Schwules in Münster - Juni 2000

 

Hallo ihr Lieben!

Dies ist die Abschrift eines Funkgesprächs, das tatsächlich im Oktober 1995 zwischen einem US-Marineverband und kanadischen Behörden vor der Küste Neufundtands stattgefunden hat. Es wurde am 10.10.1995 vom Chief of Naval Operations veröffentlicht.

Amerikaner: Bitte ändern Sie Ihren Kurs 15 Grad nach Norden, um eine Kollision zu vermeiden.

Kanadier: Ich empfehle, Sie ändern IHREN Kurs 15 Grad nach Süden, um eine Kollision zu vermeiden.

Amerikaner: Dies ist der Kapitän eines Schiffs der US-Marine. Ich sage noch einmal: Ändern Sie Ihren Kurs.

Kanadier: Nein. Ich sage noch einmal: Sie ändern Ihren Kurs.

Amerikaner: DIES IST DER FLUGZEUGTRAGER "USS LINCOLN", DAS ZWEITGRÖSSTE SCHIFF IN DER ATLANTIK-FLOTTE DER VEREINIGTEN STAATEN. WIR WERDEN VON DREI ZERSTÖRERN, DREI KREUZERN UND MEHREREN HILFSSCHIFFEN BEGLEITET. ICH VERLANGE, DASS SIE IHREN KURS 15 GRAD NACH NORDEN, DAS IST EINS FÜNF GRAD NACH NORDEN, ÄNDERN, ODER ES WERDEN GEGENMASSNAHMEN ERGRIFFEN, UM DIE SICHERHEIT DIESES SCHIFFES ZU GEWÄHRLEISTEN.

Kanadier: Dies ist ein Leuchtturm. Sie sind dran.

Okay, hatte jetzt irgendwie wenig mit dem Zauberhutl KCM zu tun, war aber witzisch!!!

 

 

1841

...war die richtige Lösung des großen Preisrätsels im letzten Zauberhut. In diesem Jahr veröffentlichte Johann Jacoby seine „Vier Fragen beantwortet von Ostpreußen" und fand sich deswegen bald vor Gericht wieder.

Offensichtlich war das Rätsel den Lesern und Leserinnen jedoch zu schwer, denn nur ganze zwei Antworten gingen ein. Beide Antworten waren richtig, die Gewinner bekommen also den herrlichen Bildband „Ich bin ein Junge, du bist ein Junge" demnächst zugestellt.

Und alle anderen dürfen weinen!
NK

 

 

Stand an der Mensa

Am 10. Mai war das KCM mit einem Informationsstand an der Aasee-Mensa praesent und bot Interessierten, Neueinsteigern und Heteros Wissenswertes um das KCM und um schwules Leben in Münster. Bei strahlendem Sonnenschein war der Besuch der Mensa allerdings nicht so groß, wie erwartet. Immerhin konnte doch noch einiges Material an den Mann und sogar die Frau gebracht werden.
NK

 

 

Ein schöner Abend im KCM

Danke Peter, daß ich Dich bei der letzten Lesung im KCM hinter der Theke vertreten durfte. So kam ich endlich auch mal wieder zu Olaf´s Abend. Ein gelungener Abend, einen gemütlicheren Einstieg ins Wochenende ist sicher schwer zu finden. Man spürt, mit wieviel Liebe Olaf seine Texte aussucht. So ist der Abend nicht nur ein Ohren-, nein auch Augenschmaus. Olafs outfit, die Deko, alles abgestimmt auf das Thema des Abends.Ich sah den Besuchern, die entspannt in ihren Sesseln lagen, die große Zufriedenheit und Begeisterung förmlich an. Sieben Flaschen Rotwein habe ich an diesem Abend ausgeschänkt, Cola, Kaffee, Bier war nicht gefragt, paßte nicht in die Stimmung! Nach der Lesung war nicht einfach Schluß, nein, man ging noch lange nicht auseinander, saß noch ein gutes Stündchen in geselliger Runde zusammen.
Lebendiges KCM, Danke Olaf! W.K.

 

 

Es sagte...

... Harald Schmidt

Es soll jetzt auch tatsächlich Altersheime nur für Schwule geben.
Ja tatsächlich.
Aber das verstehe ich nicht. Ich dachte immer, Schwule hätten keine Kinder -
ja, wer schickt dann die Schwulen ins Altersheim?

 

 

Hier kocht...

... der Vorstand

Pannenbrei

Ich präsentiere hier ein „Kriegsrezept" von meiner Tant aus dem Oberbergischen. Es ist preiswert und schnell zu kochen mit Zutaten, die man fast immer im Hause hat, und mit dem richtigen Brot ergibt es eine köstliche Abendmahlzeit (natürlich kann man es auch morgens oder mittags essen). Allerdings ist die Zubereitung nicht ganz einfach. Sie erfordert ein gewisses Fingerspitzengefühl (bei den Mengenverhältnissen), das nur durch Erfahrung gewonnen wird. Also nicht gleich aufgeben, wenn der erste Versuch mißlingt.

Etwas Speck (Menge nach Geschmack) klein schneiden und in einer Pfanne kross braten. 1 Ei (nicht mehr; wir wollen ja kein Rührei machen) mit etwas (reichlich, da das Mehl die Würze nimmt) Salz verschlagen, ca. 1 EL Mehl dazugeben und mit dem Schneebesen glattrühren. Gut 1 Tasse Milch untermischen, so daß sich eine dünnflüssige Masse ergibt.

Eier-Mehl-Milch über den Speck in der Pfanne geben. Unter ständigem Rühren (sonst bilden sich Klümpchen) köcheln, bis das Mehl gar ist; evtl. noch Milch zugeben, wenn die Masse zu dicklich wird. Erst wenn das Mehl durchgekocht ist, glattstreichen und anbacken lassen, bis der Brei unten bräunt. Der Pannenbrei ist gelungen, wenn er nicht zu fest und nicht zu breiig ist - irgendwo zwischen Rührei und Grießbrei.

In der Pfanne servieren. Jeder „Mitesser” grenzt sich sein Gebiet ab, aus dem er sich mit dem Brotmesser den Pannenbrei auf´s Brot legen darf.

Dazu reicht man am Besten ein original oberbergisches Schwarzbrot. In Münster kommt dem das „Rheinische Vollkornbrot” des türkischen Brotmarkts auf dem Wochenmarkt am nächsten.
Peter Kramer

 

 

Sinnsuche

Sicherlich kennt Ihr das ja: Ständig werdet Ihr von unglaublich gut aussehenden Männern angegraben, Ihr wisst vor Dates nicht mehr wohin und habt mehr Sex als gesund sein kann. Und dennoch habt Ihr dieses unangenehm nagende Gefühl in Euch, dass Eurem Leben etwas entscheidendes fehlt: eine wirklich sinnvolle Aufgabe! Ihr habt schon überlegt, als Entwicklungshelfer in den Tschad zu gehen, aber das ist dann doch etwas abendfüllender, als Ihr euch vorgestellt habt und außerdem so wenig schwul...

Doch damit kann jetzt Schluss sein, denn hier kommt DIE Chance Euer Leben mit Sinn zu füllen: Das Rosa Telefon sucht noch neue Mitarbeiter. Hier könnt Ihr anderen Schwulen bei Ihren Problemen helfen. Bei einem Zeitaufwand von etwa drei Wochenstunden bleibt Euch aber trotzdem noch genug Zeit Euer ausschweifendes Leben weiterzuführen - ohne nagendes Gefühl im Bauch!

Und so ganz ohne Eigennutz ist diese Aufgabe auch nicht: Schließlich arbeitet Ihr bei einer der wichtigsten Beratungseinrichtungen für Schwule in Münster, bekommt regelmäßige Supervision, könnt an Fortbildungen teilnehmen, qualifiziert Euch weiter, arbeitet mit netten Kollegen, und und und...

Wenn Ihr jetzt vor Aufregung und Interesse gar nicht mehr still sitzen könnt, dann solltet Ihr möglichst bald das Rosa Telefon anrufen, bevor euch andere diese Gelegenheit vor der Nase wegschnappen. Ihr erreicht das Rosa Telefon Mittwochs zwischen 20 und 22 Uhr und Freitags zwischen 18 und 20 Uhr unter 0251/1 9446.

 

 

Leserbrief

...zu dem Artikel „Sterben und Moneten" im Zauberhut vom April

Lieber Demian Sinter bzw. lieber anonymer Schreiber

Deine Anfragen in Deinen „Artikel" im April-Zauberhut lassen sich mit einigen Informationen klären:

Bei einem Aufenthalt von schwerkranken sterbenden Menschen im lebensHAUS werden 90 % der Kosten von Kranken- und Pflegekassen und z.T. durch einen geringen Eigenanteil des Versicherten getragen, 10 % der Kosten (DM 40,00 pro Platz und Tag) muss das lebensHAUS selbst aufbringen. Das bedeutet für uns : Je nach Auslastung müssen wir ca. 120.000 bis 150.000 Mark pro Jahr aufbringen, damit im lebensHAUS acht Gäste leben können.

Dieses Geld versuchen wir mit verschiedenen Methoden des Fundraising zusammenzubringen: Einzelspenden, Förderverein, „Projekt 500", Sponosoring durch Unternehmen, Durchführung von Benefizveranstaltungen etc. Wenn wir selbst Benefizveranstaltungen wie das lebensFEST organisieren, wollen wir neben der reinen Erwirtschaftung von Erlösen aber auch das lebensHAUS bekannter machen und neue Förderer gewinnen. Als kleine und noch nicht etablierte Einrichtung war es für uns unmöglich, beim ersten lebensFEST einen Sponsor zu finden, der die gesamten Kosten gesponsort hätte. Insofern ging es für uns um ein angemessenes Verhältnis von Aufwand und möglichem Ertrag. Götz Alsmann hat diesen Abend „ehrenamtlich" mit vorbereitet und moderiert, ohne einen Pfennig Geld, alle übrigen Künstlerhaben statt der üblichen Gage nur eine kleine Aufwandsentschädigung bekommen und die beteiligten Unternehmen haben weitestgehend nur ihre Selbstkosten berechnet. So war es möglich, dass jede Eintrittskarte (DM 45,-/erm. 40,-) einen Reinerlös von ca. DM 25,00 gebracht hat. Mit dem Gesamterlös des Abends ist ein Platz im lebensHAUS für ca. ein Jahr finanziell abgesichert.

Lieber Demian Sinter, bei jeder Gelegenheit machen wir deutlich, dass das lebensHAUS u. a. ein Kind der Aids-Hilfe ist (in jeder Broschüre steht es) und bei vielen Anlässen zeigen wir, dass es viele Verbindungen mit der schwulen Gemeinschaft gibt (z. B. Benefizkonzert mit Homophon). falls Du, statt 100 Mark beim lebensFEST auszugeben diese lieber direkt spenden möchtest, unser Spendenkonto bei der Sparkasse Münster hat die Nummer 24008153. Und wenn Du für das nächste lebensFEST einen Gesamtsponsor für uns hast oder vielleicht Tina Turner für einen kostenlosen Auftritt organisieren kannst, melde dich bitte rechtzeitig bei uns. Darüber hinaus möchte ich Dich - ganz ernsthaft - einladen, Dir persönlich im lebensHAUS einen Eindruck von unserer Arbeit zu machen und zu sehen, was den Sterbenden und ihren Angehörigen hier zu gute kommt.
Franz-Josef Dröge
Geschäftsführer des Hospiz lebensHAUS

 

 

Regenbogen-TV

Seit Oktober 1997 läuft im Offenen Kanal Münsters das Magazin „Regenbogen TV", in dem allmonatlich (am 3. Mittwoch, 18:30 Uhr) über Schwules in der Stadt berichtet wird. Zur Zeit produzieren sechs Personen die Sendungen. Die sechs sind durchaus verschieden: von jung bis nicht mehr ganz jung haben sie einen verschiedenen beruflichen Background und bringen folglich auch unterschiedliche Erfahrungen und Perspektiven ein.

Neben so manchen Einblicken in den schwulen Alltag hat sich das Team nach fast drei Jahren auch eine Menge „Medienkompetenz" erworben, die sich in den Produktionen niederschlägt. Vieles ergab sich durch Learning by Doing, wobei alle Wert darauf legen, daß man später möglichst nicht sieht, wenn bei der Produktion mal was nicht so klappte.

Andererseits geht es den ehrenamtlichen Machern nicht darum, mit viel geringerem Aufwand mit den großen TV-Produzenten in Wettstreit zu gehen. „Bürgerfernsehen hat ja vielleicht auch seinen eigenen Charme", sagt einer.

Der technische Standard ist mittlerweile so hoch, daß teilweise digital produziert werden kann. Die 25 Minuten monatlich herzustellen ist zeitintensiv. In der Redaktion werden Themen besprochen, dann recherchiert, vor Ort oder im Studio des Bennohauses schließlich gedreht. Und danach kommt die Arbeit am Schnittplatz: das Material wird gesichtet, protokolliert und zu einem Beitrag geschnitten.

Doch auch Organisatorisches gilt es zu regeln: Schnittplätze und Kameras müssen gebucht, Drehgenehmigungen eingholt und Termine koordiniert werden. Und schließlich müssen sich die sechs auch noch ums Geld kümmern. Dies ist manchmal ein Problem, wenn öffentliche Geldgeber unter Sparzwang nur einen Teil des Beantragten bewilligen. Das Schwule Netzwerk NRW und die Antidiskriminierungsstelle haben bisher das Projekt gefördert. Doch was an Bimbes fehlt, wird durch Eigeninitiaive und Engagement ersetzt.

Und alle sind sich einig: Wenn am Ende das Ergebnis „steht", nämlich die nächste Sendung, ist das schon ein tolles Gefühl.

Bei soviel Technik und Professionalität kommt manchem vielleicht schon ein zögerliches Gefühl, ob man da einsteigen und mitmachen kann. Also fragte ich Marco, der seit letztem Herbst zur Gruppe gehört. Erst nahm er an einigen Redaktionssitzungen teil und schaute bei Dreh und Moderation zu. Es dauerte nicht lange, da wurde er selbst aktiv und brachte seine Ideen ein, wie eine Sendung über die schwulen Jugendgruppen in Münster aussehen könnte. Er machte Interviews und moderierte. Das Resultat: die Jugendausgabe im März. Neugierige und Neumitglieder sind bei Regenbogen TV willkommen und haben dort die Chance, die Welt der bunten Bilder des Fernsehens selbst mitzugestalten.
NK

PS: Am 20. Juni findet im Bennohaus um 20.15 h ein „Making of Regenbogen TV" statt, zu dem Interssierte herzlich willkommen sind. Hingehen, schauen & staunen!

 

 

Gewagt, verloren

Seit vielen Jahren veranstaltet der Arbeitskreis „Rosa Geschichten" am 8. Mai eine Gedenkveranstaltung. Am Zwinger versammelt sich die schwule Familie, Stefan Sudmann erinnert in einer Rede an die homosexuellen Opfer des Nazi-Terrors, ein Kranz wird niedergelegt, unserer Toten wird gedacht.

In diesem Jahr hatte der Arbeitskreis Pech. Die Veranstaltung wurde brav bei der Polizei angemeldet, aber dann brach das Ungemach über sie ein. Auch der VVN, die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes - Bund der Antifaschisten, meldete für den gleichen Ort und die gleiche Zeit eine Gedenkveranstaltung an, obwohl das schwule Gedenken in Münster eine lange Tradition hat. Die Ordnungshüter, unsere Freunde & Helfer, taten Gutes und fügten beide Veranstalter zusammen zu einer Gedenkversammlung. Grummelnd willigte der Arbeitskreis ein.

Und so nahm das Unheil bei strahlendem Sonnenschein seinen Lauf. Das Umfeld der Veranstaltung war abschreckend und hatte rein gar nichts mehr mit dem Gedenken an die schwulen Opfer des NS-Staates zu tun. „Friedenskämpfer" diverser Couleur breiteten sich, Transparente kündeten von ihrem „heroischen" Kampf gegen die Nato, gegen den Krieg im Kaukasus, gegen dies und das. Und ein Mensch entblödete sich nicht, die Fahne einer Sowjetrepublik zu zeigen, war doch die Sowjetunion nicht nur das Paradies der Werktätigen, sondern auch der Schwulen. Sogar die SDAJ tauchte aus dem Dunkel wieder auf, in das die Geschichte sie 1990 beförderte hatte.

Stefan Sudmann hielt wie immer eine gute Rede und konnte sich einen Seitenhieb auf die nun auch in schwulen Kreisen besonders beliebte Elfried Jelinek und ihren tumben Schwulenhass nicht verkneifen. Sein Gedenken an die schwulen Toten war verbunden mit der Aufforderung, das schwule Leben zu geniessen.

Nach Stefan Sudmann ergriff Stefan Proske von der VVN das Wort und wollte trotz Mikrophonausfalls davon partout nicht lassen. Was der Krieg im Kosovo mit dem Gedenken an das Elend der Schwulen im „3. Reich" oder dem Ende der Nazi-Herrschaft zu tun hat, wurde mir in seiner langen, langen Rede nicht klar. Auch blieb darin kein noch so dummes Klischee aus grauer Friedensbewegungs-Zeit aus: der arme, alte Alfred Dregger wurde natürlich als Buhmann ebenso bemüht wie der tote Globke. Was würde die leidende Linke wohl ohne Dregger tun? Schickt ihm doch mal ´nen Blumenstrauß! Immerhin war Proske hübsch anzusehen, was den Schmerz meiner Ohren nicht minderte.

Fazit: Gut gemeint war schon immer das Gegenteil von gut gemacht. Für die Zukunft ist den Schwulen zu wünschen, dass uns Auftritte leidender Friedensgruppen und selbsternannter Antifaschisten bei warmen Gedenkveranstaltungen erspart bleiben.
NK

 

 

Queer-Gottesdienst zu Pfingsten

Pfingsten! Queer-Gottesdienst; Lesben, Schwule und andere Queers feiern Pfingsten! Diesmal mit Unterstützung des Chores der Queergemeinde.

Anschließend wie immer: Treffen im Café Lenzig.

 

 

Typisch schwul?!

Ich hab mich oft gefragt, was eigentlich typisch schwul ist. Sind es irgendwelche Treffen auf Autobahnparkplätzen, die schnelle Nummer auf einer Klappe, oder geht der schwule Mann heutzutage mit der Partybekanntschaft ins Bett? Nein. Wahrscheinlich macht der moderne Schwule alles im Chat klar.

Typisch schwul kommt mir aber auch der Satz vor: Ich hab dich sehr gern, möchte aber keine Beziehung (zum Poppen kannste gerne mal vorbeikommen). Wenigstens ist das ehrlich.

An Beziehungen denkt Mann ja sowieso erst mal, wenn Mann sich ausgetobt hat. (Das muss so sein, denn das tut ja schließlich jeder).

Ist doch irgendwie verwunderlich, wie sich die „Heterowelt" ein solches Bild von Schwulen machen kann (Das nur am Rande).

Naja, ich bin noch jung und hab schon viel davon gehört. Aber muss Mann das alles mitmachen???

Ich finde nicht!

Ist es eigentlich untypisch, wenn Mann sich nach Liebe sehnt und es für einen noch andere Dinge gibt als Sex?? Bin ich der einzige, der Gefühle hat und der erwartet, dass Mann nicht darauf herumtritt?

Ich weiß nicht, was typisch schwul ist, aber eins weiß ich: Solange die Genforschung noch kein Mittel gefunden hat, um mich umzupolen, werd ich mich nie verlieben...
Andre Groß

 

 

Filmclub im KCM (proudly presents):

„Aimée & Jaguar"

Berlin, 1943. Lilly, Ende 20, Mutter von vier Kindern und Trägerin des Mutterkreuzes, vertreibt sich ihr ansonsten bürgerliches Dasein mit wechselnden Liebschaften. Da trifft sie Felice, eine Jüdin, die im Untergrund lebt, unter falschem Namen für eine Nazi-Zeitung arbeitet und eine Widerstandsgruppe mit Informationen versorgt. Die Liebe zueinander verändert das Leben der beiden Frauen grundlegend. Lilly läßt sich scheiden, Felice gibt ihre Tarnung auf und liefert sich dadurch ihrer großen Liebe aus. Doch das Glück der beiden währt nur kurz.

Deutsches Drama von 1998, Regie: Max Färberböck, Darsteller: Maria Schrader (Felice Schragenheim), Juliane Köhler (Lilly Wust), Heike Makatsch (Klärchen), Desiree Nick (Erika), Dorkas Kiefer (Tanja), Dani Levy (Fritz Borchert), Bastian Trost (Leutnant)

Freitag, 16. Juni 2000 ab 20 Uhr im KCM

 

 

Lesung mit Olaf Eigenbrodt

Sommernachtsphantasien

Wenn ein Sommerabend sich über die Stadt legt, der Himmel sich für kurze Zeit in ein Blaugrün verwandelt, und die schwere Luft durch einen kühlen Wind belebt wird, dann kommt etwas wie ein Zauber in die Welt. Diesen kleinen Zauber jeder Sommernacht kann man immer verstärken:

Mit Kerzenlicht, Wein und jenen texten, die in sich die Magie und Poesie eingefangen haben, die jeder manchmal zu spüren glaubt. Mir fällt dabei immer zuerst Shakespeare ein, der Zauber liegt aber auch oft in den kleinen Dingen. Und diese kleinen Dinge sind es, die diesen Abend gestalten sollen. Kurze Texte und verzauberte Lyrik mit Phantasien über den Sommer, die Nacht und die Liebe (denn kein herz bleibt schließlich gern allein). Das alles bewegt sich zwischen lunarer Melancholie und den warmen, geborgenen Momenten in den Armen des Prinzen (oder der Prinzessin), die man nie vergessen wird. Dieser Abend wird der letzte in diesem Halbjahr sein, danach gibt es erst mal zwei Monate Pause, in denen ihr (und ich?) Zeit habt, die Phantasien einer Sommernacht auszuleben. Das Programm mit neuen zauberhaften, realen, verträumten, verbitterten und spannenden Abenden erscheint hoffentlich rechtzeitig im Laufe des Juni.

Also: 23.6.2000 (Achtung: Termin geändert!) um 21.30 Uhr im KCM: Sommernachtsphantasien

Bis dahin wunderschöne Sommernächte,
Olaf

 

 

Impressum

Zauberhut,
c/o KCM Schwulenzentrum Münster e.V.,
Postfach 4407, 48025 Münster,
Tel.: 0251/665686; Fax: 0251/665661,
E-Mail: zauberhut@muenster.gay-web.de.
Redaktion: Norbert Korfmacher (V.i.S.d.P.), Martin Enders, Ecko Schreiber
Layout: Bernd Fehr
Umsetzung für das Internet heinz@muenster.gay-web.de

Namentlich gekennzeichnete Artikel
geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder.
Auflage: 1200
Redaktionsschluß am 15. des Monats.

Texte, die veröffentlicht werden sollen, gebt bitte in lesbarer Form als
Dateianhang im txt- oder rtf-Format an den zauberhut@muenster.gay-web.de