in Berlin, der Bundeshauptstadt, teilte Klaus Wowereit als Kandidat für den Posten des Regierenden Bürgermeisters der staunenden Öffentlichkeit seine sexuelle Orientierung mit:
Ich bin schwul, und das ist auch gut so.
Das fanden einige Organe der rechten Kampfpresse (frei nach Gerhard Stoltenberg) auch, jedenfalls vor dem Outing. Laut Spiegel rief die BZ ihre Redakteure nach dem Bekenntnis aus der Szene wieder ab, wo sie eifrig nach Einzelheiten aus dem Leben des SPD-Mannes forschten. Auch Bild, das Organ aller auf- rechten Bürger, das noch vor der Hinrichtung Timothy McVeighs letzte Worte der gerührten Leserschaft mitzuteilen wusste, schäumte: jeder Hinweis auf die sexuelle Orientierung sei belanglos in diesen Zeiten, man sei doch tolerant!
Ach ja?
Voller Dankbarkeit erinnert sich der Zauberhut an die Berichterstattung über die Zeugung von Boris Beckers unehelichem Balg bei einem Quickie in England: der Samenraub machte Boris Becker endgültig zur Legende und bescherte der Bild-Zeitung köstliche Schlagzeilen und wunderbare Artikel.
Mir wird kein Redakteur aus dem Hause Springer erzählen können, dass uns Bild mit pikanten Einzelheiten aus Herrn Wowereits Sexualleben verschont hätte. Dieselben Herren, die sich jetzt lautstark über das gelungene Outing ärgern, hätten es liebend gerne in ihrem Blatt verbraten, verbunden mit dem Vorwurf, dies der Öffentlichkeit verschwiegen zu haben.
Der nahende Wahlkampf rechtfertigt offensichtlich viele Sauereien.
Mit warmen Grüßen
Norbert
Am 13. Juni wurde der Hawerkamp verriegelt. Denn die einzelnen Gruppen & Initiativen öffneten ihre Tore, um sich gegen Bares der Öffentlichkeit zu präsentieren. Und das eingehende Bare soll dem Verein zur Rettung des Hawerkamps zufließen.
Um den Ort, an dem auch das KCM seine Bleibe gefunden hat, muss man sich sorgen. Die Abriss-Birne schwebt über den Köpfen der bunten Szene, die sich dort gefunden hat. Es ist in der Tat eine bunte Szene, die sich am Hawerkamp tummelt. Hier hat sich ein Biotop von Gruppen entwickelt, welches zahlreiche Besucher aus fernen Regionen anzieht und schon dadurch Arbeitsplätze schafft. Wie dem Hafen droht auch dem Hawerkamp die Edelrenovierung.
Ein schönes Beispiel für die Weitsicht der Stadt ist der Kinokomplex cineplex . Gigantisch steht es dort und zieht auch Volk an. Und es zieht es Volk weg: nämlich aus der Innenstadt, in die der Kinobesucher einst vor und nach dem Kinobesuch strömte, weil die Kinos sehr zentral lagen. Dadurch hat Münsters City an Bedeutung verloren, die Gastronomie und Gewerbetreibenden haben weniger Geld in den Kassen, weil das Volk zum Hafen strömt, wo umgekehrt gastronomisch wenig los ist, aber dafür alles edel geplant wird. Das mag das Herz von Architekten erfreuen, die Geschäftsleute wird es ärgern und ob sich die Sache für die Investoren rechnet, möchte ich nicht beantworten (weil ich es nicht kann...).
Noch ist der Hawerkamp die Antwort auf die städtebauliche Öde, die am Hafen geplant ist. Der große Kinokomplex steht nun einmal da, wegsprengen können wir ihn kaum. Es sind junge Leute, die dieses Kino aufsuchen.
Das zeigte sich auch am Hawerkamp-Fest. Hier tummelten sich Leute, die man in dieser Zusammensetzung wohl nur noch in Berlin findet. Neben den schwarzen Gothic -Leuten wurde auch der schwarze Ratsherr Halberstadt gesichtet, bunte Künstler breiteten sich unter der Regenbogenfahne aus, heterosexuelles Volk tanzte im schwulen Schuppen des KCMs, junges Volk mischte sich mit altem.
Oder um mit Captain Kirk zu sprechen: Das war ein Spaß.
NK
Der Vorstand lädt am 13. Juli um 18 Uhr die Gruppen des KCMs zu einem Treffen.
Das gibt allen die Möglichkeit, sich mal zu beschnuppern.
VORSTAND
Dass die Niederlande-AG des KCM um die Organisation von künstlerischen und sozialen Events beiderseits der Grenze gebeten wird, ist nichts Neues mehr, dass eine Hochschule gezielt deren Know-how abfragt, schon. So geschehen an der Universität Bielefeld. Im Rahmen der dortigen Ländertage Frankreich und Benelux referierte Michael Heß am 31. Mai über Das Sozialverhalten von Niederländern . In 75 Minuten spann er einen weiten Bogen von der eendracht über gezelligheid zur Konsenskultur, die unsere Nachbarn auszeichnet, erläuterte overlegs und die Eigentümlichkeiten des beleid , stellte eine praktische To-Do-Liste vor und vergaß auch nicht die historische Herleitung heutiger Verhaltensmuster. Das abschließende Bänkeklopfen der deutschen und niederländischen Zuhörer unterstrich das Fazit des Vortrages eindeutig: Die Unterschiede sind größer, als es zunächst scheint.
Peter Kramer
In dem Häuschen sitzen Freunde,
Schön gekleidet, trinken, plaudern, -
Manche schreiben Verse nieder.
Aus: Das Lied von der Erde, von Hans Bethge)
Es war ein Aprilsonntag und das heißt: Regen & Sonnenschein wechselten sich ab. Auf dem Weg nach Münster hatte noch mein Freund mich angerufen, im Saarland seien heftige Gewitter niedergegangen, und das habe ihn, der dort zur Kur weilte, geradewegs in einen Palmsonntags-Gottesdienst getrieben.
In Münster aber schien zunächst die Sonne, und die Menschen, wild entschlossen, den Frühling herbeizuleben, bevölkerten schon die Plätze draußen vor der Eisbar. Wir, elf Männer von Gay and Grey, hatten uns für das Picasso-Museum verabredet, das vor einiger Zeit in der Stadt eröffnet worden war. Das Haus war voll: eine Führung war gerade vor uns gestartet, und wir mussten warten, da man dort die Besucher nur schubweise einlässt. Wir gingen dann einige Stufen hoch, um dann eine Kehrtwendung links zu machen: und ein langer hoher Treppenaufgang führt über zwei Stockwerke hoch hinauf, nach oben sich verengend, in die lichten Höhen graphischer Kunst. Dieser Treppenaufgang ist schon ein Erlebnis für sich: er stellt eine geradezu elegante Introduktion dar.
Ich muss zugeben, kein ausgesprochener Picasso-Fan zu sein, vielleicht wegen seiner Themen (die Erotik seiner weiblichen Gefährtinnen, Stierkampf beispielsweise), aber man kann in dem Museum schön Prozesse des Kunstschaffens verfolgen beim Betrachten verschiedener Stadien ein und desselben Motivs. Was ich persönlich schön fand, das waren zwei kleine, geradezu altmeisterlich gefertigte Porträts von Schriftstellern (Paul Valéry und der frühverstorbene Raymond Radiguet), die demonstrierten, dass Picasso auch ganz realistisch zeichnen konnte, und sehr schön fand ich auch die Blätter, auf denen er lyrische Texte mit Bildern kombinierte: wo dann der Text selbst zur reinen Bild-Struktur und das Abgebildete zur Sprache wird. Das gefiel mir.
Anschließend trafen wir uns noch bei Rudi zu Kaffee und Kuchen und zu Gesprächen, die vom privaten und allgemeinen, von Leben und Tod, Reisen und Wohnen reichten: ein wahrer Kosmos, nicht künstlerischer, sondern kommunikativer Art. Wir alle, ob Künstler oder Schwule (oder beides oder nichts von alledem) bewegen uns ständig in einem ganzen Kosmos von Informationen, Wahrnehmungen und Rätseln: und die machen das Leben aus.
Laßt uns schauen und sprechen, lachen und lieben, reden und zuhören. Picasso hat gelebt und das sehr intensiv und er war als Mann sehr aktiv, in jeder Hinsicht, das sieht man auch seinen Bildern an: sie stellen Lust am Leben dar, und das Leben leuchtet, selbst in seinen schwärzesten Momenten.
Schließlich gingen einige von uns noch zum Queer-Gottesdienst. Wir sind anders und wir gehören dazu. Und meinem Schatz konnte ich von einem schönen Nachmittag berichten. Und das Glück, wo es ist, ist grenzenlos.
Gregor Blazewski

Die lesbisch-schwulen Filmtage sind am Sonntag zu Ende gegangen
Sehr zufrieden zeigten sich die Veranstalter und VeranstalterInnen der 4. Lesbisch-schwulen Filmtage Queerstreifen , die von Donnerstag bis Sonntag* im Cinema stattfanden. Das gute Wetter, Flohmarkt und Hafenfest waren zwar für die Filmtage eine arge Konkurrenz, doch die Zuschauerzahlen blieben trotzdem im kalkulierten Rahmen. Die 15 Programme, die dank der Unterstützung der Stadt Münster, der Münsterschen Zeitung, Cinema, Linse und Livas sowie den Lesben-, Frauen- und Schwulenreferaten von FH und Uni gezeigt werden konnten, waren in diesem Jahr sehr anspruchsvoll, wie die Veranstaltergruppe betonte. So wurden mehr Filme als in den letzten Jahren im Original ohne Untertitel gezeigt. Und es gab weniger leichte Unterhaltung . Komödien fanden sich für das diesjährige Programm kaum, so dass viele Filme nicht so leicht konsumierbar waren wie in den letzten Jahren. Dass das Programm beim Publikum trotzdem viel positive Resonanz fand, freute die elfköpfige Vorbereitungsgruppe. Glücklich war man auch über die Gäste, die kamen. So begleitete der Münsteraner Peter Aufderhaar am Piano virtuos den 1914 gedrehten Stummfilm A Florida Enchantment - eine Leistung von der das Publikum begeistert war. Die in San Fransisco und Amsterdam lebende Regisseurin Sonja de Vries stellte ihre Dokumentation Out vor, über die das Publikum noch eine Stunde lang diskutierte. In einem Familienprogramm stellten Martin Gypkens und Mona Lenz ihre Filme Papas und Miracle Baby vor. Das Gespräch nach dem Film drehte sich dann auch um Möglichkeiten und Perspektiven für Lesben und Schwule, Kinder zu adoptieren. Am Sonntag Nachmittag kamen die Berliner Rechtsanwältin Gabriele Volmary und der Kaufmann Hansjörg Droste zu einem Podiumsgespräch. Während Volmary die erste münstersche Schwulengruppe, die HSM, 1971 mitgründete, war Droste in den 80ern in der H.I.M aktiv. Beide berichteten, wie das Leben für Lesben und Schwule damals waren. Die Veranstaltergruppe will auch im nächsten Jahr wieder die Queerstreifen organisieren. Sie sind schließlich in Münster schon eine feste Institution geworden.
PM Cinema & Rosa Linse
So liebe Freunde der virtuellen Tierquälerei, inzwischen sollten alle die Freude am zweiten Teil der Moorhuhnjagd verloren haben, da es niemand mehr schafft neue Highscores aufzustellen. Da ist es doch an der Zeit, die kleinen Kniffe des Spiels noch einmal gebündelt aufzuzeigen, damit der ein oder andere noch schnell die Highscoreliste zu hause, im Büro (viel Erfolg Achim) oder wo auch immer aufpolieren kann. Aaaaaalso:
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Dabei wünscht der Zauberhut nun viel Spaß!
Martin Enders!
Frau Präses Heinemann für Segnung homosexueller Paare - Lesbisch-schwuler Alltag ganz normal
Nur Mut - Alltag ganz normal lautete der Titel der Veranstaltung mit Frau Ute Heinemann, Präses der Synode der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck im Zentrum der Ökumenischen Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche (HuK) e.V. . Vor etwa 200 Kirchentagsbesuchern sprach sich Frau Heinemann für die Segnung von lesbischen oder schwulen Paaren aus.
Mit weiteren Podiumsteilnehmenden diskutierte sie die Offenheit von Kirchen und Gesellschaft gegenüber homosexuellen Menschen.
In Bezug auf die Akzeptanz von Lesben und Schwulen im Pfarramt sieht Frau Heinemann die geleistete Gemeindearbeit als Kriterium. Das Privatleben ist zu achten und die Wahl des Lebenspartners zu respektieren. Insofern sieht sie einen deutlichen Handlungsbedarf zur Änderung des Pfarrerdienstgesetzes.
Ähnlich sprach sich auch Jörg Sperling, Schulleiter einer Gesamtschule in Kassel, für die Beschäftigung von homosexuellen Lehrern aus. Er warnte vor Diffamierungen und wies auf die Wichtigkeit von positiven Vorbildern für lesbische Schülerinnen oder schwule Schüler hin.
Elke Stratmann aus Oldenburg und Martin Weiler aus Köln berichteten von ihren Erfahrungen und ihrem Berufsalltag als offen lebende Homosexuelle. Wer ein authentisches Leben führen will, kann die sexuelle Orientierung auch am Arbeitsplatz nicht verheimlichen. Diese Offenheit bewirkt in den meisten Fällen auch eine Akzeptanz durch die Kolleginnen und Kollegen.
Als Beispiel für auch wirtschaftliche Interessen des Arbeitgebers an einer offenen Lebensweise nannte Herr Weiler die Unternehmensphilosophie der Ford-Werke. Dort ist unter anderem Benachteiligung aufgrund der sexuellen Orientierung verboten, um so Reibungsverluste durch Konflikte zwischen Mitarbeitern oder die Verheimlichung der Lebensumstände zu vermeiden. Dennoch sind solche Regelungen nur der äußere Rahmen, in dem strukturelle Diskriminierung zwar abnimmt, persönliche Ablehnung durch Einzelne aber nicht vermieden werden kann.
Ökumenische Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche (HuK) e.V. Pressemitteilung (14.06.2001)
Schon die Veranstaltung an sich ist heute ein Politikum. Ein wünschenswertes Politikum im Übrigen. Sich bewusst der Toten zu erinnern und eine direkte Traditionslinie zu ziehen von der Vergangenheit in die Gegenwart, die ohne Kenntnis der ersteren nicht erklärbar ist. Doch der Text verführt zu Gedanken über die ideelle Verfasstheit der meisten Homos. Über das verbreitete apolitische und fragmentarische Weltbild in der Szene, deren Potentiale sich in tausenderlei Nichtigkeiten verlieren. Sichtbar an der mangelnden warmen Beteiligung zum notwendigen Gedenken. Es ist zu vermuten, dass die Teilnehmer am Kranzgeschehen als 68er-Relikte gelten. Es ist zu antworten, dass die Erinnerung an unsere Toten ein Zeichen von hohem kulturellem Anspruch ist. An Andere und an sich selber und als ein bewusster Teil der eigenen Biografie neben ebenso berechtigtem Fun und Lebenslust. Das es von eigener Mündigkeit der Geschichte gegenüber zeugt und von der Fähigkeit, Geschichte mit zu gestalten. Womit die Lebenslüge bundesdeutscher Homos anno 2001 genannt ist: der durch nichts begründete Glaube, für die eigenen Belange erfolgreich zu sein. Die momentane libertäre Situation ist mehr das Ergebnis einer aufgeklärten gesellschaftlichen Elite (anders: des Zeitgeistes im Gefolge der 68er) und persönlichen Engagements an der Basis (Stefan Sudmann vor allem ist zu danken) denn irgendeiner Homobewegung. Der Beweis findet sich in der staatlichen Finanzierung gerade dieser ewig jammernden Homoverbände. Die warmen Tatsachen sprechen sowieso eine eigene Sprache: Karneval im Sommer, steuerfinanzierte wie jammerkundige Phantomverbände, kränkelndes ehrenamtliches Engagement und immer kecker werdende Homos in konservativen Strukturen (wo waren die bsw. zu Anfang der 90er?).
Das Paradies der Freiheit ist nur ein Kleid des Kaisers. Weil allein die unterschiedliche strafrechtliche Bedeutung von schwulem Sex in Ost und West Bände sprach. Denn selbst Stalins erstes Paradies der Werktätigen brachte es zwischenzeitlich zur Straffreiheit für den gemeinen Homo, die allerdings nicht allzu lange vorhielt (nachzulesen in Solschenizyns Der Archipel Gulag ). Noch anders gestaltete sich die Lage in der DDR. Dort wurde der 175er bereits seit den 50er Jahren nicht mehr angewandt und 1968 - ein halbes Jahr vor Stonewall - förmlich außer Kraft gesetzt. Die sehr viel restriktivere Situation in der BRD gipfelte dagegen im Phänomen eines homoerotischen Schwulenjägers. Dazu gleich mehr.
Zurück zur Kranzniederlegung. Wenn nicht geschehen, so lade man im nächsten Jahr (L)SVD und Youngs ausdrücklich ein. Auf die Reaktion darf man schon heute gespannt sein. Tolerant, wie der echte Schwule nun einmal ist, lässt er den (Ell)-Ess-Vau-Deeh ohnehin gewähren. Im Wissen, dass auch sexuell gleichgeschlechtlich orientierte Heteros ihre Spielwiese brauchen. Was der echte Schwule allerdings auch wissen sollte, ist die Tatsache, dass sich der Verband mit Manfred Bruns einen ehemaligen Homojäger als Vorstand leistet. Denn der gewesene, an Männersex interessierte, Staatsanwalt betrieb in seiner Zeit auch Verfahren nach § 175 gegen Schwule. Von diesem Treiben hat er sich bis heute nicht distanziert, geschweige bei seinen Opfern entschuldigt. Dafür tischt er uns heute seine Emanzipations märchen auf, die doch nur auf das Imitieren-dürfen verstaubter Beziehungskisten hinauslaufen. Der eigentliche Skandal ist ein Anderer: Man stelle sich einmal vor, eine wegen eifrigen Ausländerklatschens aktenkundige ex-Glatze würde als Ausländerbeauftragter arbeiten wollen, ja vorgeben, für eben diese zu sprechen...
Hier schließt sich der Kreis, weil auch Leute wie Manfred Bruns aushaltbar sein müssen. Dem Gedenken an unsere Toten ist künftig eine größere Resonanz zu wünschen, ein breiteres Spektrum an Teilnehmern und die vermittelte Botschaft, daß die Achtung der Toten kein Widerspruch zu gelebter Lebensfreude ist und beides die Seiten einer Medaille.
Michael Heß
Es gibt diesmal für die Sommerausgabe (voraussichtlich) keine Wiederholungen am Wochenende!
Aber am 3. Mittwoch sind wir wie gewohnt im Programm, allerdings eine halbe Stunde später als sonst, dafür und dann eine Stunde lang.
mit eisernem Besen
mein Herz
ich kämme
ein Bootsmann
ein Felsen
ich kämme
mein Herz
ein Streicheln
Verharren
ein Haus
eine Landschaft
ein Kuss
eine Lüge
ich kämme
mein Herz
ein Wort
ein Gefühl
ein Gruß
eine Sehnsucht
ein Schiff
eine Welle
ich kämme
mein Herz
Mathias Grunert
Nein, das ist kein Buch für Germanistikfreaks oder verkopfte Trockenwichser. Denn ob Die Verführung von Engeln das pralle Leben zeigt, bleibe dahin gestellt. Pralle Eier spielen dafür eine Hauptrolle und verführen zum Gedanken, dass dieses Buch ebenso Die Banalität des Fickens hätte heißen können. Eigentümlich genug ist das Sujet: Vielfältige Gebrauchsanweisungen eines stick of joy kombiniert Zill mit touristischen Angaben zu Amsterdam. Die Dramaturgie indes folgt einem ebenso profanen wie bewährtem Muster des Genres: Aus Berlin und San Francisco verschlägt es die beiden Protagonisten auf den Amsterdamer Edelstrich. Mit fortschreitender Lektüre scheinen beide ein anteiliges Alter Ego des Autors zu sein. Markus der Eine - agil und clever. Con alias Conrad der Andere - nachdenklich und sensibel. Leuchtet zu Beginn der Beziehungskiste intensiv der Honeymoon, stören nach und nach dunkle Wolken die spritzige Idylle. Allmähliche Ernüchterung übereinander macht sich breit, die von den immer häufigeren Ausflügen in Drogenwelten zeitweise gedeckelt wird. Irgendwann erfolgt die Trennung. Der Eine bleibt in Amsterdam, der Andere geht zurück in die Staaten. Was fehlt? Nichts - denn das Happy End gehört zum Opus. Der Andere kommt zurück und findet sich mit dem Einen wieder. Der zwischenzeitlich zur Erkenntnis kam, dass es vielleicht unsere Arbeit als Stricher war, die eine Beziehung unmöglich gemacht hat. Auf ein Neues und diesmal in Künstlerkreisen und mit Komm, lass uns ficken gehen! als letztem Satz wird der geneigte Leser aus der Lektüre entlassen. Bei alledem ist Zills Stil in den sehr kurzen Kapiteln angenehm einfach. Eine Einfachheit allerdings, die auf Kosten der charakterlichen Ausdifferenzierung der Akteure geht. Natürlich weiß der Leser, dass reales Handeln niemals nur auf den Liebsten allein bezogen ist. Doch die vielen Personen im Umfeld von Con et Marc bleiben Figurinen, sind die Wegweiser, um den Handlungsfluss zu kanalisieren. Vielleicht spürte Zill die Schwierigkeit, das Thema kommerzieller Edelstrich komplex darzustellen. Sein geschickter Verbleib im Beziehungskosmos garantiert wenigstens scharfe Momentaufnahmen einer unüblichen Beziehungskiste in einem wenig transparenten Umfeld.
Zudem bleibt das Wiederholende festzuhalten. Zill alias Wolff legt mit Die Verführung von Engeln seine Story zum dritten Male auf. Dafür gibt es einen guten Grund und der findet sich indirekt in den mehr als dürftigen Angaben zur Person des Autors. So ist das eben: Hat man bei Zeiten nichts Rechtes gelernt, verfliegen mit der Jugend auch die Perspektiven. (nebenbei bemerkt, nicht nur ein Privileg von Edelstrichern). Dies mag die feuchtgeile Mehrfachverwertung der Zill'schen Vita am Besten erklären. Schließlich: Dass für den Titel eine Sentenz des bekennenden Antischwulen BB genutzt wurde, reiht sich ein in den Kanon der Unerfindlichkeiten. Den aufgeschlossenen Leser des unprätentiösen Buches wird das nicht stören; unter diesem Blickwinkel gleitet das Opus nämlich angenehm mitteilsam durchs Gemüt.
Michael Heß
Wem Gefährliche Liebschaften zu sehr in der Vergangenheit spielte, kann nun in der aktualisierten Fassung dieses Dramas um Macht und Gefühle nachvollziehen, wie die perversen Spiele von Leuten, die außer Liebe alles haben, auch in unserer Zeit noch gespielt werden können.
Am Freitag, 20.07.01. um 20:00 Uhr im KCM
Manchmal staunt auch der Redakteur des Zauberhuts. Einen Tag vor der Abwahl Eberhard Diepgens als Regierender Bürgermeister von Berlin entblödete sich der (L)SVD nicht, auf dem bereits am Boden liegenden CDU-Politiker nachzutreten. Folgende Pressemitteilung erreichte uns zu einer peinlichen Posse:
Diepgen verweigert Hissen der Regenbogenfahne
Berlins Regierender Bürgermeister Eberhard Diepgen (CDU) lehnt es ab, vor dem Roten Rathaus die Regenbogenfahne zu hissen. Das teilte er dem Lesben- und Schwulenverband (LSVD) heute mit. Aus Protest gegen Diepgens Entscheidung hissten prominente Schwule und Lesben die Regenbogenfahne heute Vormittag an einem provisorischen Fahnenmast vor dem Berliner Rathaus. Mit dabei war unter anderem der rechtspolitische Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion, Volker Beck.
Der LSVD hatte Diepgen aufgefordert, die Regenbogenfahne anlässlich des Christopher Street Days am 23. Juni zu hissen. Diepgen begründet seine Ablehnung damit, dass die Fahnenmasten vor dem Roten Rathaus ausschließlich einer hoheitlichen Beflaggung dienten. Dies ist jedoch falsch. Erst am 30. April hatte der zuständige Innensenator Eckart Werthebach (CDU) festgestellt, dass nur drei Masten für Hoheitsfahnen (Berlin-, Deutschland- und Europafahne) vorgesehen sind. Am vierten Fahnenmast vor dem Roten Rathaus wurden dagegen schon oft nicht-hoheitliche Fahnen gehisst - so u. a. die Olympiafahne.
LSVD-Sprecher Alexander Zinn erklärt zu Diepgens Haltung: Statt ein Zeichen zu setzen für die Gleichberechtigung von Homosexuellen, verstrickt sich Diepgen in juristische Kleinkrämerei. Er hält Schwule und Lesben offensichtlich immer noch für Schmuddelkinder. Wir haben aber das gleiche Recht auf öffentliche Anerkennung wie andere gesellschaftliche Gruppen auch. Der LSVD fordert Diepgen auf, seine Entscheidung zu revidieren und die Regenbogenfahne am Roten Rathaus aufzuziehen.
Busco a hispanohablantes...
para conversar y mejorar mis conocimientos de castellano. Llama a Stefan, Teléfono 0251/296798.
(Das Vertrauen des Redakteurs ist unbegrenzt, denn er unterstellt, dass diese Anzeige keinen Aufruf zur Gewalt darstellt oder pornographischen Inhalt verbreitet...)
Die Vereinigung...
der gefiederten Freunde Münsters (Westfälisches Moorhuhn e.V.) protestiert gegen den Aufruf zur Gewalt in diesem Heft.
Unser Charakter...
Unser Charakter wird noch mehr durch den Mangel gewisser Erlebnisse als durch das, was man erlebt, bestimmt. Friedrich Nietzsche - Der Wanderer und sein Schatten; gefunden von Michael.
Norbert,
vergesse mir die Kuhlmann'schen Schaufenster im Bahnhof nicht!
Lieben Gruß...
an Tommy WAF und Roland, André und Marco, Sergio und Norman und und und. Danke für Eure Freundschaft.
Peter Becker
Der Hawerkamp-Verein...
bedankt sich herzlich bei allen helfenden Händen am 13. Juni.
Danke möchte...
ich allen sagen, die mich zu meinem Geburtsatag am 2. Juni erfreut haben, auch für die lieben Grüße im Zauberhut!!
Peter Becker
Wer kümmert sich...
um meine Mingarten? Suche jemanden der es mehr aus Freude macht, da ich nicht sehr viel dafür zahlen möchte.
Gibt es dich? Ruf mich an: 0177-5553532 Wolfgang Knebel.
Geliebte Verlobte!
Was willst Du mit einem so belastenden Ring oder Haus machen, Du weißt doch, das bringt nur Ärger und Pflichten! Dir gehört in meinem Haus doch schon das Bett, die Küche, der Staubsauger und der Rasenmäher. Damit bist Du doch schon die wahre Königin meines Hauses! Laß uns so schnell heiraten.
(Der Mann vom Satz ist bescheidener und begnügt sich mit dem Gartenboy.)
Zauberhut,
c/o KCM - Schwulenzentrum Münster e.V.,
Postfach 4407, 48025 Münster,
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Redaktion: Michael Heß, Michael Karshüning, Norbert Korfmacher (ViSdP), Olaf Eigenbrodt
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