kleine Umwälzungen stehen dem KCM bevor. Auf der Mitgliederversammlung am 8. Februar müssen die Mitglieder des Vereins einen neuen Vorstand wählen. Von den alten Vorständlern will keiner mehr.
Ehrenamtliche Arbeit ist immer mit großem Zeitaufwand verbunden, ob nun in der Thekenmannschaft, in der Bibliothek oder eben im Vorstand. Aber während die Jungs hinter der Theke vor der Theke schöne Schnuckel und harte Kerle sehen, die was von ihnen wollen, tagt der als Heiliges Kollegium bekannte Vorstand (nur böse, ganz böse Zungen nennen ihn so) hinter verschlossenen Türen. Und dann sehen die Vorständler für Stunden nur sich selbst. Dabei passt Achim, unser Geschäftsführer auf, dass nix Unzüchtiges passiert. Was bleibt ihnen da übrig, als kreativ zu arbeiten und den Laden KCM am Laufen zu halten.
Es wird also spannend, wer sich aufopfert für die nächsten zwei Jahre im Vorstand. Vielleicht sollte man den Vorstand wieder nur für ein Jahr wählen. Kontinuität ist was schönes, aber zwei Jahre hartes Schaffen im Vorstand ist eben auch nervenaufreibend.
Lassen wir uns überraschen.
Warme Grüße
Norbert
zur ordentlichen Mitgliederversammlung des KCM, Schwulenzentrum Münster e.V. am 8. Februar 2001 ab 20 Uhr
Liebe Mitglieder,
hiermit laden wir vom KCM Vorstand Dich zur diesjährigen ordentlichen Mitgliederversammlung des KCM, Schwulenzentrum Münster e.V. herzlich ein.
Als Haupttagesordnungspunkt steht die Wahl eines neuen Vorstandes an. Wir vom bisherigen Vorstand stehen dabei nicht für eine weitere Amtszeit zur Verfügung. Damit müssen sowohl ein neuer Vorsitzender als auch 2/4 neue Beisitzer gewählt werden. Da auch die beiden Beiräte, Markus und Volker, nach der MV nicht mehr zur Verfügung stehen, steht also ein Generationswechsel an. Daher werden wir vom Vorstand auch keine Vorschläge für einen neuen Vorstand einbringen.
Das ist für Dich die Möglichkeit, zusammen mit einigen deiner Freunde oder guten Bekannten das Heft in die Hand zu nehmen und im KCM Akzente zu setzen. Wir vom dann alten Vorstand lassen Euch aber nicht hängen. Zum Einen werden wir bis zur MV den Jahresfinanzabschluß 2000 und die Abrechnung der städtischen Förderung für das Jahr 2000 erledigt haben. Auch der Rechenschaftsbericht für das Jahr 2000 wird unter dem Titel Verliebt in Münster bis zur MV vorliegen. Damit sind die wichtigsten Verpflichtungen aus dem vergangenen Jahr erfüllt. Zum anderen steht Dir und deinen Mitstreiten das KCM Büro mit Achim Wahle auch weiterhin zur Verfügung, da durch die neuen Finanzstrukturen die Finanzierung der Bürostelle auf Dauer gesichert ist. Und auch wir vom jetzigen Vorstand stehen dir als Berater in den kommenden Monaten gerne zur Verfügung. Solltest du dich für eine Kandidatur interessieren und noch Fragen haben, so kannst du dich gerne im Büro oder bei mir privat (0251/8997994) melden. Solltest Du noch einen ergänzenden Tagesordnungspunkt zur MV haben, so denke bitte daran, daß diese schriftlich bis zum 15.01.01 (Ausschlußfrist) im Büro des KCM eingegangen sein muß.
Als Tagesordnung für die MV schlagen wir vom Vorstand damit folgende vor:
Tagesordnung der ordentlichen Mitgliederversammlung des KCM, Schwulenzentrum Münster e.V. am 08.02.02, Beginn 20 Uhr
Mit freundlichen Grüßen
Michael Karshüning
im Namen des Vorstandes
Das britische schwule Lifestyle-Magazin Attitude zählt zu den gediegensten Druckerzeugnissen seiner Art. Zwischen Features und Fotos finden sich immer wieder auch geistreiche Kolumnen. Jüngst kommentierte Rachel Ragg unter der Überschrift Gay In - Gay Out die Gay-Is-Great-Masche auf den Inseln. Der Zauberhut druckt diesen Artikel in Auszügen ab; die Namen mögen andere sein, die Parallelen sind um so deutlicher.
Es stimmt: Schwul zu sein wird zunehmend auf eine Weise als Teil der Alltagskultur betrachtet, die wir uns vor 15 Jahren noch nicht vorstellen konnten. Gay-Sitcoms sind groß in Amerika, Schwule treten in den meisten Seifenopern auf (wir haben schwule Doktoren, lesbische Krankenschwestern, Jugendliche, Mütter und - dank South Park - selbst Hunde). Und so weiter.
Doch hier taucht ein neues Problem auf: Von Schwulen wird erwartet, daß sie diesen schwul ist großartig-Hype begierig aufnehmen. Einstmals dämonisiert, ist schwule Kultur nun herausgefordert - und wehe, irgend jemand stimmt damit nicht überein. Nimm The Next Best Thing. Rupert Everett ist schwul und Madonna ist eine schwule Ikone - verhindert dies, daß es ein unmäßiger Film ist? Ja, sagen gewisse Stimmen laut und stolz; wenn es schwul ist, ist es großartig. (...) So auch für Andy Warhols Raids in Zelluloid: waren Filme wie Woman In Revolt und Heat bedeutende und gründliche Erklärungen von Sexualität - oder waren sie von depressiven alten Kofferradios (das ist Slang; der Zusammenhang dürfte klar sein - MH) gespielter abstoßender alter Quatsch? (...) Das gilt ebenso für die Literatur. Sollte jeder Schwule den Altar von A Boy's Own Story anbeten - und die sexistischen und rassistischen Töne ignorieren? Ist Dennis Cooper's Try total ehrfurchtsgebietend - oder vielmehr abstoßend?
Bedingt durch die entsetzliche Geschichte der Homosexualität, war es lange Zeit nötig, das Profil schwuler Kultur zu schärfen. Aber das meint bestimmt nicht, daß wir jede schwule Verletzung des Anstands preisen sollen. Nimm transvestite Schauspieler. Ja, es ist mutig, in der Öffentlichkeit in Stilletoes aufzutreten. Aber es verhindert nicht viele der talentlosen Exhibitionisten, die es mögen, in den Kleidern ihrer Mutter aufzutreten. (...) Gaytime TV (bald wird es re-launched sein - würg) ist ein Abbild desselben Problems. Es hat Rhona Cameron und Richard Fairbrass, prächtige Dekorationen und Abläufe - und wehe dem Schwulen, der meint, dies sei schäbig und, offen gesagt, langweilig.
Warum wurde schwul ist gut so eine fixe Idee? Ein bedauerlicher Grund ist, daß eine Menge Menschen ihren Lebensunterhalt mit Homosexualität bestreiten. Sei es ihre eigene, oder die von Anderen. Schwul wurde ein Markenname. Wie jede andere Branche, verliert auch die schwule Branche Geld durch das Kritisieren ihrer eigenen Produkte. Folglich ist Let Them Eat Cake stilvoll und charmant statt ein trauriges kleines Flickwerk und Garlands ist der ultimative Schwulenclub statt einer Menge Heteros und einigen Podiumstransen.
Selbst Versicherungen und Rentengesellschaften haben die Tatsache begriffen, daß schwul ist am Besten rosa Geld schafft. Andere Gesellschaften sind - vermeintlich - voll mit bösen Heterosexuellen, die einen auf eine spezielle Liste setzen, wenn man die falschen Angaben auf dem Hypothekenantrag macht. Es macht nichts, daß letztens zwei dieser schwulenfreundlichen Gesellschaften schrecklich unwirtschaftlich waren, Anrufe nicht beantworteten und daß dies ein Fall für den Ombudsmann (Schiedsmann bei Beschwerden - MH) wurde, was zeigt, wie wir alle glauben, daß schwul großartig ist. (...) Es ist dasselbe in der Politik. Hat Peter Tatchell eine Meinung zu den Schulden der Dritten Welt - oder wenigstens zum Fußball? Nein, das wäre bekannt. Er ist die herausragende Verkörperung von Ein-Themen-Politik - und das eine Thema lautet schwul ist gut. Und natürlich spricht er für jeden Schwulen im Universum. Demzufolge sind allein Schwule qualifiziert, über schwules Leben zu sprechen. Das ist so unsinnig wie die Idee, daß männlichen Autoren nicht erlaubt werden sollte, über weibliche Charaktere zu schreiben. Schwul zu sein macht einen nicht automatisch zum Sprecher für 13 Prozent der Bevölkerung.
Das alles ist besonders ärgerlich, wenn man an die zahlreichen, talentierten Schwulen anderswo denkt. Mit der Vergöttlichung jedes Schwulen tun wir allen den schwulen Designern, Geschäftsleuten und Schriftstellern keinen Gefallen, die es verdienen, bekannt zu werden weil sie das, was sie tun, mit Witz, Flair und Stil machen. Ja, laßt uns die besten Dinge im schwulen Leben feiern - aber laßt es uns tun, weil sie großartig sind und nicht, weil sie schwul sind. Schwul ist großartig? Das kann sein - muß es aber nicht.
Rachel Ragg, in: Attitude 12/2000;
Übersetzung: Michael Heß
All, bar none, of the so-called gay sit-coms merely lost a consonante when it came to the sit.
(Rachel Ragg in Attitude 12/00)
Der Berg kreißte - und gebar eine Maus. So geschehen beim Gesetz über eingetragene Lebenpartnerschaften im Herbst des vergangenen Jahres. Warum das Ergebnis vorgezeichnet war, machen die Stimmen der Gutachter im Anhörungsverfahren deutlich. Der Zauberhut dokumentiert einige Gutachten in Auszügen:
Ich nehme mir nicht das Recht heraus, zu behaupten, die Ehe sei eine antiquierte Form des Zusammenlebens . Das ist sie für zu viele Menschen - mich eingeschlossen - eben nicht. Die Bereitschaft zur Verantwortungsübernahme kann getrost als konservativer Wert in der heutigen Zeit begriffen werden.
(Axel Blumenthal; Vorstand der AG Schwule und Lesbische Paare e.V.)
Der Wunsch nach einer rechtlichen Absicherung besteht nach meinen Erfahrungen vor allem bei folgenden Gruppen: Paare, die gemeinsam eine Eigentumswohnung oder ein Haus kaufen wollen. Gleiches gilt für Paare, die gemeinsam einen Betrieb gründen wollen. [Außerdem] ältere Paare, die darüber nachdenken, wie sie das gemeinsam erarbeitete Vermögen und die Versorgungsansprüche für den Überlebenden erhalten können. [...] Daraus folgt, daß von den in festen Partnerschaften lebenden gleichgeschlechtlichen Paaren nur ein verhältnismäßig kleiner Teil eine Lebenspartnerschaft eingehen wird. So ist das auch in Skandinavien. Dort haben sich so wenige Paare registrieren lassen, daß die registrierte Partnerschaft eine Randerscheinung geblieben ist.
(Manfred Bruns; Vorstand im LSVD e. V.)
Enge, für das Persönlichkeitsrecht der Beteiligten bedeutsame Beziehungen mit sexuellem Hintergrund sind nicht notwendig auf das Muster der Zweisamkeit beschränkt, wie es letztlich durch die traditionelle Ehe vorgeprägt ist. (...) Dazu stellt sich die Frage, ob es überzeugende Gründe gibt, die verwandschaftsbezogenen Eheverbote für gleichgeschlechtliche Partnerschaften zu übernehmen, (und) ob diese so gewichtig sind, daß sie es rechtfertigen, die jedenfalls sehr viel häufigeren verwandtschaftlichen Lebensgemeinschaften ohne sexuellen Hintergrund (...) von der Lebenspartnerschaft auszuschließen.
(Prof. Michael Sachs, Universität Düsseldorf; Gutachter für Bündnis 90/Die Grünen)
Die an die eingetragene Partnerschaft anknüpfenden Schutzwirkungen verschärfen den Kontrast zur Behandlung der übrigen Solidargemeinschaften (eheähnliche Gemeinschaften, Gemeinschaften mit Kindern, nicht eingetragenen homosexuellen Partnerschaften). Es stellt sich die Frage, ob es Absicht des Entwurfs ist, einen Mindestschutz für andere Gemeinschaften zurückzuweisen. (...) Vorzugswürdig wäre eine Lösung, die auch die heterosexuellen Lebensgemeinschaften einbezieht und damit von vorne herein nicht die Angleichung an das Eherecht, sondern Schutz und Anerkennung der persönlichkeitsrechtlichen Interessen der Partner zum Ziel hätte. (...) Es fragt sich dann aber, warum das Institut auf Personen des gleichen Geschlechts beschränkt, warum die nähere Verwandtschaft ausgeschlossen und das Solidaritätsprinzip auf zwei Personen begrenzt sein soll.
(Prof. Gerhard Robbers, Koblenzer Institut für Europäisches Verfassungsrecht)
Die zentrale Forderung der DAH ist es (...), alle Lebensgemeinschaften rechtlich abzusichern, in denen Verantwortungen für andere wahrgenommen wird, unabhängig davon, ob es sich um Lesben, Schwule, oder Heterosexuelle, um zwei, um drei oder mehr Personen handelt. Das können neben LebenspartnerInnenschaften auch Wohn- oder Versorgungsgemeinschaften und auch der Kreis von Freundinnen und Freunden sein. (...) Die DAH sieht sich nicht in der Lage, sich nur einen dieser Ansätze zu eigen zu machen. Die Tatsache allein, daß die momentane politische Mehrheit im Bund die Durchsetzung eines bestimmten Weges heute als besonders aussichtsreich erscheinen läßt, kann als Argument nicht hinreichen, um ihn zu eigenen Sache zu machen.
(Dr. Stefan Edgeton; Deutsche AIDS-Hilfe e.V.)
Quelle: GIGI No. 11, S. 25 ff.
Zusammengestellt von Michael Heß
Mystik, Erotik und internationale Künstler bestimmen das Programm des diesjährigen Husch-Balls am 3. März in der Halle Münsterland. Die meisten der rund 2000 Karten sind bereits vergriffen.
In diesem Jahr werden nicht nur die Gäste, sondern auch die Künstler internationales Flair versprühen, verspricht Ralf Bolhaar vom Organisationsteam des Balles. So wurde die Norwegerin Ingvil Barkved verpflichtet , die in ihrem Heimatland seit Wochen mit klangvollen Balladen ganz vorne in den Charts platziert ist. Außerdem hat sich Djahal aus Israel angekündigt. Mit seinem erotischen Bauchtanz will er Männer und Frauen in eine prickelnd-orientalische Stimmung versetzen. Zuletzt trat er in Europas größtem Club für orientalischen Tanz in Istanbul auf.
Einen besonderen Musikgenuß verspricht die Gruppe Mila Mar. Mit ihrem Programm Elfensex touren sie zur Zeit durch Deutschland. Die Band wird von den Kritikern begeistert gefeiert. Mila Mar wird die Besucher des Balls in ein eine mystische, geheimnisvolle und schwerelose Welt voll von Tanz und Musik entführen, verspricht Beate Sietmann, Mitorganisatorin des Balls.
Für ausgelassene Stimmung wird das 10-köpfige Bläser-Ensemble Beat `n` Blow aus Berlin sorgen, die zuletzt mit Fernsehauftritten bei Jürgen von der Lippe für Furore sorgten. Aber auch die Gäste können sich wieder aktiv einbringen. Für die Liebhaber von Standard- und Lateintänzen wird im Weißen Saal die ganze Nacht zu Rumba und Walzer getanzt. Im Kongresssaal spielen nach Mitternacht zwei DJs aktuellen Dancefloor.
Der wichtigste Programmpunkt sind und bleiben die Gäste des Husch-Balls! betont Ralf Bolhaar. Sie sorgen am Ende für die prickelnde Atmosphäre, die den Husch-Ball zur erotischsten Nacht des Jahres machen, ergänzt Beate Sietmann.
Restkarten für den Husch-Ball gibt es beim MZ-Ticket-Corner und der Aidshilfe Münster. Der Eintritt beträgt 54 Mark, ermäßigt 42 Mark. Mit dem Überschuss des Husch-Balls wird die Arbeit der Aidshilfe Münster unterstützt.
Bei Nachfragen richten Sie sich bitte an die Aids-Hilfe Münster, Ralf Bolhaar, Tel.: 60960-12 oder an Brigitte Riedel Tel. 60 96 00
Mit freundlichen Grüßen
Ralf Bolhaar
(Aidshilfe Münster)
Die November-Ausgabe der Queer brachte die gute Meldung im Regionalteil für Nordrhein-Westfalen. Es gibt eine neue Stelle, und so unterstellt der Zauberhut, einen Arbeitslosen weniger. Das ist schön, das freut uns, das freut uns auch für Stefan Jüngst. Der wurde vom grün dominierten (L)SVD eingestellt, um den in die Jahre gekommenen Schwulen eine Plattform zu geben, also Leuten wie mir.
Bezahlt wird der gute Mann vom Staat. Wozu sind die Herren vom (L)SVD so eng mit den Grünen verbandelt, wozu sitzen die Grünen in der Landesregierung? Eben. Um der Wahlklientel Gutes zu tun. Dagegen ist auch gar nichts zu sagen.
Aber da Geld nur einmal ausgegeben werden kann, befürchte ich, daß das Geld am Ende bei den Projekten der schwulen Gruppen gestrichen wird.
Es geht auch anders. In Münster wird das alles ehrenamtlich mit großem Erfolg im KCM von Gay & Grey gemacht. Hier kommen viele Männer über 29 zusammen, bringen viel auf die Beine, haben noch mehr Spaß miteinander und reisen munter umher. Und natürlich kennt man auch andere Gruppen in anderen Städten, denn die Plattform gibt es bereits. Das alles schafft man ohne einen staatlich bestellten Senioren-Unterhalter. Geld braucht man auch, nämlich für Projekte.
Schaun wir mal, ob es in Zukunft noch Bimbes für selbstverwaltete, autonome Gruppen gibt, oder ob der (L)SVD als grüner Wahlkampfverein für Volker Beck dies für einen aufgeblähten Funktionärsapparat verfrühstückt.
Aber: Glückwunsch! Es gibt einen Arbeitslosen weniger. Immerhin.
NK
Wie jedes Jahr zum Ende des Wintersemesters sind alle schwulen Studierenden zur Vollversammlung aufgerufen. Neben Rückblick und Ausblick steht auch die Wahl des Schwulenreferenten auf der Tagesordnung. In den Räumen des Referates im AStA erwartet euch zahlreich euer Schwulenreferent
Rudolf Brömmel
Am 6.2.01 ab 18 Uhr
Die HuK war über Jahre hinweg die einzige christliche Lesben- und Schwulengruppe in Münster und als solche eine feste Institution. Mittlerweile ist sie nur noch eine Gruppe unter mehreren. Insbesondere die Existenz der Queer-Gemeinde hat die örtliche Situation stark verändert. Letztere bietet seit zwei Jahren in der katholischen St.-Sebastian-Kirche regelmäßige Gottesdienste und darüber hinausgehende Veranstaltungen an. Der Erfolg dieser Aktivitäten belegt, daß entgegen dem gesamtgesellschaftlichen Trend ein Bedürfnis nach neuen Organisationsformen zu bestehen scheint. Gleichzeitig stellt sich die Frage, ob für kirchenpolitisches Engagement überhaupt noch Bedarf und Bereitschaft besteht. Gerade Lesben und Schwule müssen sich fragen lassen, ob ihre Akzeptanz in den verschiedenen Kirchen bereits so weit gediehen ist, daß ein Eintreten dafür entbehrlich ist.
Eingeladen: VertreterInnen der Queer-Gemeinde
Treffpunkt: Fliednerhaus (Ev. Trinitatisgemeinde), Fehrbellinweg 6, Münster, 1. Stock (Hintereingang)
neue deutsche Texte
Am Freitag, 09.02.01. um 20:30 Uhr im KCM
Seit Anfang der 90er Jahre gibt es eine neue Gattung im deutschen Fernsehen: RTL startete 1992 seine tägliche Serie Gute Zeiten, schlechte Zeiten, andere Sender sollten bald folgen. Jovan Evermann hat nun die verdienstvolle Aufgabe übernommen, ein Lexikon über die deutschen Seifenopern zu veröffentlichen und hat dies Genre gleich noch um die Weeklys erweitert, also Serien, die jede Woche einmal das Publikum erbauen wie die Lindenstraße oder Hinter Gittern.
Jovan Evermann ist für diese Aufgabe besonders praedestiniert. 1999 veröffentlichte er mit seinem Serienlexikon ein vierbändiges Kompendium aller Serien, die seit 1978 im deutschen Fernsehen liefen. Schon damit gelang ihm trotz einiger Mängel eine echte Lücke zu füllen.
Diese Lücke füllt er auch mit seinem Soap-Lexikon. Besonders seine Informationen über Seifen, die nur kurzfristig liefen wie der SAT 1-Heuler Geliebte Schwestern sind hier perfekt aufgearbeitet.
Jovermann liefert zunächst Hintergründe über jede einzelne Serie, ihre Entstehung, die Handlung, die Erfolge und auch über das Ende, sofern die Serien dem Quotendruck nicht standhielten. Bei dieser Gelegenheit definiert er auch, was eine Daily Soap eigentlich ist; in seinem Serien-Lexikon hatte er sich dergleichen theoretische Feinheiten noch verkniffen und jede Definition einer Serie vermieden.
Und dann folgt der Lexikon-Teil, das Herzstück seines Buches über die Dailys und Weeklys. Von A wie Abel, Inga bis zu Z wie Zum schwarzen Hahn erfährt der Neugierige wirklich alles über die Serien. Kurzbiographien der Schauspieler werden ebenso geliefert wie eine Darstellung ihrer Rollen in den Serien.
Unter dem Stichwort Nacktheit erfahren wir dann, dass diese in deutschen Soaps verpönt ist. Peinlich genau wird hier aufgelistet, welche männlichen Schauspieler bereits nackt von hinten kurz auf der Mattscheibe in der jeweiligen Serie zu bewundern waren.
Noch einen Extra-Bonbon bietet das Buch: es gibt Einblick in die Trash-Soaps mit schwulem Hintergrund. Diese Serien werden besonders in Berlin produziert und laufen dort auf dem Offenen Kanal der Bundeshauptstadt, wo sie sich großer Beliebtheit erfreuen. Eine Trash-Soap aus Münster ist leider nicht zu verzeichnen ...
Fazit: Evan Jovermann hat ein interessantes Buch zum Schmökern für alle Freunde von TV-Serien geschrieben. Anschaffen lohnt sich.
NK
Jovan Evermann:
Das Lexikon der deutschen Soaps.
Schauspieler, Macher, Rollen aller deutschen Dailys und Weeklys,
Berlin 2000
entzündet
entflammt
entfachte Glut
heißblütig
Herzblut
kochend
hochlodernde
Flammen
erhellend
Funken
stieben
knisternd
Flächenbrand
gierig
züngelnd
Wachs
verzehrt den Docht
verschmelzend
aufbrennend
Finale
beißender Qualm
tränende Augen
löschen
das Strohfeuer
verglimmende Glut
verweht
verlöscht
Jörg Fischer
Die Probleme, die Mann haben kann, wenn ein One Night Stand angesagt ist, das fröhliche Abenteuer für die eine Nacht, aber kein Bett mir Raum (oder umgekehrt) vorhanden ist, beschreibt dieser amerikanische Spielfilm von 1999. Zwei Männer wollen es machen, aber die Frage ist: WO? Der Film begleitet die beiden auf der Suche nach der Möglichkeit.
Und wir können zugucken.
Freitag, 16. Februar 2001 ab 20 Uhr im KCM
Filmarchiv bei wuerzburg.gay-web.de
Filmarchiv bei eurogay.de
war da noch Robbie Williams. Von ihm vernahm die staunende Öffentlichkeit Ende Dezember, dass er einen Mann liebt. Bild, das Blatt für Millionen, titelte die Sensation sogar auf dem Titelblatt mit einem großen Bild von Robbie und seiner haarigen Brust: Pop-Star Robbie Williams schockt weibliche Fans mit Geständnis.
Nun gibt es Leute, die wären geschockt, wenn es nicht so wäre. Schon in seiner Zeit bei Take That fiel auf, dass sich der junge Mann sein Zimmer auf Tourneen mit Sangesbruder Mark Owen teilte. Geld genug für ein eigenes Zimmer war vorhanden. Was mögen die beiden wohl zusammen getrieben haben in einem Zimmer? Sie werden sicherlich nicht die vielen Teddys bewundert haben, die ihnen die Backfische und pubertierenden Mädchen weinend auf die Bühne geschmissen haben, garniert mit Liebesbriefen.
Ob sich Robbie Williams Karriere nun dem Ende nähert?
NK
Bild meldete am 17. Januar in großer Aufmachung, wie das Kind, welches Boris Becker außerehelich gezeugt haben soll, entstanden ist. Nein, wusste Bild zu berichten, Herr Becker habe sich nicht auf die Frau draufgelegt und das Kind in Missionarsstellung gezeugt; vielmehr wurde er von ihr oral befriedigt, kam zum Orgasmus, die Frau lief mit seinem Sperma im Mund davon und ließ sich damit später befruchten. Toll, was Bild alles weiß ...
(Du liest zuviel; d.S.)
Der Thekenmannschaft
...ein herzliches Dankeschön für die Organisation und Ausführung der Sylvesterparty 2000/2001! Danke. Es war super.
Ein Mit-Glied
Ich wohnte früher
...in Münster. Würde gerne mit Schwulen Brieffreundschaften führen! Schreibt wenn möglich mit Foto(s); Alter & Nationalität zweitrangig. Du solltest sauber, gesund und aktiv/passiv sein. Kein S/M, FF. Ich bin 49 Jahre und werde am 6. Mai fünfzig Jahre alt. Persönliches Kennenlernen erwünscht. Bin sehr aktiv. Briefe an Peter Maier, Max-Hermann-Str. 4 (7. Etage), 12687 Berlin
Lieber Thomas!
Ach, wer hätte es gedacht, 8 Jahre sind nun vollgemacht. Die Liebe sehr gewachsen ist, und Du mein süßes Mairschen bist. Dein Peter
Warum grüßt eigentlich...
niemand Oliver, den Mann von Bernd?
Gruß von Michael...
an - na: an wen wohl?
Ein Gruß an den Vorstand!
Ich habe gut mit euch zusammengearbeitet und möchte euch dafür danken.
Achim
Geliebter Schatz,
kauf Dir den Diamantring schon mal selber, ich gebe Dir das Geld dafür dann mal zurück! Mein Schnuckel von der Setzmaschine ist nicht so zickig und für vieles mehr offen....
(Für Hartes immer. Die SetzerIn)
Der Zauberhut dankt...
dem scheidenden Vorstand für die gute Zusammenarbeit und wünscht Euch auch weiterhin alles Gute und viel Spaß in der Männerwelt.
Endlich mal ein Gruß...
an Achim, der sich für diesen Verein von Schwulen hart aufopfert.
Zauberhut,
c/o KCM - Schwulenzentrum Münster e.V.,
Postfach 4407, 48025 Münster,
Tel. 0251/665686, Fax. 0251/665661,
E-Mail: zauberhut@muenster.gay-web.de.
Redaktion: Gregor Blazewski, Bernd Fehr, Michael Heß, Michael Karshüning, Wolfgang Knebel, Norbert Korfmacher (ViSdP)
Umsetzung für das Internet heinz@muenster.gay-web.de
Namentlich gekennzeichnete Artikel
geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder.
Die Redaktion behält sich vor, Leserbriefe gekürzt abzudrucken.
Auflage: 1200
Redaktionsschluß für den Februar: 14.02.2001
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