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BUDAPEST - Danke!
Nach zwei Tagen Budapest spüre ich dann doch schon mein Fahrgestell; ich bin’s einfach nicht gewohnt,
stundenlang und länger zufuß, behangen mit Photoapparat,Wasserflasche und etwas Proviant, eine Groß-
stadt zu erobern - die Elisabethbrücke liegt ja nur zwei Steinwurf von unserem Domizil entfernt: Also rüber
aufs andere Donauufer und hinauf zur Zitadelle, dann die träge Donau entlang und nun schon wieder
lästig hoch hinauf zum Schlendergang durch die Jahrhunderte quer durch den Burghügel, die Kettenbrücke
weit unter uns, imposant an ihren Strippen hängend.
Bin ich hier in Venedig? Unser Ausflugsdampfer schleicht sich donauaufwärts das linke Ufer entlang - da
schiebt sich das Parlament, Krönungsort von Karl IV, heran und vorbei, und unsere Photoapparate klicken
wie im Rausch, um sich diese neogotische Verspieltheit, unter stahlblauem Himmel mit niedlichen Feder-
wölkchen, zu schnappen.
Ich habe nachts dann geschlafen wie ein Stein. Schön frisch war’s auch jeden Morgen kurz vor acht beim
Gang wenige Schritte rüber zu ’Tante Emma’, Eßbares zusammenzusuchen, ohne Ungarisch wenigstens
stottern zu können. Und fast ein Kult, empfand ich, war dann das Frühstück:Brot, Käse, Paprika, Trauben
und Joghurt, alles eben vom Land.Selten ausgiebig haben wir uns dabei unterhalten über die Welt,den Teufel
und uns selbst; dafür gaben wir viel Zeit hin und haben’s genossen ... bis dann der Spüldienst dran war.
Auch schwimmen, plantschen,saunen gegangen? Täglich, fast, was mich ziemlich auslaugte und Kondition
raubte, aber die Phaszination dieser märchenhaften Bäder, ja dieser ganzen Stadt verlieh Flügel bis tief in
den lauwarmen Abend, auch die milde Nacht hinein mit ihrem tiefschwarzen Himmel: Riesig quirliger Auto-
verkehr,nostalgische Tramwagen auf ausgetretenen Schienen,ungarisches Flair in den schummerig beleuch-
teten Gassen, imposant verschnörkelte Fassaden der Häuser und Paläste - selten schön, aber auch hie
und da bröckelnder Putz an manch steinaltem Gemäuer;da zerfällt leider manches, rostet längst dahin:Zahn
der Zeit, oder sonst was.
Dann hebt der Flieger ab, dreht etwas Kurve über dem niedlich verschnörkelten Steinmeer,rein in eine dünne
Wolkendecke und ab nachhause: Ich komme aber wieder!
Rolf-Dieter
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