war ja dieses Jahr nix mit Ostereiersuchen. Wer mutig war und sich trotz des Dauerregens und des zeitweiligen Schneefalls nach draußen wagte, um die Eier zu finden, wurde bitter enttäuscht: der Hoppelhase ist durch die Polizeisperren nicht durchgekommen, denn wegen MKS, BSE und anderer Sauereien wurden die Eier der Hühner nicht ausgeliefert. Nun sind die Schwulen findig und finden halt andere Eier: Schokoladen-Eier zum Beispiel. Oder solche aus Marzipan.
Wenn dieses Heft im Druck ist, sind wir hoffentlich auch in einem anderen Bereich fündig geworden: ein neuer KCM-Vorstand muss her, und so wie es aussieht, haben sich doch noch Personen gefunden, die die Bürde der Arbeit auf sich nehmen wollen. Ob diesmal alles gut geht? Der Zauberhut wird in seiner nächsten Ausgabe darüber berichten. Bis dahin verbleibt
mit warmen Grüßen
Norbert
Beruhigende Nachricht für alle, die in diesen Zeiten Geld an der Börse investiert und in den letzten Tagen virtuell verloren haben: Die Niederlande AG ist keine Aktiengesellschaft, sondern seit ihrer Gründung vor fünf Jahren eine Arbeitsgemeinschaft im KCM, die die schwul-lesbischen Beziehungen zu unseren Nachbarn in den Niederlanden vertiefen will.
Das hört sich einfach an und ist zunächst auch ganz naheliegend, denn bis zur Liberalisierung des elenden Paragraphen 175 war das kleine Land Eldorado gerade für die Schwulen aus dem Münsterland. Schwule fuhren und fahren immer noch gerne zu unseren Nachbarn im Westen.
Die Gruppe besteht aus sechs Personen. Die Fluktuation ist, abgesehen von den Abgängen aus Münster, gering, denn hier legt man Wert auf intensive Mitarbeit der Mitglieder, hier wird jeder & jede gebraucht für die Aktivitäten der AG. Wer einmal auf den Geschmack internationaler Projektarbeit gekommen ist, der bleibt dabei.
Diese waren in der Vergangenheit vielfältig. 1997 holte die AG mit dem Oratorium Een eigen hooglied ein beeindruckendes Beispiel zeitgenössischer niederländischer Bühnenkunst nach Münster. Mit dem preisgekrönten Chor Vir Quadraat wurden gelungene Auftritte organisiert, auf Radtouren erkunden die Deutschen mit ihren niederländischen Freunden die Gegend und stärken nicht nur die Beinmuskulatur, für die KCM-Bibliothek ist ein Sondersammelgebiet über niederländische Literatur errichtet worden und auch zum Haus der Niederlande hier in Münster unterhält man gute Kontakte. Spaß und neue Kontakte findet man auch auf Partys jenseits der Grenze. Das niederländische Wort gezelligheid ist im Kern zwar unübersetzbar, trifft die Absichten aber exakt.
So haben sich in den letzten Jahren zahlreiche Kontakte nach drüben ergeben. Zu den Mitgliedern der deutschen Gruppe gesellen sich auch Niederländer, man hat sich gefunden in der Euregio-Group des COC Twente/Achterhoek. Intensiviert wurden auch die Beziehungen zu Künstlern, diversen Organisationen aber auch Kontakte zu Radio Oost, einem Regionalradio, wurden hergestellt und bedürfen intensiver Pflege. Diese Pflege zahlt sich aus: Mittlerweile wird die AG von Dritten um die Auftrittsorganisation gebeten und das ist kein schlechtes Zeugnis über die Arbeit von Leuten, deren Engagement nicht kommerziell bedingt ist.
Das größte Problem bei internationalen Begegnungen ist oft die Sprache, aber ins Niederländische kann man sich schnell hineinhören, wie die Freunde jenseits der Grenze (nach jahrelangem Derrick-Konsum) wenig Schwierigkeiten mit dem Deutschen haben. Aktive Sprachkenntnisse sind zwar erwünscht, aber nicht wirklich nötig, passive hingegen nützlich. Im Regelfall spricht jeder Mitstreiter in seiner Muttersprache. In den letzten Jahren hat die Niederlande AG deshalb für Mitglieder und Freunde des Niederländischen auch schon mal Sprachkurse angeboten.
Die gute Arbeit der deutschen Truppe für Holland (dieses Wort sei mir bei aller Korrektheit denn doch gestattet) schlägt sich nicht nur in der regelmäßigen Präsenz auf dem jährlichen Standfest nieder, an dem andere Gruppen schon mal durch Abwesenheit glänzen, die Arbeitsgruppe entwickelt sich auch zu einer Art Dienstleister für Leute, die gerne etwas über unsere Nachbarn im Westen wissen wollen.
Die Perspektive, die Michael Heß für die AG vorsichtig formuliert, liegt in einem gemeinsamen Verein für Niederländer und Deutsche. Dazu allerdings müsste erst auf europäischer Ebene ein Vereinsrecht geschaffen werden.
Es gibt viel zu tun, und die Niederlande AG bleibt am Ball.
NK
Am 6. April versammelten sich viele Schwule & Lesben & Andersartige zu einem Literaturfestival besonderer Güte. Das KCM & LIVAS & anders leben hatten zur großen Abschlussveranstaltung gebeten, um die Preisträger des Wettbewerbs zur Förderung schwuler und lesbischer Literaten zu feiern und um ihnen die Möglichkeit zu geben, ihre Texte vor interessiertem Publikum zu lesen. Denn durch die Literatur, so hob der scheidende KCM-Vorsitzende Michael Karshüning hervor, kann man in neue Welten eintauchen, und durch schwule Literatur erfahren wir etwas über die Welt der Schwulen & Lesben, deren Subkultur so völlig anders ist als die der Heten. So schafft die Literatur Begegnungsräume. Vorausgesetzt natürlich man liest. Oder man lässt lesen.
Olaf Eigenbrodt, in der schwulen Szene Münsters als ständiger Interpret guter Texte selbst Macher monatlicher Lesungen im KCM und folglich bekannt, führte durch den Abend. Um es gleich vorweg zu sagen: glänzten die Autoren durch Abwesenheit, las Olaf mit wohlgeformter Stimme ihre Texte, doch in Konkurrenz zu den Lesungen der Dichter hatte sein geübter Wohlklang im Gehrock keine Chance. Eigentlich bin ich kein Freund von Dichterlesungen, da Schriftsteller beim Lesen der eigenen Werke dem Hörer einen Teil der Interpretationsmöglichkeiten rauben; es ist halt wie beim Theater, wo Autoren tunlichst ihre eigenen Werke nicht aufführen sollten. Wieder wurde ich eines besseren belehrt, denn die Vielfalt der Texte fand ihren Niederschlag auch im wechselnden Tonfall. Ein Teil der Spannung lag gerade in diesem Wechselspiel.
Zunächst wurde der Publikumspreis vergeben. Der Hauptpreis ging an Ekkehard Traunsberger, aber wie zu hören war, hätte die Entscheidung auch anders ausfallen können. Jedenfalls standen Mathias Grunert mit seinen frischen und knappen Gedichten und Anne Huxel dem Preisträger in nichts nach. Und auch der Preisträger der Jury für Lyrik Jürgen Albrecht unterlag harter Konkurrenz, wie auch die Preisträgerin für Prosa Gitta Büchner, die mit einer Schulgeschichte begeisterte.
Umrahmt wurden die Lesungen von den musikalischen Auftritten der Gruppe Sonne, Mond und Venus, bestehend aus Michael Preiser, Burkhard Schoofs und die bestechende Gabriele Kentrup. Da wurde nicht nur die Sehnsucht nach richtigen Männern besungen, nach Neandertalern gar, sondern auch der Chanson Geh'n wir Tauben vergiften im Park erfreute das Ohr. Das musikalische Trio war so gut, dass man fürchten musste, sie rauben den Poeten die Show.
LIVAS & anders leben & KCM haben mit diesem Projekt aufstrebenden Autoren eine Bühne und ein dankbares Publikum geboten. Den Autoren ist eine weite Verbreitung ihrer Texte zu wünschen, uns als Konsumenten weitere Veranstaltungen von diesem Format.
NK
Es war schon was, als über 40 Männer am Karfreitagnachmittag in das Landhaus Oeding in Gelmer-Gittrup strömten. Die wenigen Gäste staunten nicht schlecht. Die Männer von Gay and Grey hatten eingeladen und viele Freunde kamen zum nun schon traditionellen Struwenessen. Über 200 Struwen hatte die Wirtin für uns gebacken, und es blieb keiner übrig, nicht nötig anzumerken wie gut es den Herren geschmeckt hat. Es war eine schöne, lockere Stimmung in dieser großen Runde zuspüren. Der harte Kern von Gay & Grey war erfreut über die zahlreichen Neulinge an diesem Nachmittag, verstärkt wurde die Runde noch von Mitgliedern des Bärenclub-Münsterland. Nach dem gemütlichen Nachmittag im Warmen gab es dann noch einen ausgedehnten Spaziergang durch die Emsauen der Bockholter Berge. Die Männer verstanden sich prächtig, es war eine Freude die Stimmung der vielen kleinen Spaziergrüppchen zu beobachten. Es war zwar kalt aber richtig gefroren hat keiner!
Wolfgang Knebel
Wen kann ich fragen, wer gibt mir das Geld dafür? Michael Heß hat schon großzügig abgewunken und mir empfohlen, doch ein Foto davon zu machen. Indes ist das Fotografieren nicht meine Stärke, und bitte ich Michael Karshüning darum, verwackelt sie das Bild vor Lachen. Nein, das Ding muss her im Original. Peter brauche ich nicht zu fragen, der hat dafür weder Sinn noch Kleingeld. Und Alois? Alois könnte ich fragen, obwohl ich befürchte, er wird mir die notwendigen eintausenddreihundsechsundachtzig Mark für die Anschaffung dieses Kunstwerks nicht geben.
Kurz: das Kunstwerk, welches mich in Staunen versetzt(e), kommt nicht in meine Wohnung, denn auch ich gebe mein in Coesfeld sauer erarbeitetes Geld dafür nicht aus.
Dabei passt es in meine bescheidene Bleibe. Und zu mir. Habe ich doch einen Blick für Schönheit & Ästhetik!
Ich schlenderte durch die Stadt, mein Blick fiel auf manch wandelnde Lustbarkeit, da vernahmen meine Augen im Schaufenster gegenüber von Karstadt bei Kuhlmann eine anmutige Plastik, eine Augenweide höchster Blüte, ein Kunstwerk seltener Ehrlichkeit. Die Plastik zeigt zwei Männer: der knabenhafte ohne Bart legt sein Haupt in den Schoss des Bärtigen, der die Hand des anderen tätschelt. Ein schwules Männerpaar, so kühn und herzzerreißend dargestellt.
Oder anders: Jesus & Johannes!
NK
Das KCM darf sich doppelt freuen. Erstens als Gastgeber des Runden Tisches zum Hawerkamp am 5. April. Zweitens über dessen Ergebnisse. Denn mit ihrer Teilnahme bekundeten die zuständigen Kulturpolitiker aller Ratsparteien sowie der BV Mitte zum ersten Male die Bereitschaft, die Hawerkamp-Szene als münsterkulturellen Aktivposten anzuerkennen. Nach dem Rundgang durch die Clubs und der anschließenden einstündigen Diskussion gestand mancher Teilnehmer neue Sichtweisen auf das Gelände ein. Besonders erfreulich für die Hawerkamp-Szene ist das angestrebte fraktionsübergreifende Vorhaben, eine Studie zu den Potentialen des heutigen Hawerkamp in Auftrag zu geben. Weil jährliche 120.000 Besucher und 700 Veranstaltungen eine für das Stadtmarketing relevante Größe sind. Der Erhalt der lokalen Einrichtungen ist übrigens das Hauptanliegen des Vereins Erhaltet den Hawerkamp e.V., in dem auch KCM und LIVAS Mitglied sind.
Der Verein Erhaltet den Hawerkamp e.V. entstand aus einer gleichgearteten Initiative der Hawerkamp-Anlieger und wurde im Dezember 1999 gegründet. Der Eintrag ins Vereinsregister erfolgte im September 2000.
Im April 2001 gehören dem Verein unter anderem kommerzielle Anlieger des Hawerkamp (Fusion-Club, Sputnik-Halle), Begegnungszentren (KCM, LIVAS) Kulturvereine (Kulturspeicher Dörenthe e.V., Triptychon e.V., Zukunftswerkstatt Musik e.V.), studentische Einrichtungen (ASten von Uni und FH) sowie Kreisverbände und Untergliederungen von Parteien an. Daneben sind zur Zeit ca. 35 Einzelpersonen Mitglied im Verein.
MH

Mit einiger Verspätung lief in den vergangenen Wochen auch in Münster die schwule Komödie Club der gebrochenen Herzen im cinema an der Warendorfer Straße.
Der Film versammelt eine Schar junger, gutaussehender Männer um den in die Jahre gekommenen schwulen Barbesitzer Jack, der den Broken Hearts Club betreibt. Mit den jungen Kerlen bildet Jack auch eine Baseball-Mannschaft, die nur einen Fehler hat: die Schwulen sind unsportlich und verlieren jedes Spiel.
Die Truppe ist grundverschieden: Dennis ist ein guter Fotograph und nicht nur auf der Suche nach guten Motiven, sondern auch nach dem Mann fürs Leben. Und das hindert ihn letztlich trotz seines strahlenden Aussehens daran, die berühmten ONS zu genießen. Nach seiner Geburtstagsfeier trifft er auf den Frischling Kevin, den er sofort mag. Doch dessen Defloration findet im Bett des Hausgenossen Cole statt, einem aufstrebenden Schauspieler, der im Gegensatz zu Dennis keine Probleme mit wechselnden Bettgenossen hat und eine Beziehung mit einem festen Partner nicht will. Bald hat er den Frischling wieder abserviert, einen Feuerwehrmann aufgerissen, um schließlich im Wohnwagen eines verheirateten Kinostars zu landen. Taylor prahlt damit, dass er in einer funktionierenden monogamen Beziehung lebt; es dauert nicht lange, da ist er wieder solo. Patrick soll als Samenspender für die Lebensgefährtin seiner lesbischen Schwester herhalten. Benji wird in einem Fitness-Studio von einem Muskelpaket umgarnt und von diesem mit Muntermachern bis zum Zusammenbruch aufgeputscht. Howie bekommt seine Beziehung zu Marshall nicht in den Griff. Zum Wendepunkt für die Clique wird Jacks überraschender Tod auf dem Spielfeld.
Der Film vereint eine Reihe gutaussehender und talentierter Schauspieler, von denen einige auch dem deutschen Publikum bekannt sind: Dean Cain flog als Superman vier Staffeln durchs Fernsehen und war vermutlich unglaublich dankbar, endlich etwas völlig anderes spielen zu dürfen. Kerr Smith hingegen blieb bei seiner Rolle als Schwuler treu, die er schon in Dawsons Creek zum Besten gibt. Timothy Olyphant als Dennis ist eine Neuentdeckung und wird mit seinem Lächeln neben anderen Vorzügen noch manches Männerherz erfreuen.
Nicht ganz nachvollziehen konnte ich die Wandlung von Dennis. Am Ende verlässt er die Freunde, um in Europa seine Ausbildung zum Fotographen fortzusetzen. Die Begründung, mit der er den Frischling aus seinem Bett verscheucht und diese Entwicklung einleitet, habe ich nicht verstanden. Und da Peter Kramer sie auch nicht verstanden hat, dürfte sie niemand verstanden haben. (Bitte melden, falls doch; der Zauberhut druckt es gerne ab und bedankt sich dafür mit einem wunderschönen Bildband!)
Alles in allem lohnt der Film.
Auch eine schwule Tradition in Münster: Seit einem Jahrzehnt wird alljährlich am 8. Mai zum Gedenken an die verfolgten und ermordeten Schwulen der Zeit von 1933-1945 ein Kranz am Zwinger niedergelegt. Seit 2000 ist auch die VVN (Vereinigung der Verfolgten des Nazi-Regimes) an der Veranstaltung beteiligt. Die Erinnerung an die schwulen Opfer des Nationalsozialismus kann so in einen größeren Kontext eingebunden werden.
Wenn wir dieser ('unserer') Toten gedenken, sehen wir aber nicht nur deren Tod im KZ, sondern auch deren Lebensfreude, deren Leben und Lieben, wofür sie schließlich bestraft wurden. Zugleich wollen wir darüber auch all die anderen verfolgten Schwulen - gestern und heute - nicht vergessen. Mit einer Veranstaltung wie dieser Kranzniederlegung können wir anderen demonstrieren, dass auch wir unsere Art zu leben und zu lieben genießen; wir machen klar, dass wir es nicht noch einmal zulassen werden, dass Menschen für ihre von einer gesetzten Norm abweichenden Eigenheiten diskriminiert, verfolgt und getötet werden.
Es wäre schön, wenn also auch dieses Jahr am 8. Mai um 18 Uhr am Zwinger (Promenade) durch eine zahlreiche Beteiligung wieder solch ein deutliches Zeichen gesetzt werden kann.
Stefan Sudmann, Rosa Geschichten
Vom 17. bis zum 20. Mai finden wieder die lesbisch-schwulen Filmtage Queerstreifen statt. Diesmal unterstützt von der Stadt Münster, Diff - das schule Magazin und zahlreichen Initiativen und Vereinen, die einzelne Programme präsentieren. Ort: Cinema, Warendorfer Str. 45-47, Münster, Tel. (0251) 30.30.0
Nähere Informationen zum Programm unter (0251) 30.30.7.
Die Osnabrücker Kulturinstitution, deren neue Liedprogramme in der Tages- und Fachpresse stürmisch gefeiert werden. Wer könnte auch widerstehen bei Titeln wie Tunten aus Amsterdam, Nackt ist der Mensch nicht gern alleine oder Udo wartet im Park ...
Flucht ins Leben ist der Titel des Buches, in dem Klaus und Erika Mann 1939 ihr Exil in den USA schildern. Der gleichnamige Film von Wieland Speck und Andrea Weiss erzählt die Lebensgeschichte der beiden ältesten Mann-Kinder vor dem Hintergrund der dramatischen politischen Ereignisse von Faschismus und Zweitem Weltkrieg.
Regie Andrea Weiss + Wieland Speck · D 2000 · 83 Min. · ab 12 J.
Eine schwul-romantische Fantasie über walisisches Wolfsdasein als Analogie zu schwulem Leben zwischen Cruising und Verfolgung ...
Regie Charles Lambert · GB 1998/2000 · 80 Min. · ab 16 J.
Forbidden Fruit vermittelt ein Bild der Situation von Lesben in Zimbabwe. Out - The Making of a Revolutionary zeichnet das politische und persönliche Porträt von Laura Whitehorn, einer linken lesbischen Aktivistin in den USA, die 1999 nach 14 Jahren Haft aus dem Gefängnis entlassen wurde.
Das Programm wird von LIVAS e.V. präsentiert.
Regie Sue Maluwa-Bruce D 2000 · Rhonda Collins, Sonja De Vries USA 2000 · 30
+ 59 Min. · ab 16 J.
Heftiges Psychodrama im Franco-Spanien der vierziger Jahre: Eine unerfüllte Liebe zweier Jugendfreunde führt im Sanatorium zu Verrat, Rache und Mord.
Regie Augustin Ferrando · E 2000 · 107 Min. · ab 16 J.
Satirische Kurzgeschichten von zwei lesbischen Autorinnen Lesung aus der brandneuen Anthologie Sisters in Motion - Lesbische Satire mit den Autorinnen Bettina Mankowski und Giannina Wedde sowie der Herausgeberin Ilona Bubeck vom Berliner Querverlag.
Die Lesung wird präsentiert vom Frauenkulturverein Münster e.V.
Ein Familienprogramm. Ein Film über zwei Schwule, die zwei Kinder adoptieren und zwei Lesben, die ein Kind bekommen.
Regie Martin Gypkens D 2000 · Mona Lenz D 1998 · 42 + 35 Min. · ab 16 J.
Die glücklichen Opfer des Rainer Werner F.
Rosa von Praunheims Dokumentation ist der Versuch, das Phänomen Fassbinder in seiner ganzen Radikalität zu entschlüsseln.
Wir bedanken uns bei der Unterstützung von Rosa von Praunheim. Der Film wird vom FH-Frauenreferat präsentiert.
Regie Rosa von Praunheim · D 2000 · 90 Min. · ab 12 J.
Chinatsu, lesbisch, und Kyoko, hetera, leben in einem klassischen japanischen Wohnklo. Die Geschichte einer intensiven, zärtlichen und zuweilen sehr erotischen Frauenfreundschaft, die zugleich auch die einer tragischen Liebe ist, beginnt ...
Der Film wird vom Uni-Lebenreferat präsentiert.
Regie Shindo Kaze · Japan 2000 · 78 Min. · ab 16 J.
Schöne Bilder, schöne Menschen: Bittersüße Lovestory zwischen einem Callboy und einem Polizisten in Hongkong.
Regie Manshihl Yonfan · Hongkong/China 1998 · 101 Min. · ab 16 J.
In Chrissy begleitet die Regisseurin die letzten Lebensjahre ihrer HIV-positiven Freundin Chrissy. Ein warmherziges Portrait über Familie, Lebensmut und Geheimnisse. Living with Pride: Ruth Ellis@100 ist eine Dokumentation über die hundertjährige Ruth Ellis, die Zeit ihres Lebens offen lesbisch gelebt hat. Ein volles Jahrhundert Lebensfreude und Stolz!
Das Programm wird vom FH Lesbenreferat präsentiert.
Regie Jacqui North AUS 1999 · Yvonne Welborn USA 1999 · 52 + 60 Min. · ab 16 J.
Rosa von Praunheims Klassiker, eine Mischung aus Agitprop- und Spielfilm, ist der Anlass für eine kritische Reflexion der letzten dreißig Jahre Schwulen- und Lesbenbewegung. Im Anschluss gibt es eine Gesprächsrunde mit Aktivistinnen und Aktivisten der ersten Stunde, unter anderem Martin Dannecker (angefragt).
Der Nachmittag wird vom Uni-Schwulenreferat präsentiert.
Regie Rosa von Praunheim · D 1970 · 67 Min. · ab 16 J.
Dokumentation über den Frau-zu-Mann-Transsexuellen Roberts und seine Mann-zu-Frau-Freundin Lola. Einfühlsames Porträt einer Liebe und Freundschaft im miefigen Süden der USA.
Regie Kate Davis · USA 2000 · 90 Min. · ab 16 J.
Stummfilm von 1914, der sich auf humorvolle Weise mit einen sehr zeitgemäßen Thema auseinandersetzt: Geschlechteridentitäten! Der Stummfilm wird vom Uni-Frauenreferat präsentiert.
Regie Sidney Drew · USA 1914 · ca. 60 Min. · ab 16 J.
Am Klavier begleitet von Peter Aufderhaar
Die romantische Urlaubsliebe zwischen Mathieu und Cédric in einer zauberhaften, melancholischen Coming-out-Geschichte, die eher vom Erwachsenwerden als vom Schwulsein handelt. Denn, so der Regisseur: Jemanden auf seine Sexualität zu reduzieren, ist langweilig. Hauptdarsteller Stéphane Rideau spielte übrigens schon im schwulen Klassiker Wilde Herzen mit.
Regie Sébastien Lifshitz · F 2000 · 100 Min. · ab 16 J.
Queerstreifen c/o
Verein zur Förderung kommunaler Filmarbeit - Die Linse, Warendorfer Str. 45-47, 48145 Münster
Tel. (0251) 30.30.7
Fax (0251) 30.30.8
www.cinema-muenster.de
Ja ja, die Männer in der Hamburger Redaktion von Men's Health... Wollten sich was besonders Tolles aus den Nägeln saugen und haben doch nur von der Tapete bis zur Wand gedacht. In diesem Falle bis zu der des Oberbürgermeisters; Doc Tillmann brüllte gut und lehnte die angebotene Auszeichnung Münsters zur männerfeundlichsten Stadt 2001 dankend ab. Der kruden Kriterien wegen, derer es zur Siegespalme bedurfte. Wie der Anzahl Frauen im sexuell aktiven Alter (zwischen 20 und 40 Jahren), die Geburtenzahl (...sexuelle Aktivität), der Zahl der Urologen (...der Facharzt für Männer) und Scheidungen, dem Klima (...der aktive Mann liebt Outdoor-Sportmöglichkeiten), dem Kfz-Regioindex (Autofahren ist für Männer wichtig) und so weiter. Also nein - protestiert da der schwule Münstermann (und die lesbische Münsterfrau sowieso) und fragt sich, welche Sorte Männer wohl gemeint war. Also unsereins lebt in Münster genauso ohne und so bleibt die Erkenntnis, das sich jeder zum Ei macht, so gut er kann. Die Redakteure vom heimlichen Schwulenblatt haben sich zum Schaden den Spott redlich verdient. Hätten ja uns Schwule vorher fragen können, die straighten Kämpen vom kalten Ufer. Na, vielleicht tun sie's beim nächsten Fettnäpfchen...
Michael Heß
P.S. Wen es wirklich interessiert: Die Reihenfolge der männerfreundlichsten Städte 2001 hätte Münster, Stuttgart und Bonn gelautet.
Mann des Jahrtausends - Franz von Assisi / Franziskanische Spiritualität für Schwule und Lesben
Das Nachrichtenmagazin Time-Magazine hat Franz von Assisi (1181-1226) zum Mann des Jahrtausends gewählt. Warum fasziniert dieser Mann auch noch die Menschen unserer Zeit? Kann franziskanische Spiritualität eine Lebenshilfe sein - auch und gerade für Schwule und Lesben?
Treffpunkt: Fliednerhaus (Ev. Trinitatisgemeinde), Fehrbellinweg 6, Münster, 1. Stock (Hintereingang)
HuK-Kontakt: Oliver Cordes, Peterstraße 2, 48151 Münster, Tel.: 0251/7987616
Bildungsurlaub von Mo. 02. 07. - Fr. 06. 07. 2001
Von den Anfängen schwulen Treibens im Mittelalter und den Frauengemeinschaften der Beginen bis heute spannt sich ein weiter Bogen, der sich unter dieser Überschrift zusammenfassen lässt. War Köln wirklich so liberal und tolerant, wie sich das Schwulenzentrum West heute darstellt und ist dies eine wohlmeinende imageaufbessernde Sichtweise?
Diesen Fragen wollen wir mit Stadtführungen, Gesprächen und Besuchen Anhand historischer Forschungen und aktueller Tagespolitik nachgehen.
Geplant sind im einzelnen:
Veranstaltet und moderiert von Martin Sölle
Ort: Friedensbildungswerk Köln
Preis: 250,- DM (ermäßigt 150,- DM)
Nähere Informationen bei Friedensbildungswerk Köln, Tel. 0221/952-1945, Fax 0221/952-1946
www.Friedensbildungswerk.de
E-Mail FBKKOELN@t-online.de
Weltweit beschäftigen sich Wissenschaftlerinnen mit allen Teilbereichen homosexueller Kultur und lesbischen sowie schwulen Lebens, so auch in NRW. Unter die Lupe genommen wird beispielsweise die Literatur und ihr Verhältnis zur Homosexualität oder die politische Verfolgung von Lesben und Schwulen im NS-Staat, die aktuelle rechtliche Ungleichbehandlung gegenüber den Heteros und vieles mehr. Doch wie findet man/frau raus, wer wo wozu forscht?
Dieses Problem soll nun durch eine virtuelle Informationssammelstelle im Internet gelöst werden. Die Landesarbeitsgemeinschaft lesbische und schwule Studien NRW (LAG Studien) bietet zusammen mit dem Forschungsnetzwerk lesbische und schwule Studien NRW (FLUSS) zukünftig eine einfach zu handhabende gezielte Recherchemöglichkeit an. Doch der Katalog bietet noch mehr: Forschungsschwerpunkte können lokalisiert, Quellenangaben ebenso wie ForschungspartnerInnen gefunden und laufende Projekte vernetzt werden. Und schließlich kann diese Informationsquelle auch als Anreiz dazu dienen, eine Forschungsarbeit auch um lesbische und/oder schwule Themenaspekte zu erweitern.
Den OrganisatorInnen ist es dabei wichtig, dass der Infopool interdisziplinär und fächerübergreifend angelegt ist und zudem nicht nur von WissenschaftlerInnen aus Universitäten, sondern generell von allen Interessierten genutzt werden kann. Finanziell unterstützt wird das Projekt Infopool vom Land Nordrhein-Westfalen sowie der Hannchen-Mehrzweck-Stiftung.
Doch vor allem wird der Infopool durch die Mitarbeit vieler Interessierter lebendig. Ab sofort können ForscherInnen sich und ihre Arbeit(en) in den Infopool auf der Webseite http://www.infopool-forschung.de eintragen. Für Menschen ohne Internetzugang liegt auch ein gedruckter Fragebogen bereit, der bei FLUSS, Uni-GH Siegen, FB 3, 57068 Siegen, angefordert werden kann.
FLUSS -Forschungsnetzwerk
Lesbische und Schwule Studien
Universität- GH Siegen
FB 3
57068 Siegen
Fon +49(0)211/7952310
Fax +49(0)211/7952309
http://stadt.gay-web.de/fluss
E-Mail fluss@gay-web.de
Am Freitag, 11.05.01. um 20:30 Uhr im KCM
mit eisernem Besen
mein Herz
ich kämme
ein Bootsmann
ein Felsen
ich kämme
mein Herz
ein Streicheln
Verharren
ein Haus
eine Landschaft
ein Kuss
eine Lüge
ich kämme
mein Herz
ein Wort
ein Gefühl
ein Gruß
eine Sehnsucht
ein Schiff
eine Welle
ich kämme
mein Herz
Mathias Grunert
Nein, es ist kein Buch für Germanistikfreaks oder verkopfte Trockenwichser. Denn ob Die Verführung von Engeln das pralle Leben zeigt, bleibe dahin gestellt. Pralle Eier spielen dafür eine Hauptrolle und verführen zum Gedanken, dass dieses Buch ebenso Die Banalität des Fickens hätte heißen können. Nun ja, eigentümlich genug ist das Sujet: Beeindruckende Darstellungen der Einsatzmöglichkeiten eines stick of joy kombiniert Zill mit touristischen Angaben zu Amsterdam. Die Dramaturgie folgt einem ebenso profanen wie bewährtem Muster des Genres: Aus Berlin und San Francisco verschlägt es die beiden Protagonisten auf den Amsterdamer Edelstrich. Mit fortschreitender Lektüre scheinen beide ein anteiliges Alter Ego des Autors zu sein. Markus der Eine - agil und clever. Con alias Conrad der Andere - nachdenklich und sensibel. Leuchtet zu Beginn der Beziehungskiste intensiv der Honeymoon, stören nach und nach dunkle Wolken die spritzige Idylle. Allmähliche Ernüchterung übereinander macht sich breit, die von den immer häufigeren Ausflügen in Drogenwelten nur zeitweise gedeckelt wird. Irgendwann die Trennung. Der Eine bleibt in Amsterdam, der Andere geht zurück in die Staaten. Was fehlt? Nichts - denn das Happy End gehört zum Opus. Der Andere kommt zurück und findet sich mit dem Einen wieder. Der zwischenzeitlich zur Erkenntnis kam, dass es vielleicht unsere Arbeit als Stricher war, die eine Beziehung unmöglich gemacht hat. Auf ein Neues und diesmal in Künstlerkreisen und mit einem Komm, lass uns ficken gehen! wird der geneigte Leser aus der Lektüre entlassen. Bei alledem ist Zills Stil in den sehr kurzen Kapiteln angenehm einfach. Einfachheit, die auf Kosten der charakterlichen Ausdifferenzierung der Akteure geht. Natürlich weiß man, dass ein Handeln niemals nur auf den Liebsten allein bezogen ist. Weil die vielen Personen im Umfeld von Con et Marc allenfalls Figurinen sind. Wegweiser, um den Handlungsfluß zu kanalisieren, aber mehr auch nicht. Vielleicht spürte Zill ja die Schwierigkeit, das Thema kommerzieller Edelstrich komplex darzustellen. Sein Verbleib im persönlichen Mikrokosmos garantiert wenigstens scharfe Momentaufnahmen.
Zudem bleibt das Wiederholende festzuhalten. Zill alias Wolff legt mit Die Verführung von Engeln seine Story zum dritten Male auf. Dafür gibt es einen guten Grund und der findet sich indirekt in den mehr als dürftigen Angaben zur Person des Autors. So ist das eben: Hat man bei Zeiten nichts Rechtes gelernt, verfliegen mit der Jugend auch die Perspektiven. (nebenbei bemerkt, nicht nur ein Privileg von Edelstrichern). Dies mag die feuchtgeile Mehrfachverwertung der Zill'schen Vita am Besten erklären. Schließlich: Das für den Titel eine Sentenz des bekennenden Antischwulen BB genutzt wurde, reiht sich ein in den Kanon der Unerfindlichkeiten. Den einfachen Leser des einfachen Buches sollte das nicht stören; unter diesem Blickwinkel gleitet das Opus nämlich angenehm mitteilsam durchs Gemüt.
Michael Heß
Die Verführung von Engeln
Holger Zill; Querverlag Berlin 2000
250 Seiten
Seit fünf Jahren gibt es ihn nun, den Filmclub im KCM. Aus diesem Grunde zeigen wir seit Januar Filme der Produktionsfirma Good Mashine, der Haus und Hoffirma des Regisseurs Ang Lee.Dessen oskarprämierten Film Das Hochzeitsbankett wird es am 15. JUNI wieder im Filmclub zu sehen geben. Wieder, weil mit diesem Film vor fünf Jahren der Filmclub seinen Einstand gab.
Und was gibt's im Mai???
Mit einem erstklassigen Programm dreht sich vom 17. bis zum 20. Mai alles rund um schwules und lesbisches in Film und Literatur. Das Programm hat uns vom Filmclub so gut gefallen, das wir kurzerhand unsere Geburtstagsveranstaltung zu Gunsten der Queerstreifen um einen Monat verschieben. besonders ans herz legen möchten wir euch die Filme Papas und Miracle Baby am Samstag um 15 Uhr.
Viel Vergnügen im Cinema
Das Filmclubteam
Filmarchiv bei wuerzburg.gay-web.de
Das Letzte: Meine aufrichtige Bewunderung gilt Friedrich Merz, der dem Gesabbel unseres Kanzlers über die Arbeitslosen das richtige Wort zur richtigen Zeit entgegensetzte. Es gibt auch ein Recht auf Faulheit. Das erklärt vieles.
Gruß an...
die Archivmaus. Ob sie's liest?
Geliebte, ob wir uns nicht besser...
statt so profanen Dingen wie Brillantring wahre Werte schenken sollten? Ich schenke Dir wahre Liebe und ewige Treue,
Dein Schatz.
Lieber Sätzer,
Du interessierst Dich für mein Haus? Komm doch mal eine Nacht und sieh es Dir an, sei nicht nur mein Hausmeister.... (Hm, bist du dann abwesend? Dann bring ich deine ringlose Verlobte mit? Der Sitzer)
Der Zauberhut grüßt...
Rudi, das frischeste & jüngste Mitglied in Knebels Truppe und im KCM.
Hallo Michael,
du schreibst immer so fleißig für den Zauberhut, dass dieser schon in Verruf geraten ist als PDS-Blatt. Dafür gebührt Dir mein Dank. Und das mit dem Ruf werden wir im nächsten Heft ändern!
Zauberhut,
c/o KCM - Schwulenzentrum Münster e.V.,
Postfach 4407, 48025 Münster,
Tel. 0251/665686, Fax. 0251/665661,
E-Mail: zauberhut@muenster.gay-web.de.
Redaktion: Michael Heß, Michael Karshüning, Norbert Korfmacher (ViSdP), Olaf Eigenbrodt
Umsetzung für das Internet heinz@muenster.gay-web.de
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geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder.
Die Redaktion behält sich vor, Leserbriefe gekürzt abzudrucken.
Auflage: 1200
Redaktionsschluß für die nächste Ausgabe jeweils am 10. des Monats
Texte, die veröffentlicht werden sollen, gebt bitte in lesbarer Form als
Dateianhang im txt- oder rtf-Format an den zauberhut@muenster.gay-web.de