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Das KCM ...
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Das KCM...

  • wurde 1985 als Kommunikations Centrum Münsterland e. V. gegründet
  • ist ein als gemeinnützig anerkannter, eingetragener Verein mit mehr als 400 Mitgliedern und einem paritätisch besetzten, sechsköpfigen Vorstand.
  • die mit Abstand größte schwule Organisation in Münster und nach dem Schulz in Köln die zweitgrößte in NRW. Die einzige, bei der noch Leute aus Münsters erster Schwulengruppe (HSM, 1971, 2. Schwule Gruppe der Nachkriegszeit überhaupt) Mitglied bzw. aktiv sind.
  • bezogen auf Einwohner- und Mitgliederzahl das größte Schwulenzentrum Deutschlands. Geht man von 5% Homosexuellen in der Gesamtbevölkerung aus, dann sind von den ca. 140.000 Männern in Münster ca. 7.000 schwul.
  • hat zu den unterschiedlichsten Anlässen und Veranstaltungen jährlich mehrere tausend Besucher, die nicht Mitglieder des Vereins sind. Das Einzugsgebiet reicht bis ins Ruhrgebiet und in die Niederlande.
  • arbeitet für Emanzipation und gegen die Diskriminierung homosexueller Menschen
  • ist Begegungsstätte, Beratungszentrum, Selbsthilfeeinrichtung und Weiterbildungsinstitut
  • ist ein wichtiges Element der kulturellen Vielfalt der Stadt Münster
  • ist Mitglied im Paritätischen Wohlfahrtsverband
  • ist Mitglied im niederländischen C.O.C
  • Was das KCM im Einzelnen macht, steht beispielhaft auf den nächsten Seiten.
 

Was leistet das KCM für die einzelnen Menschen?

Das KCM arbeitet für die Emanzipation und gegen die Diskriminierung homosexueller Menschen, indem es Beratung und Weiterbildung anbietet, Begegnungsstätte ist, Selbsthilfe unterstützt, kulturelle Impulse setzt und Motor für soziale Veränderungen ist.

Zum Beratungsangebot gehören das Rosa Telefon, die Coming-Out-Gruppen und das Aufklärungsproiekt.

Das ROSA TELEFON arbeitet ähnlich wie die Telefonseelsorge, themenorientient für z.B. Betroffene, Eltern, Freunde. Es bietet anonyme Beratung durch geschulte ehrenamtliche Berater. Das Rosa Telefon ist wöchentlich vier Stunden besetzt. In dieser Zeit ist die Frequenz der Anrufe vergleichbar hoch wie bei der Telefonseelsorge. Insgesamt sind es mehrere hundert Anfragen jährlich. Auf Wunsch erfolgen auch Beratungen in persönlichen Gesprächen.

COMING OUT beginnt mit der - oft erschreckenden - Erkenntnis des eigenen "Andersseins" und führt über das (innere) Akzeptieren der Homosexualität zum offenen und selbstverständlichen Umgang damit. Coming-Out-Gruppen helfen Menschen aller Altersstufen - in Münster entsprechend der Bevölkerungsstruktur vor allem jungen Erwachsenen - beim Akzeptieren ihrer Homosexualität.

Im KCM nehmen mehrmals jährlich 10 - 12 Männer an diesen Gruppen teil, die unter Anleitung von zwei geschulten Ehrenamtlichen etwa 15 Wochen dauern. Dazu gehört immer auch ein Beratungstermin bei der Aids-Hilfe.

Im AUFKLÄRUNGSPROJEKT werden in Schulen, Jugendeinrichtungen, kirchlichen Jugendverbänden usw. Unterrichts-, Spiel- und Gesprächseinheiten durchgeführt. Das KCM leistet grundlegende Bildungsarbeit zu Toleranz und lebenskundlichen Fragen. Zentral ist die Botschaft, daß Sexualität nur ein winziger Ausschnitt von Homosexualität ist. Liebe und Gefühle stehen im Vordergrund, mit dem Ziel, die Selbstfindung zu erleichtern, Mut zu machen für einen eigenen Weg unabhängig von Rollenklischees, (gesellschaftlichen) Erwartungen und Vorurteilen. Das Projekt umfaßt außerdem die Fortbildung von PädagogInnen, SozialarbeiterInnen und anderen MultiplikatorInnen.

 

Öffentlichkeitsarbeit des KCM

Die SITUATION HOMOSEXUELLER MENSCHEN wird sich nicht grundsätzlich verbessern, solange sie für die Öffentlichkeit "Exoten" bleiben. Einerseits ist das politische Klima in Münster sicherlich fortschrittlicher, die gesellschaftliche Situation Homosexueller offener als in anderen Städten.

Andererseits gibt es auch in Münster fast täglich Beispiele für die Diskriminierung Homosexueller, selten vorsätzlich oder böswillig, sehr oft jedoch gedankenlos oder selbstverständlich. Es reicht deshalb nicht aus, den homosexuellen Menschen zu helfen. Auch die Öffentlichkeit muß aufgeklärt werden. Hierzu arbeitet das KCM, teils in Kooperation mit anderen, auf fünf verschiedenen Wegen.

Die ÖFFENTLICHKEITS-AG entwickelt und verteilt Plakate und Postkarten, stellt Ansprechpartner für Gespräche, Diskussionen und Vorträge in anderen Vereinen etc. Sie leistet die Pressearbeit und organisiert Infostände.

KCM-KULTUR umfaßt Ausstellungen, Chöre, den Filmclub mit dem Filmarchiv, Konzerte, Lesungen und ein Theaterprojekt. Besonderes Anliegen dieses Bereiches ist das "Anders Miteinander": das bewußte Zueinanderführen heterosexueller und homosexueller Menschen durch Veranstaltungen, die alle interessieren. So wird ein Forum zum Abbau von Hemmschwellen und Vorurteilen durch Begegnungen geschaffen.

Vor allem an schwule Menschen wendet sich der ZAUBERHUT, Münsters Magazin für schwules Leben, das vom KCM herausgegeben wird. Durch die Auslage an öffentlich zugänglichen Stellen wie Kneipen, Ämtern und der Bürgerberatung sowie im Internet ist die Zeitschrift für alle, auch "nichtorganisierte" Schwule leicht zugänglich. Statt einer Beschreibung empfehlen wir hier ein Probeheft.

Das KCM-standFEST mitten in der Stadt, zwischen der Stadtverwaltung und den großen Kaufhäusern, gibt allen Münsteranern Gelegenheit zur Begegnung mit homosexuellen Menschen ohne Berührungsängste und Hemmschwellen. Luftballons für die Kleinsten, Lifemusik, Kabarett, viele Informationsangebote und auch Kaffee und Kuchen erleichtern den Kontakt. Hier haben auch viele versteckt lebende Schwule die Möglichkeit der (unauffälligen) Annäherung.

Die TOLERANZKAMPAGNE greift ein sehr münstersches Thema auf und überträgt es auf das Verhältnis der Gesellschaft zu den Homosexuellen. Dabei wird schnell der Unterschied zwischen Wunsch und Wirklichkeit, zwischen vermeintlicher Toleranz und täglicher Praxis deutlich.

...und es hat ZOOM gemacht!

Dieses eher zurückhaltende Plakatmotiv wurde 1995 in 24 Bussen der Stadtwerke offiziell gegen Bezahlung ausgehängt. Von 140 Plakaten wurden rund 100 (!) Stück innerhalb kurzer Zeit mutwillig entfernt bzw. unkenntlich gemacht. Das geschah offensichtlich während der Betriebszeiten der Busse und damit vor den Augen zahlreicher Fahrgäste. Dieses Beispiel zeigt, daß zu tolerantem Umgang in Münster noch viel zu tun bleibt.

 

Das KCM ist ein Weiterbildungsinstitut

In Zusammenarbeit mit dem Bildungswerk des Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverbandes bietet das KCM Weiterbildungsmöglichkeiten, die nicht nur den Mitgliedern, sondern allen offenstehen. Jährlich werden etwa 20 bis 30 Kurse für ca. 400 Teilnehmer angeboten. Das Angebot ist in den letzen Jahren ständig erweitert worden. Neben Persönlichkeitsentwicklung und Lehrgängen für Berater stehen u.a. auch Körperarbeit und Fremdsprachen auf dem Programm.

 

Das KCM ist eine Begegnungsstätte

Mit Lesungen, Filmen, offenen Abenden und Feten bietet das KCM Veranstaltungen, die jedem offenstehen und gerne angenommen werden. Mehrere hundert Besucher monatlich belegen nicht nur die Beliebtheit des Zentrums, sondern auch seine Notwendigkeit. Immer noch können sich homosexuelle Menschen in der Öffentlichkeit, am Arbeitsplatz, vor den Nachbarn, teilweise sogar in der eigenen Familie nicht so verhalten, wie es ihrem Lebensgefühl entspricht. Das KCM ist für sie ein notwendiger Fluchtpunkt. Hier können sie das tägliche Versteckspiel für einige Stunden unterbrechen, Menschen in vergleichbaren Situationen kennenlernen und allmählich persönliche Handlungsalternativen entwickeln.

 

Das KCM ist eine Selbsthilfeeinrichtung

Entstanden aus einer geradezu klassischen Selbsthilfebewegung, ist das KCM stets ein Zentrum von und für Eigeninitiative und Selbsthilfegruppen geblieben. Rund 50 schwule Arbeitskreise, Gruppen und Initiativen gibt es in Münster. Mehr als 40 davon arbeiten im KCM oder direkt mit dem KCM zusammen. Das bunte Spektrum reicht von BASS (Schwule Soldaten) bis zur Transsexuellen - Gruppe, von der Jugendgruppe bis zu den Schwulen Vätern, von "Gewalt gegen Schwule" bis "Lustvolles Leiden". Manchmal arbeiten zwei bis drei Leute, manchmal rund 20 Teilnehmer seit Jahren konsequent und erfolgreich zusammen. Ihnen allen bietet das KCM einen äußeren Rahmen durch Räume, Infrastruktur, Finanzen und know how.

 

Zusammenfassung

Das KCM ist ein unverzichtbarer Teil des psychosozialen Sektors in Münster. Es leistet Beratung, Information und Hilfestellung, wie sie anders nicht erbracht wird. Der Bedarf an qualifizierter Beratung ist seit 10 Jahren ungebrochen, steigt sogar. Hinzu kommt in jüngster Zeit ein stark steigender Bedarf an Information und Beratung für Institutionen.

 

Das KCM ist ein herausragendes Element der kulturellen Vielfalt dieser Stadt. Es ist Zentrum für mehr als 40 Gruppen und Arbeitskreise. Es steht allen Menschen offen. Rund 100 Menschen arbeiten ehrenamtlich im KCM oder mit dem KCM.

 

Die räumlichen und personellen. besonders aber die finanziellen Rahmenbedingungen sind überfordert. Der Verein hat seine Möglichkeiten ausgereizt. Um die notwendige und erfolgreiche Arbeit der letzten Jahre verläßlich weiterführen zu können, ist ein stärkere öffentliche Förderung unabdingbar.

 

Das KCM verlangt keine "Sonderbehandlung". Es erwartet nur im gleichen Maße öffentliche Unterstützung, wie sie vergleichbare Institutionen erhalten.

 

Was können Sie tun?
Reden Sie bei anderen gut über das KCM. Das kostet nichts. (Außer vielleicht etwas Zivilcourage für das Thema "Homosexuelle".) Kritik richten Sie bitte direkt an uns, da kann sie am schnellsten umgesetzt werden.

 

Werden Sie Mitglied und/oder überweisen Sie eine Spende.
Beides ist steuerlich absetzbar.

 

Fehlt Ihnen etwas? Wir geben Ihnen gerne mehr Informationen.
Rufen Sie uns einfach an.

KCM, Schwulenzentrum Münster e. V.
Am Hawerkamp 31, 48155 Münster
Büro 0251/665686, Fax 665661,
Beratung 19446,
eMail: KCM

Konto: 24 081 300, Volksbank Münster (BLZ 401 600 50)
Spenden sind steuerlich absetzbar!

 

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