Münster fiebert einem besonderen Ereignis entgegen: Ischa standFest, wie der Bremer sagt.
Ein Ausschuß, besetzt mit Mitgliedern aus dem KCM und aus LiVas, hat sich zusammengefunden und die Veranstaltung geplant. Am 12. August stellen sich dann diese Gruppen in der Stadt der Öffentlichkeit vor.
Und was macht die Öffentlichkeit? Sie nimmt die Auseinandersetzung um die Eingetragene Partnerschaft zur Kenntnis. Wollen wir heiraten? Wollen wir heiraten dürfen? Wollen die Heteros uns heiraten lassen? Wieviele Hetero gehen heute eigentlich noch den Bund für' Leben ein? Die Macher des Zauberhutes sind auch nicht einer Meinung, ob sie die Homo-Ehe wollen.
Und deshalb warme Grüße
Norbert
Seit 1993 gibt es im KCM für Schwule und Lesben die Möglichkeit, das Tanzbein zu schwingen. Was sich so selbstverständlich anhört, ist es leider nicht, denn in den herkömmlichen Tanzschulen wird gleichgeschlechtlichen Paaren oft die Teilnahme und der Spaß verwehrt.
Seit fünf Jahren ist Martin S. dabei und leitet Taktvoll, die schwul-lesbischen Tanzkurse des KCM. Er hat die Aufgabe von Urmutter und Gründervater Michael Wessels übernommen.
Dabei kann Martin auf eine gesellschaftlich-klassische Tanzlaufbahn zurückblicken. In seiner Jugend hat er mit dem Standard-Latein-Tanz angefangen und es über Medaillenkurse und -prüfungen bis zur Turnierreife gebracht. Vor über zehn Jahren fragte ihn eine Kirchengemeinde, ob er einen Tanzkurs leiten wollte. Er wollte, und hatte damit auch im Tanz den Einstieg ins Lehrfach gefunden.
Nachdem Martins langjähriger Kollege Matthias ausgeschieden ist, konnte nun mit Annette erstmals in der gut siebenjährigen Geschichte der Tanzkurse des KCM eine Frau für das Leitungsteam gewonnen werden.
Pro Jahr werden derzeit sechs Kurse angeboten. Für die Einsteiger gibt es den A-Kurs, für Fortgeschrittene den F-Kurs. Bei Bedarf wird der weiterführende Bronze-Kurs ins Programm aufgenommen, in dem man Schritte verfeinern und viel Neues lernen kann. Und schließlich gibt es noch den Tanzkreis für diejenigen, die schon Tanzen können und dies ohne den Stress von Turnieren weiter pflegen möchten.
Dabei stehen in allen Kursen neben Standard- und Lateintänzen (Walzer, Tango, Rumba, Cha-cha-cha etc) auch Disco- und Partytänze auf dem Programm.
Der besondere Clou liegt beim Homotanzen eben darin, dass man/frau beide Rollen ausprobieren kann. Sowohl führen als auch geführt werden birgt ein spannendes Erfahrungspotential. Rollenwechsel ist möglich, Rollenwechsel ist angesagt, taktvoll allerdings.
Höhepunkt für die Tänzer & Tänzerinnen aber sind die Bälle, die Taktvoll dreimal im Jahr veranstaltet. Hierzu sind Gäste immer herzlich willkommen, ist doch die Atmosphäre schließlich viel offener und persönlicher als auf vielen konventionellen oder sportlich motivierten Bällen. In festlicher Kleidung rauschen die Damen & Damen und Herren & Herren dann über das kleine, aber schon fast historische Parkett des KCM. Stärkung finden sie zwischendurch am reichhaltigen Buffet.
Wer Interesse hat, kann im Oktober an den neuen Kursen teilnehmen. Martin & Annette freuen sich über jeden neugierigen Kopf - samt zugehöriger Hüfte und Beine, versteht sich.
NK
Am 2.10.2000 beginnen die nächsten Kurse: 18:30 Uhr Tanzkreis, 20:30 Uhr A-Kurs.
Anmeldungen sind ab sofort über das KCM-Büro (0251/665686) oder die im Thekenraum des KCM ausliegenden Anmeldebögen möglich.
Der Jahresbericht des KCM, Schwulenzentrum Münster e.V. 1999
Blickpunkte
Liebe Mitglieder, Förderer und Freunde des KCM,
das erste Jahr als Schwulenzentrum ist nun um. Zeit also, das vergangene Jahr mal Revue passieren zu lassen. Wichtig ist mit Sicherheit der gute Start von livas, Lesben im Verein am Schönsten e.V., in dem der Frauenbereich des KCM aufgegangen ist. Seit August 99 ist der Verein als besonders mildtätig anerkannt und hat inzwischen über 100 Mitfrauen. Der Frauenbereich im KCM hatte rund 80 Mitfrauen... Auch der KCM-LIVAS-Kooperationsrat hat seine Tätigkeit aufgenommen. Durch die Auflösung des Frauenbereiches ist das KCM natürlich kleiner geworden, wie ein Vergleich der Blickpunkte 98 mit den aktuellen Zahlen deutlich zeigt. Dafür hat das KCM eine stärkere Partnerin gewinnen können - die Zusammenarbeit macht allen viel Spaß, welches sich durch die sehr guten Erfahrungen im Kooperationsrat, bei den yohos@muenster.de, in der CSD-Vorbereitungsgruppe und beim standFest99 und 2000 zeigt. Im Rahmen der Umstrukturierung des KCM in ein Schwulenzentrum konnten auch die komplizierten Finanzstrukturen endlich vereinfacht und ein Rahmenetatplan eingeführt werden. So haben wir uns fundiert entscheiden können, Achim Wahle, nach Auslaufen der ABM, als Fest-Angestellten zu übernehmen.
Neben Trennungen gab es auch Zuwächse: So hatten wir zwei neue Gruppen im KCM zu begrüßen: Die schwul-lesbische Jugendgruppe yohos@muenster.de und Transident, Münsters Gruppe für Transidenten. Diese Gruppe brauchte durch den Umzug der MIKS in das Gesundheitshaus ein neues Dach. Neben diesen strukturellen Fragen war das vergangene Jahr auch ein politisches Jahr. Mit der Kommunalwahl gab es einen Regierungswechsel, bei dem Skeptiker befürchtet hatten, daß unter dem jetzigen Oberbürgermeister Dr. Berthold Tillmann (CDU) die positiven Entwicklungen der vergangenen fünf Jahr abrupt ein Ende finden könnten. Doch heute, 9 Monate später, existiert immer noch die Arbeitsstelle Antidiskrimminierung der Stadt, und auch die Basisförderung für das KCM ist nicht wieder auf 7.500 DM Mietkostenzuschuß zurückgestrichen worden.
Die politischen Kräfte in Münster nehmen die massiv gewachsene Bedeutung des KCM als soziokulturelles Begegnungs-, Beratungs- und Selbsthilfezentrum ernst und fördern dieses weiterhin. Und das KCM wächst beständig weiter! So ist vor allem die Erweiterung des Beratungsangebotes um eine Paarberatung, im Rahmen des Landesprojektes zur pshychosozialen Beratung für Lesben und Schwule, zu nennen. Hiermit geht das KCM wieder einmal neue Wege. Darüber hinaus wurde bei den yohos@muenster.de die Idee eines Abends für Eltern schwuler und lesbischer Jugendlicher und ihrer Kinder geboren. Integration und Begegnung: Dies ist unser Ansatz zur Verständigung und Toleranz, damit Schwule - und auch Lesben - sich in Münster immer mehr zu Hause fühlen können.
Für den Vorstand und Beirat
Michael Karshüning
Liebe Leserinnen und Leser,
immer wieder wurde der Wunsch geäußert, mehr über die Arbeit des Vorstandes des KCM zu erfahren. Neben den Protokollen, die ja bereits regelmäßig im Thekenraum aushängen, werden wir euch an dieser Stelle über Neuigkeiten rund um das KCM und die Arbeit des ehrenamtlichen Vorstandes/ Beirates informieren. Für Fragen und Anregungen stehen euch wie immer unsere E- Mail Adresse (KCM@muenster.de), das Büro (0251/665686) oder der Briefkasten im Thekenraum zur Verfügung. Natürlich könnt ihr uns auch einfach direkt ansprechen.
Und nun viel Spaß bei der Lektüre
Für den Vorstand Michael Karshüning
Um über Positionen und Perspektiven für das KCM nachzudenken, haben wir vom Vorstand uns für ein Wochenende nach Melle bei Osnabrück zurückgezogen. Bei einer ersten Sammlung, was das KCM eigentlich sei, zeigte sich schon sehr schnell, wie vielfältig das Angebot ist. Von der klassischen Beratungsarbeit über jede Menge an Fun- Veranstaltungen bis hin zu gesellschaftlichem Engagement reicht die Spannweite. Und im Mittelpunkt stehst Du, der diese Angebote mit Freuden nutzt, durch Deine ehrenamtliche Arbeit unterstützt, oder doch zumindest als Mitglied oder Fördermitglied dem KCM den Rücken stärkst. Und Du bist dabei nicht alleine. Mit 80 Ehrenamtlern, 330 Mitgliederun und 250 Fördermitgliedern gehört unser Verein zu den größten seiner Art in Deutschland. Dies alles scheint aber nur wenigen bekannt zu sein. Deshalb möchten wir vom Vorstand dich in Zukunft besser informieren, denn das KCM ist in erster Linie eine Plattform für Deine Ideen!
Infoboard im KCM
Ab Ende September soll es ein Infoboard im Flur des KCM geben, auf dem Du Infos zum schwulen und lesbischen Leben in Münster finden kannst. Das Board ist von Montags bis Freitags tagsüber und auf den Parties zugänglich.
Des Kaisers neue Kleider
Nachdem im Frühjahr der kleine Seminarraum renoviert wurde, folgten im Juni und Juli der Gruppenraum und der Flur des KCM. Auch an den Toilettenanlagen wurde bereits einiges getan. Der Rest soll in den kommenden Monaten noch folgen. An dieser Stelle vielen Dank an alle, die mitgeholfen haben! Auch an Martin Enders, der bei den Gruppenräumen die Federführung übernommen hat.
MK
Am 19. August findet wieder die alljährliche Planwagenfahrt des KCM´s statt. Abfahrt ist um 14:30 Uhr am Hiltruper Ehrenmal. Anmeldung an der Theke ist erforderlich. Ehrenamtler zahlen nix, KCM-Mitglieder nur DM 10,00 und Nicht-Mitglieder (sofern es solche gibt) bezahlen nur DM 20,00.
aus gesundheitlichen Gründen muß ich meine Mitarbeit im Vorstand des KCM leider beenden, dies in Absprache mit meinen Vorstandskollegen. Die Arbeit hat im tollen Team der Vorstandskollegen sehr viel Spaß gemacht und ich glaube sagen zu dürfen, dass wir gemeinsam einiges erreichen konnten in dieser Zeit und wir durch die Arbeit aber auch privat viel haben voneinander lernen dürfen. So fällt mir der Abschied sehr schwer. Ich bleibe dem KCM natürlich als aktives Mitglied erhalten und werde mich in den einen oder anderen Bereich gerne durch meine Mitarbeit in Zukunft weiterhin auf einem niedrigeren Arbeitslevel einbringen. So werde ich ebenfalls wieder häufiger beim Thekendienst mal aushelfen, einer schönen Arbeit, an der ich bereits vor fast 10 Jahren erstmalig viel Freude hatte und die in den letzten zwei Jahren in den Hintergrund getreten ist aufgrund der hohen Arbeitsbelastung im Vorstand. Für Euer Vertrauen und die gute Zusammenarbeit in der vergangenen Zeit bedanke ich mich ganz herzlich bei Euch und hoffe, Euch in guter Erinnerung zu bleiben.
Mit lieben Grüßen,
Euer Fabian Löw
ein Kochrezept auch von Dir. Also gib ihm eins!
Das ist das Motto des aktuellen Programms, mit dem Duotica am Sonntag, dem 13.08. um 20 Uhr im TPZ (Theaterpädagogischen Zentrum Münster) zu sehen sein werden:
Die drei Kölner Kabarettisten tauchen das Publikum in eine Welt aus lack und Leder, Lust und Leid, in der grotesk-derbe Zoten und romantisch verklärte Balladen problemlos nebeneinander stehen. Ein Liederabend zwischen Herz und Hose. Bekannte und weniger bekannte Melodien mit neuen Texten, freche und bissige Rundumschläge durch sämtliche Sparten der Lust und Geschichten aus dem Leben, die einem den Atem stocken lassen, erklären die Quintessenz des Abends: Zur Schlampe wird man nicht geboren - das erfordert harte Arbeit.
Der Eintritt beträgt 20,- (ermäßigt 17 DM).
Vorverkauf im TPZ (am Bahnhof), im KCM und bei LIVAS.
Übrigens: wer schon einmal eine Kostprobe des Programms erleben möchte, der sollte beim standFest am 12.08. vorm Stadthaus 1 vorbeischauen.
Erstmalig flatterte die Regenbogenflagge mitten in der City Münsters. Nachdem die Fahne letzes Jahr erstmalig an offizieller Stelle am Stadthaus II gehisst wurde, war dieses Jahr das noch zentraler gelegene Stadthaus I der Ort des Geschehens. Der Kritik vom Vorjahr entsprechend, bitte die Fahne nicht erst an einem Freitag nach Dienstschluß der städtischen Beamten aufhängen zu dürfen und bereits am Sonntag wieder abnehmen zu müssen, wurde Folge geleistet. So wehte die Flagge bereits am Donnerstag, dem 29.06. im Wind. Der innerstädtische Ort kam eigentlich eher per Zufall zustande, da am Stadthaus II zur Zeit stark gebaut wird. Oberbürgermeister Dr. Berthold Tillmann (CDU) hätte die Fahne zwar gerne in einem offiziellen Akt gehisst, ließ sich aber verständlicherweise aufgrund eines Hörsturzes entschuldigen. Stellvertretender Bürgermeister Fritz Krüger trat statt dessen an und würdigte in einer Laudatio die Emanzipations- und Freiheitsbewegung der Lesben und Schwulen geschichts- und globusübergreifend.
Die Organisation für diese Veranstaltung trugen das Lesbenreferat der FH, LIVAS und maßgeblich die Arbeitsstelle Antidiskriminierung in Form von Ria Schwering, die allein für diese Aktion einige Widerstände niederkämpfen mußte.
MK
Nach einem Jahr relativer Ruhe rückt der Hawerkamp wieder in den Brennpunkt des öffentlichen Interesses. Die geäußerten Begehrlichkeiten auf das Areal veranlaßte Lokalpolitiker zum Handeln. Der Ende Juni eingebrachte Antrag der grünen Ratsfraktion sieht einen Bestandsschutz für die Anlieger des Hawerkamp vor. Außerdem wurde beantragt, das Gelände zu sanieren und als Standort kultureller Aktivitäten aufzuwerten. In der Antragsbegründung wird ausdrücklich auf den Hawerkamp e. V. als Ansprechpartner hingewiesen.
Hintergrund sind durchgesickerte Planspiele in Teilen der Stadtverwaltung, den Send vom Hindenburgplatz zum Hawerkamp zu verlegen, um der Musikhalle Platz zu machen. Damit der Send Platz findet, ist der Abriß der Hawerkamp-Immobilien vorgesehen. Im Zusammenhang mit diesem umstrittenen Projekt ergeben sich also Fragen über Fragen; Schaustellerverband und die freie Kulturszene in Münster äußerten bereits ihr Befremden und der Hawerkamp e. V. sieht sich in die Pflicht genommen. Auch wenn uns das leidige Thema weiter beschäftigen wird, ist die Bewegung in der Sache ausdrücklich zu begrüßen. Neben den im Hawerkamp-Verein vereinten Anliegern haben mittlerweile zwei der sechs im Rat vertretenen Parteien ausdrücklich Position für den Erhalt des Geländes bezogen. Ein Pfund, mit dem sich wuchern läßt.
Michael Heß
Von uns 10 Kollegen ist einer schwul, sind drei verheiratet, lebt eine in Trennung, ist einer verwitwet und vier sind glücklich geschieden mit einem neuen Partner. Von diesen letzten Sechsen hat ein Teil Kinder, ein Teil baut sich ein Eigenheim, ein Teil verwirklicht sich die kleineren Wünsche im Leben. Als selbstbestimmt empfinden alle sechs ihr jetziges Leben; auf die Idee, wieder zu heiraten, kommt als gebranntes Kind keiner.
Das müssen sie auch nicht, denn diese gottvolle Idee wird in höchstem Maße von der Altherrenriege eines steuerfinanzierten Phantomverbandes kultiviert. Dessen Oberhäuptling sitzt für monatliche 16.000 Piepen im Bundestag und meint deshalb besonders genau zu wissen, was für Homos gut ist. Um ihn herum die geballte Macht der Claqueure: Ein repräsentatives drittel Promille der nationalen Homos. Mächtig gewaltig!
Ein paar Fragen am Rande. Warum schauen wir den Berufsschwulen dieses Phantomverbandes nicht in die Karten? Deren Liebe verdient Respekt ist eine blumige Phrase. Die Knete auf deren Konten ist unverblümte Realität. Und die (kinderlose) Ehe ist immer noch eine Geldvermehrungsmaschine für die gewünschte Existenz: Bieder, steuerstark und konsumorientiert. Eben seriös verbunden (Hannoversche Allgemeine Zeitung vom 7. Juli). Denn wem nützen Ehegattensplitting, Schenkungsfreibeträge bis 600.000 DM und Erbschaftssteuerfreibeträge bis zu 1,1 Mio DM? Otto Normalschwul, sozialen Außenseitern, Alten, behinderten Schwulen? Nichts und solche Personen kommen in der Welt unserer smarten Altherren nicht vor. Aber als Stimmvieh sind sie allemal tauglich und deswegen dieses mißbrauchte Liebe verdient Respekt.
Denke ich an meine Kollegen, verstärkt sich der Eindruck, daß unsere Verbandsfreunde im Schafspelz grundlegende Entwicklungen leugnen. Für deren egoistische Interessen wird das Ganze schön verpackt und ein paar Brosamen fürs Stimmvieh dürfen auch vom Tisch fallen. Der Preis wird bewußt in Kauf genommen. Am 5. Juli formulierte ein Vertreter der französischen Lösung PACS* in den Tagesthemen: Man macht auch keine Sondergesetze für Juden und Zigeuner. Denn Sondergesetze ziehen immer eine Sonderbehandlung nach sich. Schwer zu glauben auch, daß nun Millionen benachteiligter Heteros einfach stillhalten. Es ist Zeit für klare Worte: Es gibt keine Interessengleicheit der Homos (mehr). In der vorliegenden Form ist die eingetragene Partnerschaft der Generalangriff auf schwul-lesbisches Leben. Die Zeichen stehen auf Sturm.
Michael Heß
Der französische PACS (Pacte de solitarité civile) eröffnet allen französischen Staatsbürgern samt ihren ausländischen Partnern die Möglichkeit einer notariell beglaubigten Partnerschaft. Der PACS ist in Frankreich seit Oktober 1999 geltendes Gesetz.
Eure Meinung zur Eingetragene Partnerschaft
Heute habe ich mich an dich verschenkt, mit Silberschleifchen und Kringelband und einem Aufkleber, auf dem stand der Name der Parfümerie, in der ich morgens verhüllt wurde, um nachmittags in deine Hände zu fallen, die hastig das Papier zerrissen, der Mühe der Verpackungskünstlerin zum Trotz die Kartonage geöffnet, um kurz den Geruch zu erfassen, und dann warten auf den Abend, wenn du nackt im Bad stehst, das Wasser von meiner Plastikhaut perlt, während deine Hände meinen Körper umfassen und du mich drückst, endlich, verlasse ich das Dunkel der Tube, wobei ein Teil von mir zur Schwammspur wird, die du auf deine zarte Haut reibst, wobei ich vor Glück schäume, weil ich nun an jede Stelle deines schönen Körpers gelange und mein herber Duft dich vollständig einhüllt, während das warme Wasser mich über dein Haar, dein Kinn, deine Brust, deine Scham spült, ich einen Moment in deinen haarigen Beinen verweile, ehe ich über deine Füße gurgelnd im Abfluß verschwinde und dabei deine Stimme als letzten Gruß höre.
Jörg Fischer
Die Öumenische Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche (HuK) hat den Rhythmus für ihre regelmäßigen Treffen geändert. Das HuK-Café wird jetzt (statt am 3. So. im Monat, 15.30 Uhr) am 2. Sonntag im Monat um 16 Uhr stattfinden. Dieser Termin haben wurde gewählt, um das Kaffeetrinken terminlich mit dem Queer-Gottesdienst, zu verknüpfen, der regelmäßig an diesem Tag um 19 Uhr nur wenige hundert Meter entfernt in der Sebastian-Kirche stattfindet. Insbesondere den Auswärtigen soll damit die Möglichkeit gegeben werden, beides mit einander mit einer Anreise zu verbinden. Im Sog dieser Verschiebung wird auch der thematische Abend auf den 4. Dienstag im Monat verlegt. Die Treffpunkte werden unverändert beibehalten. Auch für den Bibelkreis für Lesben und Schwule ändert sich nichts.
regelmäßige Termine:
Termine der HuK im August:
Gleichberechtigte Förderung des NRW-Lesben- und Schwulenverbands LSVD ist ein politischer Skandal/ Kürzungen bei anderen Homo-Selbsthilfeprojekten
Wie erst jetzt bekannt wurde, soll nach der im rot-grünen Koalitionsvertrag festgelegten Absicherung landesweiter Homo-Projekte neben der Lesbenarbeitsgemeinschaft (LAG) und dem Schwulen Netzwerk auch der NRW-Lesben- und Schwulenverband (LSVD) gleichberechtigt gefördert werden.
Hierzu erklärt Dirk Ruder, wissenschaftlich-humanitäres komitee (whk) Rheinland:
Die Ankündigung der grünen Schwulen- und Lesbenreferentin im NRW-Landtag, Gerta Siller, die Landesregierung wolle nunmehr auch den LSVD gleichberechtigt fördern - Siller wörtlich: Wir wollen hier versuchen, einen gerechten Vergabeschlüssel zu erreichen -, ist ein Skandal. Erstmals wird ein politischer Strömungsverband mit neutral arbeitenden Homo- Selbsthilfevereinen auf eine Stufe gestellt. Der Geldsegen für den LSVD - schätzungsweise eine halbe Mio. DM aus dem 1,6 Mio. DM-Etat des Referats für Gleichgeschlechtliche Lebensweisen - geht ausschließlich zu Lasten der demokratisch kontrollierten Dachverbände LAG und Schwules Netzwerk, sowie Projekte, die nun nicht mehr vollständig weitergeführt werden können.
Mit Verwunderung nimmt das whk zur Kenntnis, dass die Landesregierung mit dem LSVD ausgerechnet jenen Verband des lesbisch-schwulen Spektrums massiv zu fördern gedenkt, der bereits über die mit Abstand üppigsten Gelder aus Bundes- und Landesetats verfügt. Als einziger politischer Homo-Verband erhält der LSVD über sein Sozialwerk 150.000 DM jährlich aus dem Etat des Bundesfamilienministeriums; für die Anti-Gewalt-Arbeit in NRW fließen Landesgelder ausschließlich an den LSVD. Der Verband ist über Einlagen und Mittelsmänner zudem an zwei Gewinn bringenden Firmen beteiligt, der CSD-Veranstaltungs- GmbH und der Queer AG in Köln. Aber auch Frau Siller hat ihre Hausaufgaben gemacht: Als Mitglied des LSVD-Bundesvorstands kann sie jetzt Geld ausgeben, das sie als grüne Homo-Referentin in den NRW-Koalitionsverhandlungen besorgte. Noch auf dem Kölner Christopher-Street-Day vor zwei Wochen präsentierten sich Siller und LSVD-Vorstand einer überraschten Öffentlichkeit in Verfassungsrichter-Roben - da plagte offenbar vorauseilend das schlechte Gewissen.
Das whk, das die staatliche Finanzierung politischer Verbände generell ablehnt, hat mehrfach sowohl auf die undemokratischen Strukturen innerhalb des LSVD, wie auch auf dessen undurchsichtiges Finanzgebaren aufmerksam gemacht. Seit Jahren versucht der LSVD zudem, über Fördermaßnahmen bundesweit Verbandsstrukturen aufzubauen und sich, auch mit Hilfe finanziell geförderter Landes-Aufklärungskampagnen, gegen die ehrenamlich arbeitende Vereine der Homo-Bewegung politisch durchzusetzen. Frau Sillers Bemerkung Es wäre ja undenkbar, sich aus der Schwulen- und Lesbenpolitik zurückzuziehen (Queer, Juli 2000) muss von diesen Gruppierungen als Drohung verstanden werden.
Wir fordern die zuständigen Gremien der Landesregierung auf, die weitere finanzielle Förderung des LSVD umgehend zu stoppen. Auch das angekündigte Maßnahmenprogramm zum Schutz vor Gewalt gegen Homosexuelle darf nicht über die in der Szene wegen ihrer rassistischen Untertöne umstrittene Anti-Gewalt-Arbeit des LSVD realisiert werden.
(whk)
In einer witzig-verzwickten Geschichte familiärer Homophobie leidet ein Teenager unter Vaters Prügeleien.
Zum attraktiven Mann gereift, kehrt Sweet William später zu seiner neurotischen Familie zurück, nunmehr offen schwul. Auf der Hochzeit seiner Schwester trifft er seinen Jugendfreund und Ex-Lover wieder: als Bräutigam.
Freitag, 18. August 2000 ab 20 Uhr im KCM
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Zauberhut,
c/o KCM Schwulenzentrum Münster e.V.,
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