalten. Wir haben am Hawerkamp eine gewachsene, fest etablierte und akzeptierte Kulturszene, die aus dem städtischen und regionalen Kulturangebot nicht mehr wegzudenken ist. Das sieht die große Mehrheit der Münsteraner genauso: Nach einer WN-Umfrage stufen 75 Prozent der Befragten die Einrichtungen als bedeutsam für Münster ein. So einig waren sich die Befragten bei kaum einem anderen Thema. Dieses Ergebnis macht Hoffnung.
3. Welche konkreten Erfolge hat der EdH 2001 an seine Fahnen geheftet?
Erstens ist der Runde Tisch im April 2001 zu nennen, der unter Beteiligung aller Ratsfraktionen erfolgte. Neben der genannten Umfrage hat vor allem der Beschluss des Senats der Universität, sich für den Erhalt der Kultureinrichtungen am Hawerkamp auszusprechen, viel Rückenwind gebracht. Mit der Hawerkamp-Party vom 13.Juni (3.500 Besucher) haben wir unser Anliegen medienwirksam an eine breite Öffentlichkeit herangetragen. Der Erhalt des Geländes ist zudem in allen Ratsfraktionen fest implementiert und eine politische Größe geworden. Es hat mehrere Gespräche mit anderen Akteuren im Hafengebiet wie der Leitung der Halle Münsterland und Felix Esch vom Cineplex gegeben. Anfang letzten Jahres konnte die Verlängerung des Mietvertrages zwischen der Stadt und dem Musikzentrum nach langer, harter Auseinandersetzung bis Ende 2002 erreicht werden. Es war für unser Anliegen ein erfolgreiches Jahr.
4. Was hat der EdH im neuen Jahr vor?
Natürlich unsere erfolgreiche Öffentlichkeitsarbeit fortzuführen. Wir planen die Fortsetzung der Gespräche mit Politik und Verwaltung sowie Kontakte zum Land NRW wegen Fördermitteln. Ein zweiter Runder Tisch ist in Vorbereitung, das Gutachten zu den Kultureinrichtungen am Hawerkamp wird in den Rat der Stadt eingebracht und eine Neuauflage der Hawerkamp-Party ist auch geplant. Es gibt viel zu tun und wir begrüßen jede helfende Hand, unabhängig vom Parteibuch.
Vielen Dank für das Gespräch.
NK
Der Verein Erhaltet den Hawerkamp e.V. (EdH) entstand im Dezember 1999 aus einer im Kommunalwahlkampf 1999 gegründeten lockeren Initiative von Betroffenen. Ziel des Vereines ist der Erhalt der am Hawerkamp gewachsenen Kulturszene, die in ihrer Ausstrahlung und Mischung für Westdeutschland einmalig ist. Zur Erreichung dieses Zieles betreibt der EdH eine intensive Öffentlichkeitsarbeit und führt regelmäßig Gespräche mit Vertretern aus Politik und Verwaltung. Dabei orientiert sich der Verein an Lösungen, wie sie in vergleichbaren Fällen in Duisburg, Horb und Köln gefunden wurden. Im Winter 2002 gehören dem EdH neben ca. 50 Einzelpersonen auch Mitglieder aus mehreren Ratsparteien, die Betreiber der Kultureinrichtungen am Hawerkamp, lokale Parteistrukturen bzw. deren Untergliederungen, die ASten von Uni und FH sowie andere Kulturvereine an.
Alles neu macht der Mai - das gilt nur für Verliebte. Denn fürs Gesetzliche macht meistens der Jahresanfang alles neu. So auch bei der eigenen Altersvorsorge; seit Januar 2002 können Sparbeiträge zur Riester-Rente mit staatlichen Förderzulagen kräftig aufgepeppt werden (ähnlich der Arbeitnehmer-Sparzulage und Wohnungsbauprämie). Nämlich dann, wenn der Anspruchsteller zum förderberechtigten Personenkreis zählt (grob gesagt gehört dazu jeder Arbeitnehmer außerhalb des öffentlichen Dienstes, aber nicht nur) und die gewählte Anlageform als förderwürdig eingestuft wurde (diese Einstufung erfolgt durch eine besondere Stelle des Bundes).
Ob die Riester-Rente interessant ist, muss jeder für sich entscheiden. Aufgrund der gestaffelten Förderung durch eine Grund- und ggf. Kinderzulage können sich jedenfalls sehr attraktive Renditen ergeben. Die Fülle der am Markt befindlichen Produkte verwirrt aber eher, als dass sie weiterhilft. Außerdem werden eigene Sparbeiträge generell (!) erst ab dem Januar 2002 gefördert. Für den Interessierten heißt das Motto folglich Ruhe bewahren, denn:
Zwar ist die Mitförderung der besseren Hälfte bei der Riester-Rente grundsätzlich möglich, doch nennt der Gesetzestext lediglich Ehegatten. Inwiefern eine Verpartnerung dieser Textvorgabe entspricht, muss im Einzelfall geklärt werden.
MH
Kontakt über Stefan (stehei@muenster.de) oder Thomas (behm@cinema-muenster.de)
Regenbogen-TV, das schwule Magazin im Stadtfernsehen tv münster, (Kabelkanal 3);
Die Winter-Ausgabe von YOUNGS. DIE PARTY. findet am 22.02.2002 ab 22.00 Uhr statt (nicht, wie angekündigt, am 15.02.2002).
Weitere Termine für Youngs-Partys:
Einmal zuviel
Dir in die Augen gesehen
Zuviel Du in meinem Kopf
Zuviel Deiner Worte
die ich gerne hörte
Einmal zuviel gesagt
dass ich Dich liebe
Einmal zuviel
Dir ins Herz gesehen
Zuwenig ich für Dich
Zuwenig von Dir
kann mir nicht genügen
Zuwenig zuviel
Jörg Fischer
Im Dezember schlug die ARD zu: elf Monate lang hatte sie uns mit seichten Blödheiten bombardiert, zur Weihnachtszeit erinnerte man sich an eine Familie voller Geistesgrößen und präsentierte dem staunenden Volk den Dreiteiler Die Manns.
Gewagt, gewonnen. Mochte der Spiegel in einer schnell nachgelegten Titelgeschichte auch mosern und mäkeln, Armin Müller-Stahl würde zu würdevoll durch den Film schreiten, so lag das Blatt wie gelegentlich knapp daneben. Müller-Stahl spielte den deutschen Dichterpapst Thomas Mann souverän, der sich Frau & Kinder hielt und durch sein literarisches Schaffen seine Homosexualität verdrängte oder auslebte.
Nach seinem Welterfolg mit den Buddenbrooks, in denen er seine eigene Familie mit ihren Schrullen literarisch unsterblich machte (in Lübeck, seiner Heimatstadt, konnte er sich fünfzig Jahre nicht mehr blicken lassen), heiratete Thomas Mann eine Tochter aus gutem, reichen süddeutschem Hause. Mit seinem Bruder Heinrich, ebenfalls Schriftsteller, leistete er sich einen Kleinkrieg. Heinrich war Demokrat, Thomas Monarchist. Heinrich behielt recht mit seinen Erkenntnissen, Thomas wandelte sich vom Saulus zum Paulus und so zum bekennenden Demokraten in der Weimarer Republik.
Sechs Kinder konnte er sein eigen nennen von einer Frau, die um seine Veranlagung wusste und dies so hinnahm. Die Ehe muss harmonisch gewesen sein. Das Verhältnis zu den Kindern, drei Söhne & drei Töchter, war es eher nicht. Alle Kinder waren hochbegabt, aber sie wurden nicht an ihren Zeitgenossen gemessen, sondern am Monument ihres Vaters.
Der Dreiteiler spart die Homosexualität in der Familie Mann nicht aus. Wo Klaus Mann, ältester Sohn von Thomas, sie offen lebte, frönte Thomas sie platonisch. Und es gehört zum Besten, was ich je im Fernsehen gesehen habe, wie dies umgesetzt wurde.
Auf der Insel Sylt macht die Familie 1927 Urlaub. Am Strand fällt der Blick des Patriarchen auf den Teenager Klaus Heuser. Da trifft es sich gut, dass beide Familien im Urlaub miteinander verkehren. Die Kontaktaufnahme gelingt. Tod in Venedig lässt grüßen.
Ein Vierteljahrhundert später wiederholt sich dieses Spiel, diesmal indes in den Schweizer Alpen. Hier ist es ein junger Kellner, den Thomas Mann anschmachtet. Und dann gelingt Regisseur & Autor Heinrich Breloer das Bubenstück: Er treibt den in die Jahre gekommenen Mann auf, interviewt ihn. Und führte die Vorlage von Felix Krull vor, immer noch voller Charme.
Die stützenden Interviews mit Zeitzeugen verleihen den Geschichten ihren besonderen Reiz. Besonders die letzte Überlebende der Familie Mann, Elisabeth Borgese-Mann, Thomas jüngste Tochter, geht mit Gelassenheit durch den Film. Sie hat das Exil ihres Vaters nach 1933 geteilt. Sie beobachtete, wie der Vater langsam seine Feder gegen den österreichischen Gefreiten, der Reichskanzler wurde, spitzte. Und sie war wohl die einzige, die am wenigsten unter dem Koloss ihres Vaters gelitten hat. Vorsichtig, offen und doch distanziert nimmt sie den Regisseur und die Zuschauer bei der Hand und führt uns durch das Leben ihrer Familie.
Manchmal lohnen die TV-Gebühren für elf vergeudete Monate eben doch noch.
NK
Gaz ist, wie so viele in Sheffield, dem einst glänzenden Industriezentrum in Mittelengland, arbeitslos. Mit seinem - im wörtlichen wie im übertragenen Sinn - dicksten Freund Dave heckt Gaz verschiedene Deals aus, um an ein paar Kröten zu kommen, den Sohn dabei immer im Schlepptau. Nur geht das leider stets schief. Bis die drei eines Tages auf der Straße in eine Warteschlange voller Frauen laufen, die viel Geld ausgeben wollen, um nackte Tatsachen zu sehen: Eintritt nur für Frauen, versteht sich.
Während der dicke Dave draußen Schmiere steht, schmuggeln sich Gaz und sein Sohn durchs Klofenster in den Schuppen und beobachten die ausgelassene Show.
Die übliche, männliche Reaktion ist erstmal Verunsicherung. Am nächsten Tag aber rechnet ein Kumpel vor, was so ein Chippendale allabendlich kassiert, während sie stempeln gehen. Und augenblicklich klingelt es bei Gaz: Nun will er auch so eine Show auf die Beine und die Bühne stellen...
Am Freitag, 15. Februar 2001 ab 20:00 Uhr im KCM
Hallo Boys,
ich bin Bastian 22/198/100 aus MS und suche dich bis evtl. 35/185/88 zum Kuscheln, Schmusen usw. evtl. Bez. Hast du Interesse? Wenn ja meld dich bei mir. Audiologe@gmx.de.
Mein besonderer...
Dank an die Macher des Kulturfrühstücks: nach meiner traditionellen Silvester-Magenverstimmung konnte ich mir nach der unfreiwilligen Fastenkur den Bauch bei Euch wieder richtig voll stopfen!
Nun hat er´s so oft...
angekündigt und immer noch nicht getan, der Volker Beck: Nämlich seinen Jacques zu heiraten. Hmm, als Macher des Gesetzes wird er sicher wissen, warum.
Was ist PISA?
Ein neuer Club oder ´ne geile Website oder was? Fragt den Zauberhut-Redakteur neugierig ein Fan von Fun.
(Jedenfalls ist es etwas schief mit Pisa; der Red.)
Dicker Gruß...
nach Andreas in Halle: du hast mich gerettet.
Kopf hoch Sylvia,
wird schon wieder! Und die Sache zeigt Dir, dass Du gebraucht wirst. Auch vom singenden Kreisarchiv.
Gammabestrahlung für die Entkeimung von Bakterien in Archiven
ist ein wichtiges Thema und sollte vom schwulen Archivar nicht auf die leichte Schulter genommen werden!
Mittwochs im KCM,
Klönen, günstig trinken, Spaß, schwule Bibliothek und vieles mehr...
Zauberhut,
c/o KCM - Schwulenzentrum Münster e.V.,
Postfach 4407, 48025 Münster,
Tel. 0251/665686, Fax. 0251/665661,
E-Mail: zauberhut@muenster.gay-web.de.
Mitarbeiter dieser Ausgabe: Martin Enders, Jörg Fischer, Michael Heß, Stephan Karrenbrock, Wolfgang Knebel, Norbert Korfmacher (ViSdP), Peter Kramer (Satz), Andreas Sachse, Stefan Sudmann.
Umsetzung für das Internet heinz@muenster.gay-web.de
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